Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 15 (8.4.1932)
- Date
- 1932-04-08
- Page
- Seite 135 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ff* 0 \ J7 LA : JÄN i pm i ’, r* 'Li U J «h 3 v'- ..i,J D Am 24. April 1932 Landi-gswahlen in Anhalt Bayern, Preussen, Württemberg. Burgerschaftswah! in Hamburg. Alle cleufsdhen Juden spenden für den T\ ff XI ® ra 0^7 n - | <; rc^i?. <r-; Id Ls LL .■ ii ti '&lJ L2 il Die CV.-Mitglieder aus Anhalt, Brandenburg, Grenzmark, Gross-Berlin, Provinz und Freistaat Sachsen zahlen ihre Spenden auf Postscheckkonto 304 72, Berlin, alle anderen CV.er überweisen ihre Spenden auf die Postscheckkonten ihrer Landesverbände. Zeithmt zum - Ktsmpfäosads 1932 - Aus ollen Teilen des Reiches kommen erfreuliche Mitteilungen über den guten Fortgang der Sammlungen für den Kampf - fonds 1932 des Centralvereins. Die Zeit des Burgfriedens, der am Sonntag, 3. April, um 12 Uhr mittags ablief, wurde eifrig für die Vorbereitungen zur Sammlung benutzt. An der Spitze, wie fast immer bisher, sieht der Landesverband Linksrhein des C. V Köln hat Hervorragendes geleistet; A ach en steht dem mehl nach. In M ünchen-Clad bach wurden hoch beachtliche Anfänge erzielt. Wider jedes Erwarten amgezeichnet sind die Ergebnisse der ersten Tage der Zeichnung aus Breslau. Sich heute für Zwecke finanziell einsetzent die nicht im Bereich des Berufes oder der Familie liegen, heissi wahrlich ein Opfer bringen. Wir wissen, wie schwer das deutsche Judentum von der Wirtschaftskrise betroffen ist; um so mehr muss jeder von uns dankbar sein für den Opfermut, den unsere Freunde bisher gerade in dem wirtschaftlich schwer getroffenen Schlesien und in seiner Hauptstadt an den Tag gelegt haben. Die Sammlungsarbeit in Berlin entwickelt sich erst, sieht aber auch unter gutem Stern. Helfe ein jeder mit nach seinen Kräften. Die kleinste Summe wird dankbar angenommen. Keiner darf diesmal fehlen, wo es sich - um die wichtigsten politischen Entscheidungen seit Kriegsende zweifellos handelt ßMz> f^iHf Säüsm!' WW »MI» L-'/Ä in Wir berichteten an dieser Stelle über ein grauenhaftes Verbrechen, 'das in Paderborn Mitte vorigen Monats verübt wurde und in das Juden verwickelt sind. Wir haben, was selbstverständlich ist, dem Entsetzen, die Ablehnung und die Verständnislosigkeit aller normalen Menschen dieser Untat gegenüber Ausdruck gegeben. Wir mußten aber auch mit Bedauern feststellen, wie gewisse politische Kreise sich bemühen, das Verbrechen zu politischen Zwecken auszunutzen: d. h. aus einem Mord einen „Ritualmord" zu machen. Loie schon damals, konnten wir bereits in der vorigen Woche aus eine nationalsozialistische Zeitung Hinweisen, die in widerlichster Weise das Verbrechen eines einzelnen Juden zu einer Beschimpfung des gesamten Judentums ausnutzen wollte. Inzwischen ist die Verbotszeit einiger nationalsozialistischer Blätter Westfalens avgelausen und nunmehr überstürzen sich diese Hetzorgane in Ritualmordandeutungen und -behauptungen. Die „Rote Erde", Bochum, beschäftigte sich über zwei Seiten lang mit dem Paderoorner Vorfall. Zunächst wird eine große Reihe von unaufgeklärt gebliebenen Verbrechen aufgeführt und daran die Behauptung geknüpft, cs habe sich bei diesem erwiesenermaßen oder nichterwiesenermaßen um Ritualmorde gehandelt. An der Spitze dieser Auszählung wird^eine längst als gemeine Fälschung entlarvte stelle aus dem kabbalistischen Werk „Thikune Sohar" abgedruckt, die auch im Nürnberger Talmudprozeß im November 1929 eine grobe Nolle spielte. Damals hat zwar Professor Michael G u L t - mann dargelegt, wie unsinnig es sei, diese Stelle als Beweis für Ritualmorde deuten zu wollen, aber das hindert den Redakteur der „Roten Erde" nicht, es doch wieder so auszuwerten. Nun ist folgendes geschehen: Die „Note Erde" ist auf unbekannte Weise in den Besitz von Rundschreiben und Berichten gelangt, die der Syndikus des für Paderborn zuständigen Landesverbandes Rheinland-Westfalen des Eentralvereins über seine Beobachtungen und Eindrücke in Paderborn, über die Stimmung der Bevölkerung, der Presse usiv. erftatlel hat. Tenn nichts war selvstverständlicher und pflichtgemäßer, als daß der Eentralverein sofort nach Bekanntwerden des Verbrechens alle Maßnahmen ergriff, um die Umbiegung des Verbrechens aufs Politische und Religiöse zu verhüten. Wir gestehen zu, daß" es ein beschämendes Empfinden ist, in einem Kulturstaate im 20. Jahrhundert solche Befürchtungen haben zu müssen. Die nationalsozialistische Praxis hat uns aber gelehrt, daß wir gerüstet sein müssen. Nach der Tat habe ja die „Rote Erde" und die ihr verwandten Organe die Richtigkeit unserer Annahme bestätigt. Es gibt aber nichts, wus z u gemein, z u dumm und z u w'wersinnig wäre, als daß es nicht von natio:;alsozialistischer Seite aus Judenhaß in die Politik hineingetragen würde. Aus diesen Maßnahmen des Eentralvereins schließt nun die nationalsozialistische Presse, der Centralverein habe sich vor den oder die Mörder in Paderborn gestellt. Diese Behauptung erreicht nicht unsere Schuhsohlen. Die Maßnahmen zum Schutz von Mördern liegen wohl innerhalb des Anschauungs- und Vorstellungskreises nationalsozialistischer Organe, die wohl wissen, wie viele „rauhe S.-A.-Männerst die wegen Mordvergehens polizeilich verfolgt wurden, durch einen Relaisdienst über die Grenze geschafft worden sind, die auch im übrigen mrt falschen Pässen und dergleichen schnell bei der Hand sind, wenn es ailt, Verbrecher ihrer derdienten Strafe zu entziehen. Daß wir solcher Gedank-naänge, geschweige denn solcher Handlungen unfähig sine), brauchen wir nicht erst zu beteuern. * v -*»* i» Kürzlich wurde die Synagoge in Mo h - r ungen (Ostpreußen) dadurch geschändet, daß Hakenkreuze rnit L elfarbe auf die Emgängstür gernalt wurden. Ter Oberstaatsanwalt in B x a u nsberg hat gegen die Täter, Angehörige der N. S. D. A. P., ein Strafverfahren eingeleitet. Einer der Täter ist der Sohn des Ortsg r n p p e n l e r t e r s der N. S. D. A. P. in Mohr ungen. * Der staatsparteiliche Landtagsabgeordnete Barteld (Hannover) hat kürzlich eine kleine Anfrage an die preußische Staatsregierung gerichtet, in der er sich gegen die vielfachen Schändungen von jüdischen Friedhöfen und Synagogen wendet. Er wies auf die in den letzten Wochen vorgekomrnenen Schändungen jüdischer Friedhöfe in Nied er-Ursel und Cleve sowie auf die Synagogenschändungen in Emden und in N a m s l a u hin und zählte die Fälle auf, in denen Rechtsradikale als Friedhossschänder entlarvt werden konnten. Abg. Barteld fügt hinzu: „Abgesehen davon, Dafz selbstverständlich jede religiöse Gemeinschaft mit ihren Einrichtungen Anspruch auf Den Schutz des Staates hat, erleidet auch Vas Ansehen des Staates und Des deutschen Volkes Durch derartige Schändungen und Angriffe gegen Stätten, die bei allen anständigen Menschen gegen Exzesse geweiht sind, schwersten Schaden. Derartige Handlungen verhetzter politischer Elemente setzen Deutschland als Kulturvolk in der ganzen Welt herab." Zum Schluß richtete er an das Preußische Staatsruinisierium die Frage, ob es bereit sei, alle Vorkehrungen Zu treffen, nur solche Schändungen Zn verhindern, alles aufzuwenden, um die Täter Zu ermitteln und Der Bestrafung Zuzuführeu. M «ÄW «Mn §»20:20!" So schreibt der nationalsozialistische „Beobachter für die Kreise Sonneüorg und Hildburghansen" in seiner Nummer vom 12. März d. I. Und weiter heißt es: „ . . . Was der Jude will, das kann nicht gut für Deutschland sein! Und wenn der Zndo schreibt: Wählt chindendurch — bann wissen wir: Hier stimmt was nicht: Hier ist etwas farrL im Staate: . . . Wir wählen ihn nicht: Wir können ihn nicht wählen! Denn Alljudm der Dölkervcrderb-er, der AaSgeier der Wcltaeschichto, stimmt auch für ihn! . . .* Wir aber wissen, wir wollen nur das Gute für Deutschland, und deshalb lassen wir uns durch solche Wahlmethodrn nicht beirren . . . W Iks bm « EUCH p\ o n /s* *? b«s» r\ n r? e» >.’f »j u | tj r \ H r. k^y r-a £ ft 6~& &?! p? S\i tet H I S'Ä kmii \ji S « fl | " f, f*. W f? -MN /MN \?? V->. t ch $£20 ft** ** p n r-. fi U\i I