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Central-Verein-Zeitung · 1933-04-13 · 15 (13.4.1933) · p. Seite 133

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
15 (13.4.1933)
Date
1933-04-13
Page
Seite 133 (sequence 5)
Language
German
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133 char: B5 Barbarcssa 3C38}. F Wfc'IÄUjJ!# ff 3m Laufe der letzten Jahre hat sich im Wirrschaftsleben der Begriff der Arbeitsgemeinschaft zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer entwickelt. Mit diesem Wort soll zum Ausdruck kommen, daß trotz der verschiedenen sozialen Schichten, die in ein und demselben Unternehmen arbeiten, allen gemeinsam der eine Gedanke vor-' schwebt, das Wer? zu erhalten, damit der Arbeitgeber seinen Verdienst und der Arbeitnehmer seinen Lohn hat. Durch die Parteimaßnahmen der NSDAP, zum Boykott jüdischer Betriebe und Unternehmungen haben sich an einzelnen Orten Forderungen teilweise durchsetzen können, die sowohl von jüdischen wie von nichtjüdischen Arbeitgebern die Entlaffnng jüdischer Angestellter verlangten. Für solch Vorgehen gibt es bis zum heutigen Tage keine Rechtsgrundlage. Alle fristlosen Entlassungen oder Kündigungen jüdischer Arbeitnehmer, die im Zusammenhang mit der Boykotlbewegung erfolgt .sind, entbehren jeder rechtlichen Grundlage. Es mag richtig sein, daß mancher jüdische oder auch nichtjüdische Arbeitgeber, um Beunruhigungen oder Störungen in den einzelnen Wirtschaftsunternehmen zu vermeiden, sich zu Verhandlungen mit lokalen oder Betriebsangehörigen-Stellen bereit gefunden hat. Eine gütliche Regelung ist fast überall dort erreicht worden, wo der Arbeitgeber sich mit Energie aus den Standpunkt gestellt hat, daß er der allein Verantwortliche für seinen Betrieb ist und er darüber zu entscheiden habe, wer in seinem Betrieb arbeiten soll oder nicht. Mw diese Forderung verkannt wurde, muß darauf hingewiesen werden, daß der Wicdereinstcllung oder der Wiederbeschäftigung jüdischer Arbeitnehmer rechtliche Tcr Verein selbständiger Handwerker jüdischcn Glaubens V., Geschäftsstelle: NO 18, (SroBC tjranffuttcc Ariane S0;81, Fernsprecher ES, fivtiißfttibi 24W übersendet das Mitgliedcrvcrzcichnis von Handwerkern aus allen Bcrusszwcigcn an Zntcr-wmtcn ans Vunfch kostenlos. Handwerker, die dein cdigcn Lcrcin noch nicht «ngehörcn, melden üch umgehend unter genauer Angabe ihrer Lcrns-bezcichnnng nur schriftlich unter „Handw-erker" beim Arbeitsnachrvcis, Berlin 0 2, Aoscnstra'^e 2—H Zinnner 22. Angehörige des selbständigen gewerblichen Mittelstandes werden ebenfalls gebeten, ihre Adresse umgehend unter genauer Angabe des Geschäftszweiges nur schüsttich unter „Mittelstand* dem Arbeüsnaä^vcis. Berlin 0 2, Nvfenstraste 2—4, Zinnner 22, bckanntzugcbcn. mmnprpf Hinderungsgründe nicht entgegenstehcn. Es ist aber leider richtig, daß, wie die „Deutsche Allgemeine Zeitung" vom 11. d. M. schreibt, die Neigung zur kampflosen Selbstaufgabe in höherem Maße verbreitet ist, als die andere Seite selbst annehmen konnte. Abgesehen davon, daß von Staats wegen keine Veranlassung für Arbeitgeber bestand, jüdische Arbeitnehmer zu entlassen, haben auch maßgebende Stellen der NSDAP. Sondereingriffe in das Wirtschaftsleben verboten. Insbesondere ist die Anordnung des politischen Zentralkomitees hervorzuheben, in dem es heißt: „Es ist den Mitgliedern der NSBO., SA.- und SS.-Mänucrn cder sonstigen Angehörigen der NSDAP, untersagt, in die inneren Verhältnisse der Wirtschaftsunternehruungen, Jndustriewerke, Banken usw. selbständig ein- Zugrcisen, gegen Gewerkschaften vorzugehm, Absetzungen vorzunehinen und dergleichen. Zu irgendivelchen Eingriffen muß die ausdrückliche - Genehmigung der Wirtschaftsbeanftragten der A ST'AP. vorliegen, die nur im Einvernehmen mit der politischen ZenLralkomnüsston handeln dürfen/ Das deutsche Judentum, desien wirtschaftliche Struktur besonders in seinen mittelständischen Schichten der des deutschen Volkes entspricht, muß in einer Zeit der Veränderung der Rechtsgrundlagen seiner Existenz im Staate in allen seinen Schichten, besonders in denen der Arbeitgeber, darauf achten, daß mannhaft und entschlossen stets nur die Schritte unternommen werden, die das Gesetz verlangt und die mit Klugheit und Würde gegangen werden dürfen. Tie Zahl der jüdischen Arbeitnehmer in Deutschland dürfte 100 000 nicht überschreiten. Wenn wir in dieser Stunde an die wirtschaftliche Vernunft des einzelnen Wirtschaftssührers nicht nur unserer Gemeinschaft appellieren, so geschieht es nicht nur um dieser verhältnismäßig kleinen Schar willen, sondern weil die deutschen Juden als Glied des gesamten deutschen Wirtschaftskörpers in gesetzlich nicht sanktionierten Ginzelaktionen eine Gefahr für das ganze deutsche Wirtschaftsleben sehen und die wirtschaftliche Schädigung eines jüdischen Arbeitgebers eine Gefahr nicht nur für diesen, sondern auch für die bei ihm beschäftigten zahlreichen nichtjüdischen Angestellten bedeutet. Wir sind überzeugt, daß der vom Gcntralverein herausgegebene Merkzettel über das KündigungsrechL in weiten Kreisen Aufklärung über die wirklichen Rechtsverhältnisse gebracht hat, und daß manche Maßnahme, die in Eesetzesunkennmis am Bohkottage erfolgte, wieder rückgängig gemacht worden ist. Wo aber diese Möglichkeiten nicht bestehen, muß der Arbeitnehmer von den ihm zustehenden rechtlichen Möglichkeiten Gebrauch machen. Tenn Recht und Gesetz können allein die Grundlagen sein, auf denen die Arbeitsgemeinschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sich aufbaut. W. S. M. Der C v. gibt Hat Die täglichen Notwendigkeiten der praküschen Arbeir des C. V. treffen auf entschlußkröftfge Bearbeitung. Die Mitglieder des C. V. ebenso sehr wie seine Leitung sehen das Werk, dem sie sich Lahre um Lahre hingebungsvoll und anhänglich gewidmet haben, als starke Basis der Arbeit. Leder Tag bringt organisatorische und inhaltliche Erweiterungen. Lede neue gesetzgeberische Maßnahme, die neue Probleme auswirst, läßt wenige Stunden, nachdem sie bekannt wurde, die Arbeit beginnen, die für die Betroffenen wichtig ist. Sonderdezernate für die Fragen der Anwaltschaft uitd des juristischen Nachwuchses, der richterlichen Beamten und ein solches für die übrigen Beomtenkategorien, für die Aerztefchaft wie für Angestellte, und Wirtschaftsfragen wurden errichtet. Die Facharbeiter können sich jeweils auf einen großen Kreis hervorragender Sachkenner und Fachleute stützen. -Meist sind es Menschen der jüngeren Generation, die im Mittelpunkt der Arbeiten stehen und deren ungebrochene Elastizität und Zukunstsbejahung den Menschen voll Bedrückung uitd Sorge Hakt und neuen Mut gibt. Die zahlreichen Beitritts - Anmeldungen, die in unuitterbrochenem Zustrom bei uns eingehen, sind spontaner Atisdruck einer Erkenntnis, daß im C. V. nicht die Interessen einer bestinunten jüdischen Gruppe innerhalb Deutschlands, sondern die Notwendigkeiten aller deutschen Juden ihre Berücksichtigung finden. Weiße Zähne die sparsame 'p/1 f-/s spritzt nicht Reiner Atem: ü.—„/rein deutsche £a&4k"iUi B£~l und. wird nie hart.

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