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Central-Verein-Zeitung · 1932-11-04 · 45 (4.11.1932) · p. Seite 451

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
45 (4.11.1932)
Date
1932-11-04
Page
Seite 451 (sequence 3)
Language
German
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451 heit mit Deutschland, aber die Zeit nach dem 6. November muß uns entschlossen surden, das (Zebäude unserer Emanzipation wieder hochzuführen, das wir trotz stärkster Anspannung in den letzten Jahren gerade noch auf dem alten Stand erhalten konnten, weil die tiefgehende Wandlung in der Delksstimmung durch den Nationalsozialismus den Untergrund in Sumpf zu verwandeln drohte. Jetzt ist die Zeit günstig, den Sumpf trockenzulegen und neue feste Grundlagen für unser Neckst und unsere Zukunft .zu schassen. Dr. Alfred Hirschherg. V; v u Schon wieder „Anti-Anti"?! Sind doch erst wenige Wochen verstrichen, seitdem in diesen Blättern mehrmals aus Erscheinen und Wirkung der sechsten, völlig veränderten Neuauflage dieses Abwehrlexikons ausführlich die Aede war. Durch Reichhaltigkeit und Qualitä: des Inhalts, übersichtliche und knappe Darstellungswei'e sowie praktische Handhabung fand der „Anti-Änti" so regen Zuspruch in jüdischen wie nicht jüdischen Kreisen, daß seine sechste Auflage überraschend schnell vergriffen Zwar und Hunderte non Bestellungen unerledigt liegen bleiben mutz een. In diesen Tagen ist nach umfangreichen AenderungsundErgänzungsarbeiten die siebente Auflage des „Anti-Anti" (Philo Berlag, Berlin VV 15; Preis 1 Mark, erschienen, äußerlich schon dadurch erkennbar, daß der Umschlag eine andere Farbe zeigt und die Titelworte einen klareren, geradezu zielbewußten'Charakter bekommen haben. Ter Umfang gehr envas über den der letzten Auflage hinaus, der Inhalt ist in manchen Teilen stark verändert, die Anordnung und Reihenfolge der einzelnen Blauer aber nur wenig verschoben. Etwa zwanzig sachkundige Mitarbeiter haben an der Ueberarbeittmg des „Anti-Anti" mitgewirkt. Das Material wurde auf den neuesten ^tand der Tinge gebracht, für die politische Auseinandersetzung wurden wichtige Tatsachen hineingearbeitet und an vielen Stellen die Darstellung erweitert und, ohne den Namen zu sprengen, vertieft. Neue Quellen wurden angeführt, die Literaturangaben ergänzt. So ist im Laufe eines Jahrzehms—- so lange etwa gibt es bereits den „Anti-Anti" — aus einem an Umfang dünnen, an Inhalt keineswegs erschöpfenden Taschenbüchlein ein straff ststtemaiisiertes, alle Tatsachen zur Judensrage ausführlich, aber prägnant behandelndes und darstellendes Abw eh r l e r i ko n geworden. Sein Vorzug liegt darin, daß es nicht nur stür „bcruismäßige Bekämpfcr^ des Antisemitismus bestimmt ist, sondern von jedem schnell gebraucht rverden kann, der gegen die politisch-verzerrte Darstellung des Judentums aus treten will. Ein einzigartiges, von Juden wie Nicktjuden, vom hohen Beamten wie vom Arbeiter, vom Akademiker wie vom Kaufmann oft bewundertes und begehrtes kleines Werk, dessen weitere Ausgestaltung sich Cemraloeroirr und Philo-VeAag stets angelegen sein lasten werden. Wenn unnr den vielen deutschen Tageszeitungen, die den „Anti. AntO würdigten, die volksparteiliche „Dortmunder Zeitung" vom 16. September d. 'I. u. a. schrieb: . . Jedem ehrlichen Kritiker sollte diefts Tatsachenmaterial zum unentbehrlichen Bestandteil seiner Schriften werden, denn die unebenere Verwirrung, die über die sogenannte udensrage mit allen möglichen Schlagwörtern angerichtet worden ist, gründet sich auf nichts anderes als auf Unkenntnis. Das einmal offen zu sagen, ist die Pflicht ehrlicher Menschen/ so hat sie den Nagel auf den Kons gerrofsen und ein treffliches Wort über die Bedeutung des „Anli-Anti" wie über die Notwendigkeit seiner Verbreitung gesprochen. E. G. L. Die dreisteste W&MMge Aus verschiedenen Landesteilen geht uns kurz vor Nedaktionsschluß das hier in Faksimile wiedergegebene angebliche Rundschreiben des Centralvereins, Ortsgruppe Berlin, zu. Es ist eine bewußte und grobe Fälschung. Wir find gewohnt, daß vor politischen Wahlen falsche, die Oefsentlichkeit irreführende Nachrichten über die Haltung der deutschen Juden und die Stellung des Centralvereins zu den Parteien verbreitet werden. Taß aber, wie im vorliegenden Fall, der gedruckte Briefkopf des Centralvereins zu lügenhaften Wahlmanövern benutzt wird, ist eine an Urkundenfälschung grenzende „Neuheit*.. Die Aufforderung, am 6. November deutschnational zu wählen, ist allzu dick ausgetragen, als daß nur irgend jemand auf diesen Schwindel herein siele. Mit Recht hat auch Hugeröerg, wie der „Berliner Lokal-Anze:ger" vom 2. November berichtete, in einer Wahlrede in. Breslau am 1. November dieses Rundschreiben als das Fabrikat einer „systematisch arbeitenden Lügenfabrik" gekennzeichrret. CENTRAL-VEREIN DEUTSCHER STAATSBÜRGER JÜDISCHEN GLAUBENS ORTSGRUPPE BERLIN BERLIN W15, ie»_—- Oktober J>2. r a 2 OLK*. S74 BÄ=n Ile V e r t raue ns 1 e u t e! Streng vertraulich zu behandeln! .Jeder Empfangeriist für die Geheimhaltung verantwortlich-« Der Inhalt dieses Rundbreifes ist an unsere Glaubensgenossen nur mündlich weiterzugeben! Wir deutschen Juden müssen unsereaugenbllckliches Schicksal als sehr ernst und unsere Zukunft als wirklich beunruhigend be => trachten. Auf dem internationalen Kongress in Genf ist es endlich gelungen, eine Einheit sf ront gegen den Eat ic-r.alsozial Ismus zu bilden. Die Hitlerbewegung, die uns entrechten will, ist heute nicht mehr eine rein deutsche Angelegenheit, sondern ihre Ausstrahlungen erstrecken sich auf etwa 50 Länder durch Afrika und die beiden Amerika bis nach China und Japan. Wir haben beschlossen zu handeln, ehe es zu spät ist. Wir haben e ’ner. Plan ausc-a rbeitet, dank dessen wir in Zusanue narbetnit den Juser.freund 1 ichen Christen tatkräftig an dem Wiedcrnuf«• bau der internationalen Uirtschaft teilnehmen können. Die erste Gelegenheit zur aktiven Arbeit bietet -die bevorstehende Wahl. Das'grosse Bollwerk gegen die Machtergreifung des Nationalsozialismus in Deutschland ist geschaffen. Wir haben deshalb mit aller, uns zu Gebote stehenden Mitteln diese Regier rur.g zu unterstützen. Hinter der Regierung von Pa?en stclit als einzige Partei die Deutschnationale Volkspartei. Die Regierung von Rapen steht uns/ wie wir ausdrücklich versichern, durchaus wohlwollend und freundschaftlich gegenüber, ua Herrenklub sitzen namhafte Financleute unseres Vereins. Immer wieder versichern sie uns, dass die Susannenarbeit mit den Freunden der gegenwärtigen Regierung intim uni wohltuend sei. Wir deutschen Juden wählen deshalb am 6. November deutsch* national, denn dies' ist unseres Erachtens die Fartei, die augen blickllch den Nationalsozialismus mit Erfolg bekämpft und die vertrauensvollste Zusammenarbeit mit uns gewährleistet. Centralverein deutscher Staatsbürger Jüdischen Glaubens. Den Herstellern des Flugblattes — feiner Tendenz nach ist nicht schwer zu erraten, aus welchen Kreisen es stammt — geben wir aber für Neuauflagen folgende Tips, die den Brief noch glaubwürdiger machen werden: Erstens, es gibt keine „Ortsgruppe Berinch des Centralvereins: .sie müßten also das nächste Mal „Landesverband Groß-Berlin" schreiben. Zweitens ist die Telephonnummer der Hauptgeschäftsstelle des 6. B. nicht „ll 2 Oliva 574", sondern „J 2 Oliva 5074". und schließlich, verehrte Herren Fälscher, schreiben Sie den Brief bester, denn die eochreilDamen des C. B. machen nicht solche Tivpstbler wie Siel Der CrnLralvereiu hat sofort uaefj BctannLwerderr dev' Fälschung alle notwendlgcn Schritte %tt ihrer Aufklärung in oiz Wege geleitet. Vor allein auch die B-rcste geuauestcns unterrichtet.

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