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Central-Verein-Zeitung · 1932-11-11 · 46 (11.11.1932) · p. Seite 465

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
46 (11.11.1932)
Date
1932-11-11
Page
Seite 465 (sequence 5)
Language
German
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465 Dir SQiW vsrr Ns-Os-r 6. ö. tzasröt . 4 die Zahnpaste, die von mehr als 6 Miiiioaen J Menschen — allein in Deutschland — taciich i gebraucht wird. Vorzüglich in der Wirj Kuno, sparsam im Verbrauch, von höchster 5 Qualität. Tube 5*0 Pf. und SO Pf. Weisen i Sie jeden Ersatz dafür zurück. Rundschrerbe» ausgehcn soll, existiert überhaupt nicht. Ter EerrLraloerci» protestiert aufs schärfste gegen derartige nnsarrScre Machenschaften. Alts welchem Lager sie stamme», ist nach der Tendenz der Fälschung klar zu erkennen. Tie Zeitungen haben in sehr großer Zahl den Protest des C. B. gegen die plumpe Wahllüge veröffentlicht. Er erschien u. a. in F r a n k - su r t a. M.. Dortmund, Köln und Bremen, um nur einige wenige 3täöte 51t neunen, vor allem aber in sehr vielen Provinzblättern in den ländlichen Bezirken Pommerns und Ostpreußens. -Ter EeuLralvcreirr schickte sofort au diejenigen nationalsozialistischer» Zcitungcrr, die das Flugblatt veröffentlicht hatteu, prcstgcscrzlichc Berichtigungen. Er erwirkte au mehreren Orten, wie in BeLgard (Pornmcrn), Bochum und Essen einsrweiLige Verfügungen gegen den ösfeuLlichcn 2lushaug des angeblichen Rundschreibens. des E.V. in Schaufenstern nationalsozialistischer Lokale. In der tzlntragsbegründung wurde jedesmal u. a. auf folgendes hingewiesen: Tie Tendenz des gefälschten Briefes irt ganz offensichtlich die. die gegemväetige Negierung als im Bund mit den .deutschen Juden stehend zu charakterisieren und ebenso den Ccntralverein zu verdächtigen, mit dieser Negierung auf geheime Weise zu seinem Vorteil in Verbindung zu stehen. Tamit wird auch der Centralverein in der Oeffentlichkeit in verächtlicher Weise angeprangert. ganz abgesehen davon, daß schochdie Veröffentlichung eines gefälschten Briefes an sich unsittlich ist. Ueberdies ist der Centralverein parteipolitisch neutral. Zu seinen Mitgliedern gehören Angehörige aller politische?» Nichtmlge'n. so daß also durch die Veröffentlichung des gemischten Briefes der Anschein erweckt wird, als ob der Centralverein satzungswidrig seine Grundsätze verleugne. Tamit wird er in den Augen seiner Mitglieder herabgesetzt und in seinen Bestrebungen gehindert und beeinträchtigt. Tie Veröffentlichung des gefälschten Briefes bedeutet daher»einen sittenwidrige!! Cingrisi in die geschützten Rechte des Centralveremsck Tie Teutfchnationaleu selbst, deren Hauptgeschäftsstelle der Ceutralverein eilte eidesstattliche Versicherung über die Fälschung des Rundschreibens zur Verfügung stellte, haben sich, was wir in der vorigen Nummer bereits kurz andeuteten, mit dem Rundschreiben als einem Produkt einer systematisch arbeitenden LügensabriE beschäftigt, lieber die Breslauer Rede Hugeubergs vom 1. November halvm vor allem außerordentlich zahlreiche rechtsgerichtete Zeitungen in allen Teilen des Reiches berichtet und dabei jedesmal auf das dem Ceutralverein nn* gedichtet Flugblatt als eine Fälschung ausdrücklich hingewiesen. Auszerdcrn hat dieTcutschnatro-ralc Bolksparkci durch ihre Partcigeschästsslellcn Richtigstellungen und Proteste in die Tagesprcsfe Lanciert, preßgcschliche Berichtigungen erlangt, sogar mancherorts die Protesterklärungen des Ecniratvereins im Rahrncu von Jnserakeu verösserrilichr. In Berlin sah man au den Anschlagsäulen (ueme Lllablplakate, ferner von Flugzeugen ab-geworfene Flugblätter, in denen sich die Teutschuationalen gegen die Fälschmg wandten. E. G. L. .Am 10. Juli fand in Neustadt a. d. si>. ein Gant:] der NLTAP (Gau Psalst natt. Während des Umzuges der SA. ereianckm sich mehrere ckwuäurüälle. An einer -Lulle des Ortes wurden die Temonstranten bclchr'-cn, an einer and-eren stelle erhielt ein LA.-W.ann einen Hllsiäckag. Bei der an die Demonstration anschließenden Kunde.rbunz im Neustadter Stadien hielt der süddeutsche -Führer von Iagrw eine aufreizende Rede, in der er behauptete: ,Aus den: Hause des Juden Levy wurde uuch ee'cke ''cns Auch dir ,N. er. Z? wiederholte in dem Bericht über den Sautag die Verdächtigung gegen die Juden." Lo begann eine Darstellung des Lachverhalts über einen empörenden Vorfall in der „C. B.-Zeitung' vom 22. Juli d. I. Ter Landesverband Pfalz des (I. V. mit dem Hauptrorsrandsmitglied des C. D., Tr. Kehr Tie unübersehbare Lchar von Nathonau- Zitateu.-die entstellt oder aus dem Zusammenhang gcrisieu. feit einem Jahrzehnt die Oesseutlicht'eir veraisieu. weil sie die angebliche Gesährlichleir Ws toten Juden und Ministers Walther Rarhenau dartun sollen, isi um eine neue besonders schändliche Fälschung vermehrt worden. In einigen nationalsozialistischen Zeitungen erschien am Tage vor der , Bllahl ein Hetzartikel, der auch als Ausschnitt die Fenster einiger nationalsozialistischer Buchhandlungen zierte und zahlreiche Leser aulockte: „Was schrieb der Jude Nathenau an Frankreich?" In diesem Aufsatz wird Inhalt und Absicht einer Veröffentlichung Walther Nachenans „An Frankreich", die im ersten Band seiner nachgelassenen Lchriften abgedruckt in. und deren Wortlaut wir in der nächsten Nummer wiedergeben werden, in das Gegenteil verkehrt. Ter Artikel Nathenaus bezieht sich aus das Verlangen Frankreichs nach Auslieferung der 8 "0 ,.K nee so e r breche r". •}*: atfienau t e - stritt dieser Fordert! ng jedes moral r s ch e und materielle N 0 ch i und en tändelte dann folgenden Gedankengang: Besteht Frankreich auf dieser Cntehru:tg Teutschlaude- — denn eine solche in die Auslieferung der „Kriegsverbrecher" —. daun muß cs. so lagt t/auhenau in Ueberspitzuug des Gedankens. um die Absurdidät von Frankreichs Forderung zu zeigen, das ganze deutsche Volt mit winen 00 Millionen vernichten. ..Isi das die Mission Frankreichs", fragt er uud fährt fort: „Was wir noch zu verliere» habe», cinschlicßtich des Lebens, lohnt kaum der Mühe. Oder wollt ihr cs nicht? Darr», Männer, Frauen Frankreichs, schasst den Frieden! Ter aber kann nicht beruhen auf Entehrung uud Unrecht, sondern aus dem Gedanken der Menschlichkeit und der Menschenrechte." Nathenaus Worte werden nun von den §eieAhofsschärröuKgLn m ^Lmburg unö OapZrn Auf dem über 2->0 Jahre alten südt'ckwn Friedhof der Teutsch-israelitischen Gemeinde Hamburgs in Ottensen wurden mehrere Gräber geschändet. Ans einen Grabstein wurde ein Hakenkreuz aufgewalL, in (Kaiserslautern), hatte damals umfasseuee Maßnahmen getroffen, um den wahren Laclu verhalt in breitester Oeffentlichkeit klarzu stellen. Erst in diesen Tagen fand die Gerichtsverhandlung über die Vorgänge des 10. Juli statt. Tie Angeklagten, zwei Veichsbanneeleute, wurden mangels Beweises frei gesprochen. In der viertägigen Verhandlung, in der zwei NaLronalsoziaListc» als Nebenkläger miLwrrttcn, wurde nicht einmal der Veruch wiederholt, die LchuLd mit den irdischen Bürger» von Neustadt irr Verbindung zu bringen. Tamit ist wieder eine Verleumdung zuauunengebrochen, die von naticnalfozialisticher Leite mit der Absicht in die Welt gesetzt worden war, blutige ..AevanckM an den Juden innerlich zu rechtfertigen. Nationalsozialisten so gedeutet, als ob er die Franzosen in das bcutfd'c i'anb gerinen ha 1h?, um das deutsche Volk restlos zu vernichten uud sogar die Erinnerung an das deutsche Volk auszulöschen. ,.Lo schreibt ein Jude", heißt cs in dem nationalsoziali Mimen Flugblatt. ..der in führender Stellung in Deutschland tätig war. Tie Latze sind so ungeheuerlich. daß mau sich au den siopr greift^ uud sich fragt: Ist so etwas denn wahr? trs ist wahr uud möglich deshalb, weil der Jude, obwohl er die deutsche Ltaatsung-chörigkeit besitzt, ein Jude ist und bleibt, weil kein deutsches Blut in ihm fließt und er als Jude daher auch nicht deutsch fühlen und denken kann. Teshalb konnte der Jude Nattzenau andj schreiben: .Vernichtet das deutsche Volk'.' Nicht sein Volk wäre vernichtet worden, souderu eben nur das deutsche Volkll Wie steht es heute? Ter Jude Nattzenau ist rot. Ueöerall habe» aber seine Volksuud Bllsis- - genonen hervorragende stellen. Lebt die jüdischen Polizeipräsidenten, die jüdische» Intendanten und Lchauipieler an den .deutschen" Theatern. . . . Das muß anders werden. Unsere Losung mutz beißen: .Deutschland den Deutschen, nicht den Judensi Kauft nicht bei Inden, beschäftigt keine Inden, setzt euch keine jüdischen Theaterstücke an. dann grabt ihr den Juden das Wasser ab und der jüdische Lchmarotzor kann sehen, uvo er andere Völker ausbeuten kann/" Am Tage der Veröffenrlichung des nationalsozialistischen Angriffs find sofort unter Bl itwirk 11 ng des C e u t r a (fc c r e i n s Lchritte versucht worden, mit wenigstens den Aushang des Ausschnittes in den Lchausenstern ztr verhindern. Cs muß an die Behörden, für die das Andenken eines deutschen Reichsministers, auch wenn sic mit seinen rln sichten und Zielen vielleicht nicht oder nicht mehr übereinstinnnen, die dringende Fordenu-g gerichtet werden, die gesetzlichen?)chg:ichkeium. die das Revublikschutzgesetz bietet, ouszus.chövfen. um eine Wiederholung dieser Totenschmähung zu verhindern. einen auDereu Grabstein wurde ein Hakerrkrerrz eingemeistell; V-rci weitere TLeine wnrven umgcworfen. Von den Tätern fehlt bisher jede Lvnr. Ans dertr jüdischen Friedhofe in A s ch - buch (Bayern) wurden unlängst zwei Grabsteine zertrümmert. Don den Tätern fehlt jede Lpur. Ans ihre Ergrcstnng wurde eine Belohnung ausgesetzt. „WüZ KnÄ dA 3üDe Asst;r.5Ä 6Y Eins neur NüchLnau-Ls§snöe

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