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Central-Verein-Zeitung · 1933-03-09 · 10 (9.3.1933) · p. Seite 78

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
10 (9.3.1933)
Date
1933-03-09
Page
Seite 78 (sequence 2)
Language
German
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Ucuvjujtu juueui v.v v,v „^y. . . *;ic,- <% oesamten Judentum zur Last legt! Kampf auch m unseren Rechen gegen Auswüchse;eder ArN *■* 1 _ < *__^_x ä 2 - f CU M! C C 4« C «• n ( A «• 1 11 S <1 n ti m I t (ti £>« trurfrr Kampf nach wie Unseren wirtschaftlichen Aufgaben gsvor allen unberechtigten Angriffen auf unser Judentum! —v^,-v- --. vrecht werden, so insbesondere den Kampf gegen den Boytokk mit aller Kraft fuhren. Die Pflege dentfa)er Gesinnung in unseren Reihen unbeirrt forlsehen! Unseren zahllosen «zreundenin Stadt und Land Mut machen, sie starken und sie lehren, daß Deutschland Deutschland bleibt und daß uns niemand unsere Heimaterde und unser Vaterland rauben kann! In diesem stolzen Bewußtsein, in dieser Liebe zu Deutschtum und Judentum sehen wir unsere lebensnotwendige Arbeit fort. Sie ha! keine Minute aeruht und hat gerade in diesen entscheidenden Tagen Großes leisten können. Vir wissen, daß Zehntausends deutschsüdifcher Herzen ihr und uns zuschlagen. Das innere Band der SchiLsalsgsmeinschafl vom Sinai her reißt nicht- Vir bleiben unseren Idealen treu. Die Größe und Güte unserer Sache, unser Kämpfer, knuß die Treue unserer Arennde kragt uns kraftvoll weiter. J I Ä. W. Am Mittwoch, 1. März, gegen S Uhr nachmittags, erschienen in der Berliner HaupLstelle des C. D. mehrere Kriminalbeamte mit einer SA.» Abteilung. Tie Polizei gab an, die Dringlichkeit der Bestellung eines Koffers durch einen Angestellten habe den Verdacht erregt, als geschehe irgend etwas, ' Was mit kommunistischen Umtrieben in Zusammenhang stehe. Ferner wurb-e staatsfeindliches Material in einem Kellerraum des Vereins vermutet. Dieser wurde durchsucht. Dabei wurde altes, heute unbrauchbares antinationalsozialistisches Flugblatttmd Broschürenmaterial in kleinem Umfange gesunden, das aus dem Jahre 1930 stammte. Der Keller wurde versiegelt. Ter Syndikus des Eentralvereins, Dr. Alfred Wiener, konnte der Polizei die nötigen Aufklärungen geben. Die 'Räume des Vereins blieben mehrere Enmden bis zum Eintreffen der politischen Polizei beseht. Zwei Mitarbeiter wurden schon vorher der Polizei zur Vernehmung vorgeführt und in später Nachtstunde entlassen, da sich keine strafbare Handlung bei ihnen ergab. Die politische Polizei ließ olle Angestellten des Vereins und inzwischen erschienene Besucher aus den Vereinsräumen sich entfernen. - Tann fand eine Durchsuchung sämtlicher Räume statt, der der nichts gefunden wurde, was für den Eentralverein belastend wäre. Die Polizei und die SA. rückte in später Stunde wieder ab. Lurch ungeschickte Berichte von Nachrichtenbüros ist in der Oefsentlichkeit der Eindruck erweckt worden, als sei „illegales" Material, d. h. kommunistisches, in EenLralvereinsräumen entdeckt worden. Das ist falsch. Werden EerrLralverem auch nur oberflächlich kennt, sollte wissen, vast er mit komrnunistischer Arbeit und kommunistischen Zielen nie Vas geringste gemein hatte. Einen solchen Verdacht weist er voll Entrüstung von sich. Ebenso ist die falsche Nachricht verbreitet worden, die Büroräume des Vereins seien versiegelt worden. Wahr ist, daß der Betrieb xachFortgan g der Poliz eikeine Minutegestörtundnichtsaußer zwei KeIlerraumen unter polizeilichem Siegel lag. Auch dieses ist am 7. d. M. wieder entfernt worden. Die nationalsozialistische Presse, darunter auch führende Organe, wie der „Völkische Beobachter" und der „Angriff", brachten leider Meldungen über diese Durchsuchung, die voller Unrichtigkeiten waren. Tie Folge davon war wieder eine ungezügelte Uebertreibung dieser Falschmeldungen in der nationalsozialistischen Prooinzprcsie, die Aufreizungen zu Gewalttätigkeit glerchkamen. Der gesamten deutschen Presse und vielen hundert Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ging alsbald folgende „Erklärung" zu, die wir aus der letzten Nummer der „E. V.-Zeitung" hier wiederholen: Zu Den polizeilichen Durchsuchungen in Den Räumen des Eentralvereins Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens E. V. erklärt der Eentralverein: „Der Eentralverein ist vre Vereinigung Der Deutschen Juden, Deren Aufgabe Die Bekämpfung Des Antiseuritismus ist. Diesen Kampf führt Der Eentralverein im vollen Lichte Der Oesfentliehkeit und ausschliestlich auf legalem Wege. Die Druckschriften des Eentralvereins sind in vielen tausend Exemplaren Der deutschen Qeffentlichkeit immer zugänglich gewesen. Ans der grundsätzlichen Einstellung des Eentralvereins, die ihm vre unbeirrte Pflege Der Deutschvaterländischen Gesiunnng und die kraftvolle Verteidigung Der jüdischen Religion gegen jegliche Angriffe zur Pflicht macht, ergibt sich die Unmöglichkeit jeder Verbindung mit kommunistischen Zielen. Wir weisen jede Behauptung eines wie immer gearteten Zusammenhangs mit jeder staats- und religionsseindticheu Bewegung voll Entrüstung zurück." Nach der Untersuchung der Berliner Zentrale fanden Durchsuchungen der Vereinsbüros in Frankfurt (Main) und' Erfurt statt. Ebenso wurden der verschiedenen Einzelpersonen, von denen m m vermutete, sie ständen unserem Verein nahe, Haussuchungen abgehalten. Tie Suche nach kommunistischem Material mußte natürlich ebenso ergebnislos sein wie die nach einer finanziellen Beziehung zu kommunistischen Organisationen. Am Sonntag,' 5. März, fanden in allen thüringischen Orten ebenso ergebnislose Haussuchungen bei führenden E. V.-Persönlichteilen statt. Sie stehen natürlich im engsten Zusammenhang mit dem Sonntag abend erfolgten Verbot des Eentralvereins für Thüringen. * Es ist nicht ausgeschlossen. Vast Die Durchsuchungen im Reiche fortgesetzt werden, obwohl wir entsprechende Schritte deshalb getan haben. Sollte eine Durchsuchung bei irgend jemam- Dem eintreten, so erwarten wir, datz Der Betroffene der Polizei oder Hilfs- Polizei ihre Aufgabe nach Kräften erleichtert, alles vorweist nnd Dadurch mit dazu beiträgt, maßgebende Stellen von Der Grundlosigkeit Des gegen uns gerichteten falschen Verdachtes zu überzeugen. Wir haben nichts zu verbergen! Jeder Beauftragte kann unsere Akten, Schriften, Bücher usw< ohne weiteres ernsehen! Presse-Echo Die oben wiedergegebene Erklärung des Centralvereins wurde bisher in folgenden Zeitungen, meistens im vollen Wortlaut, oder sinngemäß, teils mit, teils ohne Kon> mentar wiedergegeben: Allgemeiner Lokal-Anzeiger (Veuthen); Augsburger Postzeitung; Bayerischer Kurier (München); Berliner Börscn-Kuriec; Berliner Lokal- Anzeiger; Berliner Tageblatt; Berliner Morgenpost; Dernkastler Zeitung; Breslauer Zeitung; B. S. Eorrespoudenz Sochaczewski (Berlin)t Eontinentales Nachrichten - Büro (Berlin); Croffener Tageblatt; Der Deutsche (Berlin); Der Mittag (Düsseldorf); Deutsche Allgemeine Zeitung; Dortmunder Zeitung; Dresdner Anzeiger; Essener Allgemeine Zeitung; Eschweiler -Zeitung; Förster. Tageblatt; Frankfurter Zch;

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