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Central-Verein-Zeitung · 1932-11-25 · 48 (25.11.1932) · p. Seite 484

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
48 (25.11.1932)
Date
1932-11-25
Page
Seite 484 (sequence 4)
Language
German
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bis links die berufenen 3u,p;äfe:d'.ui;i;.T einer wirkliche:: (rrnencrnnn des Vckcks* geht es. Wir sind bk Träger einer ..'-ck.n, die durch Blut geformt wurde, und die sieh die Idee eines Vaterlandes gerettet haken, de N-sichzorrisier: ueorden \}i du.m. den nun Menschen, die ihre Ge'checke trcwe'n. Liebe Kameraden! ' -ftruto, in. dieser schicksalsschweren Stunde des deutschen VolNsch da kommt es darauf an, sich zu überlegen. wes das Paterland uns bcdeuwt/ Vaterland irr der Inbegriffs all der Schätze, all der Werte, all der Traditicmsgüler, die durch Jahrhunderte hindurch geformt worden sind durch alle Teile des Volkes, die jahrhundertelang als Bvlk -usan'- menlebten. Und Vaterland ijt der Jneegrift Jener Werte und Ideale, für die jahrhundertelang gekämpft, gestorben, gearbeitet worden ist. Alle, die diese Idee haben, gehören zusammen. Vaterland ist nicht nur ein Wert der Vergangenheit, es ist nicht nur ein Begriff für die Gegenwart, rs ist auch ein Begriff für d:e Zukunft. Tie wahre Volksgemeinschaft bestehr nur dort, wo wirklich alle Glieder eines Volkes lest in dem Gedanken zusammensteheu, daß es gilt. die Einheit Wr ckeecke aez neeer allen au-Heren (e ea.) r eri .tiu e C e r 's.: e . "... -.u: u e 7 d 1 e Gegenwart in die Fenn '. ^'.ueerneeragen und biu.ckernuw..nn und der '.reell, den. man als ck r e - n e G. w .'.neck' -- . r: n::e ■: n vc e > duh sie nicht geirenu: g-..r-sen/sind durch Vnnwnuun.en:i der cke ck.., der ll.le.'ck' i::k t-3 Standes, sondern daß nur alle zchennnengehdreu. Wir heben uns beruht sein, dag die Einheit der Necken in Ge'ehr steht. wenn wir die Einheit verlieren. Wir Frer.ckeldaten haben das Vermächtnis von. I ä i h Ti j Toten zu verwalten, .und mir baren uns daran zu erinnern und das ganze deutsche Volt darauf hinzuweisen, daß endlich eirnnal in Teuckchland das Bcwuhtfein geweckt werden noch w:r die Gemeinsamkeiten der Menschen in dieser Nacken, und daß wir Schluß mack'an mästen damit, immer rave auf das Trennende, auf Gen Geh und ans den Hader hiuzuckwren. Ter Gedanke, daß Deutschland wieder arcck und ün.rk werden wird, war draußen unser aller Honen . - / k-yj V ö vv^ -vy V V V -4-v V'll t-y v ch v V v-Aj tv V 4 ilj V' ch> V > V V cb) \ vv/ ch y V' ch Wir haben in der vorletzten Nummer unserer Zeitung unter der UeberschrifL „Was schrieb der Jude Nathenau an^ Frankreich?^ von der neuen schändlichen Fälschung nationalsozialistischer Demagogen berichtet, die aus einenn - Artikel Rarhenaus an Frankreich zusamnwuhnnglos ein Seckck zitieren, nur seinen Zinn so Ln das Gegenteil zu verkehren. Tas nationalsozialistische Plakat beginnt mit den Worten: „Trief vom 6. Februar 1920 des Juden und vochgrad-Freinraurers Br. Tr. Walther Rathenau an Frankreich geschrieben. iWörrliche Ab'-chrift des Briefes.)" Diese wenigen Satze enthalten bereits zwei Fälschungen, einmal die Behauptung, daß Rathenau Freimaurer gelassen sei, und zweitens dir Täuschung, als ob der kurze Auszug den gesamten Aussatz Rachenaus Larstrllie. Der Wortlaut des Aufsatzes, den Walther Raihenau an Frankreich richtete, um diesem Lande die moralische Widerrechtlich leid seines Verlangens auf Auslieferung der 800 Kriegsverbrecher" ^eindainglichst vor Augen zu fuhren, findet sich in Rathenaus nachgelassenen Schriften, Band I, S. 113 ff., Verlag S. Fischer, Berlin. Wir geben ' den Aussatz nachstehend wieder. Tie in dem national'ozialistischen Plakat angeführte Stelle heben wir durch Kursivdruck hervor. Jeder Leser mag sich daraus selbll ein Bild von dem hohen Ethos der Rathenau'chen Schrift machen, in der na-chge-wiesen ist, wie aus höchstem Recht höchstes Unrecht werden kann, wenn das Recht nur nach dem Buchstaben, nicht nach den Forderungen der Sittlichkeit gedeutet wird. „Männer tmb Frauen Frankreichs! Durch die Jahrhunderte trugt ihr die Fackel des klaren Gedankens. Ihr habt Eurvva die Formen und Normen einer stacken und freien Zivilisation gegeben. Ihr glaubt, daß wir sormlosin Gefühlen und dunklen Regungen der Seele hingegeven sind, und weil ihr unser Volk als willenlose Kriegsmaschine empfandet, nennt ihr uns mit barbarischen Namen. Laßt uns in der Sprache des klaren Gedankens reden, ohne dunkle Gefühle, ohne heiße Leidenschaften und ohne Hintergedanken. Tie Forderung, achthundert deutsche Männer, vom Feldherrn bis ginn Soldaten, mi*y.i\kkn\ ist gesetzlich begründet. Tenn sie ist durch die Unterschrift des deutschen Volkes anerkannt. Wir wollen nickst erörtern, ob wir sie erfüllen müssen, sondern ob ihr sie stellen dürft. Wie? Mau sollte eine Forderung nicht stellen dürfen, aus die man gesetzlichen Anspruch hat? Nein. Es gibt Fälle, in denen man solche Forderungen nicht stellen darf. Es gibt ruenschliche Gosetz-e, die der Nützlichkeit dienen, der scheinbaren oder der wahren Nützlichkeit, und es gibt übermenschliche Gesetze, die dem göttlichen Wesen der Menschheit entfließen. Ihr selbst habt die Menschenrechte achgestellt als eine- Norur, die der meusthllchou Würde entspringt, und von keiner Mtzüchkeit deschränlt wird. Shakespeare hat das Vroblem des menschlichen und übermemchli-chen Rechts erörtert und entscheidet: Tnough justice be pka, eemsider this, — Thal in the course cf justice doos of us Should see Salvation: ws do pray for merey, And that sarae prayer dotb ieacu us all to render Tbe deeds c! mercy*). Tas Gesetz der Juden verbot nicht, das Veit des Armen zu pfänden, doch der ftarn Gottes kam auf den, der nicht rrn Namen des höheren Gcsetzes vor Souuenuuterzau^ es zurückgab. Im Namen Lea üäerrne'ckchllchen Ecfetzcs darf es nicht geschehen, daß cm Voll das andere zloingt, ehrlos zri worden. Ihr antwortet und nxrl auf die furchtbaren Taten des Krieges, auf die Zerstörung eures Landes. „War das nicht auch geaeu das rrvige Genr Ja, der Krieg war geaerr das ewige Gesetz, und aller Schrecken, der im Taumel des Krieges geschah, war gegen das ewige Gofotz. Kann jemals Ilurrch: durch Uarcchi gesühnt Suchst tu ran 9.z±i schrn crt. ctr€a: Lies: Da3 kLch drL Leus L-rz ckckch:ss urrf-er keiner Lurr Heckr f^sr; Dir L-eie.-r e? m nv.b hks Erdet muß -sos der Snede Sattn and) ilbsri lehren. ,^LU"'a-2nn rrn Venedig" IV, 1. worden? Deutschland wird seinen Teil cr.i ILiracht sühnen durch Wiodergutmacha-ng. Die gorst^ctcn Landstriche sollen wieder aufgerichtet '.rerden. blühender, als sie jemals waren. Tent^ch- Ncad 77":rd stdou sistnrr Staatsbürger zur Vor» a: kat-ymii) ziehen, der die Nriegszesetze verlegt heb gleichviel, ob bk anderen Staaten das gleiche tun oder nicht. Durch Unrecht ober wird Unrecht n:o gesühnt. Weder dadurch, daß Tentschlnnd sich scleck entehrt, noch dadurch, daß Angeklagte vor Richter geführt werden, die Partei find. Ihr sagt, es soll ein abschreckendes Veijpwl gegeben werden für alle Zeiten. Unrecht schreckt nicht ab, sondern-erbittert. Der Deutsche neigt nicht zur Nanküne urd zur Rache. So wenig, daß er manchem träce unb indolent scheint. Sagen nicht honte schon viele, daß wir die Zerstückelung unseres Landes, die Vernichtung unserer Geltung m G'r Welt;;;ii GlecchgüUmkeU Bremen? Ja, wir sind geneigt, das Schuoerste als Schicksal hinzunehmen, die Schuld in uns zu suchen und von Gegner von der Vorantwwrtuug zu bofreien. - Tie Gewissen, in denen bisher ein ll'ackogesühl lebendig war, waren nicht das Gewisim des Lmides. Deutschland will keinen Rachekrreg und wird keinen Nachekrieg führen. Dennoch muß Frankreich, wenn es auf der Selbstentehrung Teutschlands besteht, seiner eigenen Sicherheit wegen die logische Konsequenz ziehen: es muß sechzig Millionen Deutsche vernichten. Zieht es diese Konsequenz nicht, so gibt es kein Mittel, die Sicherheit und Eristenz Frankreichs auf Jahrhunderte zu schützen. Tenn die Erinnerung eines furchtbaren und beispiellosen, wicht in der Leidenschaft des Krieges, sondern in der kühlen Ueberlegung des Friedens begangonrw Unrechtes bleibt in Europa lebendig. Sie bleibt lebendig durch die Fortexistenz der deutschen Nation, und sie wird irn.mer wieder gegen Frankreich geltend gemacht werden, gleichviel rb Deutschland e-s will oder nicht will, von jedem, der ruck Frankreich einen Zwckst hat. Unter Geschöpfen, dar so nahe leben wie die Glieder einer Familie, der europäischen Familie, stirbt die Erinnerung an eine Blutschuld nicht aus, bis sie durch guten Willen gesühnt ick. Sie schreit zum Himmel, und die Volker kommcn nicht zur Ruhe. Fraihjelch kt hzntc politisch sehr starke durch eine grosse und siegreiche Armee und durch mächtige Bundnisse. Aach Ii'enn diese Bänd niese fünfhundert Jahre lang nil Italien. JEn^a-ni. Amerika slandhallen, ohne sich einen Augenhhch zu lod-ern, wird jeder weitsichtige Mensch Frcr.preich nur den einen Rai gehen kennen: Verlasst euch mehl darauf. Vernichtet Deutschland r?3 eigentlichen 5rnnet tötet teine Menschen, besied~2 sein Land mzi anderen VoIhem. Es Genügt nicht, dass ihr das Reich in Heine Sicakti zerstückelt. Wellt ihr eure Ncchkemalion entehren, so vc?- nichtei de, damit ihr Gedächtnis zugrunde gcM Es bleiben genug mächtige Völker übrig: wem sich eir.es gegen euch erbebt in einem Aagcrd-.U K Wo ihr nicht auf der Hohe eurer politischen Starte seid, so wird es mit der Erinnerung der deutschen Schmach gegen euch kämpfen und diese Er:n~.*- rang gegen euch geltend machen. Verrichtet die Erinnerung, indem ihr des deutsche Volk vernicht?!. Seid ihr euch dosten bewußt? Wollt ihr das? Ist das die Mission Frankreichs? Gack Was wir noch zu verlieren l-aben, einschließlich dös LeöeuS. lohnt kaum der Mühe. Euro Heere sind bereit, marschiert! Wollt rhr es nicht? Dann, Männer und grauen Frankreichs, schafft den Frieden. Der aber lärm nicht boruhol; aus Eutchrimg und Unrecht, sondern auf dem, was ihr bisher vertrotccr habt: dem Gedanken der Menschlichkeit und d.r Men scheu röchle. 6. Februar 1920/

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