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Central-Verein-Zeitung · 1932-06-03 · 23 (3.6.1932) · p. Seite 235

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
23 (3.6.1932)
Date
1932-06-03
Page
Seite 235 (sequence 3)
Language
German
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öl äkwiro sdhie Zu den zahlreidien, bereits In der vorigen Nummer unserer Zeitung veröffentlichten Glüdcwunschsdireiben hervorragender Politiker und Gelehrter tragen wir nodi einige nach: Otto Nusdiköj M. d. L „Furchtlos und beharrlich/ Dieser Wahrspruch Kaiser Friedrichs kennzeichnet: vielleicht am besten die Grundlinie der unerschrockenen Aufklärungsarbeit der „C.V.- ZeiLung". Jedem Kämpfer für Duldung, Freiheit und Persönlichkeitsrechte kommen heute in dunklen Stunden Zweifel, ob seine Arbeit angesichts des lawinengleich anschwellenden Massenwahns noch zwsckhaft ist. Aber dann dringen Pflicht und Liebe zum deutschen Volk sieghaft durch und fordern gebieterisch neue, verstärkte Arbeit. Jeder Tag bringt neue Aufgaben. Ter Kämpfer wächst mit der Größe und Schwere seines Kampfes. .In diesem Sinne hat sich auch die „C. V.-Zeitung" entwickelt, und ihr an ihrem Jubeltage herzliche Grüße und Wünsche übermitteln zu können, vt angenehme Pflicht. Möge sie „furchtlos und beharrlich" ihre wichtige und wertvolle Arbeit fortfetzen als Mitstreiterin für ein aufgeklärtes und aussteigendes Deutschland. Dr. Gustav Radbrudij Professor io Heidelberg Wenn ich der „C. B.-Zeitung" aus Anlaß chres zehnjährigen Bestehens weiters Jahrzehnte tätigen Wirkens wünsche, so ist dieser Wunsch darin begründet, daß ich in dem Antisemitismus, depen Bekämpfung ihre Aufgabe ist, nicht ein Sonderprobiem. nicht eine Jnterepenfrage nur einer einzelnen Bevölkerungsgruppe sehe, vielmehr eine Erscheinung, in deren wellenmäßigem Auf- und Abstieg sich die Bewegungen der Gesamt!ultur besonders deutlich ankündigen, ihre Entwicklungsrichtung zur Vernunft, zur Gerechtigkeit, zur Menschlichkeit, zu den Hellen Mächten des Geistes oder ihr Absinken zu triebhafter Dummheit, zur Anbetung der Gewalt und zur Lobpreisung der trüben Tiefe des Irrationalen. Theodor Kappstein Als Leser und Mitarbeiter der „E. V. - Zeitung" und ihres für die Nichtjuden gemeinten Monatsblattes bezeuge ich beim zehnjährigen Bestehen dieser Kulturzeitschriften (denen ich künftig etwas weniger garstige Politik per'önlich wünschte) dankbare Anerkennung für w viel freie Geistigkeit, ritterliche Tapferkeit, menfchenverbindendeGesinnung, pädagogische Anleitung und charaktervolle Treue im ganzen und einzelnen! Aeltestes bewahrt. Neues und Neuestes freundlich erfaßt, freudig bewertet; weltweiter Sinn und edle Zwecke! Da wir Christen mit den Israeliten -- die in Frieden und Krieg so echte Deutsche sind wie wir — den andächtigen Besitz ihrer heiligen Schriften teilen, aus denen Jesus, der Christus, sich innerlich auferbaute, so wiffen wir uns in die Lösung der einen geschichtlichen Aufgabe gewiesen vom gebietenden Wellwillen, der jedem seiner Söhne den echten Ring an den Finger steckte, als Kinder des einzigen Vaters und als Brüder vom deutschen Hause. Nicht mitzuhassen — mitzulieben bin ich da, bekennen 'wir mit Goethe. Oer Preußische Minister des Innern Seit zehn Jahren kämpft die „Centralvereinszeitung, Blätter für Deutschtum und Judentum", gegen „die Kulturschande des Antisemitismus", gegen die Propaganda des Hasses und der Aufreizung niedrigster Instinkte. Es könnte manchmal scheinen, als ob die politischen Ereignisse der letzten Wochen und Monate Zengnis dafür sein wollten, daß dieser Kampf nutzlos gewesen wäre. Aber wie der Arzt nicht aufhören darf, gegen die Krankheit anzukämpfen, selbst wenn die Fieberkurve höher und höher steigt, so dürfen auch die Anhänger der Ideen der Menschlichkeit und Gerechtigkeit nicht ermüden, gegen Ungeist und Gewalttat laut und unverzagt ihre Stimme zu erheben. Deshalb mochte ich meinen Glückwunsch aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens der „C. V. - Zeitung" mit dem Wunsch verbinden, daß sie unbeirrt weiter kämpfen möge für die Gleichberechtigung aller deutschen Staatsbürger, gleichviel, welcher Konfession und Rasie, daß sie nicht erlahmen möge im Streit gegen Verlerrmdung und Rafsenverhetzung, bis in hoffentlich nicht allzu ferner Zeit ein Tag die Verwirklichrmg der Ziele bringt, denen der Kamps der „E. B.-Zertung" galt und gilt. Gar! Goldsdimidf I. Vorsitzender des Sächsischen israelifisdieitGemeindeverbandes Der Sächsische israelitische Genieindeverband nimmt ‘ gern die Gelegenheit wahr, der „C. V.-Zeitung" anläßlich ihres zehnjährigen Bestehens den herzlichsten Dank für ihren mannhaften und erfolgreichen Kampf gegen den Antisemitismus auszusprechen. Gerade in Sachsen, wo die Menfeindlichen. Bestrebungen leider besonders stark hervortreten, kann nicht genug zur Abwehr verleumderischer Angriffe aus das Judentum geschehen. Deshalb ist uns die Arbeit der Zeitschrift, die sie durch Aufklärung leistet, besonders wertvoll. Der vornehme Geist, von dem alle Ausführungen durchdrungen sind, dient im besten Sinne friedlicher Verständigung und wird gewiß auf den der Wahrheit zugänglichen Leser die gewünschte Wirkung haben. So brauchen wir nur zu wünschen, daß die „C. V.-Zeitung" im bisherigen Sinne weitergeleitet werde, zur Ehre unserer jüdischen Gemeinschaft und im Dienste des deutschen Volkes. Mögen die führenden Männer des C. V. die Zeit erleben, da ihre Mühe von sichtbarem Erfolg gekrönt ist und in unserem Vaterland Rassenhaß und Rasienkampf der Vergangenheit angehören. Alfred Levy I Vorsitzender der Deufsth-Israe!i!isdien Gemeinde zu Hamburg Zu Ihrem zehnjährigen Jubiläum spreche ich Ihnen meine herzlichen Glückwünsche aus. Mögen Sie, wie bisher, auch fernerhin für Aufklärung und für unsere Gleichberechtigung als deutsche Staatsbürger erfolgreich wirken. Adam Roeder Gestatten Sie auch mir, Tie zu Ihrem zehnjährigen Jubiläum von Herzen zu beglückwünschen. Es ist eine schwere Arbeit, der Sie sich im Interesse der Befriedung unseres Volkes unterzogen haben. Mag es auch scheinen, als ob diese Arbeit zurzeit recht wenig Früchte zeitigte, so darf doch nicht übersehen werden, daß jedes gute und rechte Werk im geistigen Organismus der Oeffentlichkeit wirksam wird. Darum wünsche -ich Ihnen Mut, Kraft und Ausdauer, — der schließlichö Erfolg wird nicht ausbleiben. Marie Juchacz, M. d. R. Die „C. B.-Zeitung" erweist ihre Notwendigkeit dadurch, daß sie die demokratische Republik bejaht und im Zusammenhang damit dem inneren Frieden zu dienen sucht. Vorurteilslos die Gegebenheiten der Entwicklung anzuerkennen und daraus die Konsequenzen zu ziehen, ist Pflicht aller fortschrittlichen Kreise in Deutschland — mehr denn je. Or. Emma Oekinghaus Müfelsdudlehrerin u. Vorsitzende des Osipreupjsdien Schulvereins Seit Jahren verfolge ich das Mühen der „E. V. - Zeitung" um Aufdeckung der Wahrheit über das Judentum, diesen. Kulturfaktor, dem wir Deutsche — wie andere Völker — soviel verdanken. In jeder Nummer der Zeitschrift konnte >ich ihre durch maßvolle Haltung vorbildliche Kampfesweise feststellen. Sie sticht hierin wohltuend von dem Geschrei des Antisemitismus ab, depen Tonart allein schor

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