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Central-Verein-Zeitung · 1933-03-09 · 10 (9.3.1933) · p. Seite 80

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
10 (9.3.1933)
Date
1933-03-09
Page
Seite 80 (sequence 4)
Language
German
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m Risse.dieser aus die AusrechkbrhaltungdesnaLLonalendeuLscheuAnsehens vorderWelt gerichteten Tätigkeit vorfinden. Wir nehmen auch an, daß diejenigen Mntlichen Persönlichkeiten, die hierüber Bescheid wissen, gegebenenfalls ihr Zeugnis für den E. V. ab legen werden. Stets hat er ihnen seinen ganzen Einfluß und fein hohes moralisches Ansehen in der ganzen Welt r*^ gern in nationalem Interesse zur Verfügung gestellt, wenn es galt, Verallgemeinerungen, die in bestimmten Zusammenhängen im Auslande gegen Deutschland entstanden, zu entkräften. Wir sind überzeugt,, daß die Erregung, die mit den Wahlkämpfen und dem Wahltage selbst verbunden war, bald abllingen wird. Damit würde auch für die objektive ausländische Berichterstattung jede sachliche Grundlage fortfallen, beunruhigende Mitteilungen an ihre Zeitungen weiterzugeben. Auch für die jüdische Seffentlichkeit außerhalb Deutschlands wird, wie wir hoffen, sehr bald die Möglichkeit gegeben fein, sich über das Schicksal der deutschen Juden, mit denen sie sich in den Stunden ihrer Gefährdung verbunden fühlte, zu beruhigen. Hierzu kann das deutsche Judentum fast gar nichts, die Nationalsozialistische Presse alles tun. A. H. GörltW rmZ pLpSK über DZsnfrügs Reichsminister Göring hat, wie der ^Bossischen Zeitung" gemeldet wurde, am 4. März dem Sonderkorrespondenten vom „Svenska Dagbladet" während eines Fluges von Berlin nach Frankfurt ein JnterdiQv über die politischen Absichten der Nationalsozialistischen Partei und Regierung gegeben. Dabei äußerte er sich auch über die Judenfrage. „Wenn sich die Juden loyal verhalten und ihren Geschästen nachgehen" — so hat der Reichsminister Göring nach dieser Meldung gesagt —* ,HaL niemand etwas zu befürchten. Aber wir wollen sie nicht in der Leitung des Reiches haben und werden sie dort nicht tolerieren." Vizekanzler von P a p e n gab dem Berliner Korrespondenten des „Reuen Wiener Journals" ein Interview über die Lage in Deutschland und äußerte dabei: „Tie jüdischen Staatsbürger in Deutschland dürfen versichert sein, daß ihnen Die gleiche Behandlung wie allen guten Staatsbürgern zuteil werden wird. Jeder jüdische Bürger, der die Staatsbürger- Pflichten erfüllt, darf aus eine gleiche Behandlung seitens der Staatsautorität rechnen." * H§sürü§s MLNtatsgerüchts Die „Pommersche Zeitung. (Stettin) dom 8. März d. I. berichtet von einem vereitelten Attentat auf den Reichskanzler Adolf Hitler. Danach soll ein Jude namens Neumann in Breslau einen anderen angestiftet hahen, gegen eine Belohnung von 26 009 Mark Adolf Hitler zu erschießen. Nur der rechtzeitigen Verhaftung des Anstifters sei die Vereitelung des Attentats zu verdanken. Es heißt weiter, daß nähere Einzelheiten von der Untersnchungsbehorde zurzeit noch nicht bekanntgegeben Werdern Alsdann heißt es wörtlich: „Damit erhält das Vorgehen der Regierung gegen den Eentralverein eine neue Rechtfertigung. Den Juden ist auch das gemeine Mittel des Meuchelmordes gegen Adolf Hitler und die Freiheitsbewegung noch sauber genug." Hierzu teilt uns auf Anfrage die Pressestelle Des Polizeipräsidiums in Breslau folgendes mit: „Von irgendeinem Attentat auf Den Herrn Reichskanzler, Das ein Jude namens Nennrann in Breslau angestistet haben soll, ist bei der zuständigen Stelle nicht das geringste bekannt. Bei der Anwesenheit des Herrn Reichskanzlers in Breslau gingen Gerüchte Dieser Art um. Eine pflichtgemäße Nachprüfung der Behörden mußte stattfinden, hat aber ergeben, daß es sich lediglich um völlig grundlose Gerüchte handelt. Die zu einem Einschreiten nicht den geringsten Anlaß geben." Menküß auf ö!e Kömgsbsrßer Szmagogs Am 7. März wurde durch ein Fenster der Alten Synagoge in Königsberg, Synagogenstraße, eine Brandbonrbe geworfen. Die Bombe, die eine geringe Durfchlagskrast hatte, explodierte auf dem Altar und setzte den Vorhang in Brand. Durch Chorsänger, die sich in einem anderen Raum des Synagogengebäudes befanden, konnte der Brand gelöscht werden, ohne daß ein größerer Sachschaden entstand. Tie Polizei nahm sofort die Verfolgung der Täter auf, die jedoch noch nicht sestgefAllt werden konnten. In den arbeitsreichen und sorgenvollem Tagen und Stunden, die mit der Durchsuchung der Hauptgeschäftsstelle am 1. März d. I. begannen, hat die Leitung desCentralvereins eine Beobachtung immer wieder von neuem mit Genugtuung und Freude erfüllt: die Anhänglichkeit, Zuverlässigkeit und Pflichttreue, die sie allenthalben feststellen konnte. Daß Mitarbeiter und Beamte des Vereins sich vorbildlich bewahrten, war selbstverständlich. Insbesondere stellte der Kreis der jüngere« Freunde des Vereins nicht nur in Berlin, sondern überall dort, wo die Lage und Arbeit Menschen von innerer Einsatzbereitschaft erforderte, Helfer zur Verfügung. Ohne Rücksicht auf Tages- oder Nachtzeit halfen sie beiden Arbeiten, die die Stunde erforderte. Hier ist die Bestätigung für den (L V., daß er über die Organisation, die nur Mitglieder hat, in der V o r st e l - lung seiner jungen Freunde h i n a u s g e w a ch s e n ist und für sie d i e B e w e g u n g d a r st e l l t, d e r nt a n sich mit seiner ganzen Persönlichkeit einordnet und zur Verfügung st e l l t. Diese jungen Freunde sind aus ihrer hündischen Arbeit her gewohnt, ohne an Tank zu denken, ihre Pflicht zu erfüllen. Aber wir stellen diese Vorgänge gern fest, weil man so oft die hündische Jugend als einen Menschenkreis ansah, der für die praktische C V.-Arbeit verloren sei. Die Stunde wirklicher Aufgabe hat das Gegenteil erwiesen. Neben diesen Menschen hat sich der Helferkreis des C.-V.-Heims in Berlin und der der Kernschar der C. V.-Jugendgerneinschaft Groß-Berlin aufs beste bewährt. Zahllose briefliche und telephonische Erkundigungen, Anfragen und Bekundungen der Treue und Sympathie. aus jüdischen und nichtjüdischen Kreisen gingen bei uns ein. Innerlich gefestigt durch das Erlebnis der letzten Wochen wird der Eentralverein seine Arbeit, dre keinen Augenblick ruhte, weitersühren. Hg. Wenn am 12. März d. I. das deutsche Volk der Gefallenen im Weltkriege gedenkt, so fühlen wir deutschen Juden uns im Innersten verbunden mit allen denen, die in heiliger Begeisterung ins Feld gezogen find und ihre Liebe zur Heimat mit dem Tode bezahlten. Tie jüdische Gemeinschaft hat 12 000 ihrer Söhne zu beklagen, die im Kampf für Deutschlands Ehre ihr Leben hiugegeben haben. Ihrer gedenken wir in Dankbarkeit und Treue. Diejenigen Helden, die unserer Gemeinschaft angehoren, wird unsere Trauer in dem Bewußtsein begleiten, daß sie uns ein großes Vermächtnis, eine Forderung Hinterlagen haben, die heute doppelt an uns herantrittt auch in schwere:: Zeiten Würde zu bewahren und in Treue zum Heirnatboden und zum Daterlande zu stehen. Gott ändert die Zeiten — er wird dem deutschen Volke weiter helfen, wenn es an Recht, Sittlichkeit pnd Vaterland nicht verzweifelt. L. H*

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