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Central-Verein-Zeitung · 1932-05-13 · 20 (13.5.1932) · p. Seite 197

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
20 (13.5.1932)
Date
1932-05-13
Page
Seite 197 (sequence 5)
Language
German
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r-7 v» v v w v '-j? ^3 <y sX s> s> /??> <> <*-* .^*: ,■-« .w'l ^m: L. H. linier dem Namen „Klärung" ist in den lenken Tagen ein Buck' erschallen?; in dem fick zwölf Sehriftsteller üöer die Judemrage äußern. Ein immerhin wichtiges Unternehmen in einer Zeit, in der durch die politischen Kämpfe die öffentliche Meinung gerade -in bezug auf das jüdische Prvvlem ausss fcärlftc erregt worden ist. Tiefes Buch trägt mehr als seine Vorgänger die Schattenseiten einer solchen Sammlung an sich. Tie Schriftsteller, die in diewm Bande zu Worte gekommen find, find nicht nach einem bestimmten Grundsatz ausgesucht. Wir finden Böllickch aller Richtungen, wir rinden kommunistische' Schriftsteller, einen ,.natiONQl"-de;ktschen Indem einen Jüdisch- Nationalen. wir finden aber keinen Autor, der auf dem Boden der Sozialdemokratie steht, keinen Vertreter der deutschkonservativen Anschauung und vor allem auch niemanden, der der weitaus größten jüdischen Bewegung Teutschlands, nämlich unserem C. V., nahesteht. Wir wissen, daß sich der Verlag an eine hervorragende Persönlichkeit aus dem Hauptvorftand des E. D. gewandt hat, und wir verstehen es auch, daß dieser Herr es abgeleuut hat, seine Ausführungen mit denen des einen oder des anderen der Bearbeiter die'es Buches in einem Bande vereint zu sehen. Trotzdem hätten die Bemühungen zum Erfolge führen können, wenn mau ernstlich einen Mitarbeiter aus unserem Kreise gesucht hätte. Aus allem geht hervor, daß Herrn Ernst Iohannsen — er ist anscheinend der eigentliche „Blacher" des 'Buches. wenn er auch nicht als solcher zeichnet — an der Aeußerung einer republikanisch-demokratisch gesinnten deutschen Persönlichkeit, sei es eines Juden oder eines NichtjuDen, nichts gelegen hat. (rs ist auch nach der gesamten Anlage des Buches nicht weiter verwunderlich. Herr Johanwen hat ein Ragout aus Friedrich Nietzsche unter der Ueberschrift: „Rom gegen Judäa — Judäa gegen Rom" versaßt. Wir sagen versaßt, denn es handelt sickp wie Herr ^Johannsen in einer kleinen Schluß notiz sagt, um eine Z u f a m m e n st e l l u n g, die e r, Johannfen, selbst getroffen hat. Davon, daß Nietzsche einmal gesagt hat: „Maxime ist, mit keinem Menschen umzugehen, der an dem verlogenen Rastenschwindet Llnteil hat", daß er im Jahre 1887 an seine Schwester, die sich mit einem Judengegner verheiratet hatte, schrieb: „Weißt Tu, es ist eine Ehrenschuld für mich, nach Seiten des Antisemitismus hin absolut reinlich und unzweideutig zu sein, nämlich wie ich es mit meinen Schriften tue", davon weiß Herr Iohannsen nichts. Trotzdem gibt er diesem Aufsatz die Ueberschrift „Friedrich Nietzsche". Wenn mich ein Vertreter des E. V. selbst nicht zu Worte kommt, so wird doch unsere Bewegiing au mehreren Stellen des Buches er* Wad nt. Mar Nauman n spöttelt über den E. B. Wir wissen, daß Naumann in manchen Tiugen klar und richtig ficht und daß in andern grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten zwischen chm und uns bestehen. In bezug auf den ‘) Verlag Tradition Wilhelm Kolk, Berlin SW 63, 1932. ' G. V. iit er aber nun einmal von einem Komplex beherrscht. Tas läßt sich nicht ändern; wir find auch nicht betrübt darüber. Eine Reihe anderer Aufsätze bringt eine grundlegende Auseinandersetzung zwischen der von uns vertretenen, im besten Sinne liberale n und deutschen Aussassung und dem völkischen Prinzip. Hier findet sich, und nicht nur hier, ein Kniff, auf den hingewiesen werden muß. Einige sagen, der E. V. „tarne" fick. Er empfinde gar nicht deutsch, er empfinde volkich-jüdisch. Andere deuten an, der Denkfehler des E. B. liege darin, daß cr das Bestehen einer Judensrage verschweige. Diese Tinge müssen noch einmal ktargestellt werden, obwohl öft genug auf das EuLscheidenste hingewiesen worden ist. Tie Völkischen übersehen: 1. Las deutsche Volkstum ist etwas Gewordenes, zu dessen Entwicklung die deutschen Juden entscheidend beigetragen haben. 2. Wir wissen selb st am b est e n, w a s wir sind, was uns e i g e n u n d was entscheidend ist. Wir lachen über diejenigen, die das Deutschtum für sich allein gepachtet haben wollen. Ob sie cs uns absprechen oder es uns zuerkennen, kann uns völlig gleichgültig sein. Es kann uns an unserem Willen zum Deutschtum nicht irre machen. Jnsolgedeffen sagen wir: wenn ein Völkischer uns diesen Willen bestreitet, so kennt er uns nicht und kennt die Geschichte nicht. Wenn er behauptet, dieser Wille beruhe auf Tarnung, d. h. auf Verheimlichung eines wahren Tatbestandes zum Zwecke des Betruges, so ist er entweder gänzlich imunterrichtet oder aber, was noch schlimmer ist, er ist ein Verleumder. Wer erklärt, daß wir ein Judeuproblem leugnen, hat uns nie verstanden. Ein naturgegebenes Judenproblem etwa des Inhalts, daß die deutsche Judenheit von vornherein in scharfen Gegensatz zu ihrer nichtjüdischen Umgebung stünde, gibt es nicht. Tas sogenannte Judenproblem entstammt den politischen und wirtschaftlichen Verhältniffen, die das deutsche Volk in eine Problematik Hineintreiben und der hetzerischen Erörterung Raum und Stofs geben. „Die Juden" gibt es nicht, sondern es gibt nur Juden, die politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich Mitglieder der deutschen Volksgememschast sind. Eine gemeinstnne Grundlage durch Abstammung, Schicksal und Religion ist zwar vorhanden, schafit aber keinerlei Einheit. Wer das übersieht, ist völlig weltfremd. Und wer aus irgendwelchen Phautassiegebilden politische Schlüsse zieht, ist ein Phantast, und unter Umständen in aufgeregten Zeiten ein Verführer des Volkes, ein Unheilstifter. Das Buch „Klärung" ist von Schriftstellern geschrieben, denen, bis aus eine Ausnahme, eine ehrliche Gesinnung zugebitligt werden muß. Schwer fällt einem das aber gegenüber dem Graten Reventlow. Reventlow ist mit einer gebürtigen Französin verheiratet, eine Tatsache, gegen die an si tz gewiß nichts zu sagen ist, denn man kann ein guter Deutscher sein, auch wenn man mit einer Französin verheiratet ist. In der L^iensbeschreiöung aber, die Reventlow feiner Abhandlung vorausschickt, erwähnt er diese Tatsache nicht; ebensowenig Aufhebens macht er von seiner früheren Mitarbeiterschaft am „Berliner Tageblatt". Dagegen erklärt er als wichtigste Voraussetzung für "die Turchiührung der Volksgemeinschaft die Aus s ch a l t u n g des Fremde n, und zwar ausdrücklich ans allen Gebieten des Lebens. Ein Mann, der solches schreibt, und dann in seiner Lebensführung derart seinen eigenen Grundsätzen entgegenhaudelt, ist kein Charakter. Nun zu den übrigen Autoren: Tie Kammunisten, die zu Worte kommen, stützen sich auf Heller. Ter Kommunismus behauptet, das Judenproülern lösen zu können, weil er sich zur Beseitigung der sogenannten unproduktiven Menschen. für befähigt erachtet. Was über diesen Lösuugsversuch zu denken ist, wurde an dieser Stelle schon ausführlich erörtert. Ter jüdssch-nationale Verfasser schließt sich in der Theorie im eutschädendeu den völkische:! Anschauungen der Nichtjuden an. Auch cr redet von den „vergeblichen Anstrengungen der Juden, den anderen gleichen zu wollen", von dem „Gefühl für diests Volkstum", von „dem internes* baren Wert der das tiefste Wesen bestimmenden Blutsoerioandricf;aft". Er fordert ein Umbenfeu der Juden oder Nichtjuden und verlangt die Verwurzelung der Juden mit dieser eigenen Blutsgemeinde unter der verpflichtenden knlturellen und sittlichen Tradition der Jahrtausende. Wie irrig die Schlüße sind, die aus diesem dem deutsch-völkisthen nachgebicketen jüdi'ch-völksschen Lenken gezogen werden, ja, die Fehlerhaftigkeit dieler ganzen Nachahmung überhaupt, ist in diesen Blättern schon häufig nachgewiesen worden. Walter von Holländer, ein gebürtiger Balte, findet im tnefentlicijen das Richtige, wenn er das ganze Problem in die These kleidet, daß Verständnis nicht immer gleich Selbstausgabe sein soll Er hat recht, wenn er sagt, man kümmere sich zu viel um das Woher, um die Vergangenheit, um die Abstammung, weil man sich in der Gegenwart nicht zurechftindet und weil man nickst weiß, wohin der Weg gehen soll. Anders natürlich die ans deutschvölkischem Boden stehenden Autoren. Richard E u r t n g e r führt aus: Tie Juden ließe der innere Widerspruch des israelitischen Wesens nicht in sich selber ruhen, sie suchten sich vielmehr in die deutschen Tinge hineinzureden. Hierin liege der Gegensatz. Tas Verhältnis zwischen „Deutschen und Juden" sei dadurch völlig unnatürlich geworden. Hier wird wieder der Fehler gemacht, daß o i n Typus von Juden konstruiert wird, der sich in der Wirklichkeit nicht findet. Wenn nur die Herren, die solche Tinge schreiben, einmal die Juden, wie pe sind, studieren wollten! Sie nehmen eine geistige Gemeinschaft in den Fragen an. in denen sie nickst vorhanden ist. Sie konstruieren und kommen deshalb zu Fehlschlüssen. Schon oft wurde ausgesprochen, daß wir'Juden eines verlangen müssen: Klarheit. Klarheit aber erlangt man nur, wenn man uns kennenzuler- Skdoren uj& lMmMOW. ,,Aäo 6d)Iu3 mit den Akten", far*te der alte Freund und Hausarzt, „und dann drei Wocheu Westerland." Der bekannte Rechtsanwalt und Strafverteidiger seufzte zwar, aber er sah selbst ein. daß es so nicht rreitcrzing. Total überarbeitet und dabei nicht mehr die Spannkraft der ersten Iugm.d. Ter aste Hausarzt ha::r nur zu recht, und darum setz unser Anwalt ein LZaqt f pater geh vis am in seinem Strandkorb am ^.ccL und lieg vom gleichiuüD.geu Spiel der Dellen scme Nerven beruhigen. Cr traamte: 10 Jahre waren es nun her, daß er an der gleichen Stelle mit Irma im Srrandkorb^ fast, damals ein junger Jurist, der glaubre. in diestr Frau das Ideal seines Gebens gefunden zu haben. Drei kurze Wochen dauerte der Rausch, der fürs Leben Geltung baden sollte, dann kam der blöde Zufall, der sie für ewig trennte, cän dummes Mißverständnis am lehren Ferieutage, aber rn, jugendlichem Starrsinn finden sie sich nicht mehr zusammen, der Trotz vermauerte ihnen de:: Weg, wenn das Herz auch blutete. Er tat es nie nals überwunden, die Arbeit verdunkelte die Erinmr.mg, aber er findet nicht mehr die Luft zu einer Eh?. „Anwalt Weiberfeind" nennen ihn bald die Kollegen. „Bitte, den Straudkorb Hierhertz hört er auf einmal eine belle Frauenstimme, die ihm leltfam bekannt vorkommt. Eine jugendliche Frau entlohnt den Träger und ncht ihn an. Zwei Augenpaare versinken weinander und können sich nicht mehr trennen. „Irma, Du? oder eine junge Schwester von Dir?" „Rein, Heinz, ich Lin es wirklich/' ..Irma, liebe Irma." Die Zeit äst ausgelöfcht, zwei Menschen finden zueinander rn b-itzer Liebe zurück. Ader der Mann mutz immer wieder staunen. „Aber Du bist es doch nicht. Wie kann man in zehn Jahren jünger werden. Sieh doch mich auch „Du, Dummer, auch ich bin zehn Jahre älter geworden. Denn ick) adar beute noch so aussehe wie damals, so btzcb ich jung für Dich und durch,ein kleines Wunder. Ich will es Dir verraten. Es heißt Marplan-Ereme. Tages flatterte mir ein kleines Buchlein ins Das Geheimnis, jourg KU bleiben" und eine er köstlichen Creme. Seit der Zeit schwöre ich Eines Heus, „Das Probe der köstlichen _ .. , auf Marylan-Erem.e. Sie wird mctst erlauben, daß nreinc Haut alt und welk wird, daß sich Runzeln und Mitesser bllden, sie wird ibr jugendliches Aussehen behalten — für Dich, mein Heinz. — Und wenn wir erst verheiratet sind, dann mutzt Du auch Marnlwn- Creme benutzen, denn ich will einen jungen üllann haben. Deine Kollegen werden sagen, der „Anwalt Weiberfeind^ hat nicht nur eine Frau gefunden,, sondern auch seine Jugend." „Du wirst es bald machen, wie die 24 G00 Männer und Frauen (die Zabl ist notariell beglaubig:), die unverlangr der Marn.an-Crsrne ihre begeisterte Anerkennung ausgeiprochea haben." — Wollen auch Eie einen Versuch machen? Legen Sie untenstehenden Gransbczugsschein in einem mit einer 4.Pf.-Mar?r frankierten offenen Briefumschlag, auf dessen Rückseite Sie Ihren Namen und genaue Adresse schreiben. Sie erhalten dann sofort kostenlos und portofrei eine Probe der köstlichen Marplan-Ereme nebst einer Druckschrift über kluge Schönheitspflege. C,ra!isbszugsstcheän: An den Marnlan-Veririeb, Berlin 2-13, Fcicdrichstr. 24. Erwarte die Probe Marylan- Creme sowie das neue Büchlein über Schönheitspflege, beides vollkommen kostenlos und portofrei.

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