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Central-Verein-Zeitung · 1933-05-26 · 21 (26.5.1933) · p. Seite 188

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
21 (26.5.1933)
Date
1933-05-26
Page
Seite 188 (sequence 4)
Language
German
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Dtr „Traukischc Kurier" Nr. 135 Vom 16. Mai berichtet über eine „Große Kundgebung Des Reichsvervanves Deutscher Kriegsopfer": . . . . D<!s 2i?ort ergriff vraufü^rer Julii:? €irr:d;rr . . . Alle Böller, außer Italien, haben Einen Ring gegen uns gebildet, weil uiir der rirrzchniälnigen Knechtschaft, des Hundelercats ün Dienste der inrcrnationalen Judcnha~Zc:i?att geworden sind. Tie Böller sind be'.ne Werkzeuge der lübvdxn Weltpolitik. Tie Böller wollen keinen Krieg sondern Frieden; Den Kr:cg wollen nur diejenigen, die den Wolttrica r-mockst hab-cn. Wenn die Juden dem dcnt^chmi Volk einen Berrcidigungskrieg anszwingen. rerlane ich nreine Hein'.a! nichy bevor wir nid;: jeden 'wkgeschlagen"haben, der Grenelrxwchrichron hn Ausland veibreiwt hat. Wenn die Juden wisicn, daß sie Lobge-chlagen werden, wenn ein' Krieg leiirmf, dann wird fein Krieg kommen . . / In Dem Leitartikel Der ^Frankfurter Zeitung" Nr. 37-1—376 vom 21. Mai ,,An Der Schwelle des Llirsbarrö" tzcitzt cs: . ..Herr öirler war lidn genug, dieser 3fern-3 bn\ Böden ' zu emzicben, indem er — nn- Dctummcrt um alle nationalsozialistischen Wahliwd Proragandaieden — den geheimsten ideologischen Kern seines Slationalsozialisrmrs ent* hüllte' „Als denrscher Naiionalsozialist", erklärte er, doch „gerade uns in diesem jungen Deutschland das tiefe Verständnis besc-elt für de gleichen Gefühle nnd Gesinnungen sowie für Di? begründeten Lcbenllansreüche der anderen Vöstkerck Herr Hitler variierte diesen Latz noch rnehrinals nnd stets.unter dem Beifall seiner Nanoualiozialisten. Ter Beifall wollte fast kein Ende nehmen nach einer ideologisch nnd praktisch so verpflichtenden Feststellung wie dieser: „Die geistige Mentalität dc-s vorigen Jahrhunderrschaus der heraus man glaubte, vielleicht Lus Polen und Franzosen Deutsche machen zu Immen, ist uns genau so fremd, wie wir uns leidenschaftlich gegen jeden umgekehrten Versuch wenden." Tamit ist sede imperialistisch Politik mD mir ihr die willkürlich Ausdehnung der nationalen Grenzen ein für allemal verurteilt. Tamit wird zugleich — im einne der völkisch n Idee — die Verpflichtung zu striktester Wahrung der völkischen Rechte der Minderhcäten ideologisch sestgelegt. Tiefe Festlegung ist schon Deshalb wichtig, weil die Behandlung der deutschn Juden von vielen Ausländern damit beantwortet wurde, daß sich der Nationalsozialismus d-es Anrechts begehen habe, als Schützer irgendwelcher Minderheiten aufzntreten. Ter Nationalsozialismus cht sich allerdings in dieser Beziehung aus Rcstentinrent in eine Sackgaffe verrannt. aus der man nur dadurch heraüskommt, daß pan die deutschen Juden als Teutsche und druckt als gleichberechtigte Staatsbürger betrachtet. wofern sie sich nicht selbst aus der nationalen Gemeinschaft ausschließen. Tcr „Montag Morgen" Nr. 21 vom 22. Mai fragt: „Ist Das nötig?" Bor mehr als einem Jahrzehnt rühr Trntchlands damals bedeutendsterFilnwegisieur, Ernst Lubusch, nach Amerika, um dort sein Engagement. das er aus dem Sensanonswelterwlg seines Films „Madame Tnbarry" erhalten hatte. eu-uLreten. Man kennt die Stimmung der Verhetzung, die. ähnlich der heutigen, damals in Amerika herrschte gegen alles, was deutsch hieß, deutsch war, deutsch, dachte, und rnan wird sich nicht wundern, zu hören, daß Lndin'ch von seinen amerikanischen Chefs, als er in Nmr Port ankam, drÜTgend empfohlen wurde, frch als Pole aus-uacöem Lubitsch lehnte-das. iUil parix&§©? Das renommiert Haas t das j u d «chePabli kan fL EHügsIsPreise trotz dcr lockenden Verträge, schar? ab. Er sagte: ,,'Entweder ziehe ich als Deutscher in Hollywood nn oder gar nicht." Blau gab nach, yudttsch hatte seinen Willen durchgoselst. Im kaufe der Jabre rourde er Hollywoods trsolgreichster und beftbezahllcr Regisseur. Oft' legte man ihm nahe, sich naturalisieren zu lasten, ost machte man ihm klar, daß er doch Steuererleichterungen und andere Bergünstigiingcn bekommen könne, wenn er Amerikaner wäre — Luditsch weigerte sich immer wieder. Er blieb Deutscher, bekannte sich zur Heimat, bekannte sich zu dem LlN^e. in dem er seine Karriere begonnen hatte. Vielleicht wird er daran denken, wie er es ablehnte, als Pole in Hollywood einznreiscn, wie cr es ablehnte, nach sünf- Tas April-Heft des „Morgen" stellt für den, der sich ans den Wirren der alles ergreifenden Politik' dieser Zeit in SunSen geistiger BesinnlichckkiL hineinretten will, eine nnp oll tische Oase dar. Ohne zeitsremd zu sein, rückt die vorliegende Nummer brennende Zeitsragen — Rasse, Siedlung, Jrrationa!ismus, Menschenscrnmng durch geschichtliche Epochen — in eine so ioohlltueud klärende Ferme von den leidenschafrsgeladelren^ Tagesereignissen, daß sie damit im besten einne der rr-ersta.r Wesenssordernng der Zeitschrift gerecht wird, im Heute das „Morgen" zu bereiten. Das gilt nicht minder für Ernst Cassirers gründliche Auseinandersetzung mit dem französisch-jüdischen Philosophen Henri Bergson, dcyen Philosophie des Anti-Intellektualismus und brr Intuition in geistigen neuen Deutschland rege Nachfolge findet, als für Ernst Lissauers Besprechung der Literaturgefchichke Paul Fechters, die uns in kritischer Beleuchtung mit einem der wichtigsten Vertreter neuartiger Betrachtung deutschen Schrifttums bekannt macht. Von eigenartiger, fast schmerzlicher Aktualität ist der Versuch einer kulturgeschichtlichen Typologie Selma Sterns, der dem El^kkojudcn ans der Zen vom Ausgang des Mittelalters bis zur Aufklärung gewidmet ist. Tix reizvolle Darstellung des in religiöser, traditioneller und politncher Bindung streng verhaftelen jüdischen Menschen dieser Zeit bedeutet heute für uns mehr ^als Geschichte: sie gibt in ihrnn klug nnd wigend abgnvogcnen Tunket nnd Hell ein Bild von völlig gegenwärtiger Bedeutung, ein Bild, dws viel Bedrohliches anszeigt, das aber auch mit Trost nicht kargt. Ernst Holzer nnd Franz Oppenheimer erörtern in Für und Wider die Möglichkeiten deutschjüdi'cher Bauernsiedluna. Treso Äussührnngen, die auf Grund guten staLististl)en Materials die Doranssetzmlg einer landwirtschaftlichen Berufsnmschichlung der deutscher! Juden klären, sind gerade durch die Polin scheu Ercignisie der letzten Monate zu umw-ersehbarer Ledeutnng gelangt. Neben weiteren außerordentlich lesenswerten Arbeiten von Raphael Strauß: „Tcssaus Geschichte der römischen Kaiserzei:^, „Judäa und die Juden", Gottfried Lalomon: „Freiheit und Freiheiten" sowie einer 5-teihe von Luchbesprechuwgcn sei vor allen Dingen dcr Aufsatz „liebe: die Abstammung der Juden' von L. L r u tz - l u s envähnt, in dem die Bedeutung dos Hestes zu einem, wesentlichen Teil begründet liegt. Brntzlus gibt eine außerordentlich aufschlußreiche, zum Teil zu ganz neuartigen Ergebnissen vordringende Rapenkunde der Juden, in der er vor allem die hervorragende Rolle dos Prcstlytismus hervorhebt. Wichtiger aber als olle biologischen und phgsiolcgifchen ErlennLnifse sind seine psychologischen Schlußfolgerungen, die um ihrer höch<ikLuelten Bedeutung willen hier wiedergegcbcn seien: Die Beratung für Aerzle im Lenfröloerein, Emser Strafe 42, IV, findet Montags, Mittwochs und Freitags von 12 bis 14 Ähr statt. jährigem Aufer.thalt Amerikaner zu. werden, wenn er jetzt liest, daß in eirwr ^Berliner Film» zoitung .^üb<ck von Unrat über ihn ausgegosien werben in einer Art und Weise, die weder etwas mit Polemik zu Lun hat noch mit der anständigen menschlichen Gesinnung, die der deutsche Jude Lubitsch immer gezeigt hat.^ Wenn man ihn jetzt aus rassisck)en Gründen in seiner Heimat ab lehnt, so ist dagegen nichts zu sagen. Kein überzeugter Antisemit brau.cht Lnbitsth anzuerkennen. Aber wnrurn einen Mann, der sich nicht w-ehren kann nnd der, darüber hinaus, immer sich zu Deutschland bekannt Hai. verletzerr und vcrwmndcn? 44 ,^ie Ranentheorien haben mit der wissenschastlichen Erforschung deyen, was man die Jn'densrage nennt, kaum etwas zu tun. Die Juden sind ebenso toie jDie anderen llnlturvölksr keine spezifische Raste. In psychologischer Hinsicht sind sie aber eigentümlich. Diese ihre psychologische Eigentümllchlcir kann aber anthropologisch nicht begründet werden. Sie besteht nicht deshalb, meil die Juden diese oder jene Rastei:bestandteile aufweisen. Auf der Grundlage derselben Rayenbestandteile hätte auch ein ganz anderer psychologisöyer Typ gezüchtet werden können. Wir haben hier eine einzig in der Weltgeschichte dastehende, 234 Tausend Jahre dauernde Auslese von solchen psychologischen Ty;u?n, die sür die Jmfehaltung einer Lehre, einer Religion geeignet waren. Es muß eine spezifisck>e Gemütsrrchtung da sein, um die mosaische Religion, die eine so strenge innere Tisziplin erfordert, einzuhalten. Es muß eine große Willenskraft imb eine große OHserwilligkeit für geistige Güter vorhanden sein, um das Verharren im Judentum möglich zu nmchen. Man muß auch gewiye Begabungen besitzen, um im Kampf für das Dasein, der für die Juden sich besonders sckpver gestaltet, nicht nn-erzugehen. Alles, was psychisch diesen Ansgabcar nicht grnvachsen war, verließ die Fahnen des Judentums oder ist im schweren Daseinskampf unterlegen . . . So hat sich in 2% Jahrtausenden ein spezifischer psychologischer Typus ganz unabhängig von der anthropologischen Raffe herausgebildet . . . Das Volk Israel hat einmal die Grundlagen der jüdisck)en Religion geschaffen, nnd cs ist als Volt — man kann es beinahe sagen — unteraeqangen. Die Idee erwies sich aber unsterblich, und sie hat eine neue Gemeinschaft geschaffen, die dem Wesen dieser Religion entspricht. Nicht die Raste, sondern diese 2% Jahrtausende dauernde Auslese hat den Psychologischen Typus der Inden geschaffen . . . Nicht deswegen hat die zahlenmäßig so schooache Gruppe der deutschen Juden ... so große Zlulturleistun.gen anfziaweisett, weil sie Bestandteile der vorderasiatischen oder der orientalischen Raffe in sich hat, sondern deslvegen, weil sie Objekt einer Jahrtausende dauernden Auslese ist, deren Ergebnisse nach der Emanzipation sich ansrvirken konnten. Hier berühren wir wirklich eine der tiefsten Grundlagen der Judcnsrage. . / Dr. E. R.-J. % Wcsrursi .. (Antwort auf unser Preisausschreiöen) bleibt ein treuer Kmnle Wer Clfilorodont probiert^ Weil töglfdi er im Hirnde Die Ante Wirliung gpxhrU

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