Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 15 (8.4.1932)
- Date
- 1932-04-08
- Page
- Seite 137 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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137 35^^ r V' mWeglftchzeuigrr ^Z-£^r:;;;;'.v.;n?„ b« häzlich gefärbten SattelC3ss fit foTgenbsr: Drücken Sie einen Errang Chlorodent-Zchnpasir cm? die Lrräenr Lhlorodont- Zahnbürste {Zzr^TcWM trat c^a^nUnt Borsten. Schnitt), bürsten Sir Ihr Seb-.g nun nag allen Seiten, auch von unten nach oben, tauchen Sie erst {er.* die Bürste in Wasser und spülen Sie mit Chlorodont- Mundwchftr unreru-urgeln gründlich rar?. Der Erfolg wird Sir üörrra'chenl Der mißsarbenr Zahnoelag ist verschwunden und ein herrliches Gefühl Lrr Frische bleibt zurück. Hüten Sie sich vor minderwertigen, bitligen NaHahmurizen und verlangen Sie artsorücklich ChlorodonL-Zah-pafte. Anter-Oorlriegspreilr. scher Apparat aufgezogen wurde, dem nach keiner Richtung hin die Arbeitsmöglichkeit, der Inhalt und die Bedeutung eines Parlaments gegeben werden konnten. Der Wunsch einiger, namentlich jüdisch-nationaler Herren, in diefein Parlament eine Tribüne zu haben, in der ste in der Oefstnttichkeit den deutschen Gedanken des C. B. bekämpfen, kann man verstehen. Llber inan durfte diesem Interesse nicht so viel Zeit wertvoller Menschen und nicht soviel Mittel opfern, wie es geschehen ist. Die Mittel. die hier aufgebracht werden, könnte ein ans Vertretern aller jüdischen Parteien zusammengesetzter Aus schuh von netin Mitgliedern verwalten; dieser könnte auch nach de:n Rechten in den Gemeinden sehen. Parlamente braucht man hierzu nicht. Kämpfe um Lebensanschauungen werden anderswo ausgetragen, und wir vom Centralverein haben niemals einen Zweifel darüber gelassen, daß nur von unserer jüdischen wie von unserer deutschen Gesinnung niemals einen Deut aufgeben werden. Trotzdem könnte ein gnres Zusammenarbeiten möglich'sein. Wenn man aber immer wieder Hort, in welch agitatorischer Weise der Centralverein bekämpft" wird, obwohl man seine Tätigkeit in vieler Beziehung durchaus anerkennt, wenn man 'immer "wieder behauptet, Landesverband und Gemeinden könnten die Aufgaben des Centralvereins übernehmen. so kann man allmählich darüber nur noch lächeln. Als ob der Evangelische Bund, der Volksverein für das katholische Deutschland und ähnliche Einrichtungen der beiden christlichen Kirchen durch deren offizielle Vertretungen jemals überslüssig geworden wären! Als ob diese behördlichen Organe überhaupt in der Lage wären, den Kampf gegen ihre Gegner mit der Stoßkraft einer privaten Bereinigung zu führen, die, wie der Centralverein, aus die freiwillige Mitarbeit ihrer großen Anhängerschaft und auf ihre gute Organisation begründet ist; einer privaten Bereinigung, die ohne Zwang, den jede Behörde sich auserlegen muß, mit der ihr speziell wesentlicher Angriffsfreude einer sich auch weltanschaulich geschlossenen Mitgliederzahl jederzeit auiwarten kann. Und ebenso kann man nur noch lächeln, wenn Oscar Cohn als Vertreter der Poale Zion immer wieder predigt, die Juden müßten zur nationalen Minderheit gestempelt werden. All solchem Gerede der volksparteilichen Abgeordneten gegenüber wird man sich in Zukunft nur zu fragen haben: Was dient den jüdischen Gemeinden? Alles andere Gerede ist überflüssig! Tie heutige jüdische Welt sollte dafür keine Mittel mehr ausbringen! Ludwig Holländer. % tf \ , p.. . . . Ljfi^ Vvv Vv'^Vs/1 VVvV/ VVvV^s^y %/■ *■</ V W> Den nachfolgenden Zeilen sei ein grundsätzliches Wort vorausgeschickt. In Zeiten der Gefahr sollen innere Streitigkeiten verstummen, und höchst selten erklingt In diesen Blättern eine Meinung zum innerjüdischen Streite. Anders in der zionistischen Presse! Es erscheint kaum eine Nummer der ,,J udisclien R u n d s c h a uts. die nicht grobe Angriffe auf den C. V. enthielte, und von dem Tiefstand der Anwürfe der zionistischen Provinzpresse, ihrem Tone und ihrer Gesinnung, können sich unsere Leser nur schwer einen Begriff machen! Besonders vergeht man sich immer wieder «regen den ersten Grundsatz einer sauberen und anständigen Polemik, indem man die Ehrliebkeif der Gesinnung bei den Vertretern des C. V. - Gedankens bezweifelt. Es kostet uns gewiss grosse Ueberwindung. in Tagen grösster Gefahr dieses hämische und feindselige Verhalten niedriger zu hängen. Aber die Grenze der Geduld ist die Selbstachtung, und auch die ganz gemässigten Männer und Frauen in den Reihen des C. V. empfinden, dass es so nicht weiter gehen kann! Der nachfolgende Artikel bringt eia charakteristisches Beispiel. Wenn er von einer „systematischen Diffamierung des jüdischen Gegners1* spricht, so ist das Urteil leider angebracht und treffend. " Dr. F. G. Der diesjährige Werbe tee der Wizo (Women International Zionist Organisation} fand kürzlich int B rü de rvere ins h ans tu. Berlin statt. Weder die Tatsache nochder Berlam Die|er von Frau Jenny B l u nt c n f e l ö in ihren Begrüßung-Worten als traditionell bezeichneien Veranstaltung würden uns Anlaß zur Erwähnung sein, wenn nicht ein Ereignis dieses Nachmittags uns zum Protest aufrufen würd-e: das Auftreten der Truppe Barak mit ihrer Ausführung ..Die einzige Lösung". Schon iu den Ausführungen des ersten Referenten, Tr. Werner Bloch, über jüdische Würde in antisemitischer Gefahr" berührte ereigentümlich, daß ci n sche i uend zi ouiftif che Werb e v e ran sta l tu n ge n ohne einen starken Schuß innerjüdischer Polemik nicht denkbar sind. Wer es aus der C. V.-Arbeit gewöhnt ist, daß ganz besonders in den gegenwärtigen Notzeiten harter judenseinducher Bedrängnis die innere Auseinandersetzung, soweit es irgend mit der Klarheit unserer Zielsetzungen vereinbar ist. .zurückgedrängt wird, der wird immer auf das peinlichste berührt, wenn er den „frisch-fröhlichen Kamps" erlebt, der auch heute noch von Zionisten gegen uns geführt wird. Torr spricht man sehr viel von Einheitsfront, aber das Urteil darüber, wer mehr für einen vernünftigen Ausgleichleistet, überlassen wir getrost einer zukünftigen Gesa GWsch reibm\q über die Geschicke der deutschen Juden nuferer Tage. Jedoch, wir sagten schon: dieses Referat würde uns getreu dem oben ermähnten Grundsatz kaum zu einer Entgegnung gezwungen hohem Ebensowenig ein Bortrag von Frau Jetrka Levy- S kein über die Ausgaben der jüdischen Frau in Palästina.^ Nachher aber trat die Truppe Barak auf. (^ie besteht aus zioni stillsten Mädchen und Jungen und'wirkt größtenteils durch Sprechchörc. hin und wieder auch durch in die Sprechchöre eingestreute Einzelszenen. Gezeigt wird die Judennot unserer Zeit und die erhoffte Lösung in Palästina. Der Angestelttenboykott spielt eine besondere Rolle. In der darauf bezüglichen Szenenfolge, bei der der jüdische Stellungsuchende sich immer als „mosaisch" bezeichnet, woraus dann der Sprechchor ihm entgegenschreist kommt ein Herr vor, der auch nach den wiederholten schlechten Erfahrungen des jungen Menschen nicht glauben will, daß sein Judesein die Schuld an den Mißerfolgen tragen könne. Von diesem Herrn, der das Opfer des Boykotts mir lächerlichen Argumenten und einer unentwegten Oofsnungsseligkcit tröstest^ wird ausgesagt, er sei von Borträgen der ..Staatsbürger ' jüdischen Glaubens" bekannt. Wir würden diese Charakterisierung eines uns völlig fernen Standpunktes als denjenigen des C. D. Soeben erschienen: JÜDISCHER GLAUBE IN DIESER ZEIT PROLEGOMEXA ZUIl GRUNDLEGUNG EINER SYSTE MAI 15 C HEX THEOLOG IE DES JUDENTUMS VON HANS JOACHIM SCHOEPS 1932 — 96 Seiten, 8°, Preis ca. RM 3.56 1. Zur Lage des jüdischen Glaubens, 2. Geschichte der protestantischen Lehrdisziplia „AUtestamcntliche Theologie11* 3. Entwicklung der systematischen Theologie des Judentums im 19. Jahrhundert, 4. Versuch einer Grundlegung der systematischen Theologie des Judentums aus heutigem Bewusstsein. Diese Schrift ist geeignet, die für den jetzigen Wahlkampf erforderlichen Energien zu stählen. Philo Verlag u. Buchhandlg., G. m. b. H. Berlin W 15 kaum ernst nehmen: denn unsere jahrelange Arbeit in der Boykottsraae und unsere jederzeit in zahlreichen Veröffentlichungen bekundete Auffassung von der jüdischen Wirtschaitsnot erheben uns für jeden Kundigen über den Verdacht, Verbreiter so törichter Meinungen zu sein, wie sie da fabriziert werden. Aber es^ kommt noch schlimmer. Nachdem die von ■ ^owjetrußland propagierte Lösung der Judensrage mit Recht ad absurdum geführt worden ist, melden sich zwei fingierte Diskussionsredner zum Wort, von denen der eine einen bürgerlichen, der andere einen kommunistischen „As sinn lauten" darstellen soll. Beiden werden völlig analoge Redewendungen in den Mund gelegt, bei derwn nur die entscheidenden Worte dem jeweiligen Sprachschatz der betreffenden Richtung entnommen sind. Beide überbieten sich jedenfalls in schranken- und würdelosem Assimilantemtum. Daher werden zum Schluß Heide von dem Nationaljuden in einen Tops geworfen und kräftig beschimpft. Es besteht kein Zweifel darüber, daß nach der vorher, anläßlich der Darstellung des Boykotts hergestellten Identität zwischen dem innerjüdischen Gegner und dem C. B.er jeder unter den Zuhörern den Cmdruct empfangen m u r> t c. als werde in der Haltung des „weißen" Assimilanten die C. B.-Gennnung gegeißelt. Itnb wenn dann mit jugendlicher Kampfeslust ertönt: chlleißt den Heuchlern die Riaske vom Genau!", dann werden zwar vielleicht einige angesaugen haben, etwas nervös aus dem Stuhle hcrumzurücken; die überwiegende Mehrzahl aber, einseitig unterrichtet und aufgeputscht, freute sich uneingeschränkt, daß es dem C. B. wieder mal gegeben wurde. Wir betonen ausdrücklich: wir fühlen uns durch die Aufführung de? ....Barak" nicht getroffen. Viel zu weit sind wir von der oberflächlichen, phrasenbasten Beweisführung dieses fingierten Kronzeugen entfernt, und viel zu genau erkennen wir die 'Absicht, die darin liegt, die Gegen- Position möglichst flach und entstellt zu zeigen, damit man nachher um so siegreicher gegen sic zu Felde ziehen kann. Wogegen wir uns au steh neu. das ist die billige, verderbliche Art und Weise in der hier Jugendliche und ihre Zuhörer verhetzt werden. Das ist nicht mehr posi- Live Erziehungsarbeit für die geistigen Werte einer Idee, sondern die s y st e m a 11 f dj c Diffamie* rung des jüdischen Gegners, die dadurch erzielt wird, ixch man bestimmte Apoziationen mit einer feigen und kriecherischen Gesinnung nahelegt-und zum mindesten nicht ausschließt. Die Berichterstatterin der „Jüdischelt Rnndscho.u" äußert den Wunsch, daß die Aufführung des „Barak" „ein gutes Omen für die Weiterarbeit" der Wizo. die sich übrigens als eine Vereinigung von zionistisck-en und nickftzionistrschon Frauen bezeichnet, sein möge. Wir sind nicht so rachsüchtig, uns diesem Wunsche auyuschließen. Dr. E. R.-3.