Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 18 (4.5.1933)
- Date
- 1933-05-04
- Page
- Seite 158 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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einem der djiiftlieren ©füufonSMcttnfmffe ßn* gehören. Tie Zahl dieser von Juden abftammmben Smdeutm christlichen Glaub<mZ erakt zu bestimmen, ist mangels Materials nicht möglich; auf eine Schätzung muß mit Rücksicht daraus zunächst verzichtet werden, daß auch keinerlei Material für andere Bevölkerunasgruppen vorliegt, aus dein hinsichtlich der Zusammensetzung der Smdentenschaft Folgerungen möglich wären. Tie nachfolgende Aufgliederung der jüdischen Studierenden nach den einzelnen Arten der Hochschulen, nach Fakultäten und nach Ländern bezieht sich nur auf die Zahl derjenigen studierenden, die bei der statistischen Erfafsung sich als Juden in die Fragebogen eingetragen haben, also auf die Eesamtzahl von 5233 Studenten, d. h. aus 4,02 Prozent der Gesamtzahl der reichsinländischen und reich?- ausländischen Studierenden im Sommersemester 1932. Tiefe jüdischen Studenten und Studentinnen verteilen sich auf die einzelnen Hochs ch u l - gruppen im Tcurschcn Reich in folgender Weise: LL MLrs KitlMÄk» m WM« v'EÄk! i:s IrnULr« ANN im ämfeiBtllti mi Allen der Hochschulen deejüdischen^Lludcnken männt tociSUins^eiamf Universitäten . . « 3244 1405 4652 Lcchn. Hochschulen . 408 24 432 Larrdwi rtschas tl iche Hochschulen . . . 7 — 7 Tierärztliche Hochschulen . « . « 4 — 4 Horstt. Hochschulen. — — — Handelshochschulen ♦ 86 33 119 Bergakademien . . 1 — 1 Pädagog. Akademien 12 6 18 Sämil. Hochschulen «! 1 3762 1421 5233 Betrachtet man die einzelnen Hoch schularten getrennt voneinander, so ergibt sich, daß unter den Universitätsstudierenden der Anteil derjenigen jüdischer Religion 4,71 Prozent beträgt, unter den technischen Hochschülern 2,11 Prozent, unter den Handelshochschülern 3,42 Prozent; bei den übrigen Hochschulen liegt die Zahl unter ü Prozent. Der Anteil der jüdischen Studentinnen ist bei den Hochschularten, bei denen überhaupt jüdische junge Mädchen immatrikuliert sind, höher als bei ihren männlichen SLudiengenossen. Wahrend unter den Studenten der Universitäten 4,03 Prozent jüdischen Glaubens sind, sind unter den Umrersitätsstudentinnen 7,69 Prozent jüdischer Konfession; Lei den Technischen Hoch'chulen ist der Anteil der Juden unter den Hochschüleru 2,09 Prozent, unter den Hoehschülerinnen 2,54 Prozent und bei den Handelshochschulen sind die entsprechenden Zahlen 3,03 Prozent bzw. 4,80 Prozent. Innerhalb der einzelnen Fakultäten der Universitätsstudenten ist fob gendes zu beachten: Nach absoluten Zahlen stehen an der Spitze der jüdi'chen Studenten die Mediziner mit fast 1909 (1893) jungen Leuten beiderlei Geschlecht?, was einem Anteil von 7,63 Prozent eil der Gesamtzahl der Medizinstudenten entspricht. Ter prozentuale Anteil der jüdischen jungen Leute bei beiden Geschlechtern ist stark voneinander abweichend: während bei den männlichen Studenten der Medizin 6,55 Prozent jüdischen Glaubens sind sind es unter den Medizin studierenden Frauen 12,01 Prozent. An ziveiter Stelle steht der absoluten Zahl der jüdischen Studierenden nach die rechtsn n d st a a t s w i s s e n f ä) a f 11 i d) e Fakultät mit 1073 jüdischen Studenten beiderlei Geschlechts. Das bedeutet prozentual bei der Gesamtzahl einen Anteil von 5,84 Prozent Juden, der bei den Frauen viel schwächer ist; nur ivenig über 1,5 Prozent der Gesamtzahl der Rechte studierenden Frauen sind Jüdinnen. An weiterer Stelle folgen die Fachgebiete: Z a h n b e i l k u n d e (410 jüdisch? Studenten, d. h. 6,06 Prozent) die Volkswirtschaftslehre (237 jüdische Studenten, d. h. 6.53 Prozent), die Philosophie und Pädagogik (150 jüdische Studenten, d. h. 9,43 Prozent), schließlich die neuen Sprachen (129 jüdische Studenten, d. h. 3,12 Prozent) und die G e r m fl n i ft i l (120 jüdische Studenten, d. h. 2.80 Prozent), endlich das Studium der Geschichte (114 jüdische Studenten, d. h. 5.47 Prozent). Studienfächer, bei denen der Anteil der männlichen jüdischen Universitütsstudiereuden höher als 5 Prozent ist, sind einschließlich der vorgenannten folgende: Rechts- und Staats- Wissenschaft, Allgemeine Medizin, Philosophie und Pädagogik und Kunstgeschichte. Bei den Studentinnen der Universitäten ist der Anteil derjenigen jüdischen Glaubens höher als 5 Prozent bei folgenden Fakultäten: Volkswirtschastslehre.Kaunn.ännische Detriebsrvirtschastslehre. Allgemeine Medizin, Zahnheilkunde. Philosophie und Pädagogik, Zei tu n gs ku n d e. K u n st g e sch i ch te, M u si k w i sie n s cha s Geschichte und Chemie; dabei ist jedoch zu berücksichtigen, daß bei den letztgenannten Gebieten die absoluten Zahlen teilweise außerordentlich niedrig sind. So sind im ganzen Reichsgebiet beispielsweise nur 20 Studentinnen, die Kunstgeschichte an den Universitäten studieren, 33, die sich für das Gebiet der Chemie hoben immatrikulieren lasten, 30 für das Fachgebiet der Geschichte usw. Bei den Technischen Hochschulen steht nach der Reihe der Fachgebiete den absoluten Zahlen der jüdischen Studierenden nach an der Spitze das Studienfach der Elektrotechnik mit 101 jüdischen Studenten, d. h. 3,28 Prozent der technischen Hochschüler dieses Fachgebietes überhaupt. Ten absoluten Zahlen nach folgt in zweiter Reihe das Fachgebiet des Maschineningenieur Wesens mit 92 jüdischen Studenten, d. h. 2,36 Prozent, an 3. und 4. Stelle folgen dicht hintereinander Architektur (63 jüdische Studenten, d. h. 2.54 Prozent) und Chemie (62 jüdisch? Studenten, d. h. 4.18 Prozent). Bei den übrigen Fachgebieten liegt der prozentuale Anteil der jüdischen Studenten mit einer Ausnahme (Wirtschaftswissenschast mit 3.87 Prozent jüdischer Studierender) unter 2 Prozent. Ebenso wie der Anteil der jüdischen Studenten innerhalb der einzelnen Hochschularten stark schumnk:. ist er auch innerhalb der einzelnen Länder sehr verschieden. In Preußen betragt im Sommersemester 1932 die Gesamtzahl der Studierenden sämtlicher Hochschulen 6-8 591; unter ihnen sind 3521 jüdischen Glaubens, d. h. 5,13 Prozent. Dieser prozentuale Anteil wird stark überschritten in Baden, wo unter 9082 Studierenden sämtlicher Hochschulen 658 Juden, d. h. 7,35 Prozent sind. In Bayern liegt der Anteil der jüdischen Studenten mit 497 unter einer Gesamtzahl ron 19 6-12 mit 2,53 Prozent erheblich niedriger als in Preußen und Baden. In Sachsen studierten 231 Juden unter 11 476 insgesamt immatrikulierten Studenten, d. h. 2,1 Prozent. In Hessen ist ber Anteil 1,61 Pror.mt (75 jüdische Studenten unter 4671). In Württe m b e r g sind es 0,62 Puomnr (35 jüdische St/benien unter 5625). In Mecklenburg-Schwerin. in Brauns ch w e i g und in T h ü r i n g e n sind Die jüdischen Studierenden in den Ländern Länder Zahlderjüd.Etud. teännl.; t»eiW. |trc=6tf. =f“| m Preußen Universiiäl 2232 911 3143 5,76 Technische Hach sch. Landwirt. Hoch sch. 264 17 251 3,M r — 2 <yS3 Tierärztlich.Hoch! ch. 4 — 4 0,32 Forstwirt. Hochsch. Bergakademie — — Handels-Hochschule 51 24 75 3,72 Pädagog. Akademie 9 2 11 0,73 Phil.-theol. Hochsch. — — — — Preußen zusammen 2567 054 j 3521 5/13 Bayern Universität Technische Hochsch. 311 150 461 3,12 26 1 27 0,73 Handels -Hochswule 8 1 9 3,4 phil.-theol. Hochsch. — — - Bayern zusammen 345 152 497 2/53 Sachsen Um'rersität 139 46 155 2,62 Technische Hochsch. 21 — 21 0,59 Bergakademie Handels-Hochschule 1 — 1 — 22 2 24 3,42 Sachsen zusammen iS3:! 481 231 : 2,01 Württemberg Universität 11 4 J Technische Hochsch. 19 1 20 i 1,17 Landwick. Hochsch. — — — Dürttemb. zusammen! 30! 1 5 35 | 0,62 Baden Universität 379 224 603 6,12 Technische Hochsch. 43 1 44 3,66 Handels-Hochschule 5 6 11 2,22 Laden zusammen j 427 j 2311 658 1 735 Thüringen Universität 9 2 11 0,37 Hessen Universität 33 4 37 1,73 Technische Hochsch. 25 3 31 1^5 Pädagog. Institut 3 4 7 1,64 Lischöfll Seminar — ~ — — Hessen zusammen | 61 11 75 | 1,61 Hamburg Universität 114 59 173 4,53 Meckl.-Echwerin Universität 16 8 24 0,60 Pädagog. Institut — - — — Meckl.-Schw.zusamm.! 16 8 | 24 0,87 Braunschweig Technische Hoch-sch. 2 1 « 0,81 Deutsches JReiu) \ mi | i-m i 5233 [ 4,83