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Central-Verein-Zeitung · 1933-04-13 · 15 (13.4.1933) · p. Seite 134

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
15 (13.4.1933)
Date
1933-04-13
Page
Seite 134 (sequence 6)
Language
German
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134 gsMchMl Die Ereignisse der letzten Tage lasten gewiss schwer au! jedem deutscü- |üdischen Menschern Wieviel schwerer sie aber einen deutschen Juden, der bereits einmal um seines Deutschtums willen Heimat, Existenz. Freundes- und Wirkungskreis aulgegeben hat, treffen, mögen nachstehende Zeilen beweisen: Als Seamtenfmb in einer Posener Mittelstadt geboren, besuchte ich dort die höhere Schule bis zur Abschlußprüfung. Meinen sehnlichsten Wunsch, Medizin zu studieren, wollten meine Eltern mir, als ihrem einzigen Kinde, gern erfüllen, sie ließen mich die Aufnahmeprüfung für die Obersekunda in Posen machen. Als jedoch kurz nach bestandenem kramen die liebergäbe Posens an Polen erfolgte, beschäftigte mich nur der eine Gedanke: deutsch zu bleiben und auf deutscher Erde weiterleben zu können. Unser tiefes inneres Derwur- Zeltsein mit deutscher Erde, deutscher Kultur und deutscher Sprache zwang uns, aus Posen auszuwandern. Tie Tatsache, die polnische Sprache als Haupisach in der Schule erlernen zu müsien, ließ mir den Entschluß, mein Studium aufzugeben, leicht werden. Auch meine Eltern trieb es, ihre Posener Heimat, mit der sie durch Generationen hindurch verwurzelt waren, zu verlassen; denn auch sie — wie so viele der älteren Generation — litten genau so unter den veränderten Verhältnissen, wie wir Jungen. Es gab für uns feine frohe Stunde mehr, seitdem wir unter polnischer Herrschaft standen. Wir konnten nur und wollten nur in deutscher Luft atmen. So gingen wir im Jahre 1922 unter Aufgabe von Existenz, Wohnung und Wirkungskreis nach Berlin, nur cm Ziel vor Augen: deutsch zu bleiben. Fast ganz aus der Erinnerung schwanden in den lebten Jahren die Tage der Answanderungs um so deutlicher treten sie mir heuke wieder ins Bewußtsein. Und als o3 ich es gestern erst erlebt hatte, sehe ich den Zug der Auswanderer, wie er über die neue polnische Grenze auf deutsches &tnb fuhr, wie alle die schwarzweißrote Fahne zum Fenster hinaus hißten und das Teutschlandlied sangen. Wir wußten nicht, was die Zukunft uns bringen würde, aber wir glaubten an die Zukunst, weil wir sie auf deutscher Heimaterde erleben sollten. Unsere große Wohnung Lauschten wir in eine kleine möblierte um. Meine Eltern lebten von einer geringen Pension und dem Zuschuß von einem mühsam ersparten Vermögen, bis auch der Rest davon durch die Inflation verloren ging. Meinem Vater gelang es, mich in einer Organisation unterzubringen, in der ich durch meine Tätigkeit bis zum heutigen Tage am deutsch-jüdischen Leben regsten Anteil nehmen kann. Die Tatsache, deutsch geblieben zu sein, ließ uns alle Entbehrungen, die uns seit der Auswanderung und Option nuserlegt waren, leichter ertragen. Und selbst bei dem Verlust meiner Eltern tröstete mich das Gefühl, daß sie zur lebten 75 „liEOfllß Zucker-,Sailen-,11 igeD-.DarEy,Leber-a. Hierenhidca lnfij'n totaler??. Ssrarthrs, Hotels reisiocen in iet-r Pre::- 14*11 H Pralle fi-rrcS e'.r KLTdirsU-cfi 3. Yerkeftrsbcrcs r. U rg.ESro,S=rhnW52,EiynctaerSir 26tTsl.EarbarcnacOS:. j Heilquellen!. Hause: KlIftlDfBl,Pens.r.RM.10,-ahKUTYlil3 CuellSnllGLv.RM.9,-ab n L'i j L'~a Klm. geleit. Anstalt für innere . Krankheiten. Streng individn- I eile Diätkuren. Alle physikaL j Heilmittel— Röntgen-u.StoL'vrcchsellaboratorien. Volle diätetischeYerpflegung, l normale ärztL Behandlung einscliL Thermalbadekur v. EM. 16,50 ab. Leit. Axzt; I Prof. Dr. Oeller, bisher Chefarzt d. Lahmannschen Sanatoriums Weisser Hirsch liEDESEI! SPRUDEL zu Hauskuraa bei BrcnnsD¥8riii8iJS-Jl.*0. Berlin SW 61, Yorckstrasse 53. Tel.: Bercraann 5535 - 33, 3517. 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