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Central-Verein-Zeitung · 1932-08-05 · 32 (5.8.1932) · p. Seite 335

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
32 (5.8.1932)
Date
1932-08-05
Page
Seite 335 (sequence 3)
Language
German
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ra \ J i-t x D-' -j vOry "V4^ juS LL faw Ü Li u -*7 ff \>7 Vsä© w'@ Eine erfreuliche Beobachtung, konnte in diesen Wochen bei der inneren Arbeit des Eentralvereins gemacht werden: Ten Menschen, von denen wir etwas wollten, gaben wir etwas. Wer auch ganz außer Frage war für sie die Bejahung des Centraloerems, seiner Arbeit, seiner Zielsetzung. Unruhe und Ungewißheit sind mit dern Gedanken LN Zukunst, Existenz, Rechtsan'pruch verbunden. Zahllose Gespräche wurden hierüber geführt. Hunderte von Versammlungen waren der Erörterung dieses Themas gewidmet. Tausende persönlich gehaltener Briefe ginren ins Land. Eie schufen Beruhigung und Ruhe, Zuversicht und innere Festigkeit. Ta die rFrageftellung: „Entrechtung oder Gleichberechtigung?" von bezwingender Einfachheit war, konnte der Beantwortung vieler Zweifel Zeit und Raum gewidmet werden. Man profaniert den Beruf des Rabbiners und Predigers nicht, wenn man diesen Zweig unserer Arbeit als seelsorgerisch bezeichnet. Unsere Freunde, alte und neu gewonnene, dankten uns durch Gefolgschaft und Lpferfreudigkeit. Sie reihten sich mit ihrer Cabe in die Front unserer Arbeit ein. Tie Wirtschanskrise hat auch der Wirtschaftskraft des deutschen Judentums schwere Wunden geschlagen. Aber statt daß einzelne viel gaben, gaben jetzt zahllose Menschen wenig. Fünfzig- Pfennig- und markweise gingen die Spenden ein, die breiten Masten des deutschen Judentums zeigten so, daß sie den Ernst der Entscheidung stählten. Tie Tapferkeit und Festigkeit gerade der „kleinen" Leute machte aus den Tagen, die für Humanität. Gerechtigkeit und politischen Anstand leider eine Kleine" Zeit waren, die „große" Zeit des deutschen Judentums. Tiefer starke Sturm zeigte, was die pessimistischen Theoretiker dom Untergang der deutschen Juden nicht wahrhabm wollten, daß der alte Stamm des deutschen Judentums noch heute widerstand-kräftig ist und nur sehr wenige welke Blatter von ihm fielen. Gewaltsam wurde die Jadenfrage in die große allgemeindeutsche politische Auseinandersetzung hineingepreßt. Man hätte zwar nicht ernthast den Nachweis führen können, was Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Auslandsverschuldung und sonstige deutsche Not mit den paar hunderttausend Juden zu tun haben, aber man verdächtigte und verleumdete immer munter daraus los. Da bedeuteten Niedrigerhängen. Festnageln, nüchternes Wiederholen schon oft klargestellter Tatbestände schärfste Widerlegung und öffentlicher Protest, beide dringend nötig, um schlimmen Folgen der hetzerischen Amchuldigungen vvrzubeugen. Die letzten Nummern unserer Zeitung, besonders die Berichte über Neustadt a. d. Haardt und Sensburg, bieten ein gutes Beispiel für diesen Arbeit-- zweig des Centralvereins. Aufklärung der Presse Die sogenannte neutrale Preste, peinlich bemüht, ihren Charakter zu wahren, zeigte anerkennenswerte Bereitwilligkeit, fachliche Berichtigungen und objektive Tarstellungen über judenfeindliche Borkommniste zu veröffentlichen. Tie Prestestelle des Centralvereins entfaltete eine umfangreiche Tätigkeit. Ihre-technische Einrichtung gestattet innerhalb einer Stunde die Information von mehr als sechshundert Zeitungen über derartiges Material. Und wenn auch nur ein kleinerer Teil der Zeitungen die ihnen zugehenden Meldungen verwandte, so bewies doch die Tatsache, daß die Schriftleitungen in Wiederholungsfällen von selbst Information vom Centralverein erbaten, die öffentliche Anerkennung der Zuv-erlässigkeii und des DerantwortungsbewußtseinZ der C. D.-Preffestelle. Ter Unterrichtung der Presse dienten auch die in diesen Blättern mehrfach erwähnten Pressekonferenzen, die -der Centralverein in den pH n^«*y**^+eaua0Kmu ÜB If ********* <**« „4^ DG UUS# cawur&ff** / ******** PÄ3t«är CaafSUWa«» 1 »SM!«*, K>OWu,»"But cauesü kr-^7 <i*a Kd fr* r~ / Die Umschlagseite der neuen C. V.-Broschüre Der Kampf gegen das Schlagwort in Bild und Text (ans der Broschüre „Wir deutschen Jaden«) st A Es ufirdbehauptei, das Judentum bilde eine Gemein* schaß im Sinne einer überstaatlichen Macht Immer wieder wird in diesem Zusammenhang an Fords „Internationalen Juden“ erinnert, obwohl Ford, als er sich über die völlige Unrichtigkeit seiner Vorwürfe gegen das Judentum unterrichtet halte, das Buch zurückzog. Ebenso werden die „Geheimnisse der Weisen von Zion“ immer wieder als Beweis für den WeitherrsckafisiviUen der Juden, kerangeicgen, obwohl es längst als eines der stupidester. Fälscherwerke entlarvt ist. Die jüdische Religion ist das überlieferte Band, das alle Jaden der Welt umschlingt, genau wie die Protestanten und die Katholiken in der ganzen Welt durch ihre Religionen verbunden sind« letzten Wochen in Oberschlesten, Pommern, im Rheinland und in Berlin unter außerordentlich reger Beteiligung von Journalisten aller Richtungen, mit Ausnahme der radikalen, abhielt- Taß stärker noch als schriftliche Informationen die ehrliche Darstellung vom Wesen. Wollen und Wert des deutschen Judentums Lurch sachverständige Persönlichkeiten wirkt, MgLe sich sowohl in der Einzelunterhaltung mit vorurteilslosen christlichen Persönlichkeiten als in dem regen Gedankenaustausch bei den Pressekonferenzen. Anti - Anti, „Wir deutschen Juden"undMonafsausgabe lieber den Tag hinaus und für andere als nur Fachkreise bestimmt sind zwei Veröffentlichungen des Centralverein-. Ter „Anti-Anti" ist unseren Lesern bereits bekannt. Er gelangte in viele Lausend Hände von Juden und Nichtjuden. Für die Massenverbreitung gedacht und binnen weniger Tage in viele Zehntauftude christlicher Häuser gesandt wurde eine Flugschrift „Wir deutschen Juden". In neuartiger innerer und äußerer Gestaltung, mit anschaulichen und leicht einprägsamen Bildern versehen, wird hier die gesamte Judenfrage in volkstümlicher Weise dargestellt. Das geschichtliche, kulturelle, seelische, wirtschaftliche und staatsbürgerliche Heimatrocht der deutschen Juden, die hohe Ethik der jüdischen Religion werden in ihr bewiesen, der Kampf gegen die Schlagwörter wird in kurz erläuterten Bildern geführt. Für die nächsten Monate liegt für alle Freunde des Centralvereins dis Aufgabe vor, dieses 48 Seiten starke Heft, das nur zehn Pfennig kostet, in Millionen nichtjüdischer Häuser zu. bringen. Gerade jetzt, wo dir Erregung der Parterkämpfe zu einem vorläufigen

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