Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 46 (11.11.1932)
- Date
- 1932-11-11
- Page
- Seite 467 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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467 lunrren, in denen neben den: Ovndikus Schweriner znm Teil einen ber Vorn7en.ee des Landesverbandes, Rebeiner Tr. Felir G r l dwann, sprach, i:::rav:n2> Aufltärungsarriitcn beschlossen, die nee in '/-rer n'n-'dri n^ ll n Art sicherlich mir besrnd..-5 w.w.n. n'rn.n.e .ms-» Qciuirft haben. Tie üe^Aä>.:e:: V-rsa.nnllnngMi in Gotha, Suhl und Wühlhansen — in Cotha zwei wahrend des Wahlknnwws —b.-lmn uns in lebendigem Konmß nur unseren nnirgliedern wohltuend bewiesen, daß man in Notzeiten wie den gegenwärtigen leinen anderen Verfechter unserer Twmsbürgerrecßte kennt als den E. D. In Erfurt nahm auch das Mitglied des Hauptvorstandes Rittergut-besitzet: Tande low sky das Wort zu einem anfeuernden Appell an die lebhaft interessierte Zuhörerschaft. Tie Zentralen für Aufklärung?- und Abweh rarbeit in der Provinz Oachstn blieben auch während dieses Wahlkmnofes Magdeburg und Halle, von wo aus unter ständiger Fühlungnahme zwischen Ortsgruppe und Leipziger Syndikat planvolle und umsichtige Wahlaröeir geleistet wurde. Wie in Erfurt waren auch in Halle und Magdeburg gewaltige Kundgebungen mit dem Vizepräsidenten Tr. Bernhard Weiß (Berlin) als Redner die Höhepunkte unserer Bersanmilungstärigkeit in den Ortsgruppen. Wenn auch die anhalnsichen Wahlen, die bekanntlich kurz vor den Reichstaasmahlen stattfanden und der Tieg der Nationalsozialisten im anhaltischen Landtag naturgemäß einer Wahlmüdigkeit Vorschub leisteten, bewies die Ortsgrnppenversammtung^in Bernburg und Zerbst Redner Artur' Schweriner), wie dankbar man es in den Kreisen unserer Mitglieder empfand, daß' wir trotz aller^ Rückschläge unsere Arbeit im E. B unverdronen und zuversichtlich sortführen. Tie besonders schweren Verluste^der Nationalsozialisten im politisch ausgeschlossenen und rührigen Freistaat wachsen sind nicht zuletzt auch die Früchte unserer Tätigkeit. Chemnitz (Redner stellv. Syndikus Tr. Alfred H i r s ch b e r g), Dresden (Redner Artur Schweriner) und Plauen (Redner Tr. Felir S 0 l d m a n n) veranstalteten gutbesuchte Orrsaruppmversammlungen, in denen die in den Borstandsbesprechungen in Leipzig beschlossenen Maßnahmen zur Entgiftung der politischen Atmosphäre in allen Kressen des C. B. verständnisvolle Anerkennung und opferwillige Anteilnahme ^anden. Aieöerschlesien Es sprachen: Bolizeivizepräsident Tr. Weiß in Breslau, Rechtsanwalt Tr. Aptz Vorsitzender des Landesverbandes, in Görlitz, Stricgau, Glogau, Hirschberg, Landesverbandssyndikus Tr. Frankel in Hayn.au, Breslau, Görlitz- und Stricgau, Assessor Kubitz ky in Militsch, bdamslau. Ob§rschl§si§n Stadtverordneter Behrendt (Beuchen) sprach in Neiße. Ostpreußsn Tie Tclegiertentagang des Landesverbandes Ostpreußen in Königsberg am 30. Oktober war sehr gut beschickt. Eine große Anzahl un'crer Königsberger Freunde war außerdem als Zuhörer erschienen. Nach knappen Schilderungen über die Vorgänge in Ostpreußen durch den stellvertretenden Landesverband s -Orndikus Otto M i ch e l s 0 h n (Owttin) zeigte Tr. Friedrich Brodnih als Abgesandter der Berliner Zentrale die Lage des deutschen Judentums und machte aufschlußreiche Mitteilungen über die Arbeit der Zentrale, die im Hinblich aus die veränderte politische Situation auch neue Wege beschreiten müsse. — An der Aussprache beteiligte sich der größte Teil der Telegwrten. Alle Fragen der E. V.-Arbeit kamen ausreichend mr Vewremmag. Nach uiehr oar.dsvorsitze..d^, Tau.itaisrar Tr. B 0 l l n 0;n , die Tagung mir Tank an den Referenten und nie Telegierwn Ar ihre e''riae l. a.araeit "chlu .u. Im Landesverband Ostpreußen Er amen;er;uT: Tr. Friedrich Br 0 v n i n, .. .'wgkied des Hauptvorst ander des E. V., in st.'ä nstgsberg, La1: dcv•_ r0and s'e: 1 dit11s Ost0 sti eh e l - iohn in Elbing, stlllenftcin, Lyck, Nastcnbrrrg, Insterburg, Grün binnen, Tilsit. Dommsm-GrsN-mcrk Die Ortsgruppe Ko lb erg veranstaltete kürzlich eine große Auftlarungsvcrfamurlung vor geladenen christlichen Gästen. Die Veranstaltung wurde von dem Vorsitzenden der Ortsgruppe, Dr. Groß, gelcitcL, der in den cinsührcnden Worten auf die Notwendigkeit hinwics, gerade in diesen verhetzten Zeilen das wahre Bild dcö Judentums zu zeigen. Erschienen war eine große Anzahl Lehrer, Lchullcircr, 'Arbeiter, stlugcsiellLe und Gewerbetreibende, die mit großen: Interesse den Ausführungen des Syndikus Kurt S a b a tz k y (Königsberg) über das Thema: „Ist der Judenhaß berechtigt?" folgte. In der anschließenden Aussprache wurden eine Reihe besonders interessierender Fragen erörtert. Die Kolbergcr Presse nahm von dieser bedeutsamen Veranstaltung in ausführlicher Weise Notiz. Besonders eingehende Berichte brachten: die „KoLöergcr Zeitung für Pommern" und „Der Himcrpommcr". Handlungen fruchtbringend in ihre Orts-- gruvrcuWflanzcm * Als Auftakt zu der außerordentlichen Telegierwntaauuz ^n.d am Vormittag des 30. Oktober im großen Börsensaal eine W 2 h l -- 111 n d tj c ö u n g statt, die auch ron den umliegenden Großstädten ausgezeichnet besucht war. st stach, einem vom Ep r e ch ck; 0 r des I ü d i -- s ch e n I u g e n d v e r e i n s Essen vorzüglich vorgetragencn Vorspruch von Goethe gab Rabbiner Tr. L e v i (Mainz), Mitglied des Hauptvorstandes, einen überaus klaren Abriß der Geschichte des Jndenhasies und entkräftete eine fadenscheinigen Argumente. Teittstßland' ei zu bedauern/wenn der schmachvolle Rnf: „Juda verreckest der höchste Ausdruck einer ver> meintlich vaterländischen Gesinnung werde. Wit einem Appell an die jüdischen Teutschen, sichdurch Angriffe nicht entmutigen zu lasten, sondern des eigenen Wertes bewußt zu bleiben, schloß der Redner seine Ausführungen. Tr. Eva R e i ckpm a n n - I u n g m a n n- (Berlin) sprach vom Standpunkt der deutschjüdischen Jugend ans. die vom Strudel der Zeit in gleicher Weise herumgewirbelt werde wie die Jugend ihrer Umwelt. Niemals habe der- Brnch zwischen zwei Generationen tiefer geklafft als heute, Mehr denn je müsst von den Aelteren Verständnis für das - suchen und Tasten einer ringenden Jugend gefordert werden. Es gelte, den Absprung in eine unbekannte Tiefe zu wagen, den Absprung, der unvermeidbar jei und mit Wagemut ansgesührt werden muffe. Ter Vorsitzende des Landesverbandes, Tr. Krombach (Essen), nahm darauf zu den Fragen Stellung, die sich im Zusammenbang mit dem Wahltag für den jüdischen Teutschen ergeben. Für Einigkeit und Recht und Freiheit am 6. November und über Liesen Tag hinaus zu kämpfen, sei auch die Ausgabe der deutschen Juden. Im LauDcsverbaud Pommerrr-Grcnzrrrark sprachen ferner: stellv. Syndikus Tr. Alfred Hirschberg (Berlin) in LLellirr, Landesverbandssvndikus Kurt T a b a tz k y in Stotp, Grcifcnöerg, Treptow, Kolberg, Köslin, Stralsund, Pascwalt, Potzin, Tchivclbcin, Ttargard und Pyrrtz. Im Bezirk des Landesverbandes Rheinband- Westfalen sprachen außerdem: Rechtsanwalt Tr. Krombach (Essen) in Hamm und Oberhausen, rahndikus Tr. Plaut in Langendreer, Düsseldorf, Duisburg, Gclfcrrkirchcn, Nccklinghausen. In der Frauengruppe Düsseldorf Tr. Eva Reichmann- Jungmann, in Dortmund Polizeivizeprafident Tr. Weiß, Artur L a n d e l 0 w s k y und Dr. Plauü Rheinlanö-Wsstfassn Am 30. Oktober fand nachmittags in den Räumen der Glnckauftoge in Esten eine außerordentliche T e l e g i e r t e n t a g u n g statt, die hervorragend gut besucht war. Es waren nabezn 150 Telegierte der Ortsgruppen aus dem ganzen Landesverband da. Tue Versammlung wurde von dem Vorsitzenden. Rechtsanwalt Tr. K r 0 nt b a ch ^Ebenst geleitet und mit Begrüßungsworten eröffnst. Alsdann erstattete der Syndikus des Landesverbandes, Tr. Plaut (Esten), einen Bericht über die in den letzten Monaten besonders umfangreich geworAnie Abwehr- und Aufklärungstätigkeit des Syndikats'sowie über die gegenwärtige politische Lage und die Bedeutung der Wahlen. An das Referat schloß sich eine eingehende "Aussprache von erfreulich hohem geistigen ^tand, au der sich Tr. O st w a 1 d (Münster), Tr. L e v i (Mainz), Tr. Hahn (Essen), Tr. Sanutet (Essen) sowie Frau Wolss (Tinslaken) beteiligten.' Zur Freude der 'Anwesenden gaben die Vertreter der Berliner Hauptgesch isrsstelle des G. V.. Tr. Eva R e i ch m a n n - I n n g - Ruiitü und Ariur T a nde! 0 w skv . in längeren Ausführungen Einblick in die Tätigkeit und Znkunstsabsichten der Berliner Geschäftsführung. Nach der Aussprache erfolgte die Neutvahl des Vorstandes. Mit starkem Beifall wurde die Wiederwahl des Vorsitzenden bearünw. Auch die übrigen Mirgneder des Vorstandes wurden einstimmig tviedergAvählt. Gegen Libeud konnte der Vorsitzende die in allen Teilen harmonisch verlaufene Tagung mit dem Wunsche schließen, die Versammelten mögen den Geist der Ver- Dr. Bernhard Weiß' Dorira§Sreise Tr. Bernhard Weiß, der hohe preußische Vcrwaltungsbeamte alter Prägung, wollte nicht als Parteimann in die Erscheinung treten. Aber Gesinnung wollte er bezeugen, die klar und gerade Staat und Bürger in den Beziehungen zueinander beurteilt. Tiefe Gesinnung zeichnete auch die Referate aus, die er in rascher Fahrt durch Teutschlands Westen, Enden und Osten in G. V.-Ortsgruppen kurz vor den Reichstags- Wahlen hielt. Wer von ihm sensationelle Enthüllungen erwartete, ist sicher nicht auf seine Kosten gekommen. Aber die Tausende von Menschen, zu denen Tr. Weiß in acht überfüllten Versammlungen sprach, empfingen eine klare, sachliche, ernsthafte Analyse der Gegenwart und ihrer Politischen, wirtschaftlichen und geistigen Form. Ter Beifall, der ihm durch Kundgebungen am Ochlnste der Referate und der Veranstaltungen und in persönlicher Aeußerung seitens zahlreicher Versamwckungsbesucher en tgegengebrach t wnrde, entsprang dem Gefühl einer menschlichen Verbundenheit mit dem Manne, der um seines Judeseins wnllen jahrelang Gegenstand gemeinster und menschlich niedrigster Angriffe gewesen war: es war auch Tank an den sachlichen politischen Berater, der in den verwirrten Zeitläuften einer klaren Entscheidung', nähergeführt hatte.