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Central-Verein-Zeitung · 1933-02-23 · 8 (23.2.1933) · p. Seite 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
8 (23.2.1933)
Date
1933-02-23
Page
Seite 60 (sequence 4)
Language
German
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Am Areikag abend, den 10. Februar 1933. wurde die S!aLl Neunkirchen (Saar) von einem schweren Explosions- Unglück heimgesuchi. Einer der größten Gasometer Deutschlands ist in die Lust geflogen. Zu der schlimmen Arbeitslosigkeit kam der Tod vieler Ernährer, kamen die schweren Derlelzungen von Hunderten. An 700 Menschen find obdachlos geworden und haben ihr ganzes Hab und Gut verloren. Der Sachschaden ist bis heute noch nicht sesizusiellen. Synagogengemeinde Neunkirchen und Jüdischer Frauenverein bitten um Geldspenden für Nothilfe Neunkirchen (Saar) auf das Postscheckkonto der StadkifchenSparkaffeNeunkirchen (Saar. Köln Nr. 17070), oder Reichsbank-Girokonko. Außer Geldspenden werden auch sämtliche Sachgegen stände angenommen. Sie find zu senden an: Nothilfe Neunkirchen (Saar) per Adresse Prediger A. Levy, Neunkirchen (Saar), Langenstrichskraße 4. der Görlitzer Ortsgruppe, sprach in einer 65t» l.i tze r M i lg li c-derv er sammlung über: „Probleme des deutschen Judentums". Ein weiierer Dortrag findet in den nächsten Tagen in L i e g - nitz statt, und am 27. Februar spricht Rechtsanwalt Tr. Gyck (Berlin), Mitglied des Hauplvorftandes, irr einer: Breslauer Mitglicderversarnmlung über das Thema: -.Die deutschen Wahlen und unser Schicksals Vorträge in Beden Im Anschluß an die Tagung des Landesverbandes Baden des Centralvereins, die, wie wir berichteten, am 3. Februar in Karlsruhe stattsand, hielten der Syndikus des C. B., Tr. Alfred Wiener (Berlin), und das Mitglied des Hauptvorstandes A. Sandelowsky (Norgehnen, Ostpreußen), teilweise unterstützt von dem Landesverbandsvorsitzenden, Rechtsanwalt Hugo Stein (Karlsruhe), in einer Reihe von badischen Städten Vorträge über das Thema: „Tie politische Lage und wir deutschen Juden/ Die außerordentlich stark besuchten Gemeindeversammlungen in Heidelberg, Bruchsal, Karlsruhe. Pforzheim und Mannheim zeigten nicht nur das große Interesse für die Sache des C. V., sondern auch die freudige Bereitschaft zu tätiger Mitarbeit. Zugenderdeir des C. V. in Breslau Ter Zusammenschluß junger C. V. er in Breslau, der jüngst erfolgte, umfaßt konservative und liberale Juden, kaufmännische Angestellte (in besonders hohem Prozentsatz sogar), Schüler, Studenten und Jungakademiker. Etwa 40 junge Brenschen arbeiten regelmäßig mit: im ganzen stehen etwa 100 der Arbeit nahe. Ohne größere Borbereitungen rvar man einfach „da". Junge Menschen wurden persönlich zur Mitarbeit aufgefordcrt. Schon ntit der zweiten Zusammenkunft begannt ein S ch u l u n g s k u r s „Zur gegenwärtigen Lage des deutschen Judentums", der das Ziel hat, die notwendige Grundlegung des Wissens um das Judentum zu geben, die gerade für' den Kampf des jungen Juden notwendig ist. Vierzehntägig wurden Kurzreferate gehalten, meist von Brenschen aus dem Kreis der Gruppe, denen sich eine vom Referat angeregte Anssprache über einzelne Fragen anschloß. (Themen, z. B. „Politik und Parteien", Referent Assessor Tr. Günter Kuznitzky, „Juden in der deutschen Wirtschaft" von Referendar Haus Zorek, „Jüdische Literatur in ihrer Bedeutung für die Gegenwart" von Lehrer Wolst Davidso h n.) Daneben ging Werbe arbeit in den Betrieben. Jüdische Angestellte der größeren Be- -triebe sollen in Betriebszellen zusammengefaßt werden. Besondere Schulungskurse sind für sie vorgesehen ebenso wie für Studenten und Schüler. Allgemeine Fragen und alles Theoretische sollen in den großen 14 tägigen Beranstaltungen von allen gemeinsam besprochen werden. Ein erster geselliger Abend kurz vor Chanukka war von 90 Menschen besucht. Außer weiterem Ausbau der Arbeit in den Betrieben sind für die zweite Hälfte des Winters weitere Referate im Rahmen eines Schulung» kurses geplant. Nach der bisherigen Arbeit darf man beruhigt weitere Erfolge erhoffen. Tie soziologischen Veränderungen im deutschen Judentum müfien Richtlinien iür unsere Ideologie und praktische Arbeit sein. Rur das Judentum hat eine Zukunft, in dem jeder an seinem Platze wirken kann, der Proletarier genau so wie der Bürger, dev Angestellte wie der Unternehmer. Ein solches Bewußtsein tiefster Zusammengehörigkeit und wahrer Gemeinschaft ist die Grundlage aller Erhalttmg und Weiterentwicklung des deutschen Judentums. Dr. Hermann M. Sänger (Breslau). „Änti-Anti" Jede Neuauflage des „Anti-Anti" wirb! für das kleine Werk selbst, für den Gedanken der Aufklärung und die systematische Turchjührung der wichtigen Aufklärungsarbeit durch den Centralvereiu. Um so mehr dann, wenn die öffentliche Meinung, die Presse jeder Art und Richtung ein wesentliches Aufklärungsmittel wie den „Anti-Anti" als brauchbares Werkzeug zur Unterrichtung über die deutschen Juden und das Judentum im allgemeinen würdigt. Fand schon im Sommer 1932 die völlig neugestaltete 6. Auflage des „Anti-Anti" viel Beifall und Anerkennung, so gilt das zumindest in demselben Maße für die 7. Auflage. Tages- Zeitungen, Zeitschriftenpresse und jüdische Gemeindeblätter haben in den meisten Füllen nicht nur vom „Anti-Anti" Notiz genommen, sondern mehr oder weniger ausführliche Besprechungen gebracht. Gerade die sogenannte Generalanzeiger- und Kreisblattpresie ist es wieder gewesen? die ihre Leser über die Sachlichkeit des Inhalts und den übersichtlichen Am'bau des „Anti-Anti" unterrichtete: Blätter aus Anhalt und Pommern, aus Westfalen und Schlesien, aus Hessen, Württemberg und Bayern, aus Schleswig-Holstein, ja sogar deutsche Zeitungen im Ausland, darunter auch zahlreiche, die schon die 6. Auslage des „Anti-Anti" eingehend rezensiert hatten. Bemerkenswert ist die Besprechung in dem stark rechts gerichteten, vornehmlich in den Kreisen der Pastoren, Lehrer, höheren Beamten und Landwirte verbreiteten „Reichsboten" (Berlin), der den „Anti-Anti" zusammen mit Fritschs „Handbuch der Judenfrage" kritisiert. Ter „Reichsbote" heißt, seiner politischen Gesinnung gemäß, unser Dlärterlerikon keineswegs in allen Teilen gut, kann aber dennoch nicht verkennen, daß es „sachliche Bereicherung spendet". Hinzugekommen sind diesmal erfreulicherweise namhafte Zeitschriften, Organe der verschiedenstem politischen Vereinigungen und weltanschaulichen Gruppen, wie z. B. die „Kommunalpolitischen Blätter" (Köln), der „Deutsche Offiziersbund" (Berlin), die „Gewerkschastszeitung" (Berlin), „Ter Behördenangestellte" (Berlin), die „Deutsche Republik" (Frankfurt a. M.), „Ter Beamten freund" (Berlin), der „Teutsche" (Berlin), und viele andere mehr. Selbstverständlich haben auch die jüdischen Gemeindeblätter und die Organe jüdischer Vereinigungen, wie z. B. „Der Li U U

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