Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 17 (22.4.1932)
- Date
- 1932-04-22
- Page
- Seite 167 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2277379-2277939-2277956--07308-2288199- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
vrt a- V" j H] i'\-' //f,\>\: i- >vV 1; V H/ V «-</ W «4/ Wv V^S/ '4!SA J[ A A 4& L^ lij^G •' i: I *?ssWMlssM MN^ ff L/ Wvw 4H^^y *v ^V? A-* ■ :|n' ::7.:il T?:7'n .,. j J handelt her „Morgen" Mhrgnng Z, Kr. 1 In einem Vorwort erklärt die Schristleitung, die Zeitschrift werde mehr' als bisher Beiträge bringen, die der Klärung der augenblicklichen chaotischen Kulturlage dienen, sollen. Tie Aussprache beginnt mit zwei Aufsätzen von Hans Bach und Heinrich Frick wider und sür die Wertung des Liberalismus. — Hans Bach beschäftigt sich in seinem „Was kommt danach?" überschriebenen Aussatz mit der durch den Niedergang und die vermeintliche Ueberwindung des Liberalismus ungünstig beeinflußten Lage des deutschen Judentums, deren Folgen deshalb so verhängnisvoll für die Juden sein müssen, weil diese ihre Emanzipation dem Politischen Liberalismus verdanken, schon aus Dankbarkeit auch jetzt noch am Liberalismus festhalten. Verhängnisvoll sei der Liberalismus aber auch deshalb für das Judentum, weil er mit seiner Forderung der Assimilation die Lebensordnung des Judentums geschwächt und untergraben habe. Tie einzige Rettung aus der Gefahr sei die Erhaltung der Juden — nicht als Nation, auch nicht als bloße Religionsgemeinschaft —, sondern, als eigenartiger Stamm, in dem Blut und Geist die Lebensgrundlagen bilden, Religion und Art, physische und psychische Eigenart eine Synthese eingehen. Als ein solcher Stamm diene das Judentum auch dem Vaterlande am besten. — In seiner Erwiderung „Wider dieAechtungdesLiberalismus" zeigt Frick, daß der Liberalismus seine Rolle noch nicht ausgespielt habe, daß die wichtigste Frucht des Liberalismus, der Toleranzgedanke, noch nicht gereist sei, daß wir heute in der Gefahr stehen, mit dem Liberalismus auch die echte Liberalität zu verlieren, und daß das Judentum besonders Grund hat, hellhörig und vorsichtig zu sein, wenn die Liberalität auf dem Spiele steht. Sehr wichtigen Gegenwartsfragen find auch die Aufsätze von Müller-Claudius und Alfred Marcus gewidmet. Tie Ausführungen von Müller-Claudius über die Psychologie des Hassens sollte jeder Erzieher lesen, um zu erkennen, welche sittlichen und kulturellen Schäden cs haben muß, wenn in den Schuten nicht dem politischen und konfessionellen Hatz energisch entgegengetreten wird. Marcus weist nicht allein aus die allgemein bekannten Schwierigkeiten der Berufswahl der Jugend hin, sondern zeigt auch Wege, die begangen werden müsien, um die jungen Menschen, die sich sür einen Beruf zu entscheiden haben, vor Enttäuschungen zu bewahren. Besonders fein ist seine psychologische Begründung der starken Hinwendung der Juden zu akademischen Berufen. Ein für den Bestand des Judentums sehr wichtiges Problem behandelt Eva Reichm a n n - I u n g m a n n in ihren Betrachtungen zu dem Buche von Otto Heller, „D e r Unter g a n g des Judentums". Sie zeigt darin nicht nur den methodistischen Fehler, dessen sich Heller schuldig macht, indem er der marxistifdjen Geschichtsauffassung eine ganz einseitige Auslegung gibt, sondern auch die Verkehrtheit seiner Deutung des gegebenen historischen Materials. In einer Entgegnung mit dem Titel .Bestand um) Untergang der deutschen Juden" wendet sich Mauritius Kahn gegen die Behauptung Constantin Brunners, daß das Judentum seine Aufgabe erfüllt habe und keine Eiaenwertigkeit mehr besitze. Ten weiteren Inhalt äs Heftes bilden der Schluß des Aufsatzes von I. Heinemann, Die griechische Weltordnungslehre bei Juden und Römern, eine Abhandlung Ludw i g Rose n t h a l s über Jüdisches Mittelalter in Frankreich und Deutschland und eine Besprechung von H i e l s ch e r, DasReich, durch Wilhelm Michel Dr. G. GermMeraLur Fvrrn? Scholtcnr „PäläslrrraA Jaffa i und Jaffa 2. Verlag Julius Hossmann, Stuttgart. Preis 86 Mark» Frank Schölten, ein holländischer Privatgelehrter, hat ein P a l ä st i n a b i! d w e r k vorbereitet, das an Großartigkeit seinesgleichen sucht. Bisher liegen zwei Bände mit 529 prächtigen Tiefdruckbildern über Jana vor. Weitere- Bände über Jerusalem, Nazareth, das Jordantal, das Tote Meer usw. sollen folgen. Das Riesenwerk bezweckt eine vollständige Darstellung aller Textstellen aus Talmud, Bibel, Koran in Ausnahmen aus Gegenwart und Vergangenheit des Heiligen Landes. So klar und wunderschön, — man darf sagen, unüöertreffbar, die Bilder dieses Werkes sind, so rst das Erklärungsverfahren, das der Verfasser'einschlägt, nicht immer deutlich. Der Beschauer meint, die Bilder, die in dem Band .Lassa" vorgeführt werden, gehen nur biblische, talmudische oder koranische Textstellen an. die sich mit Jafla befassen. Das ist aber durchaus nicht der Fall. ' Derselbe Barbier, der in „Jassa" (Bd. 2, Aufnahmen 101 und 102) vorgesührt wird, kann genau so gut in jeder anderen palästinischen Stadt angetrosfen werden. Anderseits sind die Beziehungen mancher Bilder zu dem Text äußerst lose, ja gezwungen, so z. B. wenn der Versager im Band „Jaffa 2" (Ausnahme Nr. 290) den Vater eines Mörders im Bilde mit dem Prophetentext wiedergibt: „wenn er aber einen Sohn zeugt,' der gewaltätig ist und Blut vergießt . . Geht man nach diesem Verfahren vor, so bleiben überhaupt kein Vers, keine Zeile, kein Wort aus Bibel, Talmud und Koran übrig, die man nicht durch eine Ausnahme aus bem gegenwärtigen Palästina photographisch wiedergeben kann. Tann aber sind der Willkür Tür und Tor geöffnet. Darunter leidet bis zu einem gewissen Grade auch das vorliegende Werk. Bei manchen Bildern denkt man an das alte Sprichwort: FT I 1 y*r?a PTT\ R SS f\ C3 rj *HE3 f* *! ViT\ \J «J ZSiJ ffLy iwSto*/ idS 4J &J fca fei »sl fei Ü Öi s™~. j LJ «J VöaJ iü M Jets* brauchen V£l? Eure als Je! Zahlt den Beitrag . | für das 1. und 2. Vierteljahr auf Postscheckkonto Berlin 115501. |, Fl M y» LANDESVERBAND GROSS-BERLIN fi 17 Bezirk u LissJiJ LHJ & Breslau /n Zf /f)& 4) 4)*? £ /#/i) rs* 4D E? mr sf&^fr?/n bei Katarrhen, Asthma, Grippefofßcn, Nierenleiden, Gicht und Zacher Wieder in eigener Regie: Hoiel „Preussische Krone“, Haus „KynastFremdenheim „Elisenhof“ neu mii „Schlesischer Kot**, das schönste Hoiel Schlesiens fl.Was$er ausgesiaiiet und umgebaut * Kurprospekie durch die Badeverwalfung. f'\ //AITA / \!!; U ÜüUt c r\ a tf,\ NA- 3:1 i l~ \\ \ > i f\ n y y w .3 u3© 6""‘üuA 0 0 f! Ui n Ü> dis m ■« MS Fastai m? Wirtscliaftsi/rellislt mM £mhm c~jrzj