Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 17 (27.4.1933)
- Date
- 1933-04-27
- Page
- Seite 149 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Ranfcestr. t (TeLBismarxK3506 2 mal GpLLM 1084 Bischof Rüdiger von Lpeycr: .,A!s ich Speyer zur Stadt erhob, da -meinte ich feine Ehre tausendfach zu vermehren, wenn ich auch die Juden mit hinzunahmA 1933: Der kommissarische Zweite Bürgermeister von Speyer ordnet nach einer Meldung der „Pfälzischen Rundschau" an, daß im Interesse der öffentlichen Ruhe tuib Ordnung im Sommer in den städtischen Badeanstalten besondere Badezeiten für Juden eingerichtet werden. wiöechall in Cftdkr« Tie offiziöse „Ageucia Stefans" teilt mit; „Ter Chef der Regierung hat heute den Großrabbiner von Rom empfangen, der ihm im Auftrag des Verbandes der jüdischen Gemeinden von Italien über die bitteren und besorgten Empfindungen der jüdischen Bevölkerung Italiens über die schwierige Lage, in die ihre Glaubensgenoffcn in Deutschland geraten sind, unterrichtete und chm die diesbezügliche, vom Rat der jüdischen Gemeinden Italiens gebilligte Tagesordnung überreichte. Ter Chef der Regierung hat seiner Zuversicht Ausdruck gegeben, daß die beklagte Lage rasch zur Normalität zurückkehren werde." In dieser Entschließung heißt es: „Die llnien der jüdischen Gemeinden Italiens, in dieser traurigen Stunde den ko sehr zurückgesetzten deutschen Juden aus vollem brüderlichen Herzen verbünde::, bringt den innigen Wunsch zum Ausdruck, daß so rasch als möglich normale- Lebens- -bedllrgrrngcn für die deutschen Juden wiederhergestcüt, ungerechte Beschränkungen gegen sie aufgehoben werden und daß sie sich wieder derselben Rechte wie alle übrigen Bürger erfreuen mögen/ Weller wird dann der Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß alle zivilisierten Nationen ein duldendes Uebereinkommen treffen mögen, um die Wiederholung derartiger Zurück'etzung der Juden unmöglich zu machen. ' Vier WAsnen für das' deutsche Mie Kreuz Eine bekannte Wohltäterin in England, die kürzlich verstorbene Baronin Seaforth o s Brahan, hat, uüe die Zeitungen berichten, dem deutschen Rotem Krcmz etwa vier Millionen Reichsmark vermacht. Tiefe wundervolle Tat der edlen Engländerin hat — noch dazu in der jetzigen Zeit — überall Bewunderung aus-gelöst, und die Frage raucht ans, weshalb sie als Engländerin gerade Deutschland in ihren: Testament bedacht hat. Da ist es interessant zu erfahren, daß ihr vor Jahrzehnten verstorbener Vater ihr auf feinem Sterbebett ans Herz legte, bei ihrem Ableben auch die deutschen Wohlfahrtsinstituie zu bedeuten. — Wer war mm dieser Vater, der so hochherzig an Deutschland dachte?: Eduard' Stein topfs aus Frankfurt am Main,. Sohn armer jüdischer Eltern, der m seiner Jugend nach London auswanderts und nach vielen Leidenswegen den bekannten Apollinaris-Brunnen in England einführte. ZüöffHs ©fmlfer Das Jugendpflege - Dezernat der Jüdischen Gemeinde, Berlin C 2, Roscrrstratze 2—49 erläßt nachstehende Aufforderung: Durch das Vorgehen der Sportverbänds und der Verbandsvereine wird cs den: deutschen jüdischen Sportler in Zukunft nicht mehr möglich sein, seinen Sport in dem freiwillig erwählten Verein auszuüben. Bekannte und erfahrene Vereinssunktionäre haben sich daher die Aufgabe gestellt, diese nunmehr vereinslos gewordenen Sportler zu sauuneln, um ihnen die Möglichkeit zu verschaffen, ihren Sport nniterzubetreibm. Es geht daher der Ruf an alle jüdischen Sporkslenie im ganzen Deutschen Reichs aktive rund passive, sich so schnell als möglich' unter Angabe ihrer Anschrist hei der obengenannten Stelle zu melden. Wichtig ist es, anzugcben, welchem Verein, sie bisher angehört, welche Sportart sis betrieben und welchen Funktionärposten sie bekleidet haben. Selbstverständlich können sich auch solche melden, die bisher keinem Sportverein angehört haben, aber trotzdem Sport trcibcls wollen. Dis GMNger SieZm Ein Rückblick auf das Hahr 1837 _ F. F. Wie in unseren skurmbewegten Tagen um eine neue. Berfassungsform des Reiches gerungen wird, ebenso erlebte Deutschland vor hundert Jahrei! das Aus und Ab vor; Verfasjungskämpfen. Das Volk wollte. dem absterbenden uneingeschränkten Jürstenstaat das Mitbestimmungsrecht abzwingen; der Parlamentarismus stand gegen Absolutismus aus dem Plan. Gesetzesberatung, Steuerbewilligungsrccht, Pressefreiheit: das war der Kampspreis. Gerade vor einem Jahrhundert — im Jahre J833 — hatte das niederdeutsche .Königreich Hannover eine moderne Verfassung erhalren. Als aber 1807 ein Thronwechsel erfolgte, hob der neue König Ernst August die Verfassung aus. Tie Staatsbeamten wurden zur eidlichen Anerkennung des Verfasstmgsbruchs gezwungen. Da geschah etwas Außerordentliches. Sieben Professoren der G ö t t i n g e r Universität — die Brüder G r i m m, die Historiker Dahlniann und G e r v i n u s, der Orientalist Erval d. der Jurist A l b r e ch t und der Physiker Wilhelm Weber — verweigerten den Eid. Cie wurden sofort aus dem Am: entlassen; Jakob Grinun, Dahlmann, Gervinus sogar des Landes verwiesen. Alle sieben "waren Zierden der deutschen Wissenschaft. Ten Geachteten ward ein wundervoller Lohn zuteil. Die deutsche Mitwelt begriff ihre Charakterfestigkeit, Seelengröße 'und Ueberzeuguugstreue. Sie ehrte die Einsatzbereitschaft der Männer, die auch in Rot und Bedrängnis ihren Idealen treu blieben, denen „ein brennendes Recht durchs Herz floß". Also geschah im Zeitalter des L i b e r a l i 8 m u s, das eins Verfallszeit der deutschen Geschichte gewesen sein soll. I a k o b G r i m m, sicherlich der Größte unter den sieben, veröffentlichte die aufsehenerregende Schrift „lieber meine Entlassung", in der es heißt: „Weder nach Beifall gelüstet hat mir, noch vor dcrn Tadel gebangt, als ich so handelte,- wie ich mußte; aber cs verlauten auch widerwärtige Stimmen, vornehme, die mir Klugheit, hosfärtige, die mir gesunden Menschenverstand absprechen, selbst höhnende, die im voraus entschlossen sind, mir gerneine und unwürdige Bervcggründe unterzulegen, wie die Krähe angeflogen kommt, dem. den sie für tot hält, die Äugen auszuhacken. Ich bin keiner so weichlichen Weiße Zahne Keiner Atems J<L‘ I die sparsame ’J/ f\ ffj?- sie spritzt nicht rein deutsche Gs£UL Jii ÜA-k und wird nie hart.