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Central-Verein-Zeitung · 1932-09-30 · 40 (30.9.1932) · p. Seite 407

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
40 (30.9.1932)
Date
1932-09-30
Page
Seite 407 (sequence 7)
Language
German
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407 Tann gab e§ sogar bei uns Dchulkrndern häßliche ZwttchensiLle. Lin Junge von ordinären-. Instinkt brachte ein Witzblatt rnit, das die übelstei: -Lttttttlder enthielt. Im baue nom?wei jüdische Mitttnüttr. Wir laßen >aä *u', v narr — wir wrlimn nns denn Gaudimn nictzn rreisgeben. Tie beiden anderen lm> ..tt.: iKk„, mit gesuchter Dbjekrivirär —- ich blicb ernü und traurig. Plötzlich trat ein inspizierender Lehrer ein, riß' den: kleinen Hetzer das Blatt weg und gab ifjiu eine furchtbare Ohrfeige. Tas ereignete sich sehr überrumpelnd. Eigentlich sahen wir Juden den Tieg des Anstandes darin. Tiefer ctraßenschmutz sollte nicht in die Tchule dringen. Dennoch blieb ich ernst nnd traurig wie zuvor — ich freute mich nicht wie Hans Ltern und Julius Mayer. Aber dann — dann sah ich plötzlich die Wandlung meines Lieblings. In der Pause ging ich aus ihn zu — er kramte in seinen Heften nnd sagte: „Entschuldige. Ich habe zu tun." Er mußte wohl noch präparieren — ich zog mich zurück. 'Aber beim Heimweg war es dasselbe. Wir gingen sonst immer zusammen — heute war Ernst verschwunden. Ich sah mich vergeblich nach ihm um. To blieb es. Er entging mir, er wollte nnch meiden. Nach^drei Tagen ertrug ich es nicht mehr. Bol! schmerz hielt ich ihn fest: „Ernst-was ist denn los? Warum bist du nicht mehr so nett zu mir?'." — Ta sah er mich znertt mit an. Tas sagte alles. Ich las die Antwort förmlich. Er hatte etwas nicht von mir gewußt! Tatsächlich, es war so. Er sah mich seht anders — und wehrte sich dagegen. Leidenschaftlich. Das kam nun doch heraus. „<-age mal",. stieß er mit geröteter Etirn hervor — „bist du denn wirklich — ein Jude? Ich: leimte sich alles in mir auf. Ich wandelte mich auch in diesem Augenblick. Mein Eerülst für den Freund war so rein — das wuche ich — und hier erröten sollen, hier zur-.-r -e-"m, uit etwas, was nicht nur unr-er'au 'andern sogar sehr aut und vornehm war, «.:^vSü vornehm wie ein Dragonermajor?! Es riß nnch hin. ich sianwne, nnd rauh erwiderte ich: „Natürlich! Telbnverständkich bin ich cin Jubel" Ta sah mich der kleine Gras von oben bis unten an — ein unvergeßlicher Blick. „Pfui Teibel!" sagte er schneidend und wandte mir den Bücken. Wir sahen uns nicht mehr an. * Zwanzig Jahre vergingen. Ich war ans einen Weg gekommen, den ich in der Tchule nicht geahnt. Ich errang als Dramatiker frühe, emporreißende, auch belastende Erfolge. Was einst still brennendes Leid gewesen, erblühte über Aacht, wurde Dichtung. TaustuWil einst sreind, kam ich Tausenden nahe. Aber der Nuhm hatte mehr das Aengsttgende als das Befreiende für mich. Ich liebte die Welt ein wenig mehr, weil sie gefühlt, was ich ihr gab, aber' es zog nnch wieder dorthin, wo schmuckloser Ernst war. Ich wurde Landbewohner, ich ging, von der Untreue!tts Theaters erschreckt, zur Erzählung über. Ein schmales Buch, die Geschichte eines jungen, irrenden Menschen, wurde als mein Bestes begrüßt. Tas gab mir eine reine Er so las fr ende. In dieser Freude aber bedeutete es das Schönste, als mir ein Besuch seine Liebe zu dem Buch gestand, der aus einer völlig anderen Wett kam. Ich war nicht blind dagegen, daß er mir ohne den Ruhm vielleicht ferngeblieben wäre. Ach&ns 3!&ische Jitgend— kkLMckütt a. M. Politischer Schulungskurs. Redner: Universitätsprofessor Dr. Keiler: ..Das Judentum und die politischen Strömungen övf Gegenwart"1. Kaadelsrcdakieur Lothar Bauer: „Raffendes und schaffendes Kapital41. Dr. Hermann Gundersheimer: .. Kulturen lsehewisfnus"*. Ernst Holzer: „Jüdischer Marxismus?14. Dr. Richard Mainzer: „Politisches und unpolitisches Recht'". Dr. Martin Marx: „Was antworte ich meinem politischen Gegner?"" — Nach jedem Vortrag Aussprache. Der Kurs findet jeweils Dienstag abend statt. Beginn: Dienstag, den 11. Oktober 1932. Anmeldungen sind bis 5. Oktober an das Büro des C. V., Frankfurt a. M. , Stein weg 9 . Zimmer 111, erbeten. Teilnahme kostenlos. Centralvercin deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Ortsgruppe Frankfurt a. M. Lande sjugendausschu ss. Mein Name gab wohl die neutrale Zone. Nasienskrupel schwiegen, politische Hemmung erlosch. Die junge Baronesse G., die oft in mein Hans kam. eine begabte Malerin, gestand mir in ihrer herbsüßen Art, was sie mit mir verband. Es war jenes Buch, und sie hatte es nicht von selbst gefunden. Einem sterbenden reunde dankte sie es. Ter habe mit meinem uch gelebt und — hier stockte Marianne — er habe ihr ein Vermächtnis an den Verfasser mitgegeben. Ich fühlte, daß dieser Tote das Gefühl des schönen Mädchens besessen und sein Bestes vielleicht ins Dunkel des frühen Grabes mitgenomiMsnl? siebtel ß'chsDi-Mg ZllÄUN! 0/ y/1 Cf iV /'- j‘J B.Hw üdU/A; in. PFIAN Z EN -MARGAR I K £ KK,.. iHese drei &ustuoM-QuaÜtflfen -entsprechen den KöÄstsnÄnforäLmngen.äie ein streng rituell geführter Haushalt an dis von ihm benötigten Speisefette stellen kann.sox'o’ü hinsichtlich ihrer Güte und vielseitigen Deruwndungsmöglichksit.ats auch ihrer streng koscheren -Herstellungswsiss. flü.Fabn irksfdsutsdis NaKnNZrmÄsl-WsHe m.b.h.DmsbukgMh. Veitrehing und Lager: Nathan $h.;\crJ$ Wwe., Be rlla-Schöneberg, Bahnstrasse 34. Tel.: Gt Stephan 7796. i c j frVp Aroo . U Ü Ü V J Ü ü «J Ü0L -i U b U Innere Krankheilen. KörWgsfcin i. Ta an us GanxiZUrlz. frs&Unct. San.-Rat Dr* H. Ämstang» Dr. U'-cRficr Ametang. ■J Nerveukr ankh eilen. De. Aemtn Beandi. n©mmm§€mn lloye» i 1 i M i II TTTilT r -U - L'V Vertreter in Berlin : Unter den Linden 1 (Hotel Adlon], Fernspr. Sammelnummer A2 Flora 660b Kurfyrstendamrr. 17, Fernspr. J 1 B-smarck 2284, sowie die übrigen Vertretungen des in- und Auslandes

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