Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 47 (18.11.1932)
- Date
- 1932-11-18
- Page
- Seite 477 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2277379-2277939-2277986--07649-2288575- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
i 477 Zohsun-SeirM Graf Vemsisrff Zu seinem siebzigsten Geburtstag (14. November D. F.) Ter Name der Bernstorsss ist mit der d e u ts che n Botschaft in London eng verknüpft. Ter Vater des Grafen Johann-Heinrich war in den sechziger Jahren Botschafter in London. Auch er selb't hat eine Zeitlang der beutsehen Botschaft in England angehört, und heute wirkt dort sein ausgezeichneter Neffe seit acht Jahren als Botschaftsrat. Graf Bernstorff empfing seine ersten politischen Anregungen aus dem Kreise des K a i s e r P a a r e s F r ie d rich, dein seine Ettern nahestanden und dessen Bermählung unter der Mitwirkung seines Vaters vollzogen worden war. Z\t wohnte, das fron» prinzliche Paar auf der Botschaft in London. Wie der liberale Hohenzoller, sah Graf Bernstorff das-Heil für Deutschland in einer liberalen E n t w i d I u n g 3 u m II n i t a x i § - mus und P a r l 2 m e n t a r i s ui u s und ben Weg zu diesem Ziel in euger"Freundschast nüt England und den Bereinigten Staaten von Amerika. Zur praktischen Arbeit für diese politische Nichtung erönnete ihm 1904 seine Entsendung auf den B 0 t schaf t e rp 0st e n in Washington die Möglichkeit. Ter demokratische Graf vereinigte in glücklicher Weise die Eigenschaften, die in Amerika Voraussetzung diplomatischer Erfolge sind — mit den Präsidenten N 0 0 sevelt, Taft und W i l s o n verband ihn ein enges Vertrauensverhältnis, und seine politische wie gesellschaftliche Stellung \mx besser als die irgendeines dortigen deutschen Tiplomaten vor ihm. Ten schweren und aussichtslosen Kampf, den der deutsche Repräsentant in den Vereinigten Staaten während des Weltkriegs bestehen muhte, hat er in seiner einfachen, unpersönlichen Art in seinen „Erinnerungen aus de ui fünfjährigen Kriege" fesselnd geschildert. Nach der Versenkung der „LusitanicE gelang es ihm noch in einer Unterredung mit Präsident Wilson, die amerikanische Kriegserklärung hinauszuschieben. Nach der von Amerika erzwungenen Abberufung der deutschen Militär- und Marineattaches und der Erklärung oes uneingeschränkten U-Boot-Krieges, der in Berlin trotz seinen dringlichsten Abmahnungen beschlossen wurde, war seine'Mittlertätigkeit erledigt. Heute ist es niüßig darüber zu debattieren, welchen Lauf die Entwicklung genommen hätte, wäre man seinem Rate gefolgt. Ten Heimkehrer empfing im Großen -Hauptquartier General Ludendorif mit den Worten: „Sie wollten in Amerika Frieden machen. Lie dachten wohl, wir seien am Ende." Graf Bernstorss antwortete: „Tas nicht, aber ich wollte Frieden machen, bevor wir am Ende wären." Als der Botschafter dann daraus ginwies, daß nach einem Jahre in Frankreich eine große amerikanische Armee zu erwarten sei, meinte der General, dann habe man ja reichlich Zeit, den Krieg vorher zu beendigen, denn die U-Boote würden in drei Monaten England zum Frieden nötigen. Gras Lernstorss wurde im letzten Kriegsjahr Botschafter in K o n st a n t i n 0 p e l. Nach dem Kriege leitete er die Arbeiten des Auswärtigen Nantes für Versailles. Sein Beitritt zur D c m 01 r a i i f ch c n Partei entsprach der politischen Grundanschauung, zu der er sich stets bekannt batte, sieben Jahre lang war er im Reichstag oer demokratische Wortführer für alle Fragen der Außenpolitik. An der Spitze der deutschen Volke rbundsliga, als Delegierter beim Völkerbund, als deutscher Telegationssührer in der vorbereitenden Abr ü st u u g s k 0 m m i f f i 0 n hat er tatkräftig für die Ideen der Gleichberechtigung und der Völkerverständigung gewirkt. rm - F? f! ' j h gprrt 1 fZ \ H m fT\ /pn Sj vj 's**j*&4 CLi* r ,/ k* "üi Sc.*-] j J W EL*/ sji tii iü «a UZ sj «-i £2 yi',> S&.v r 3?*d$ •?» Von unbekannten Tätern wurde die Synagoge in Rastatt (Baden) in der Nacht vom 4. zum 5. November mit grossen Hakenkreuzen und den Inschriften „‘Juda verrecke“ und „Heil Hitler“ bemalt. Zur gleichen Zeit wurde auch das Geschäftslokal eines jüdischen Einwohners von Rastatt mit derartigen Inschriften versehen. In Cor back (Watdeck) zogen zur Nachtzeit mehrere Männer zum Hause des ehemaligen jüdischen Gemeindelehrers und warfen dort einige Fensterscheiben ein. Von da aus gingen sie zur Synagoge und schlugen dort ebenfalls mehrere Fensterscheiben ein. Die Polizei ist den Tätern auf der Spur. Nach einer Zeiiungsmeldung handelt es sich um SA.-Leute. Ein vornehmer Geist von freier, überlegener Bildung, dem Humanismus und Toleranz selbstverständliche Voraussetzungen sind, gehört Graf Bernstorff zu jenen Persönlichkeiten, die mit den Jahren nicht altern, sondern reifen. Wenn auch wir mit den Grüßen seiner vielen Freunde unb Verehrer rmsere Wünsche vereinigen, so geschieht das .zugleich in der Erwartung, daß er auch künftig mit der ihm unentbehrlichen Aktivität seine reichen Kräfte für das Wohl der deutschen Nation und ihre echten Ideale einsetzen möge. Dr. Ernst Feder. C?ir$j!*4y Jr4 e& -*s *ir < * i -i) tll 250 Teilnehmer an einer Bezirkstagung. Bis auf geringe Ausnahmen Mitglieder des C.V. Tas ist ein Lekord! C.V.er mit ihren Familien aus Gera, Zeitz, Jena, Apolda, Merseburg, Naumburg, Weimar und aus vielen kleinen und kleinsten Ort-n dieses mitteldeutschen Bezirks kamen letzten Sonntag nach Weißenfels. Leipzig hatte C. V.-Jugend, -Halle einige Vorstandsmitglieder entsandt. Niemand wollte fehlen, jeder wollte den Vorsitzenden des C. D. hören. In Vertretung des Vorsitzenden des Landesverbandes ' Mitteldeutschland leitete Artur Submann (Chemnitz), Mitglied des HauptvorjtandeZ des C. B., die Bezirkstagung. Er gab nach Begrüßlnrgsworken des Trtsgruppeuvorsitzenden B u % t a n m und des Ge meiudevorsitzenden Fabrikanten Lewinsohn ein übersichtliches Bild vom treben des jungen Landesverbandes, denen Eristenznoiwendigleit der glänzende Besuch dev Bezirkstagung am besten erweise. Tann nahm der Vorsitzende des E. V.. Justizrat Tr. Julius B r 0 d n i tz, dem ein kleines Mädchen mit Versen Blumen überreichte, lebhaft begrüßt, das Wort zu seinem Vorträge: „Die Lehren des 6. November für uns deutsche I uben/ Justizrat Tr. Br 0 dnitz sprach seinp außerordentliche Freude über die Zusarnmensetzlmg der Tagung aus. Sie sei ihm ein Beweis dafür, daß der M i t t e l d e u t - sche Landesverband gut marschiere. Tie Schaffung dieses großen Landesverbandes sei nicht aus Sparsamkeitsrücksichten erfolgt; im Gegenteil, es sei der Leitung darauf angekommen, die Bearbeitung des großen Landesverbandes durch einen ständigen Syndikus zu beleben und 31c vertiefen. Justizrat Tr. B r 0 d n i tz besprach die gesamte politische Lage, wie sie sich aus den b j'l:) Mi ’ im § Leben und S i V \ * / /. Die Zahnpaste von r ] r! Xo f'tQiQ f(o"-i n : j; 1 Sparsam im Verbrauch. iza