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Central-Verein-Zeitung · 1933-02-23 · 8 (23.2.1933) · p. Seite 59

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
8 (23.2.1933)
Date
1933-02-23
Page
Seite 59 (sequence 3)
Language
German
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m VlZsMWSCÄßHZN ÜUKÜllÜö# Eins besondere Tonark der nakronalsozralislischen Agikakion gs£tn die derüschen Juden ist an dieser Stelle wiederholt fesigeslellt worden: der niemals begründete vnd niemals auch nur mit dem Scheins des Beweises versehene Versuch, die deutschen Juden in einen ursächlichen oder mittelbaren Zusammenhang mit Blut- und Terrorakten zu bringen» die von Kreisen der radikalen deutschen Linken ausgehrn sollen. Wir haben feit dem ersten Aufkcmchen dieser Behauptungen ihren verleumderischen Inhalt festgestellt und verlangt, daß man Tatsachen anführe. Aichks derartiges ist jemals versucht worden. Wir können aber Dutzende von Sahen aus Veröffentlichungen der „<£. D.-Zeikung" aufführen, in denen wir die Austragung politischer Segensätze auf gewaltsame und blutige Weise auf das schärfste verdammt und erklärt haben, datz wir den Mord als Mittel politischen Kampfes entrüstet ablehnen. Trotzdem horten die Verleumdungen nicht auf. Sie verschärfen sich in den letzten Tagen derart, datz die VerankwortungderVerantwortlichenvor aller Oesfenllichkeik fesigesiellk werden mutz. Wieder wird in Versammlungen ausgesprochen, daß, wenn Hitler oder anderen nakionalsozialiskischen Führern «ein haar gekrümmt" würde, die „Juden an die Laternenpfähle gehängt" werden. Der Cenkratverein erhält Zuschriften wie die oben faksimilierte. Wir sind weit entsernk» derartige Drohbriefe an sich ernst zu nehmen. Sie sind jedoch unverkennbar Ausdruck einer Stimmung, die durch dis planmäßige. Herstellung einer Gedankenverbindung von politischem Mord und Judentum in zahllosen Köpfen erzeugt worden ist. In ruhigeren Zeiten könnte man über solche Ausbruche als rein demagogische Entgleisungen hinweggehrn. Dazu aber ist die Zeit zu ernst. Wollen die Verantwortlichen ihre Verantwortung anerkennen? Dann müssen sie dieser Hetze zur Gewalt ein Ende bereiten! . 15.11.33. Central Verein Deutsche? Staatsbürger Jüd.Gl. Berlin ff.15« Einsers tr.42» Wir warnen alle Juden! Wenn einem der Führer der nationalen Reglerung auch nur ein Haar gekrürrct werden sollte,wird das unser Signal zum allgemeinen Massemord aller Juden sein,der erst dann sein Ende finden soll,wenn alle Juden getötet sein werden. Der Femeausschuss der Judenjäger Europas i sl/ürj* ü'vissU Ausserordentliche DefeEiertenfagung im Landesverband Rheinland-Uest* falen des C.V. Am Sonntag, 19. Februar, hat der Landesverband Rheinland-Westfalen des C. D. die Delegierten aus allen seinen Ortsgruppen zu einer Aussprache über die Aufgaben des E. B. in der gegenwärtigen Zeit zusammengerufen. 150 Delegierte aus allen Teilen Rheinland-Westfalens waren dem Rufe gefolgt und bekundeten so ihr Interesse an der gerneinsamen Abwehrarbeit. Der Vorsitzende^ des Landesverbandes, Tr. Krombach (Epen), begrüßte die Erschienenen und gab nach kurzen einleitenden Morten dem Ehrenvorsitzenden dcs^ Landesverbandes, Tr. Ernst Herzfeld (Epen), das Wort zu seinen Ausführungen über „Reue Negierung, Reichstagswahlen und unsere Aufgaben". Ter Referent gab in großangelegter Linienführung einen Ilcberblick über die Entwicklungstendenzen, die das deutsche politische Schicksal seit dem Sturz der Regierung Brüning bestimmt haben. Rach wechselvollem Miderspiel der politischen Kräfte hat sich am 30. Januar eine Kombination von Gruppen zuscmnnengesimden, die sich noch vor kurzem lebhaft befehdeten und deren wirtschaftliche Zielsetzungen so stark voneinander abweichen, daß eine Tauergemeinschaft fraglich erscheinen muß. Wenn man auch nicht be> Zweifeln sollte, daß auch diese Regierung, die sich wesentlich auf eine unter antisemitischer Losung groß gewordene Bewegung stützt, keine Angriffe auf die verfassungsmäßigen Rechte der jüdischen Deutschen unternehmen wird, so kann doch nicht geleugnet werden, daß uns der Auftrieb judenseindlicher Gruppen vor ernste und schwere Aufgaben stellt. Mehr denn je wird der Nechtskampf zu einer zentralen Aufgabe jüdischen Äbwehrwillens werden. Mit Ruhe und Entschlossenheit werden wir uns gegen jeden Entrechtungsversuch, auf welchem Gebiete auch .fermer, zur Wehr setzen. Unsere Aufgabe ist. den harten und beschwerlichen Weg der Pflicht zu bcschreiten. An die mit Begeisterung aufgenommenen Worte Tr. Herzfelds schloß sich eine angeregte Aussprache. An ihr beteiligten sich: Tr. Michaelis (Hamm), B r ü ck (Wuppertal;, Tr. Krombach (Epen). Frau Wolfs (Dinslaken), Leo Gompertz (Gelsenkirchen), Tr. Plaut (Even), Lehrer Tannenberg (Wesel». Tr. David (Hagen), Tr. N e u h a u s (Mülheim). Tr. Feist (Wuppertal), Emil R o m b e r g (Epen), Konrektor E. Coldfchmidt (Dortmund). Weinberg (Emmerich). Steinberg (Even), Tr. Strauß (Dortmund). Tie Redner brachten mancherlei Einzelfälle zur Sprache und förderten durch vielfache Hinweise wid praktische Vorschläge die Arbeit des Landesverbandes. Bei aller Verschiedenheit der Würdiaimg der gegenwärtigen politischen und geistigen Lage herrschte in einem seltene Einmütigkeit: Durch nichts kann der Wille des deutschen Judentums, mit allen gesetzlichen Mitteln für Wahrung seiner Rechte einzutreten, gebrochen werden, erwartet wird, wie es ein Aussfracheredncr treffend ausdrückte: Würde und Geschlossenheit. 3usiizrat Brodniiz im Rheinland Am Dienstagdem 14. Februar, sprachen der Beruhende des Centralvereins. Iustizrat Tr. Brodnitz, und das Mitglied des Hauptvorstandes A. S a n d e l o w s k y in einer Gemeindeversammlung in Krefeld über das Thema: „Tie Zukunft der deutschen Juden." Tie Versammlung war überfüllt, so daß eine Reihe der Eingeladenen leinen Platz mehr finden konnte. Ileberaus eindrucksvoll und hinreißend zeichneten die beiden Redner ein Bild der heutigen Lage der deutschen Juden. Sie wiesen vor allem darauf hin, daß auch nicht der geringste Grund bestehe, von den Grundprinzipien unseres Vereins abzmveichen. Tie tiefe innere Verbundenheit^ mit dem Deutschtum und dem Judentum müpe uns über alles Schwere hrnweghelfen.- Beiden Rednern wurde mit stürmischem Beifall gedankt. Ihre Ansführun«n hinterließen einen überaus nachhaltigen Eindruck, und sie haben ganz zweifellos dazu beigetragen, eine gewine Verbitterung und eine Mutlosigkeit, dis bei den heutigen Verhältnissen Platz greifen wollte, zu überwinden. * __ Justizrat Tr. Brodnitz und Artur '« a n« delowiky sprachen am folgenden Tage in einer Gemeindeversammlung in Aachen. Auch dieie bot ein selbst bei der Rührigkeit der Ortsgruppe Aachen ungewohntes Bild. ' Ter große Saal konnte die Erschienenen kaum fasten. Dankbar wurden hier die Redner begrüßt, die über die Gesamtlage berichteten, den Ernst der Situation schilderen, aber vor unjüdischem Pessimismus warnten. Tie Juden werden nicht untergehen und werden auch in dieser schrecklichen Zeit bestehen, wenn sie bleiben, was sie sind: deutsche Juden. An die Versammlung in Aachen schloß sich eine Aussprache in kleinerem Kreise, die bis tief in die Nacht dauerte. Landesverband Niederschlesien In den letzten Wochen fand im Landesverband Niederschlesien des G. V. eine erhöhte Versammlungstütigkeit statt. Es sprachen: Nabbmer Tr. V o g e l st e r n in Görlitz über: „Probleme der jüdischen Jugend", Seminardozent Dr. Lewkowitz in Oels über: „Judenb.rm und Sozialismus" und in Hirschberg über: „Die Weltanschauung Spinozas", Rechtsanwalt Tr. A p t in Haynau und Waldenburg über: „Ter Weg zum 6. März", Assessor Tr. K uzn itzky in San* deshut über: „Juden als Bühnengestalten", Syndikus Tr. Fraenkel in Strehlen, Militsch, Schweidnitz und G l a tz über: „Gegenwartsfragen des deutschen Judentums", Rechtsanwalt Dr. K a r g e r der Vorsitzende Gross-Berliner Kundgebungen Seite 61

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