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Central-Verein-Zeitung · 1932-07-22 · 30 (22.7.1932) · p. Seite 313

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
30 (22.7.1932)
Date
1932-07-22
Page
Seite 313 (sequence 5)
Language
German
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313- Wir ejsnben en. Deutschland Es ist klar, «lass ans ein Kampf bevorstcbL Auch der Gleichgültigste unter uns muss da-. aikuahlüh erkr::r.:m. Frage i-i nun: Ana v. ir für cli . <en Kampf muh-mf: Ge;:m!:.t -ein kör.nmi nur gw-hg»'1 Kam; fosraim-I. Materie Te stmen »ms i' |r-h f oder nicht ausreichend zur Vertilgung-. Geistige MPtn der Abwehr sind notwendig. Unentbehrlich für uns ist der Glaube an uns und das Erkennen, wofür wir kämpfen. Leichter ist der Kampf für den deutschen L km t.-b ärger, der mit der jüdischen Religion eng verbunden ist. Aus dieser Quelle schöpft er seine Kraft. Schwer dagegen ist der Kampf für diejenigen deutschen Juden, die lediglich durch ihre Abstammung mit dem Judentum verknüpft sind. Deren Zahl ist nicht gering. Es ist sicher: Wie Druck Gegendruck, so löst in uns Deutschen jüdischer Abstammung der Judenhass das Bcwu-Awerden, Juden zu sein, aus. Ich sage ..Bewusstwerdca1*. Denn in den letzten zehn Jahren ist das Bewusstsein durch die tatsächlich volle Gleichberechtigung zurückgedrängt. Wir waren nach langem harten Kampf gleichberechtigte Staatsbürger geworden. Nun versucht man, cns die schwer erkämpften Rechte wieder zu rauben. Ganz gleich, wie man zum Faschismus im allgemeinen steht: Tatsache ist, dass der deutsche Faschismus antisemitisch ist. Viele, die an und für sich dem Faschismus . nahestehen mögen, werden dadurch in eine Abwehrstellung gedrängt. Mag der AntisemitDmus zuerst nur ein Propagandamittel gewe-c; sein, heute De er Teil einer großen Bewegung geworden und hat, gewollt oler ungewollt, auf einen grossen Teil der Volksgemeinschaft übergegriffen. Wir stehen an der Wende einer neuen Zeit. Neben einer Fülle von Aufgaben, die da* Ende einer auslaufenden Epoche mit deren Liquidierung und d^F Aufbauarbeit bringen wird, stellt -ich die weitere Pflicht, für das Judentum einzutreten. Die*e Pflicht besteht neben allen anderen Erwägungen deshalb, weil es eine ungeheure Kulturschande ist, einen Menschen, eine Klasse, eine Rasse bewusst zu unterdrücken: weil jeder, der den Glauben an die Menschheit noch nicht verloren hat, jeder, der aa Ethik, der an das Ethos im deutschen Volke glaubt, so empört sein muss, dass aus dem Feuer dieser Empörung ein Flammcüstrakl dieses zersetzende Gift trifft. Aus dieser Erkenntnis, dass es keine wahre Kultur ohne Gleichberechtigung geben kann, gewinnt unser Kampf Bedeutung. Sehen wir klar: Aus dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Gedaixkengängö — und der wird aus den uniiFerhrG «Aha ren G ege u Kitzen kämmen — ' wird auch der Gedanke der Gleichberechtigung erneut erstehen. Mit unwiderstehlicher Gewalt wird er 'sich Raum schaffen.' Aus der Gewissheit db-cr unserer Zukunft und aus der Dar Doldisfoss Vor ungefähr vier Wochen wies der Berliner Polizeivtzepräsident Dr. Wciss mit Recht in einem Artikel in der „C. V.- Zükmg" auf einen Mangel an Haltung, auf eine gewisse Mutlosigkeit in jüdischen Kreisen hin. Ae bestand in dem von vielen Seiten gegen ihn erhobenen Vorwurf, dass es, wie mau es heute so schön nennt, nicht -„nötig11, wäre, sich als Jude so herausza Kcl{ e n. Se Hx* t vc r s t li n d lieh soll man sieb in keiner Weise auffallend benehmen, aber darum ging es hier ja gar nicht. Es handelte sich vielmehr um ein polizeiliches Eingreifen durch einen deutschen Beamten. und da ist es nur zu begrüben. wenn der Leiter den Mut zeigt, trotz gemeinste r Anfeindungen dabei zu sein. Man konnte sich als Jude nur dazu beglückwünschen, einen Mann wie Dr. Weiss zu haben, und man muss ihm als Jade danken, dass er trotz solcher Leisetreterei in den eigenen Reihen nicht an seiner guten Sache verzweifelte. Dr. Weiss konnte und kann auch heute noch das BewusstsMo haben, dass auch noch andere Reinheit des grossen Ideales der Gerechtigkeit müssen wir Kraft schöpfen. Daraus erwächst uns die Pflicht, zuversichtlich an uns und an das deutsche Volk zu glauben. Dr. IL W. Lessing. Leute seiner Gesinnung sind. Zu denen, die in diesen Dingen den einzig möglichen und richtigen Standpunkt vertreten, konnte man bislang auch fast durchweg eine der angesehensten deutschen Zeitungen, die ..Frankfurter Zeitung", zählen. Um so mehr muss diesem Blatt ein Vorwurf gemacht werden, wenn es von dieser Linie abweicht: denn gerade die ..Frankfurter Zeitung" erhebt für sich den Anspruch, die Tagesvorgänge unabhängig von Vorurteilen irgendwelcher Art zu beurteilen und im Kampf der Meinungen nach fairMt-n politischen Spielregeln zu verfahren. Im zweiten Morgenblatt vom 13. Juli, dreimalige Ausgabe, Nr. 517, sind in einem Artikel von dem Leiter des Berliner Büros, Rudolf Kirelier, ..Der Manu Ger SPD und seine Freunde", folgende Worte zu lesen: „...SeltG die Gattin des Vizepräsidenten der Berliner Polizei ist vor gemeinen Anwürfen nicht mehr sicher, weil, die Nationalsozialisten ihren Mann politisch vernichten wollen. Ob es anderseits richtig Dt, in dieser Zeit, wo die Polizei täglich politisch dreinschlagea muss, einen beim Geg-! 1 ALLS TASÄKE SEID AUSNAHMSLOS dieser Mischung gewinnen Mystarc'nfifaöön R*®m!sm* So«-.» *R5ö 74 ST 64$ »♦ WUSratCi^Aafitt*» ♦*8I$CHÜ?4t$-SU5iaf»RÄ«/W; das ÄuSsrat» an Rs-'nhs r. Milde „•■’!S4'vs;M 2s, «.fri lr4«a'J^3W täia'rS.'Cn. d'«ef v 5cVj«3 bMUM d4'*-f.dx3 l* 1 cyK'"'’**!'d «: ->ohn,!</ AdUr fö'jfgo REEMTS MA «•«tf**,»'*. r~z O: \<S«s ..a-ta: ... v*<v ' i* H« -T. . auf isAba- •* M#1 - Jr«n\u: 2k ti jjf ' ReCMTSttA Cl<U*fTTeHFAS3l*2N 0.&IS.H. AlTö&Ä-£AP g ' SORTE Li Xx MUKtSlGCKS»!!) 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