Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 37 (9.9.1932)
- Date
- 1932-09-09
- Page
- Seite 378 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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* 37$ gezahlt. Mit den vertriebenen spanische n und portugiesischen Juden kamen Goldschmiede nach Hamburg und in die Niederlande. Bis Zum heutigen Tage ist 'das Tiamantschleifen noch vorwiegend ein Tätigkeitsfeld jüdischer Handwerker. Es würde den Nahmen dieses Üeberblickes sprengen, wenn im einzelnen die Mitwirkung der Juden an kunsthancknvcrttichen Leistungen im Ablauf der Geschichte austgesührt würde. Nur wenige Beispiele sollen verdeutlichend angeführt werden: Was der F ü r t h e r Kantor E l k o n e an prächtigen Pa rechet (Thora schrei nvorhängen) schuf, reiht sich den beiden Textilien der Zeit würdig an. Tie Waffenziselierungen, die Salomo da Sefsa an den Hosen von Mantua und Ferrara fertigte, verschafften ihm höchsten Ruhm bei den Zeitgenossen. Unter seinem Taufnamen Ercole de Fcdeli ist er in die Kunstgeschichte eingegangen. — Abrahamben Salomo Conat, der 1475 bis 1477 inMantua wirkte, gehört zu den ersten Meistern der Buchdruckkunst; in Venedig wirkte die Familie Soncino. Ihr ist die vielbewunderle Veredelung des Schriftbildes, die 'hohe Qualität der Drucke zu danken. An Jakob von Gunzenhausen sei noch erinnert, der in N e a p c l druckte, und nicht Zuletzt an Chajim Schwarz, der gerneinsam mit Gerson-Kohen in Prag mit Randleisten und Illustrationen versehene hebräische Werke edierte. Die Aufgaben, die von Kultus und dem Leben an den jüdischen Kunsthandwerker gestellt wurden/ hat er verschieden gelöst. Er hat den gleichbleibenden jüdischen Gehalt in die sich .wandelnden ' Formen gefaßt. Seine Ausschließung von"den organisch sich entwickelnden Zünften und Handwerken hat bewirkt, daß er die einmal ausgenommenen Formen länger konservierte, kommt es, daß Gegenstände des i.S. Jahrhunderts aus den Werkst allen jüdischer Handwerker häufig noch Erinnerungen an frühere, enva gotische Motive wecken. Ter den Juden eigene traditionelle Mnn verstärkte diese fonferrciire Tendenz besonders. Tie Ketuba (Ehercriräae), die besonders lange mittelalterliche Schnmckformen benutzen, die Srabinäler, die nur ganz allmählich in den Umrnwn sich wandeln, sind in besonderen! Maste Zmgen dieser konservativen Eigenart. Tie gemeinsamen Eigenschaften alter jüdischer kunsthandwerklicher Erzeugnisse genügen jedoch nicht, um aus ihnen die Vorstellung eines jüdischen K u n ft h a n d w e r k e s zu gewinnen, sofern man unter jüdisch mehr als Herkunft und Zweck der Gegenstände versteht. In dem Sinne, wie man etwa von italienischem und deutschem Kunsthandwerk spricht, gibt cs kein jüdisches. Eigenschaften der Form und Farbe, Ausdruckswerte, die bei allen Erzeugrusstn jüdischer Kunsthandwerker in gleicher Weise anzutreffen sein müßten, und die nur aus der jüdischen Wesensart ihrer Schärfte erklärt werden könnten, sind nicht aufzudecken. Es ist im Kunst Handwerk wie in der Malerei und Dildnerkunst: klar und eindeutig scheiden sich die Stile nach der Ausbildung, Herkunft und lokalen Tradition der Meister. Ein polnischer Thoraschmuck hat — nicht im Zweck, denn dieser ist unveränderlich — in seinen stillstnmen mehr Verwandtschaft mit polnischem Kunstgcwerbe als mix Frankfurter oder Nürnberger Thoraschmuck. erweisen sich die Kräfte d^r umgebenden künstlerischen Kultur stärker als wesenseigene jüdische. Zu allen Zeiten gab es jüdische Kunsthandwerker von fer}r_ hohem Rang. Ihre Erzeugnisse nehmen den vergleich mit den Werken nichtjüdischer Meister auf. Ein jüdisches Kunsthandwerk von einheitlichem Charakeer und einmaliger Prägung hat es nicht gegeben. ' . O Iecke thaa fch kamt scfiwt sein Denn sie zur täglichen Teinkpslege das seit Jahrzehnten bewährte und praktisch erprobte Prararat ^Kaiser-Borax" verwendest das dem Teint schon nach kurzer Zeit ein reines, ftra'fes und frifchgefundes Aussehen verleiht. — Beim Einkauf verlange man ausdrücklich: „Kaiser-Borarch der parfümiert und unparfum.iert in allen einschlägigen Geschäften zu haben ist. Heinrich Mack. Aachf., Alm a.D. ll J Auch un'ere Gegenwart, ganz besonders das deutsche Judenmm. darf aus eine Reihe schöpferischer Persönlichkeiten Hinweisen, die die Entwicklung des modernen Kunsthandwerks mitgebildee. zum Teil sogar entscheidend beeinflußt haben. Ter Tärigkeitsradius dieser Meister ist umfassender geworden. Auch alle Gebiete des profanen Lebens werden von chrem Gestaltungstrieb erfaßt. Was beispielsweise auf dem Gebiete der Innendekoration und auf dem der Kleinkunst in den letzten Jahren in jüdischen Werkstätten entstanden ist, hat oielsach weiter befruchiLnd gewirkt. Ter jüdische Kunsthandwerker unserer Zeit verbinde: nunmehr mit einem besonderen Verständnis für seine speziellen Ausgaben die letzte unb völlige Beherrschung ber technischen Mittel. Seine Bedeutung und Leistung wird in Zukunft, noch stärker als bisher, vvi\ den Kräften abhängig sein, die aus der jüdischen Gemeinschaft ent- RVDÖLF MOSSE, Berlin SJROO RUDOLF MOSSE-HAVS heißt billigster Qualitatsdruck für illustrierte Kataloge, Prospekte, Büdier, Zeitschriften und Plakate. Vollendet klare Wiedergabe von Bild und Schrift, selbst auf den billigsten Papieren. Daher größte Werbeerfolge! SPEZIALÄSTEllüNG FÜR MODEPROPAGANDA MAX LICHTWITZ Berlin SW 19, Neue Grunslr. 30 QualifSisarLeif seit 70 Jahren Bei Becfarl ruten Sie an A6 Merkur 54 88, 7336 p-n si I *! /i 63 kJ I RiJ ll ti Nj LJ L"'a Li U Inhaber: F. Paechter / Fernspr.: Dönhoff 214 Berlin SW 68, Friedrichstr. 16 IF^a * 2^». £~ES ES *. r^f|n/53nr: ^i n &. , £ . - -r,;? E3 I < f J «; * i; .. +; ✓ 1 : . . 12 / 02 4 i TwZ Lr.J vj Li l. 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