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Central-Verein-Zeitung · 1932-07-15 · 29 (15.7.1932) · p. Seite 303

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
29 (15.7.1932)
Date
1932-07-15
Page
Seite 303 (sequence 7)
Language
German
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303 D ummm® Moliöre, bewert Meisterwerke er meisterlich ver- Leutschte, mit den Spaniern, mit Ibsens „Peer' Gvnt", mit den Dramen Edmond Rostands verknüpft ihn im tieferen Sinne außer der Künftlerfre:ü)e eben die unbestechliche Sittlichkeit im Menschlichen. So mag man denn euch die Fülle seiner eigenen Merke — vom „Talisman" an, der 1893 den durch den -Kaiser dann allerdings nicht bestätigten Schiller-Preis 'erhielt, über die „Jugendfreunde" (1808), die „Zwillingsschwester" (1901), den .pDummkops" (1907) und wie all die Lustspiele, Komödien, Schauspiele heißen, bis zu den jüngsten Werken, dem „Fräulein Frau" (1929), der „Turchgüngerin" usw. — ausschlagen. wo man will, immer scheidet man als Mensch für das Leben bereichert, gestärkt aus ihrem oft einfachen Kreis. „Sinnreiche Anmut", wie sie Fulda zugeschrieben wurde, begegne^ uns hier wie auch in den weisheitsreichen „Sinngedichten", im „Karneval des Lebens" wie auch in den Berichten von den Amerikareisen oder in den Geschichten „Bunte Gesellschaft" (wie alle Werke bei Cotta, Stuttgart). Die gleiche ethifche Mitverantwortlichkeit für die Zustände in Zeit und Ewigkeit hat Fulda auch immer wieder getrieben, seine Kräfte und Erfahrungen den Kameraden zur Verfügung zu stellen: er hat für die Bühnenschriststeller wie die notleidenden Kollegen (etwa im Kreise der Schiller-Stiftung), für das Ansehen des Schrifttums (etwa im?. L. dl.-Klub oder in der Akademie, deren Tichtersettion er als Vizepräsident mitleitete), für die gesellschaftlichen Rechte und Pflichten stets vorbildlich gewirkt. Mit Recht genießt ev die Liebe und Dankbarkeit der Schriftsteller nicht nur in Deutschland. Mit Recht wird sein Werk, das in seinem ungezwungenen Humor, in seiner liebenswerten Grazie, in seiner Bühnensicherheit die Welt auf eine mehr als nur unterhaltsame Weise widerspiegelt, auf der ganzen Erde gespielt und anerkannt. Züm 85. OOurtsküg cm Ter 20. Juli ist ein Ehremag der inrernationalen Kunst: der 20. Juli ist der Eeburtstag Mar Liebermauns. Diesmal wird der Meister süniundachtzig. Das bedeutet natürlich einen besonderen Abschnitt innerhalb seines Künstterlebens, und wir wollen auch unser Sprüchlein dazu sagen. Aber zum 20. Juli 1937 werden wir schon mehr über Licbermann zu sagen wißen, denn mit unserem Jahre 1932 hat eigentlich eine völlig neue Vhast seines Schaffens begonnen. Liebermann har 1932 den Chirurgen Sauerbruch gemalt. Als das Sorträt im Frühjahr in der Ausstellung seiner Bildnisse, die auf Anregung seines Biographen Erich Haneke im Verein Berliner Künstler, dessen Ehrenmitglied Liebermann ist, mm erstenmal gezeigt wurde, dachten wir an Frans Hals, an das große Vorbild des Berliners, und wir empfanden: in dem Bildnis Sauerbruch hat Lieöerrnann den holländischen Großmeister erreicht. Es ist ein doppeltes Wunder. Erstens, weil dieses Porträt als Kunstwerk ein Bild des Lebens und der Seele Zugleich ist, zweitens, weil es der Fünfundachrstgiährige mit einer Jugendlichkeit schuf, die erstaunlich wirkt. Die neue Lieöermann-Reihe hat mehr als verheißungsvoll begonnen. -Rim warten wir also vorläufig bis 1637. Was Max Lieöermann schon geleistet hat, wurde in einer Festnummer der ..C.V.-Zeitung" vor fünf Jahren ausführlich geschildert. Ta- 20. M / Von Adolph Donath mals feierte man seinen achtzigsten Geburtstag. Erich Wolfsfeld, der Künstler, schrieb über den Künstler, betonte die unbestrittene Fühcerfdjaft Liebermanns in der Kunststadt Berlin und nannte ihn das geistige Zentrum unseres Kunstwesens. Damals pries ihn Tr. Kaeber, der Direktor des Berliner Stadtarchivs, als Urberliner, der „unerschütiert durch Beifall oder Ablehnung den von seiner künstlerischen Ueberzeugung ihm vorgeschriebenen Weg gegangen" ist, und Liese Leibholz schilderte einen Besuch bei dem Meister in Wannsee und erzählte von seinem Judentum, seiner Religion, die ihm „innere Sache" ist. „Darüber", sagte er. „kann man nicht sprechen; entweder man fühlt es, oder man fühlt es nicht." Die jüdischen Motive nehmen in seinem bisherigen Cesamtschassen nur einen ganz winzigen Raum ein. Man weiß, welche Aufregung es gab, als er 1879 in München seinen „Jesus rm Tempel" ausstellte, aber man weiß vielleicht nicht, daß der Künstler die Modelle für dieses Gemälde, das später aus dem Besitz des Fritz von Uhde in die Kunsthalle Hamburg kam, aus den christlichen Spitälern Münchens genommen hatte. Tie Juden schienen ihm, wie er an Tr. Lichtwark von der Kunsthalle Hamburg schrieb, ,^u charakteristisch. Sie verleiten zur Karikatur — in welchen Fehler mir Menzel verfallen zu sein scheint". Dabei spricht Liebermann auch die Ueberzeugung aus, daß Rem- REEMTSMA SORTE si §& sä ♦ cystzscta&nsmEfir ♦ 09<m ' .CECKTSMA OSAHtTfUifÄSRIÄCM 'O.fcJ.D.H. ALTOMA-iSAKRSKF^O

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