Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 47 (18.11.1932)
- Date
- 1932-11-18
- Page
- Seite 478 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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/ t 47$ Wahlen ergebe. Er habe schon vor den Wahlen erklärt, daß unsere eigentliche Arbeit erst nach dem 6. November beginnen werde; aber wir fianben euch jetzt vor lauter Fragezeichen. Leider mache sich auch nach den Wahlen wüstester Anti-enüttsniuZ geltend. Unsere Aufgabe ist es, auf allen Gebieten ben Kumps dagegen aufzunehmen und sorgfältig die Möglichkeiten zu überwachen. Ebenso müssen wir auch gegen die weite Kreise beherrschende Unlust, sich zu einer Fülle sonstiger Fragen nicht noch mit der Judensrage zu belasten, ankämpfen. Wir werden mehr Arbeit zu verrichten haben,'als es je geschehen sei, und diese Arbeit muffe sich in den großen Kampf nm den Rechtsstaat einschalten. Trotz der Schwere der Zeit müssen wir von unseren Freunden Opfer verlangen, die alles, was man früher als Grenze des Möglichen bezeichnet habe, weit überschreiten werde. Unsere Brüder und Schwestern, insbesondere im thüringischen Gebiet, haben in schwerster Zeit treu zu uns gehalten. Wir erwarten diese Opferltnb Arbeitsfreudigkeit von allen deutschen Juden auch in dieser Notzeit. - Justizrat Tr. Brodnitz begrüßte unter den Erschienenen noch mit besonderer Freude unseren Vorkämpfer in Weimar, den Opernsänger Fischer. . ' - Arthur, Sandelowskh , Mitglied des Hauptvorsiandes, faßte in einem zündenden Schlußwort alles das zusammen, was die dichtgedrängte Zuhörermasje nach dem Vortrage des "C. D.-Vorsihenden an Empfindungen und Hoffnungen bewegte: mag kommen, was da kommen mag. Wir schließen die Reihen und folgen unbeirrt dem C. V.l : Die Weißenselser Ortsgruppe veranstaltete im Anschluß, an die so überaus gelungene Tagung einen geselligen Abend, der für die Ortsgruppe wie die mitwirkenden Künstler aus Halle und Leipzig einen vollen Erfolg brachte. Seht. AlsnMMrr unZ Alm Durch ein technisches Derschen sind in unserem V?ALt über die Versammlung-tätigtest des Landesverbandes Henen-Nassan und Hssirni des C. Bst in der vorigen Nummer der „E. V.-Zeitung" einige Druckzeilen ausgefallen. Es muß richtig heißen: Im Anschluß an die Tagung in Dcbra hielt Dr. Wiener in Fulda unter Vorsitz von Dr. med. Herz, in Effchwege unter Vorsitz von Dr. Narewcewitz. in Frankfurt a. M. unter Vorsitz von Dr. med. M a r Mainzer außerordentlich stark besuchte Gemeindeversammlungen ab. Es muß ferner berichtet werden, daß sich bei den politischen Schulungskursen, die die Ortsgruppe Frankfurt a. M. unter außerordentlich starkem Zuspruch abhielt, außer Lothar Lauer die Herren Dr. Hermann G u n d e r s h e i m e r und Dr. Richard M a i n z e r dankenswerterweise und sehr erfolgreich Zur Verfügung stellten. Im Bereich des Landesverbandes Grenzmark wurden neben einer Dorstandssitzung, die unter Vorsitz von Nockstsanwalt Fleischer, Mitglied des Haupwvrstandes des E. B.. in Schncidcmühl siattsand, stark besuchte, zum Teil überfüllte Gemeindeversammlungen in Schunlante, Drrttsch- Kronr, 'Schnewcnühl und Flaiow abgehallen, in denen LandDverdandsshuockus Kurt Saba tz k h (Königsberg) referierte. In Märtisch- ^ricdland wurde, nach dem Vortrag Saba tu Ps eine Ortsgruppe ins Leben gerufen, deren Leitung Frau .Else Kraft übernahm. In Derrisch-Krvue konnten' dem E. V. vierzehn Mitglieder zugeführt werden. NiLderkassuKgsmögüchkeitcn Ns. 423 (roiedsrholt). In Kleinstadt in der Grenzmark für praktischen Arzt, Aur sanr.stlicho Anfragen von Mitgliedern an den C. V., Berlin W13, Enger Elraße 42. dg: L' und pU:r Im -r c:r:v st'. st-a^^^-sta-tung oer I ü e; : e n ü I io •; £ 1: t 1 M -Twiiu) sprach Dr. Jvachiu: Deiuz über d.w Ttz.ma: Die Brücke, Worte über und llst.er. Er '.eiche, volle zu allen ge Um Er stk g ei r'atz pv-.h.-m d-.n GeuceatauiiTt C0 stand, daß er ab.: eine b-Eir-nder-e Ursache mW größere 2d ärst oacarvn erbalre, daß die Generation der Eltern, das Bürgertum wirtschaftlich. geistig und sostologstch in einer Atniospäre lebe, die nicht mehr die der Heranwachsenden Jugend ist. Dieser Gegensatz sei zwar vorbauden und cs nutze nichts, illn zu vertuschen. Aber diese Tatsache schließe nick: aus, daß eine Brücke zwischen den Generationen geschlagen werden könne; Voraussetzung dazu sei allerdings, und er wandte sich bannt eindringlich an die Jugend, eine gewisie Frömmigkeit: die Jugend müsse aus der Ueberbetouuv.g der Sachlichkeit zur Anerkennung von Ewigkeitswerten, wie dem Myfterium der Familie, zurückstnden. Der Vortrag war von künstlerisch hochstehenden musikalischen Darbietungen umrahmt. Hoffentlich hat er der Altershiife reiche Mittel für ihr segensreiches Liebesmerk zugeführt. A. L. profrssosNochrnLLchrr sMürrchen) gsstorben Erst 5.2 Jahre alt starb der Staatsrechtslehrer an der Universität München, Karl R o t h e n b ü ch e r. Hervorgegangen aus dem Kreis von Friedrich Naumann und Mar Weber, bemühte er sich, ihre lautere politische Gesinnung in den Wirrnissen der Zeit zu bewahren. Selten nahm er öffentlich das Wort, aber wenn es ihm geboten schien, sprach er mit unerschrockenem Freimut. Als im Sommer 1923 die Hitler-Bewegung Bayern an den Rand des Abgrunds trieb-und die damaligen Machthaber mit ihr ein zweideutiges Spiel trieben, gab Rothenbücher eine mutige Streitschrift gegen den Eeneralftaatskommisiar von Kahr heraus, aus die dieser nichts zu erwidern wußte als die — Beschlagnahme. Ob Rothenbücher ausdrücklich gegen die Judcnhetze ausgetreten ist. ist mir nicht bekannt, aber uns.bayerischen Juden war es Ausrichtung in schwerer Zeit, daß an der Münchener Hochschule ein Mann lehrte, der ebenso unbeirrt von Anmaßungen der Spartakisten wie später dom Toben nationalistischer Studenten die Rechtsordnung immer über Augenblickswünfche herrschender Kreise stellte. Wilhelm Levinger. Sigmunö Cchonewakö 60 Jahre alt Am 20. November vollendet Rechtsanwalt Dr. Sigmund Schön ewald in Bochum sein 60. Lebensjahr., Seit vielen Jahren gehört er nebst seiner Gattin Ottilie Schönewald, die gleichzeitig Mitglied des Hauptvorstandes des C. ist. dem Vorstand der Ortsgruppe Bochum des E. V. an. ' Mit sei len er Hingabe und immer bereiter Ov''erfreu digkcit hat er stets unserer Sache gedient. Neben Einer ausgedehnten Anwaltspraxis versteht Sigmnno Schönewald den Posten des 1. Vorsitzenden in der Gemeind.: er war der Gründer und 1. Präsident der Rubrlandloge. Gleiche Eiwnschasten übt er in einer Reitze anderer jüdffwer Verbände aus, kurz überall da, wo cs gün ras Allgemeinwohl zu fördern, findet er Zeit zu ehrenamtlicher Tätigkeit. Sellen hat sich die Lauterkeit einer Gesinnung mit so viel Geistesgaben gepaart wie in die Km Menschen. Heiterkeit der Weltanschauung, sonnige Freude am Leben, Abgeklarchcit und Verbindlichkeit im Verkehr sind die Grundzüge seines Charakters. Deshalb sind alle Zusammenkünfte, denen er beiwohnt, von jenem geistigen Niveau gelrageni das der Bedeutung seiner Persönlichkeit entstricht. Diesem edlen Menschen zu seinem 60. Geburtstage auf das innigste zu gratulieren, ist im? über 4 Pflicht und Dankbarkeit hinaus wahres Herzensbedürfnis. Dr. Alfred Mayer. Kleine Chronik Der verdienstvolle stellvertretende Vorsitzende unserer Ortsgruppe Stettin, Dr. Martin Meyer, beging an: 9. November seinen 60. Geburtstag. — Laiwrabbiner Dr. Lewinsky, der sich in n-eiten Kreisen der Hildesheimer Bevölkerung allergrößter Achtung erfreut, konnte auf eine 4A «ihrige 5iu‘:n* feit in feinem Amte zurüädUcken. — Siegfried Proskauer (Striegau) vollendete sein 86. Leöensjahr. Der Jubilar, der als Unteroffizier im Kriege -2504—06 in Frankreich läruvste und spater viele Jahre Stadtverordneter mar, nimmt heute noch den regsten Anteil am jüdischen Gcmeindelcben. — Michael .st e i l m a n n (Berlin) feiert cm 25. November feinen . 80. Geburtstag. — Wir gratulieren allen unseren - Freunden herstichst. — Am 23. Oktober verschied das lauchäbüae Mitglied des V. Heinrich Ehren- : bacher (Wilhermsdorf), zuletzt in Nürnberg, im Alter ■ von 70 Jahren. Der Derstordene^ rrar 33 Jahre lang ' Vorstand der Kultusgemeinde Wilhernrsdorf. <ucin Andenken wird immer in Ehren gehalten werden. ' ..Klal IiSroel". D a s K a r t e l l j ü d i f ch e r Verbindungen, die Vertretung der nationaljüdischen Akademiker, hält es für - zweckmäßig, für seine „Keilarbeick folgende Nicht-; linicn auszugeben: Neben all diesen Positionen, in die man friedlich eindringen kann, gibes die Stellungen unserer Gegner, die man sprengen - muß. . . . Die Jugend gruppen des C. D. (vor; kurzem waren es in Berlin vier, und drei neue : foflicn demnächst eröffnet werden), die der ,ch)li' und der Reformgememdenck Das ist also die so off und so bieder betonte Parole des „Klal Jisroel": „Sprengung" jugendlicher Gruppen: eine vornebme Art der Aus ein- andersetzung einer jüdischen Organisation mit einer s andern. lind das in dieser Zeit schwersten Kampfes - um die Erhaltung der politischen und Wirtschaft- . lichen Eristenz der deutschen Juden. :]3i33S"23'.] A. V® vj Ö W AP J L J td Landesverband Bayern. BEZIRKSTAGTJNG KITZINOES a. M. Sonütitg, den 20. November d. nachmittags 4,A> Uhr, Hotel Fränkischer Hof, Kitzingen. Dr. Werner Cahnmaim: Vertrauliche Mitteilungen über „Die Tätigkeit des C. V.A Anschliessend Aussprache. Am gleichen Tage, abends 8 Uhr, ebenfalls im Hotel Fränkischer Hof, findet eine .Mitglieder- und Gemeindeversammlung statt. Landesverbandssyndikus Dr. WernerCahnmana spricht über „Die Stellung der deutschen Juden in der Politik der Gegenwart“. Landesverband Mitteldeutschland. BEZIRKSTAGUNG ALTMARK. Sonntag, den 20. November, nachmittags 3 Uhr, bei Küukan in Stendal. Artur Schweriner, steüverir. Syndikus des C. V.. spricht über | „Die Lehren des 6. November I ' für uns deutsche Judoau* Ortsgruppe Leipzig. IM KAMPF GEGEN DIE LÜGE. | Montag, den 21. November, abends 8l/i Uhr, j im Kaufmännischen Vereinshaus: Gemeinde-Versammlung i gegen die wohlorganisierte Flugblattfälsehung . der Reicbstagswahl. | Vorspruch: G. Petrusehka \i von der Städtischen Schauspielschule.- Redner: | Rechtsanwalt Dr. H. Elkcdes (Berlin), Mitglied des Hauptvorstanies des C. V. Syndikus : Dr.. Allrod Wiener. . i Ferner aus Lei p zugn Dr. Felix Gekknhun, •; Artur Schweriner, Frau' Dora Ury, Rechts- ] anwalt Dr. Lisdemann. - \ Nur Gemeindemitglieder haben Zutritt. . Landesverband Gross-Berlin SCHULE DER FRAUEN. Montag, den 21. November, abends SM Uhr i pünktlich: Eröiinungsvortrag im Konferenz- - saai des C. V., W 15, Emser Strasse 42. Ansprache: Margarete Fried. RezNationen: Erna Feld. Vortrag:. Alfred Levi: „Ist die Gieiehberechtigueg der deutschen Juden bedroht