Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 9 (2.3.1933)
- Date
- 1933-03-02
- Page
- Seite 71 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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73 sHuffeS. der sich besonders auch der Angestellten annchmen will, in Angriff genommen werden soll. In einer Entschließung gelobten die Delegierten einmütig der Leitung des E..V. für die unentwegte, unbeirrte und würdevolle Führung im Kampf um das Recht und die Erhaltung der wirtschaftlichen Existenz der deutschen Judenheit Treue und £<m£ Der Vorsitzende des Landesverbandes. Goldmann, tonnte am Schluß der Tagung mit stolzer Befriedigung feststellen, daß diese alle Teilnehmer in Opferwilligleit und KanrPsesmut gestärkt habe. Am Abend vor der Detegiertentagung fand eine Kundgebung unter Vorsitz von Rabbiner Dr. Kahlberg (Halle) statt. Syndikus Dr. Alfred Wiener (Berlin) und Dr. Felix ßolbmann (Leipzig) und Tr. Goldberg Mauen) sprachen über „Die neuen Probleme unserer T a q; e.* Der wohlgelungene Abend, an dem bereits Delegierte aus Anhalt. Thüringen und Freistaat Sachsen teilnahmen. wurde von Cellovorträgen des Kapellmeisters E ch ö n b a ch (Halle) und Gesangsdarbietungen des Opernsängers Kathammer umrahmt Eine Anzahl neuer Mitglieder traten dem E. D. bei # Im Laufe der letzten Wochen fand im Landesverband Mitteldeutschland eine rege Dersammlungstütigkeit statt So sprachen Artur Schweriner und Arthur Sandelowsky in Bernburg, Suhl. NordHausen, Magdeburg.Halle und Jena: Artur Schweriner in Meiningen, Leipzig und Zittau; Dr. Felix Goldmann, der Vorsitzende des Landesverbandes. in Zwickau und Plauen, Vizepräsident a. T. Weiß in Leipzig. In Jena und Bernburg hat sich die Mitgliederzahl des (L V. dank der rührigen Arbeit neugewühlter Vorsitzender in kürzester Zeit verdoppelt. MuMMTLZ LÄ Mm Am 25. Februar fand in Fischach bei Augsburg auf Einladung der dortigen Ortsgruppe des E_ B. eine offen Versammlung statt, zu der die gesamte Eimvohnerschas: ein gelegen war. Es waren über 100 Personen erschienen, von denen etwa dis Hälfte Nichtjuden waren. Unter den Erschienenen war auch der Bürgermeister des OrteS. Der Orl-pfarrer hatte sich entschuldigt, well am gleichen Abend auch eine Versammlung des katholischen Burschen- Vereins, die er leiten mußte, ftattfand. Ter Syndikus des Landesverbandes Bayern, Dr. Werner Gähn mann. sprach über „Die Juden in der deutsck-en Politik". Er behandelte .alle wichtigen Fragen, wie die Geschichte der Juden in Deutschland, die Nolle der Juden im Wirtschaftsleben und im Staat sowie die Nassenfrage. Die AgiratwnSweise des „StürmerE brandmarkte er und wies darauf hin. daß sckpn allein die verzerrten Liarikatürm jüdischer Menschen. die auf den bekannten?lbbildungen des „Stürmer* zu sehen sind, den Schluß nahelegen, daß auch der Text entsprechend verzerrt sein müsse. Eine Aussprack>e farD nicht statt, aber aus Einzelgesprachen zeigte sich die beste Wirkung des Vortrags. In Bsyem Die am 4./5. Februar in Nürnberg abpchaltLne Tagung des Gaues Bayern der Deutsch-jüdischen Jugend (D. I. I.) zeigte ein überaus erfreuliches Bild. Nachdem auf der Gauleitersitzung am Sonnabend, 8. Februar, die organisatorischen Fragen, wie Mitarbeit im Neichsjugendausschuß des C. V., Beteiligung an einem eventuell zu gründenden Landesiugendausschuß Bayern, das Verhältnis zu benachbarten Verdünnen usw. geklärt worden waren, sprach am Sonntag, S. Februar, vor¬ Es ist ein alles Work vom Wandel des Geschehens. daß „sich ein Kd) {3 der Welt beweg!", ein Auf und Rieder, ein Oben und Luten des Geschehens. Des Leben des Menschen erfährt es und das Leben der Völker und ihrer Gr- 8 stalken. Wer gewonnen hakte, verliert; und wem genommen war, dem wird wieder gegeben. Aber eines ist im Gange der Tage aufgerichtek worden, daß es der große Widerspruch sei gegen den Wandel, daß es im Wechsel der Lose das Beständige sei: dasRechl. Das ist der Lina und das Wesen des Rechts, daß es bestehk, daß es nichl an ein Rad der Ereignisse geflochten fei, daß es dastehe, fest und unabhängig von dem, was einkrikt und was forkziehk. Geschicke kommen und Geschicke gehen, aber das Rechk bleibt. Wenn es nicht bleibt, ist es kein Recht. Zn aller Dasein wechseln Erwarkung und Sorge, Enttäuschung und Zuversicht. Der Tag bringt sein Helles und bringt fein Trübes» und in der Seels des Menschen wird es licht oder wird es dunkel. Was einkehren wird, ob Leide olles, ob Arohes, das ist feinen Blicken verschlossen. Aber eines kaW er wissen und soll er wissen: er soll dessen bewußt fein, wie er sein soll zu frdrr Stunde, die da nahen mag. Was feine Pflicht ist» das steht deutlich cos ihm. Das ist als das Klare, als das Bestimmte immer vor ihn hinge'lellt,! als dis Gewißheit feines Lebens im Wandel des Empfindens. HoffnungM jj gehen und Hoffnungen kommen, aber die Pflicht bleibt, und in ihr bleibt Le? - Mensch. „Fürchte Gott und wahre seine Gebote. Las ist der ganze Mensch!" Rabbiner Dr. Leo Beeck. mittags, in einer Kundgebung der Fugend, die von annähernd 100 Mitgliedern und Vertretern aus Nürnberg. Fürth, Bamberg, Ansbach. Erlangen, Günzenhausen, Neu mar kt, Augsburg besucht war, das Mitglied des Neichsjugendausschufses Heinz Cohn (Berlin) über ^Lage und Aussichten des deutschen Judentums*. Am Nachmittag fand dann im Kreise der Führer eine allgemeine Aussprache über jüdische Bildungsarbeit, kulturelle Unterstützung der Klein gemeinden und einige allgemeine Fragen der C. D.-Arbeit statt, auf der nach einer angeregten ernsten Aussprache beschlossen wurde, die deutschjüdischr Arbeit auch in den Kkeingememden in erhöhtem Maße in Angriff zu nehmen. Ein durchaus gelungener und harmonischer, geselliger ljöachmittag beschloß die Tagung. Alle Teilnehmer und Organisatoren gaben ihr Bestes, selbst dis Jüngsten im C. D. ließen es sich nicht nehmen, in diszipliniertem Eprechchor der Tagung den besten Verlauf zu wünschen. AsDsei Nicht nur die Vorsitzenden und Vorstandsmitglieder der Ortsgruppe:?, sondern jedes einzelne Mitglied des Central-Vsreins hat die Pflicht, gerads in dieser Zeit unausgesetzt um die Werbung neuer Mitglieder bemüh!! zu sein. Je starker und geschlossener unsere Reihen sind, desto nachhaltiger unsere Widerstandskraft. $1 ff o werbt überall neue Mit« gliedert Durch dis Nöte der Zeit ist der Wille zahlreicher deutscher Juden, für die Gleichberechtigung zu kämpfen, in den letzten Wochen ungewöhnlich erstarkt. Teils freiwillig, teils durch Werbemaßnahmen von Landesverbänden und Ortsgruppen sind dem Central-Verein jetzt Hunderte neuer Mitglieder beigetreten. So meldet der Landesverband Hessen- Nafsau und Hessen einen Zugang von 160 neuen Mitgliedern seit dem 1. Februar 1933. Der Landesverband Norddeutschland meldet für die Stadt Hamburg 41 Veitritte. Aus anderen Landesverbänden liegen ähnliche Meldungen vsr» Dis Negierung hat erklärt, daß W für ungestörten Ablauf der Wahlhandlung am Sonntag sorgen werde. Jeder deutsche Staatsbürger ist also nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, zu wählen. Wir wisien, daß hier und da versucht wird — bisweilen sogar unter dem Vorwände, man meine es gut mit ihnen — auch unsere Freunds von der Ausübung ihres Wahlrechts zurückzuhalten. Laßt Euch nicht einfchuchksra, laßt Euch nicht einreden, es käme nicht auf Eure Stimme an. Gleichgültig, welcher Partei Ihr enZehorh es ist wichtig, daß Ihr Eure staakspolitische Gesinnung durch , die Wahl zum Ausdruck bringt, es- LJ ist deutsche Pflicht ZA