Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 33 (12.8.1932)
- Date
- 1932-08-12
- Page
- Seite 345 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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345 links oder ähnlich nennen. Zur „Mitte" rechnen wir die Blätter des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei. Unter „N e u L r a V schließlich verstehen wir die Zeitungen, die sich neutral, unpolitisch, unabhängig, amtlich oder ähnlich bezeichnen und die, die keine Angaben gemacht haben, sowie einzelne Splitter. Tann ergibt sich: Rechts:. 1280, Links: 399, Mitte: 609, Neutral: 2415, Summa: 4 703. Von der Gruppe „Neutral" ist ohne Zweifel die überwiegende Mehrzahl der Rechten zuzuzählen. Vergleichen wir diese Zahlen mit denen früherer Jahre, jo erhalten wir, in Prozenten gerechnet, das in den Tafeln 3 und 4 wiedergegebene Vuo: N SDAP. i mmer w eite r im Anwachsen ist. Wie sieht es aber nun aus, wenn man die A u f l a g e n h ö h e n betrachtet? Wir haben in der Einleitung schon darauf hingewiesen, warum die hier errechneten Ziffern nur als Schätzungen gewertet werden dürfen. Zunächst muß gesagt werden, daß in Preußen nur 41,5 Prozent, im Neichsdurchschnitt nur 45,5 Prozent aller Zeitungen eine Auslageziffer genannt haben. An erster Stelle stehen hier Oberschlesien, Oldenburg, Thüringen, Hessen, Sachsen mit einer Auflagenennung von etwa 60 Prozent, an letzter Stelle die Rheinprovinz, Berlin, Westfalen, Braunschweig mit etwa 30 Prozent. Von der Rechtspresie nannten 51 Prozent, von der Tafel 4 1898 1913 1917 1926 1936 1932 Rechts . . . . 24,0 22,6 16,8 23,6 24,7 27,9 Mitte .... 9,6 11,6 13,8 12,8 13,0 12,8 Links .... 21,3 16,4 19,6 11,2 8% 8,3 Neutral . . . 45,0 49,2 49,8 52,4 53,8 51,0 ja im engsten Zusammenhang mit der Berechnung der Auflagenhöhe steht (Grundlage Wochen auflage!), auch für die H ä u s: g - keit des Erscheinens. Stichproben haben ergeben, daß die für 1927 von Groth in seinem großen Werk „Tie Zeitung" angegebenen Ziffern auch heute noch tm wesentlichen stimmen, sich wahrscheinlich sogar auch hier zugunsten der Rechten verschoben haben. Unabhängig von der politischen Einstellung können noch die in Tafel 6 genannten Zahlen interessieren. Tale! 6 Auflagen Erscheinungsweise Ohne Angaben 2472 1 mal 424 Bis 509 2 mal 287 501 bis 1000 195 3 mal 640 1 001 dis 2 090 433 4 mal 72 2 001 bis 5 000 740 5 mal 14 5 001 bis 10 000 353 6 mal 3001 10 001 bis 20 000 205 7 mal 20 001 dis 50 000 119 über 7 mal 39 50 001 bis 100 000 33 ohne Bngab. 4 «der 100 000 23 Das schon in früheren Jahren beobachtete Anwachsen der Rechtspresse auf Kosten der demokratisch-sozialistischen Linkspresse hat sich also noeiter fortgesetzt. Den größten Prozentsatz an Rechtsblättern weist Mecklenburg-Strelitz auf, dem Lübeck, Lippe- Detmold, Schleswig-Holstein und Ostpreußen folgen. lieber 30 Prozent weisen immer noch auf: Berlin, Hannover, Niederfchlesien, Provinz Sachsen, Anhalt, Braunschweig, Bremen, Hamburg und Thüringen. Den geringsten Prozentsatz zeigen Baden, Hessen und Oberschlesien. Den größten Prozentsatz an Linksblättern finden wir in Berlin, dem Bremen folgt, beide bleiben aber unter 40 Prozent, und über 10 bis 25 Prozent haben nur noch Niederschlesien, Anhalt, Braunschweig, Hamburg, Lübeck und Württemberg. Den geringsten Prozentsatz weisen die Pfalz und Bayern auf. Tie Presse des Zentrums und der Bayerischen Bolkspartei erreicht ihren Höchssstand in Hohenzollern, der Rheinprovinz, Westfalen, Bayern und Baden, den geringsten Stand in Provinz und Freistaat Sachsen, völlig fällt sie aus in Brandenburg, Pommern, Schleswig-Holstein. Anhalt, Braunschweig, Bremen, den beiden Lippe, Lübeck, den beiden Mecklenburg ltnö in Thüringen. Die sogenannte neutrale Presse schwankt zwischen rund 70 Prozent in Grenzmark, Hessen und Mecklenburg-Schwerin und nur rund 20 Prozent in Berlin und Mecklenburg-Strelitz. Daß also die Zahl der rechtsstehenden Zeitungen die der linksstehenden Presse bei weitem übersteigt, steht auch für das Jahr 1932 fest, wobei man nicht übersehen darf, daß die Presse der Linkspresse ebenfalls 51 Prozent, von der Mitte 44 Prozent und von der neutralen Presse 42 Prozent ihre Auslage. Ein Vergleich zwischen Rechts und Links ist also recht gut möglich (vgl. Tafel 5). Tie Verteilung aus die einzelnen Partei- .richtungen im Reich und den größten deutschen Ländern wird aus den folgenden Zahlen (in Millionen ausgedrückt) ersichtlich. Es entfallen demnach auf die Tale*5 Reich Breukerr Bayern ÜiCCÖte . . . ca. 5,5 - 33% 3,5 39% 8,52 - 39% Linke . . . ca. 4,0 28% 2,5 - 28% 0,15 — 11% Dritte . . . ca, l% io% i,o - n% o%Q — 22% llhcutr. usw. ca. 3,5 — 24% 2,8 — 22% 0,38 — 28% Sa. 14% =100% 9,0 —108% 1%3~^190% Tie Gesamt-Ta gesaufla ge der Hälfte aller deutschen Zeitungen beträgt unter Berücksichtigung aller - notwendigen EMchtspunkte zurzeit etwa 14,5 Millionen. Mit diesen Zahlen ist also zum erstenmal ein stichhaltiger Beweis dafür geliefert, daß die Rechtspresse in Deutschland die L i n k s p r e ss e a u'ch in der Auflagenhöhe übertrifft. Das gleiche gilt, da es Sachsen Württba. Baven Hessen 0,72 - 51% 0,29 - 30% 0,17 - 25% 0,18 - 50% 0,42 - 30% 0,21 - 31% 0,13 — 19% 0,025 - 9% - — 0,11 - 16% 0,12 - 17% 0,033 - 11% _8/2S - 19% 0,15 - 23% 0,27 39% 0,092 30 % . 1,4 =100% 0,67 =100% 0,69 =100% 0,31 =100% Wir sind am Ende unserer Untersuchung. Wird sie den erhofften Erfolg haben, wird das Schlagwort von der „Judenpresse" aus dem Arsenal der Judenfeinde verschwinden? Wir fürchten nein. Immer dringender erhebt sich die Forderung nach dem Ausbau der jüdischen Presse, wie wir sie einleitend charakterisiert haben. Hans Oppenheimer (Berlins 1 5 Auflage in Millionen. Rechts 5,5 LinKs 1,0 „ 4 Nei/t?al35 .. 3 T? f u- * Mitte 1,5 [ 1 4 r V j l_j Pressekonferenz im Lentrslverem Tie Zusammenkünfte mit den Vertretern % jüdischen Presse sind zu einer ständigen Einrichtung im C. V. geworden. Am 5 August entartete in der Hauptgeschäftsstelle des E. V. vor einem wie immer statlliaR'n Kreis jüdischer Journalisten mnächst Tr. Alfred H i r s ch b e r g einen ausfüdrlichen Bericht über seine im Zusammenhang mit den Terrorakten in O st p r e u ß e n stehende Reise nach Königsberg. Tann gab der Syndikus des E. V., Tr. Alfred Wiener, Informationen über den Besuch beim R e i ch s i n n e n m i n i st e r von G a Y l (über den die Leser der „E. V.-Zeitung" durch die Beilage zur vorigen Nummer unterrichtet worden und). Beide Referate fanden das lebhafteste Interesse der Anwesenden und führten zur Beantwortung zahlreicher Einzelsragen. —tll— i, * - i, ► * i Von Rauc2i@rsorg@n befreit MÖNCH E N 11 ist.werOesterreichische Regie-Zigaretten raucht, Zigaretten von Wohlgeschmack und Rasse. Memphis Hl. Sorte Khedive 5 Pf. 6 Pf. 8 Pf. Sie werden unter diesen drei Sorten sicherlich die ihrem Geschmack entsprechende finden ^Tüöa&tsKmm. Bßc f - \" .1] HI;;0 [i /% &»m4H^/&ünchen — ■ — —• ." -——————