Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 22 (27.5.1932)
- Date
- 1932-05-27
- Page
- Seite 221 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Uonsers Ptonateigs Von 3usiizrat Dr. Gelimger (Nürnberg) Es gab eine Zeit, in der man mit unseren antisemitischen Gegnern 'noch öffentlich diskutieren konnte. Als nach dem Krieg Vorwürfe wie die der Drückebergerei oder der Schuld an. der Räterepublik austauchten. konnte man hieraus mit sachlichem Material antworten. Wir erinnern uns an Dersmmnlungen mit Rede und Gegenrede und an Auseinandersetzungen in der Presse, in denen unser Standpunkt sich zu behaupten wußte. Aber in den zwanziger Jahren änderte sich das Bild des Angriffes, dessen Träger immer mehr die nationalsozialistische Bewegung wurden fachliche Argumente traten in den Hintergrund-, man suchte mit allen Mitteln der Massensuggestion Juden und Judentum zu diffamieren. Ten Neigen erössneten die bekannten „Geheimnisse der Weisen von Zion". Wer diesen Ilnnnn glaubte, der in ungezählten Bersauunlungen und Druckschriften ins Volt getragen wurde, dem mußten die Juden als unheimliche Verbrecher, als Ausbund alles Schlechten erscheinen. Das gleiche Ziel verfolgen planmäßig die bekannten Hetzblätter, die mit ihren wilden Berbrechensgeschichten, Tatmudzitaten und Ritualmordlügen skrupellos Haß und Grauen gegen das Judentum zu erregen suchen und einen mystischen Nebel verbreiten, hinter dem die wahre Gestalt des Angegriffenen überhaupt nicht mehr zu erkennen ist. Es ist ein Verfahren, dem sich nur der bekannte Greuelfeldzug unserer Feinde während des Krieges vergleichen läßt. In normalen FriedenszeiLen hätte dieser antisemitische Spuk, trotz mancher vorhandenen Neigungen, seine Wirkung verfehltdenn mau kannte schließlich seine jüdischen Mitmenschen und wußte, daß. das Menschen wie aridere waren, mit Vorzügen und Fehlern, wie andere auch; aber Krieg.und Nachkriegszeit haben leider, neben vielen anderen Werken, auch die Verbindung mit der Vergangenheit, die Tradition, den klaren Blick und das seelische Gleichgewicht in weiten Volkskreisen dermaßen erschüttert daß man gegen suggestive Einflüsse jeder Art die Widerstandskraft verloren hat. Mrr so wurde es möglich, daß man einen Volks teil, der feit urdenklichen Zeiten dem Land angehört und mit dem man bisher ruhig und friedlich verkehrt hat, eines Tages wie ehteu unbekannten erotischen Völkerftamm cruftannt, von beut mau sich die dümmsten Schauergeschichten erzählen lasten kann. Als diese Entwicklung einsetzte. hat man in der deutschen Judenheit die Gefahren wohl erkannt. Aus dem berechtigten Empfinden, daß man sich wehren muß, und daß aus einen Schelmen anderthalb gehören, riet man von vielen Seiten zu Gegenmaßnahmen, Gegen-" Versammlungen, -Plakaten, -flugblättern. kurz, man war der Meinung, die gegnerischen Angriffe mit gleichen Waffen bekämpfen zu sollen. Man hat verkannt, daß uns nicht nur die gleichen Mittet der Massenwirümg nicht zur Verfügung stehen, sondern daß, wenn der Angreifer sich der Eiftschwaden der Lüge und des Hasses bedient, der Angegriffene nicht mit den gleichen Mitteln abwehren kann. Auch gegen die Märchen von den abgehackten Händen, die nn Krieg gegen die deutsche Armee verbreitet wurden, konnte nicht mit der gleichen Propaganda geantwortet loerden. Immer klarer setzte sich bei uns die Ueberzeugnng durch, das; mir nur mit den Mitteln ruhiger, sachlicher Aufklärung arbeiten können, deren , wesentliches Ziel sein muß, frei von aller kleinlichen Polemik, in der öffentlichen Meinung dem Zerrbild von Juden und Judentum, das unsere Gegner zu verbreiten' suchen, das wahre Bild entgegenznstelleu. Eines dieser Mittel ist die Versendung der zu diesem Zwecke geschaffenen Mona! Ausgabe der V.-Zeitung" in nichtjüdische Kreise. Die Anregung geht auf Bayern zurück, wo rnan ja bekanntlich den ersten Anprall auszuhülten hatte und die ersten Erfahrungen sammeln mußte. Was will die Monatsausgabs? Sie will den Lesern einen wahrheitsgemäßen Einblick in unser Denker; geben. Den Grundstock der Veröffentlichungen bilden deshalb Artikel aus der Wochenausgabe, die über den Tageskampf hinweg rmfere Einstellung zu den großen Fragen und Problemen erkennen lasten. Unsere geschichtliche Verbundenheit mit der deutscher Heimat, unsere Stellung zu Volk und Vaterland, die Bewertung der Nassenfrage. der Anspruch aus Gleichberechtigung, unsere Antwort auf die Boykottbeweguna. all dies findet seit nunmehr sieben Jahren allmonatlich seinen Niederschlag in Darlegungen, die. wie wir feststellen konnten, sich voller Beachtung bei den Empfängern erfreuen. Auch die Verdienste deutscher Juden im beuifdjen Leben durften zuweilen erwähnt werden; wir buchen sie zwar grundsätzlich nicht als Verdienst unserer Gent meinschaft, so wenig wie wir rms mir allen Verfehlungen von Mitjuden belasten lasten: aber wenn man Angriffen gegenübersehr, bi* dem Juden den inneren Wert absprechen wollm, so sind wir wohl berechtigt, in den Grenzen die Selbstachtung und Bescheidenheit Ziehen, die Leistungen jüdischer Persönlichkeiten .zu nennen, die einen deutjcken Kulturfalwr bilden. Seht all dies schon über bloße Abwehr hinaus, so will die Monatsausgabe überdies auch aufklären über das. was das Jitventum posiriv sein will und ist. Wenn man vielfach im Judentum nur eine Gemeinschaft der Abstammung steht — der ..Rasse" mit dem herabdrückendeu 9,::mion des Wortes — und darauf hinweist, daß ein Cer ikGinsnsudaur dar Säiirfzpoltzei* Berlin: Lev ,.C. D,-Zeitung" zu ihrem zehnjährigen Bestehen meine herzlichsten Glückwünsche': Zehn Jahre — eine Spanne Zeit, die es wert erscheinen läßt, einen Rückblick auf die Jahre des Bestehens der Zeitung tum Und da kann ich nur mit Beedigung zum Ausdruck bringen, daß die Schriftleckung der „C. V.-Zeitung" — trotz aller Angriffe — immer wieder bemüht war, die Rasten-- unb Claubensgegensätze zu überbrücken und damit dem Gesanumohl zu dienen. Möge die „C. V.-Zeitung" auch im zweiten Jahrzehnt diesen Mg gehen. Gerade in der heutigen Zeit, in der Zeit der Zerrissenheit und fast unüberbrückbaren Gegensätze, ist es mehr denn je notwendig und höchste Wlicht eines jeden Deutschen, dem das Wohl des Vaterlandes am Herzen liegt, alles Trennende Eiferte zu lassen und nur das eine große Ziel im Auge zu haben: dem inneren Frieden und somit dem Daterlande zu dienen. großer Teil der Juden der Gemeinschaft des „Glaubens" so ferne steht wie viele Christeu der ihren. so muß dennoch und erst recht gesagt werden, daß im Judentum eine Weltanschauung Darm empfehlen wir zur Pflege Ihres Körpers uncf 2U3»eich zurStärkung Inrer Kerven TERAS EAU DE COLOGNE RUSSE ein Kötnisdi Wasser, das tnsf erfrischender, kräftiaenderVVirkung den Charakter eines, vornehmen, anhoirend-würzigen Parfüms verbindet. Eine Meine Taschenffasche kostet 0,80 RM., und ein Versuch wird Sie überzeugen, dass wir nicht zuviel versprechen. 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