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Central-Verein-Zeitung · 1932-09-30 · 40 (30.9.1932) · p. Seite 406

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
40 (30.9.1932)
Date
1932-09-30
Page
Seite 406 (sequence 6)
Language
German
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Vfifzi.O* r 0^ i: _ 'j*. f: Eine Erinnerung von Georg HirsdifeSd Lines Tages, auf dem Schulhof, wahrend der Turnstunde, von der ich. dispensiert war, hatte ich eine Begegnung, die sich bald als bedeutsam erwies. Ich hatte ihn natürlich schon bemerkt, und mehr: ich suchte ihn sogar, den kleinen Grasen. Ein richtiger Graf — das war etwas Besonderes, der beschäftigte meine Phantasie. Sein Name war sehr bekannt, ich hatte ihn schon in einer Equipage gesehen, mit Hütscher und Tiener, sein Vater war Eardedragoner und ritt auf einem wunderbaren Fuchs zur Parade. . Ter kleine Graf hatte mich bisher übersehen — das verletzte mich nicht, das fand ich selbstverständlich. Eines Tages war er beim Trittenabschlagen gestürzt und hatte sich den Arm gebrochen» Deshalb war auch er' während der Turnstunde frei und muhte sich gleich mir ans dem Hof herumtreiöen. Ich stand ineiner Ecke und beobachtete ihn. Wie er sich hielt und bewegte — so stellte ich mir die kleinen Edelknaben in alter Zeit vor. Mut und Adelskraft und vornehmes Selbstbewußtsein, ohne Hochmut. Er schloß sich nur wenig an. Aus ihn wartete ja, was mit der ganzen Schutumgebung nichts gemein hatte. Auch er sollte einst als Gardedragcner zur Parade reiten. Adjutant des Kaisers konnte er werden, co erzählten meine Tanten. Ich wehrte'urich eigentlich dagegen, daß nur das Pech, dos ercheim Turnen gehabt, ihn mir näher brock:e. dwin Wesen ritt sozusagen nicht mehr an mir vorbei. Er war nun gehemmt, wie ich, er litt und erlebte, daß es auch anders sein konnte, daß nicht mehr alles leuchtete und gelang. In jener gemeinsamen, unfreiwilligen Pause a;if dem Sck.ul.hof bemerkte ich. daß seine schwarze Armschlinge nicht in Ordnung war. Sie hatte sich so verschoben, daß der Verband beschädigt werden konnte. In die Lippe beißend, blasier noch als zuvor, ging der kleine Graf umher und kämpfte ungeduldig mit dem tückischen Tbstkr. Plötzlich faßte ich Mut und eilte zu ihm hinüber. — „Ich möchte dir gern helfen", sagte ich. Er blickte mich an. Wie ein Nachkomme des alten Fritzen sah er aus. Tann erwiderte er kurz: „Tanke. Man ist jetzt schauderhast ungeschickt." Es gelang mir schnell, die Eache zu ordnen, ohne ihm weh zu tun. Er lächelte ein wenig: „Tu hast ja Hände wie der Professor in der Klinik? Gar so sanft brauchst du nicht mit mir umzugehen. Ich soll <ro!dat werden. Meinem Vater ist 1870 die Lunge durchschossen worden." „Trotzdem kommandiert er die Gardedragoner?" „Tie erste Schwadron/ Wir blieben im Gespräch. Ich segnete insgeheim die sonst fatale Turnstunde. Einmal freilich lächelte Ernst bitter: ..Wir Invaliden? Tarnen hier hocken, während die anderen schneidig sind." „Nun, bei dir wird es ja bald wieder aut sein." Ich verstand zu trösten — das wußte ich plötzlich. Es beglückte mich, ein Leuchten in diese Augen bringen' zu können. Ernst legte sogar den gesunden Arm um mich: „Und was ist mit dar? Weißt du, was ich zuerst gedacht habe, wie ich dich sitzen sah? Ich dachte, du seist lahm. Es wunderte mich, als ich dich dann richtig wegtaufen sah. Weiß nicht, wie das kam. Tu turnst doch wegen deiner Kopfschmerzen nicht mit?" Ich nickte und konnte nichts mehr sagen. Ich hatte ihn jetzt sehr lieb. Auch als er -wieder gesund war, zog er sich rächt von mir zurück. Erstaunt sahen die Mitschüler unsere Freundschaft. Sie mußten wohl etwas sehr Ungleiches in uns sehen, lieber die Schule hinaus erstreckte sich die Beziehung aber kaum. Wir besuchten uns nie. Vaters Los hat wirklich gewonnen, nicht gerade das Grosse Los, aber RM. IQGOO,— sind auch schon ganz schön, nicht wahr? Mehr jals 114 Millionen Mark werden jedesmal bei der Preussisch - Süddeutschen Klassenlotterie verteilt“, und davon sind sehr, sehr viele ansehnliche Gewinne. Warum sollten Sie nicht auch einmal unter den Glücklichen sein? Achtel-Lose RM. 5,— J Hafte Lose RM. 20,— Viertel-Lose RM. 10,— | Ganze Lose RM. 40,— * Ziehung der ersten Klasse am 21. und 22. Oktober 1932 Staat!.lotferie-Ennehmer, Berlin C2, Schlossplatz 1. Pcdscheckk: Ber!in3i021 JC&ems Äat jdm ^iikMidie Sla&dl [Nur 8 ESSS21 in— RM. 53 kosten Ü der zur Zeit beliebtesten Tonfilm- und Tanzschlager \ für Klavier mit vollständigen Texten. I Ungekürzte Originalausgaben. Enthalten im neuerschienenen Schlager-Album MW / 7. i lj sj y y Aus dem Inhalt: Aas den erfolgreichen TonSiSi'sens f I „Gitta entdeckt Ihr Herz11: 1. Was kann so schön sein (Engl. Waltz) 2. Mädel, so bist du (Foxtrot) 3. Für d:ch sing’ ich meine schönsten Lieder (Rumba) Frauendi{?Ion?a£lf: 1. Musik muss sein (Marschlied) 2. Mir fehlt ein Freund wie du (Tango) „Ehe m. fe« 22.": Wer weint heut aus Liebe Tränen (Slowfox) „Zwei himmelblaue Zwei himmelblaue Augen (Tango) „FrSuSet!?, falsch verbunden“: 1. Ein Kuss mit Liebe (Foxtrot) 2. Seit jener Stunde (Tango) Und den errocssn Sshüssiöim: Hierzu Vioün-Stimme (RM. 1,80) erhältlich! Kleine Elisabeth, na, na! (TangoÜed) Oh Don Jose (Mama Inez), (Rurr.oa) Warum küsst mich dein P.lund so heiss"?(Tango) Mit dem Peng und dem Radiradibumbumbum (Tom Thumb’s Drum), (Foxtrot) Eine Sommernacht am rvieer (tngi. Waltz) Die alte Spieluhr (Tangolied) Wenn Ich Urlaub hab’I (Marschlied) und weitere 5 grosse Schlager In altgewohnter erstklassiger Ausstattung! Künstler, lüehrfarbentiteil und Zu beziehen durch jede Musikalien*, Instrumenten- Buchhandiung oder wenn nicht erhältlich direkt von ANTON J. BENJAMIN, A.-G., ABT. SORTIMENT, LEIPZIG CI, TÄUBCHENWEG 20

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