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Central-Verein-Zeitung · 1933-01-19 · 3 (19.1.1933) · p. Seite 19

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
3 (19.1.1933)
Date
1933-01-19
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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// chmS" fagsn ö:r Segnse von ösr C. V.-Mbsrt Wenn auch der Aufsatz „Das Lut der G. D.?", der in Nr. 53 der „E. B.-Zcitung" vorn. 30. Dezember v. I. erschien, nur einen Kurzbericht über unsere Arbeit im vergangenen Jahr darstellte, so hat er Lennech seine Wirkung gehabt. Zahlreiche Anfragen lichen bei der HauptgesäMsstelle des C. D. ein, und vielfach wurde um Üebersendung der einen oder anderen Broschüre, die in der umfassenden Uebersicht erwähnt war, gebeten. Selbst in der Presse hat unser Arbeitsbericht ein gutes Echo gefunden. Besonders da. wo wir einen Widerhall in lobenden Tönen nicht erwartet hatten. Ter „Westdeutsche Beobachter", das Kölner Organ der Nationalsozialisten, widmet nämlich in seiner Nummer 10 vom 12. Januar dem Artikel „Was tut der C. 33.?" vier volle Feuilletonspalten. „Es lohn! sich sehr, der Tätigkeit de- E. D. etwas mehr ArstnerksamkLi! zuzuwenden, als dies gcwölmlrch gesasic-/. Ilngkaud'.ich zäh und mit den entsprechenden reichen Mitteln ausgestallct, ist der E. B. imstande. Ne deutsche nichsiüdifcbe Intelligenz unaufbörlich auf^ geschickteste Weile in seinem Sinne zu bcc:n?!uven. indem er alle Kreise und Anstalten, die ihm für feine Zwecke besonders wertvoll erscheinen, mit Tenkschrislen, Broschüren, Eingaben. Flugblättern, monataus, vwnalein bombardiert/ So beginnt der Aussatz: dann folgt eine „Brandmarkung" unserer Aufklärungsarbeit, die richtig als die Haupttätigkeit des Eentralvereins dargestellt wird. Die Haupttätigkeit des <T« V. besieht neben dieser „ausklärenden" Arbeit in der „Beobachtung" der gegnerischen Presse und der gegnerischen Organisationen, insbesondere also der Presse der N^DAP. und der Töiigkeit der nationalsozialistischen deutschen Freiheitsbewegung. Wo immer ein nationalsozialistisches oder überhaupt jadengegnerisches Blatt etwas schreibt, was den Anlatz za einer Berichtigung gibt, da wird prvrnpx diese Berichtigung gefordert. Glaubt man gar die Handbabe zu einer einstweiligen Verfügung zu besitzen, so sind die unermüdlichen und vie'gewandten Rechtsanwälte des C. B. sofort dabei, sie zu erwirken. Tttrf jede Art und Weise sucht man den Gegner zu beunruhigen und taktisch in den Nachteil zu bringen und wo das gelingt, da hat man im negativen Sinne die gewünschte „Ausrlärimgöarbcit" geleistet, d. h. die dummen deutschen Nichtjudcn davon überzeugt, in welch schamloser Weise sich die NSDAP, am Judentum vergeht. Ter Bericht des G. B. erwähn: besonderdie Schriften und Materialien, die bei der besagten'Aufklärung der Nichtjuden gute Dienste geleistet haben. So beispielsweise die „Mo n a t s a u s g a b e der G. B.-Z eitun 8*, die „nur für christliche Empfänger, für Lehrer, Geistliche, Richter, Bibliotheken, politische und kulturpolitische Organisationen und viele andere Einzelpcrsönlichkcitcn und Körperschaften bestimmt" ist. Sodann die Den'schrisi ..Friedhofsschänd ungen in D e n I t cf) t c n t>", die zwei Neuauflagen erlebte. Al? besonders geeignet wird ferner „die kleine, reck: volkstümlich gehaltene mit sinnfälligen Illustrationen ausgc stattete* Broschüre „W ir deutschen Juden 321 bis 1932" genannt. Sie fand nach dem Bericht des G. D. M a s s e n Verbreitung: die Landesverbände und Ortsgruppen des C. D. „benutzen jede Celegenheit, das wirkungsvolle Heft zu verbreiten". Der .LLestdeulsche Beobachter* leistet uns mit diesen Bemerkungen einen guten Dienst, wenn er auch, was nicht zu verwundern ist, unsere Aufklärungsarbeit in da? Reich der .Zerdummung unserer nichtjüdischen Umwelt" verweist. Er bestärkt uns in unserer Auffassung, wenn er sich mit der Broschüre „Wir deutschen Juden* noch in folgender Weise beschäftigt: „Gerade diese Broschüre gibt ein ausgezeichnetes Beispiel für die sachlich unverschämt dumme, dabei aber psychologisch ganz ausgezeichnet eingestellte Propaganda des Eentralvereins. Sn gebt von dem Grundsatz aus. datz man dem. deutschen Nichtjuden rein alles bieten kann, wenn es nur mit der entsprechenden Selbstverständlichkeit vorgetragen ist. Es gab in vielen Städten Deutschlands kein einziges Haus, in das diese Broschüre nicht geworfen wurde, und bei der Harmlosigkeit der Deutschen kann man ermessen, welche Irreführung der unberatcncn deutschen Ocfserrtlichkeit sie demzufolge erzielt hat. In der Broschüre „Wir deutschen Juden 321 bis 1932" wird die Geschichte des deutschen Judentums über den Zeitraum von 1609 Jahren hinweg in projüdischer Weise dargestellt. Sodann werden einzelne uns Deutsche besonders interessierende Kapitel hcrausgegrisfcn und in ihnen gezeigt. wie segensreich die deutschen Juden für ihr „Vaterland" wirkten oder wie „leichtfertig" sie angegriffen werden/ So geht es spaltenlang weiter, und schließlich kommt die Mahnung an die eigenen Leser: „Wir können unseren Lesern nur dringend empfehlen, die Arbeit des Gentralvcrcins in feinen Ortsgruppen und Landcsvertündcn und vor allem in feinen Versuchen, die Presse offen oder indrrcN zu beeinflussen» mehr als bisher zu bt* 0baä}tctu Es lohnt sich. Nur wer diesen gefährlichen Gegner. der der „deutsche" Gentralverein mit seiner Diedermannsmasle ist, gründlich studiert * Hai. und auf Schritt und Tritt verfolgt, kann ihm auch wirksam entgegentreten/ lind das Fazit für uns? Lob oder Tadel? Wir verlangen von nationalsozialistischen Blattern kein Lob, aber der „Westdeutsche Beobachter", der tadeln und lächerlich machen wollte, hat die umgekehrte Wirkung erreicht. Er attestiert dem Gentralverein eine .psychologisch ganz ausgezeichnet eingestellte Propaganda" — sein Aussatz beweist solch psychologisches Verständnis nicht. gelockert haben, aber der lebendige Strom der kulturellen und wirtschaftlichen Wirklichkeit ist nicht unterbrochen und kann gar nicht unterbrochen werden. Geschichtliche Entwicklung ist niemals rückläufig: historische Wirklichkeit ist eigengesetzlichen Wandlungen unterworfen und wandelt sich nicht nach Absichten, die ihrem Wesen widersprechen. Vor allein aber wandelt sie sich nicht gemäß Theorien, die zwar einen großen aktuellen Marktwert haben, deren Grundbegriffe uns jedoch keineswegs mit den Tatbeständen der Wirklichkeit übereinzustimmen scheinen, und die im Grunde nur höchst angreifbare, parteiisch gesehene Deutung dieser Wirklichkeit sind. Zu solchen Theorien gehört auch die vom überwundenen Liberalismus. Es ist hier nicht der Ort. den Sachverhalt in dieser Frage ausführlich darznstellen, aber so viel sei auch hier gesagt, daß es keine Ueberwindung von Ideen gibt, wie die der Gleichheit und Freiheit des Menschen, es sei denn, man verleugnet den Grundbestand alles Menschentums. Aber freilich wissen wir, daß eine solche Ueberzengung auszusprechen für den Kreis derer mn Stapel in den Wind gesprochen ist. Es ist nicht zum wenigsten Schuld dieses Kreises, wenn man es in Deutschland kaum mehr wagen kann, vom Menschentum zu sprechen. Das ist erschütternd genug, aber geradezu unsaßtich ist es. daß man es nun auch einem Iuden gegenüber nicht soll tun dürfen, der noch dazu angeblich das Judentum will. Keine noch so kluge Analyse der Emanzipation täuscht darüber hinweg, daß die auch heute allein tragfähigen Grundlagen der jüdischen Existenz aufgehalten nverden würden, wenn das Judentum die Idee des Menschentums verleugnet. Wobei wir nur anmerken wollen, daß die Karbachsche Analyse uns schon im Ansätze sehlzugehen scheint, weil, soweit wir Tatbestand und Begriff der Emanzipation kennen, niemals der Untergang des Judentums gemeint war, sondern alle Ajsimilation den Sinn hatte, den Zusammen best and von Judentum und Umwelt zu ermöglichen und im schöpferischen Sinne zu gewährleisten. Aber geradezu frevelhaft ist die Behauptung, das Judentum habe den Prozeß seiner „Entmachtung" „überraschend glatt" hingenommen und „nur akademisch" bekämpft. Weiß der Jude Karbach nichts von der Größe der Opfer, die das Judentum für seinen Bestand feit der Emanzipation gebracht Hai, wirklich nichts von der Leidenschaftlichkeit, mit der der Kamps gegen den Antisemitismus seit Jahrzehnten geführt wird? Weiß er nichts von der Organisation dieses Kampfes durch den Gentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, dem die überwiegende Mehrheit der deutschen Inden folgt? Er weiß es; aber er will es nicht wißen. Was er sieht, ist allein der „schwache und engbegrenzte Einfluß der einander bckämpfenden Organisationen", deren ..politisches Konzept auf dlch widersinnigen Voraussetzung" beruhe, .chie Atmosphäre und die Lcbensbedingnngen des liberalen Staates durch alle Veränderungen hindurch einseitig" zu erhalten. Erst dieses letzte Zitat enthüllt die Absicht, in der die Nebernnhme der Verantwortung rn Sachen des Judentum? durch den Staat tm Sinne Karbachs wirklich geschehen soll. Nichts wäre dagegen einzuwenden, wenn die Forderung erhoben würde, daß auch der Staat endlich dafür Sorge tragen müßte, den Antisemitismus und namenklich seine exzessive Form, zu überwinden; es ist unsere alte Forderung unk es genügt in der Tat nicht, wenn wir Juden allein unsere Stimme gegen die antifcmitischc Hetze erheben. Aber das ist ja nicht gemeint. Sondern die Absicht ist die, daß der Staat /I ECinderfaaut ist © sirapul n di ich! Bedenken Sie, daß hartes Wasser der zarten Haut des Kindes schadet! Sorgsame Mütter geben dem Wasch- und Badewasser eine Kleinigkeit KAiSEÜ-BORÄX zu. Tun Sie es auch! Aber KAISER¬ BORAX muß es sein In der beka nten Originalpackung. Heinrich Mack Nachf., Ulm a. D.

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