Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 17 (27.4.1933)
- Date
- 1933-04-27
- Page
- Seite 148 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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m Für die Neuaufnahmen, unki Mc nach § 11 der AnssührnngsbesLimmungen auch die Kinder fallen, die jetzt bereits zur Serta augemeldet und aufgcnoinn'.cn waren, »gilt ein numerus clausus t:n 1,5 vom §*imbcvt der (Gesamtheit der Besucher jeder Schule. Für die adrigen rereits in der Schule bcfinbiid}on Minder gilt ein minierus clausus V>oa 5 dein Hundert der Gesamtheit der Besucher. Tie jüdischen Kinder, die diesen Prozentsatz überschreiten, ircrdcu im Laufe des Schuljahres 1933 von der Schule entfernt werden können; das Gesetz enthalt arer ausdrücklich die Bestimmung, daß dabei übermäßige Härten zu vermeiden sind. Das Gesetz findet sinngemäß Anwendung auf die Hochschulen. Die Landesregierungen setzen die aus der Prozentzahl errechnete Zahl der Studenten, die sür die einzelne Fakultät an jeder Hochschule neu ausgenommen werden dürfen, zu Beginn jedes Semesters fest. Die wegen Ucbcrfttllung ausgcschlosscucn Studcuteu sind vom wrcitcrcn Hochschulftuvium ausgeschlossen. Wir Lchakten uns eine eingehende Würdigung dieser Bestimmungen, die erst nach Nedaktionsschtuß bekannt geworden 'sind, in der nächsten Woche vor. Schon henke können wir aber sagen, daß sür die jüdischen Schüler, die wegen Ueberschreitrmg des numerus clausus von der Neueinschulung ausgeschlossen oder die am weiteren Besuch der Schule verhindert werden, von der jüdischen Gemeinschaft aus sofort gesorgt werden wird. Es wird eine, der vornehmsten Ausgaben der jüdischen Gemeinden und Organisationen sein, die erforderlichen Maßnahmen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten zu treffen. - Die Forderung der Entlassung jüdischer Angestellter entbehrt jeder gesetzlichen Grundlage. Kein Arbeitgeber ist Zur Entlastung von jüdischen Arbeitnehmern verpflichtet. Selbst nach den Veröffentlichungen der NSDAP ist es sämtlichen Parteidienststellen mit Wirkung vom 25. April untersagt, Kommissare in irgendwelche Betriebe einzusctzeu. Nach einer amtlichen Erklärung der bayerischen Staalsrcgierung wird die Bestellung der bisher tätigen Sonderbeauftragten und Kommistare bei wirtschaftlichen Organisationen ausgehoben. Ter Reichswirtschaftsrninister und Reichskommistar sür das preußische Ministerium für Handel und Arbeit hat am 20. April zu der Frage der willkürlichen Eingrijse in Wirtschaftsbcrricbe Erklärungen abgegeben, in denen es u. a. heißt: „Gegenüber Mngrisferr in die bcpchende Selbstverwaltung der WirLschaflsfrrise ist es Lache der invanU ^wörtlichen AcrsönLichfcrtru, in ersicr lGesamtheit der zur Verfügung stehenden Mittel mit jeder einzelnen Mark Ur! verwandt wird, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Deutsch- Juden, zeigt euch der Eriche der Ausgabe gewachsen! ©lauf: nicht, dast die Probleme des demschen Judentums ahne äußerste Opfer d'.ww. eine zügellose Auswanderung gelöst werden können. Cs ist rein Verdienst, Deutschland zu verlassen, um frei von denn Los der Brüder in Deurswland in Sorglosigkeit seine Zinsen zu verzehren. Niemandem wird dadurch geholfen, daß er ziellos ohne Aussicht auf eine Existenz ins Arislen-.d wandert, um mm dort die Schar der Erwerbs-!n:d Mutellossu zu vergrößern. Es wird jede Aussicht geprüft werden, jede Möglichkeit benutzt, uro. Menschen, die im deutschen Vaterlande nicht mehr die Möglichkeit einer lvirischaftlichcn Existenz haben, eine Existenz Im Auslände gründen zu Helsen? Aber oerlaßtäncht sinnlos Deutschland! Erfüllt hier eure Pflicht! Schwör nicht blindlings Menschen ab einem ungewissen Schicksal entgegen. Keiner entziehe sich seiner Pflicht in der Stunde der Prüfung! Jeder trage an seinem Orte und nach seinem Können zu dein Werke der Hilfe bei! De Stunde des deutschen Judentums ist gekommen, die Stunde der Verantwortung und die Stunde der Bewährung. Das deutsche Judentum möge sich ihr gewachsen zeigen! WsgrisW ffö Um- M-ö MWschrrchö Das „Jüdische SeLreiudcdlatt'" vcrZslenr!:chr ULchstcheLde BusstcLsn.q Id für dic cinsciucn HUssQLßNührncn?uständrLcn cteilen in Berlin: 1. 3 e n tvölnelle j ü r F ü d i j ch e W iits ch astshiIsc, Oranienburger Straße 31. Sprechstunden',;oerltäglich 10—1. 4—6 Uhr, Freitag 10—2 INc. Die Zentrale bearbeitet folgende Angetegenheitem Selbsthilfe von Bernsstreisen; Neckest beratung: Berussmnschichtung. 2. Arbeits g cm ein s cha ft de r I ü d i schcn A rb c i t s na ch w eise. Männliche Abteilung: Ungelernte A r b e i t e r n n d F n ch a r b eite r : Sprechstunde täglich außer Se<st> abend, und Sonntag von 10—1 Uhr. Nksensiraße 2—4. K aus m ännis ch c und freie Ber n s e : Sprechstunde täglich außer Sonnabend r d Sonntag von 10—1 Uhr. Lindenstraße 4s—50. Weibliche Abteilung: K a u s m ä n n i s ch e und freie Berufe: Sprechstunde täglich außer Sonnabend Sonntag von 10—1 Uhr. Lindenstraße 48—50.;- - Hausangestellte: Sprechstunde Montag, Dienstag, Mittwoch von, 2—4 Uhr. Lwdur» ftraße 48—50. ' Gewerbliche und ungelernte Arbeiterinnen: Sprechstunde Montag. Die?stag, Donnerstag und Freitag von 10—1 Uhr. Nosenstraße 2—4. 3. Berufsberatung Jugendlicher. Roscustraße 2—4. ' ' Knaben: Sprechstunden Dienstag und Freitag 3410 Uhr bis lil Uhr. M ä d ch e n : Sprechstunden Montag und Donnerstag 1'*lO dis VA Uhr. F ü t K n oben u u d Al ä d ch e n : Fasanenstraße 79. Donner-tag Z—6 Uhr. 3prcdj:h:r2>:rt für Derusswechsler: Dienstag von 3—5 Uhr. Nosenstraße 2—4. *• Eentralverem deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Emser Straße 42* Sprechstunden wochenläglich, außer Sonnabend, von 12—2 Ahr. Die Stelle bearbeitet kollcklivmaßnahmen bei Behörden, Verbänden und Airmen, außerdem die Aragen beruflicher Fachausschüsse und die Rcchisberakung im Einvernehmen mit der Zentralstelle (f. 1). 5. Hirssverein der deutschen Juden, Martin-Luther-Siraße 91, Zweigstelle Oranienburger Straße 01. Sprechstunden wochentäglich, außer Sonnabend, von 10—0 Uhr. Beratung in Auswanderungsangelegenheiten, ausschließlich Palästina. Es wird daraus ist-- gewiesen, daß bei .Inanspruchnahme der Beratungsstelle die Vorlegung der erforderlichen bchördlichn Aachweise notwendig ist. 0. Palästina-Amt, Memekestraße 10. Sprechstunden: wochcntäglich, außer Sonnabud, 9—12 Uhr. _ B-carbeltrmg aller PaIästina-Arrge4egerrheiteli. ' ' . - - - . 7. A r b e i t e r s ü r s o r g e a m t der jüdischen Organisationen Tcursculands. Roscnstraße 2st Sprechstunden: wocheutäglich, außer Sonnabend. Mio—3 1 Uhr, Sonntag YA^~% 12 r,',v. Beratung in ückwan.dcrungsangeleaenheiten ausländischer Gemeindernitakiedcr in - iü-rc Hetmatstaatcn. Linie nach der Legitimatiou derjenigen %n fragen, dic den Eingriff versuchen. Wo dies geschehen ist. wurde stets scftgostellr, datz eine Legitinratiorr von keiner amtlichen Stelle cvtdtt war. Es muß vor ollem grundsätzlich daraus tzingcwrescn werden, das; gcwalti&m, unorganische Eingriffe wohl den augenblicklichen Tatbestand, nicht aber den Ncchlszustand andern tonnen." Ter Eonkralverein hat zu der Frage der Entlassung der jüdischen Angestelueu einen Merkzettel herausgegeben, der aus Anforderung gern zur Verfügung gestellt wird. - - - -