Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 22 (1.6.1933)
- Date
- 1933-06-01
- Page
- Seite 199 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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vU ' An ben SBcrlittec £'iin:5:ä::kn klebte cm £0. 5Xai f:\acnt)ct Anschlag: „Tcnn'che ^laaivbüvQcz jüti*ctcn ©faulen»! Wißt 3br.- daß (Iure iszcinmnim Führer zetzi ganz cfien mit den Zionisten znsannnen- Kehen? Wißt Ihr, daß der Weg. ans den (auch diese Führer drängen, unfehlbar ins Ghetto (nationale Minderheit oder bergt?, südren muß? Wal!! Ihr das? Das hat gerade noch gefehlt. Eine lächerliche Minderheit sagt dem erdrückenden Teil der deutschen Juden an der Anschlagsäule den Kampf an und bereitet damit allen denen Freude, die dieses deutsche Judentum unterschiedslos ins Herz Lresfen wollen. Für diesen Kamps von Juden gegen Inden sind unwahre oder halbwahre Behauptungen gerade gilt genug. Auf Anregung der RerchsvertretungderLandesverbändejüdis ch e r Gemeinden hat sich der unseren Lesern bekannte „Z e n t r a la u s s ch u ß der deutschen Juden für Hilfe und A u f b a u" gebildet. Männer und Frauen von Rang und Ruf aller jüdischen Richtungen, nicht aber der Verband nationaldeutscher Juden, ar-. beiten freudig und erfolgreich in ihm. Es gelang, für diese lebenswichtige Tätigkeit Persönlichkeiten heran zu ziehen, die über Deutschlands Grenzen hinaus als Wirtschastssührer und -kenner hochgeachtet sind. Ter Eentralverein hat sich als einer der ersten an dieser Arbeit, die das deutsche Judentum vor dem wirtschaftlichen Untergang retten soll, beteiligt, der Stellvertreter des Borsitzenden, Tr. Ludwig Tietz. stellt ihr seine ganze Kraft zur Verfügung. Ter Centralderein hat Menschen und Buttel für dieses Rettungswerk am deutschen Judentum umfangreich eingesetzt und wird alles bis zum Letzten tun, um die Schwerkraft seiner umfassenden Organisation und sein moralisches Gewicht in die Wagschale zu werfen. Lbcr wollt Ihr N-twnatdentfche bleiben trotz aller Znrücifetzungen? Wer ben Weg in die deutsche Zukunft wählt, lese unsere Zeitschrift „Ter nationelbeullche Silbe* unb unsere 3d;ri?:cn, in denen wir feit 12 Jahren für bas Teutschtum und gegen alles Undeutsche kämpfen. Verband nationaldeutscher Juden.' In diesem wirtschaftlichen Ausschuß sitzen Gesetzestreue aller Richtungen neben Reformern und Liberalen, sitzen Centralvereinler und Zionisten, ist keine Partei des deutschen Judentums unvertreten. Mit vollem Recht! Tenn dem Junganwalt, der heute sein Brot verliert, dem Kaufmann, den Boykott zu vernichten droht, dem Angestellten, der plötzlich seiner Stellung verlustig geht, dem Studenten, der vor ein Nichts gesteklt ist, muß jenseits jeder Politik geholfen werden, gleichgültig, welcher jüdischen Richtung er angehört. Würde das deutsche Judentum anders denken, so wäre es wert, daß es zugrunde ginge. Auf Anregung der Reich sverkretung ist dann auch ein politischer Jnformationsausschuß gebildet worden, dem außer dem kleinen Naumannschen Verbände sämtliche in Frage kommenden jüdischen Organisationen angehören. In diesem Allsschuß bespricht man Zwanglos die Lage, überlegt/«wie weit gemeinsame Schritte oder die einzelner Organisationen möglich sind. Ein Beschlußzwang besteht nicht. Niemand wird also verpflichtet, von seiner Weltanschauung auch nur einen i-Pllnkt preiszngeben. Bisher hat dieser freiwillige Zusammenschluß reibungslos gearbeitet. Keine der beteiligten Organisationen hat deshalb Schritte, die ihr von ihrem Weltanschauungsstandpunkt aus unerläßlich waren, ausgegeben. So die Wahrheit? Das soll der „Weg ins Ghetto" sein! Damit wird die vaterländische Gesinnung der „deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens" in den Schmutz gezogen. Die deutschen Juden haben die Antwort auf solche Anwürfe in der nichtjüdischen Oesfentlichkeit bereits gegeben. Bon allen Seiten strömen dem Eentralverein neue Mitglieder zu. Die Zahl ,,1000" neu Hinzttgetretener ist jetzt weit überschritten. Freunde und Freundinnen in Berlin und im Reiche! Auf zum Kampf für unsere Gleichberechtigung! Gebt denen, die auf jüdische Selbstzersleischung hinfteuern, die an Litfaßsäulen deutsche Juden schmähen, die die vaterländischen Reiher: des jüdischen D e rr t s ch t rr rn s zerschlagen w ollen, die einzige Antwort: „Werbt Tausende neuer Freunde irnd Freundinnen für unseren Centralvercirr:" Tie besinnlichen und wirklich vaterländischen Mitglieder des „Verbandes uationaldeutscher Juden" mögen sich aber überlegen, ob das brutale Vorgehen ihres Führers in diesen ernsten Zeiten national und deutsch, ist. Sie werden wissen, was sie auf diesen unwahrhaftigen und dennnziatorischen „Kampf an der Anschlagsäule^ hin zu tun haben. . Eine Woche vor dem Säulenplakat, sür das Dr. Kurt Machol verantwortlich zeichnet, hat Mar Naumann in seinem Mitteilungsblatt „Ter nationaldeutsche Jude" einen Leitaufsatz „Vom Tag des Zorns zur deutschen Zukunft" geschrieben. Bevor das Säulenplakat noch bekannt war, lag uns nachstehender Aufsatz als Antwort an Mar Naumann vor. Die Schriftleitung. Mar Naumann, der Begründer und Ehrenvorsitzende des Verbandes nationaldeutscher Juden, hält gerade jetzt den Zeitpunkt für gekommen, nach 1 ^jähriger Pause sein Mitteilungsblatt wieder erscheinen zu lasten und in einem Leitartikel in kaum je wahrgenommener Schärfe gegen das gesamte deutsche Judentum, soweit es nicht in seiner eigenen unbedeutenden Splittergruppe organisiert ist, zu Felde zu ziehen. Wohlgemerkt: Wir haben nichts gegen ehrliche Auseinandersetzung, selbst dort, wo die Klingen scharf sind und die Hiebe sitzen. Und wer annimmt, daß wir uns in einer Zeit, die ihre epochale Bedeutung aus dem Wiedererwachen des Freund-Feind-Gesühls in letzter Unerbittlichkeit herleitet, damit abgeben, echte Gegensätze mit unechtem Redebrei zu kitten, der ist in Irrtum befangen. Was uns an dieser Kampfansage erschüttert, das ist vielmehr, daß hier eine Front von gestern, eine Front, die durch die Ereignisse so unzweifelhaft vernichtet schien.