Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 1 (5.1.1933)
- Date
- 1933-01-05
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Gr@si-BarIirt!©Bafvli2,glI(S€!l^rS Per Beitrag für dos neu® Jcahr!§2 faBiig! Lasst euch nicht mahnen, sondern überweist eure Beiträge regelmässig, möglichst unaufgefordert. In dieser schweren Notzeit müssen wir unsere Unkosten auf das unumgänglich Notwendige beschränken. Unser Postscheckkonto is?: Berlin r-4r.115501 Centralverein deutscherStaatsbürger jüdischenGlaubens e.V. Landesverband Gross-Berlin, Berlin W15, Emser Strasse 42. Entwicklung dom einzelnen für feine, -micksals g c st a l t u n g üdcrbnupt noch lnne. anszuiülloi, sei. In der -chnssurig des geistiggedanklichen „ideologischen' Ucderdaus iur jüdische Menschen, die sich in iliren neuen Klagen vereinsamt und richtungslosuhlen, saht er seine Forderung an die Perdandsardeit zusammen. Zrvci halbe Tage sprach mau über Strauß Eppstein: Wirtschastsvptimiften und -pessimificn, Praktikrr und Ideologen, Akademiker und Kauslente. 6s gruben Menschen hin. die politische N u tznie ß e r non Verzwettelungsstimmnng und Fehlleitang?ein wollten, aber es waren wenige gegenüber den Nutzern. Immer wieder zeigte sich: Tie Tagung harre eine zu gesunde Atmosphäre, als daß sie künstliche Gewitter nicht sofort in Wetterleuchten ganz an der Peripherie der Auslprackw verwandelt Hütte.' Tie liest tfdj nicht als Agitation sobjclt überhitzter Agitatoren mißbrauchen, die mitunter den Eindruck erweckten, als ob sie sich im Versammlungslokal geirrt hätten. Tie schwere Problematik der „roten ÄsftmilaLLon"'wurde von der überwältigenden Mehrheit als jüdische Fragestellung und nicht als parteipolitische Verpflichtung erkannt und beantwortet. Dier Ärbeilsgemernschaften vertieften den .Etosf der Referate und der Tisknspon. lieber l u I Ln idle Arbeit (-R taeinei urJ) M a n nij e i m c r), pMliLische Arbeit (schwarzschild — He rzfe l d), wirtschaftliche und soziale Arbeit (Holzer —Israel), Führerbildnng sL o n d o n — Walter 51 r n n st). An nächtlicher Arbeit wurden die Ergebnisie der Verbaudsrichtlinien redigiert, die späterhin angenommen wurden. - Nach der sozialen Teile hin ist die Schaffung eines JugendhilssWerks vorgesehen, das unter Telbstbesteuernng der Derbandsmitglieder mit allen anderen zuständigen Organisationen Zusammenarbeiten wird. T.e politischen Richtlinien enthalten unter Wederholung der bestehenden Beschlüße über Eemeindearbeit, Reich-verband der deutschen Juden, Jewish Agency und Zusammenarbeit mit außerdenttchen jüdischen Iugendverbanden folgende Ttellunanabme: ,^ie haßerstüllte Judenfeindschast, die Leben und Gut der deutschen Iudenheit bedroht, macht die Mitarbeit jüdischer Jugend am Abwehrkampf zur unabweisbaren Pflicht. Ties- Abwehrarbeit kann nur mit politischen Mitteln und nicht isolier t geführr worden. Ausgabe der jüdischen Jugend ist es, der organisierten 1 ü dijche n, g e ist igen und politischen Abwehrarbeit durch ihre Mitwirkung verftartfte Ttostkraft in einer Richtung zu geben, die der politischen Bedeutung des Gegners an- Hernesion ist und den Trotz und die Würde des Jüdischen Menschen betont." Tw Erörterungen in der politischen Arbeit?, gememschast, d:e dieser Richttinie vorausginaen batten unseren Centralrerein in den Mittelpunkt gerückt. Er ist uneingeschränkt und a l l e i n i g als Träger der politisäzen Arbeit bezeichnet und anerkannt worden, nachdem die bekannten Fragen von Abwehr und Gemeinde und auch die M e t h o d i k 2 n d c r e r Organisationen teilweise sehr leidenschaftlich behandelt worden sind. Es darf gesagt werden. dast hier ebenso sehr die Ergebnisse der politt'chen Leistungen des E. V. vorliegen wie -einer stetigen I u g e n d p o I i t i f, die trotz mancher Wünsche und Widerstände die Basis der Beschlüße^ er E. V.-Harptversammlung von 1921 nie verladen hat, wonach die Gründ n n g eige i! c r E. V. - Iugeudgruppen u n r als vereinzelte N otlös nn a, die ZnsinnmenarbeiL mit dem Neutralen Verband die Regel sein soll. Ter Frankfurter Besckilust wird das Hinüber und Herüber vom C. V. zum Verband und vom Verband zum C. V. noch stark erleichtern und eine Zusammenarbeit fördern, die ni cht nur um der Orga n i s a t i o n e n, wuchern mn des deutschen Iudenu-ms willen gesch:cbr. Gerade weil der Verband in den Mitteluud 4ckelugemeinden eine so außerordentlich bedeutungsvolle jüdische Arbeit zu verrichten hat, ist es wichtig, dast organisatorische Auseinander- Junge C.V.er im Winterlager Jugend des Centralvereins. Landesverband ErvHBorlm. traf sich am 25. und '26. Tezember mit der jüdischen Jugend der Oderbruch-Ortfchasten in »Freienwalde a. d. O. Ter Zweck dieses Trrächns war für die Berliner Teilnehmer ein Vcrrrautnrachen mit den Problemen der jüdischen Jugend der kleinen Gemeinden, für die Teilnehmer ans Freienwalde. Eberswalde und Wriezen Belebung und Festigung ihrer Arbeit. Je? einer Führerbesprechung, eiiwr G^'neinschastsveranftalLung und einer grosten Kundgebimg, an der sämtliche Mitglieder der jüdischen Gemeinden des OderbruaM teilnahmen, wurden vor allen; die Fragen der Bernfsansbildwig und -Umschichtung der deutschen Inden erörrert. In diesen Aussprachen wurde die große seelische Not der Kteinstadtjuden fühlbar. Aber sie hemmte die Arbeit nicht. An dem Zusammensein mit Freunden aus der Großstadt und durch die Gewißheit der inneren Veimuuoenheir mit ihnen löste sich der seelische Bruch, und die Trimmung des Tages stmd ihren Ausdruck in einem festen Bekenntnis zum deutschen Volke, zur deutschen Kultur. zur deutschen Gemeinscha^ Tein auf diese Tage fallenden Chanukka-Fest war eine Weihestunde am Abend des 25. Tezemb-r gewidmet. Ausflüge, Tpiele und TingestmTen, wie sie auf einer Iugendtagung üblich sind, rundeten' das Bild und brachten die einzelnen Teilnehmergruppen auch persönlich einander nahe. Veranstalter der Tagung waren die C. V. - Iugendgemeins chaft Groß- Berlin und der h e l f e r k r e i s des E.B.- Heims Fc agazin st raste. Tstmtliche vier Zeitungen des Oderbruchs, die „ Ode r - Zei tun g " . die V o l k swach t ch das £ h e t b a t n i ni e r ßreis&latt* kFrettnwalder Zeitung) und der „Märkische T t a d t - und L a n d b o t e " berichteten über das C. D.-Iugevckstressen in Treienwalde. LkuNnM-MUMM \m Ci, nördlichen und östlichen Ortsgruppen des Lemdesverbandes Groß-Berlin: Norden, N o r d o ft e n, Osten. Zentrum, Weißen fee und Pankow veranstalteten unter dem Motto: „Chanukka-Feierstunde in kampftrsüllter Zeit" am 12. Tezember im „Letzrervereinshaus" eine überfüllte Ktlndsetzungen grundsätzlich nicht mehr einzutreten brauchen. Gewiß besteht nach wir vor ein Unterschied zwnschen der Verbandsideologie und der des C. V., und die C. V.-Jde'ologie wirch ihre Tonderpslege auch innerhalb der Jugend finden, wie es bisger geschah. Tie praktische Arbeit der jungen Rtenschen wird sich jedoch unbehindert in beiden Organisationen vollziehen können. Es ist einer der wichtigsten Eindrücke von Frankfurt, wie wenig die Problematik von nationaliüdisch und deutschjüdisch der altert Generation für die um ihre Er ist er-z tämp senden jungen Juden in der alten Forru noch zntrnst. Es besteht für sie keinerlei Zw eise!, daß ihr Lebensraurn und ihr Znkuiistsraurn Teutschlaud ist. und daß ihre Zukunft als Juden mit dem Tchicksal ihrer deutschen llimrelt unlösbar verknüpft ist. Attlch hier ist der Weg in die Wirklichkeit von der Wirklichkeit überholt worden, die Vc e n s ch e n will und braucht uud nicht Ideologen. To ist auch die neue Verbandslcitnng, die wir im V o r b e r i ch t aufführten, eine Geivähr für die sachliche Zukunft des Verbandes. Ihre Dkenschen haben ihre f e st e A n j ch a u u n g von deutschen und jüdischen Tingen. die v e r s ch i ed ena r t i g ist. Aber sie fühlen eine V era u t iv o r t u n g vor ihrer Gefolgschaft wie vor der Gesamtheit, und die ist einheitlich. Aus gute r E. B. - Traditi o n kommen sie her und aus n a t i o n a l j ü d i s ch e r Anschauung. Aber sie kennen uud wollen: lebenskräftige jüdische Menschen für eine lebensstarke jüdische Gemeinschaft im deutschen Lebens bereich erziehen. gebung. Rabbiner Tr. Mar Weyl und Tyndilus'Tr. Alfred Wiener sprachen übrr die Beziehungen des Chanukka-Festes zur Gegenwart. Tr. Wehl weckte die Begeisterung der - Zuhörerschaft, als er angesichts der entzündeten Chanukka-Lichter und nach den Weiheklängen des Moauszur-Gesanges auf die Erstarkung des jüdischen Bervußtseins trotz aller Anfeindungen hinwies. Mcinhart laut ergänzte die von Chorgesang umrahmten Vorträge künstlerisch. Er brachte packend machtvolle Ttellcn ans „Jesaja'" in deutscher und hebräischer Tprache zum Vortrag. Eindrucksvolle Tzenen aus Otto Ludwigs vergessenen „Makkabäern" erweckte er zu neuem Leben, die <azene des Roten Jtzig ans dem „Grawn von Charolais^ brachte er zu großartiger Wirkung. Ter Vorsitzende der Ortsgruppe bitordosten. Louis I u t k o w s k i, leitete den eindrucksvollen Abend. LLL» A«M v KWÄ Im Laufe des Tezeinber hat sich die Ortsgruppe Düsseldorf des C. V. mit Unterstützung des La nde s vet ba n de s N hein lan d- Westfalen damit besaßt, zu ihrer ohnehin stattlichen Mitgliederzahl eine Reihe Neumitglieder zu werben. Ter Tyndilus des Landesverbandes. Tr. P l a'ü t (Essen), hielt sich vorübergehend in Düsseldorf ans und machte zahlreiche Einzelbesnche. Er wurde in seiner Tätigkeit durch Mitglieder des Ortsgruppenvorstandes ans das Bereitwilligste unterstützt. Es konnte erfreulicherweise festgestellt werden, daß die Erkenntnis der Notwendigkeit ds E. V. und das Verständnis für die Art seiner Arbeit auch in Kreisen, die der aktiven E. V.-Arbeit bisher ferngestanden hatten, in höchstem Blaste vorhanden sind. To konnten bereits in dem ersten Teil der Werbeaktion weit über 50 neue. Mitglieder gewonnen werden. Gelegentlich seiner Anwesenheit in Tüiseldarf sprach Tr. Plaut innerhalb eines Ausspracheabends jüdischer Akerdemiker über das Thema „Ter Abwehrkamps des jüdischen Akademikers gegen völkischen Boykott". In der Generalversammlung der Ortsgruppe Vcrnburg des C. V. wurden nach Bvrträgen von I.'Schön selb (Äörhcn) und Artur S ch w e r i n e r, Paul G u m p e l zum ersten und Ernst E a l ni zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Die Lehrer I u n g m a n n und H. Go 1 lheiner f wurden als Tchrislsührer bzw. Kassierer wicdergewätzlr