Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 23 (3.6.1932)
- Date
- 1932-06-03
- Page
- Seite 236 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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236 Beweis seiner inneren Unsicherheit und Haltlosigkeit ist: ei> kämpft nur jemand, dessen Gründe nicht stichhaltig sind, so kämpft nur ein Nervenkranker, der die Gewalt über sich verlor. Auch wir Nichtjuden schulden der „C. V.-Zeitung" Tan? für ihre zehnjährige Arbeit. Tenn indem sie eins der häßlichsten Uebel in unserem Volke klug und überlegen bekämpft, kämpft sie nicht nur für ihre eigene Sache, sondern für Teutschtand. Unser Ansehen als Kulturvolk ist durch den Verdununenden Antisemitismus, der seinen Einfluß bereits auf unsere Schuljugend ausdehnt, in Gefahr: er ist eines freien, hochstehenden, ehrliebenden und ehrlichen — gegen jeden Volksgenossen ehrlichen — Volkes unwürdig. Möchten wir ihn bald ausgerottet haben wie eine Seuche, die — leider! — bereits viele Cpfer forderte: möchte bald die Zeit kommen — sie wird b e st i m m t kommen —, da man nur mit Scham dieser Verirrung gedenkt unb wo dann natürlich „es niemand gewesen.sein will". Möchten-wir es noch erleben, daß die Zeitschrift, deren Dasein allein schon ein Knlrurdokument für unsere kranke Zeit ist. überflüssig wird. Aber solange in Deutschland der Antisemitismus noch bedeutsam ist, muß jeder, der noch Gefühl für nationale Ehre hat, die notwendige Arbeit der „E. V.-Zeitnng" unterstützen. Ernst Lemunerj M. d. R. Für das deunchbewnßte Judentum wird die „E. V.-Zeitung" ein notwendiger Kämpfer für Rocht und Wahrheit bleiben. Dr. Moses, M. d. R. Ich bin in einer außergewöhnlich großen Zahl von Versammlungen und in den verschiedensten Gegenden Tentschlands während der letzten Wahlbewegung als Referent tätig gewesen. Fast in alten meinen Reden bin ich gerade als Jude auch auf dcw traurige Kapitel der Judenhetze ausführlich eingegangen, und nichts hat meine Zuhörerschaft so sehr beeindruckt als das Kapitel der Fried h o s s s ch ä n d u n g e n. Das Material zu Vielem Teil meiner Reden stammt aus Ihrer Zeitschrift: sie ist heule ein unentbehrlicher Faktor int Kampfe gegen die nationalsosialistische Bewegung geworden. Tiefes mein Urteil wird mir auch von nichtjüdischen Kollegen und Kolleginnen aus der Reichstagsfraktion bestätigt. Ich habe daher alle Ursache, Ihnen heute zu danken und dem Wunsche Ausdruck zu geben, daß Sie auch weiterhin den Kampf unerbittlich gegen die Jndenhetze sühren: Sie dienen d a m 11 am be st e n d e m K u l L u r a u f st i e g Deutschlands und der ganzen Welt. ü *cß$k0jp £b das Zwiegespräch Stapel—Holländer hätte stattsinden sollen oder, wie nur wenige meinen, besser unterblieben wäre, ist eine müßige Fragestellung. Tie Beleidigungen durch Polizeimajor B o r ck, die trotz der wohlmeinenden Erwiderungen des Tr. h. c. VON O p p e L n - B r o n i k o w s k r in den Ohren der Rundfunkhörer nachklangen, konnten von jüdischer Leite nicht unwidersprochen hingenommen werden. Dieser Ruf mußte ein Echo finden. Er hat es in würdiger Form, in aufrechtem Ton gesunden. Das sagen nicht wir, die unmistelbar Beteiligten, sondern das bestätigen uns Dutzende von telephonischen Gesprächen aus Berlin und dem Reiche, Briefe und Zeitungsstimmen. Wie notwendig es gewesen wäre, aus die reiche Zahl von Einzelvorwürsen einzugehen, die Borck rorgcbracht hat, darüber sind wir uns klar. Denn es besteht ja gerade ein ivesentlichcr Teil der Arbeit des Centratvereins darin, unermüdlich in Wort und Schrift den Nichtjuden auf die zahllosen Vorwürfe, ans die neuen wie auf die alten, Rede und Antwort zu stehen! solche Art der Erwiderung erlaubten aber weder die fest, nützte Zeit noch der Gegner in der Person Wilhelm Stapels. Hier konnte nur das deur'che Judentum sozuscuzen in großen Buchstaben sprechen. In dem Gegenredner Wilhelm Stapels mußte den wesentlichen Empfindung.nl und Eharaktereigei\[chaücn der erdrückenden ÜWhchcit des deutschen Judentunls Ausdruck verliehen sein. Der Vertreter solcher großen Ausgabe zu sein — wahrlich, kann nicht vor dem Spiegel eingelernt werden. Wir glauben aber, indem wir uns fern von jeder UeberheblichkoiL wissen, Ludwig .Holländer hat dieser Ausgabe aus i n n g m Wahrhaftigkeit entsprochen. Zehn Lau sende von Rundfunkhörern haben nicht nur logisch überdachte Darstellungen vernommen: sie haben auch, und das ist das Entscheidend-?, gefühlt, hier spricht ein ehrlicher, aufrichtiger jüdischer Deutscher. Er spricht nicht für sich allein. Laufende und aber tausende deutscher Juden decken und fühlen wie er. Wenn sich biefcS. Bild bei der großen Zahl der nichtjüdischen Zuhörer eingcprägt hat, so hat diese halbe Stunde Rundfunk ihren Lohn in sich. Aber auch nach der jüdischen Seite war eine Aufgabe zu lösen. Nicht allzu zahlreiche christliche Änbärger haken ein Gefühl dafür, was es heißt, in dieser Zeit deutscher Jude zu sein. Sie merken nicht, wie es in der Seele des ehr- Iid>:n Juden unserer Tage aussieht, dessen Ceschichle und Religion, besten Sittenlehre und Familienleben, besten vaterländische Zugehörigkeit und Wille Zum Deutschtum täglich verdächrigt und beschimpft wird. Biele Inden, und nicht die schlechtesten, fangen an, müde und irre zu werden. Sich daun noch am Rundfunk Dutzende von Vorwürfen der Straße und der SchmähZeitungen, ohne daß man widersprechen kaum, ins Gesicht schleudern zu lassen, hat vielem in letzter Zeit die Krone aus- (>'seht. .Sie brauchten Ernmnterung und Aufrichtung. Sie sahen, daß die Leitung des Rundfunks gcwiü: ist. einen Fehler gutzumachen. und daß ein weirhiu bekannter Repräsentant des deutschen Judentums noch das Wort bekonnnt, wenn er Teile einer Weltanschauung entwickeln will, die neben jeder anderen im deutschen Vmerlande ihre Berechtigung har. * Zwei Ausgaben galt es zu lösen: Sie wurden 12. Egelöst, so-veit dies im Rahmen von siebzehn Minuten.Redezeit überhaupt möglich ist. T a s I rr d e n t u m i ft keiye politische und keine wirtschaftliche Ei nheit. Das ist es weder in Deutschland selbst, noch sind es gar die verschiedenen Judentums der verschiedenen Länder untereinander. Das darzuüm war die erste Aufgabe. Tie zweite hieß, die Stellung des deutschen Judentums zum d e u t s ch e n V o l k e klarzustellen. Dafür hat Holländer verschiedene schlagkräftige Beweise vorgebracht. Den Untergrund für diese Beweise besonders hervorzuheben, unterließ er. Mit Recht! Der Untergrund liegt nämlich nicht i m W i l l e n , sondern im Ges ü h l. Wir sind nicht Deutsche nur weil wir es sein wollen, sondern weil wir es nicht anders können. Darin haben uns weder „Grenztheorien" noch „Oucrverbindungen" auch nur im geringsten erschüttern und überzeugen könnew Alle Konstruktionen, die ans einem „Wirtsvolk" im „Gasrvolk" aufgebam sind, sind falsch: nicht aus logischen Gründen, sondern weil sie von einer Annahme ausgehen, die unsere Herzen von vornherein als irrig, ha als nicht diskutierbar ablehnen. Selbstverständlich rveiß Stapel, misten wir, daß nicht alle deutschen Juden so denken. Tie nationaljüdische Einstellung, der aller nur ein Bruchteil des deutschen Jndeutums folgt, denkt im Kern anders. Wir werden ihr überall da, wo sie ehrlich auftritr, gewiß unsere Achtung nicht versagen. Ter vornehm und sachlich gehall tene Aufsatz von Robert W c I f cf) in der „Jüdischen Rundschau" (27. Mai, Nr. 42) bestätigt fciti in aller Offenheit und sachlichen Ktarh.it. Nur irrt Wellch darin, wenn er glaubt, die „bekannten Argumente" des E. V. seien zu widerlegen. Es kommt gar nicht darauf an, ob die Argumente, die Kurt Blumenseld als „dialektische VoaellStrauß-Politik" zu ...enthüllen" wirklich nicht nötig haste, nicht bis zum letzten i-Punkt zutrcfstm. Wir halten sie .paar für durchaus beweiskräftig und überaus durchschlagend, aber ihre Beweisstücke liegt ja im Herzen, in dem Wissen um unsere Zugehörigkeit zum deutschen Volke. Jedes „Argument"" hat diesem Gefühl gegenüber zu schweigen. Ob es sich empfiehlt, solche Rimdfunkgcsprächs fortznsühren, läßt sich nietjr ohne weiteres bejabeu oder verneinen. Dieses Rundsunkgespräch rlvr mußte geführt loerden. Und nur glauben, daß in -Gia-m Um Dann empfehlen wir zcr Pfiec e inres rio^ers und zu sic :n rr S:är« ur Q in rer Nerven TERAS EAU DE COLOGNE RUSSE ein Kölnisch Wasser, das m't erfrischender, kräftlce^ de*W rk;^c den Charakter eines vornehmen, cnh alfend - würzigen Pariürr s ve?b‘rrcec Eine kleine Taschenflasche kostet 0.SQ RM., und ein’Versuch w"'d Sie ücerzeugen, dass wir nicht zuviel versprechen. TERAS EAU DE COLOGNE SÜSSE nur echt mit demTerashaus, ist in allen quten elr.schlcc' ren Gesrhc :*en erhäirUdi „TER AS-HAUS" MAX SCHWARZLOSE