Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 13 (25.3.1932)
- Date
- 1932-03-25
- Page
- Seite 119 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der verständnisvollen OPferberettschaft vieler Freunde, in mehr als Doppelter Auslage von unseren Landesverbänden und von vielen unserer Ortsgruppen und Freunde verbreitet worden, aber HunDerttausenDe von Exemplaren müßten noch in Der urchtjüdischen Bevölkerung verteilt werden, um Der immer noch ansteigenden Flut des Judenhasses einen festen Damm entgegenzusehen. An der Spitze dieser MonatsauZgabe steht über dem hier an leitender Stelle wiedergegebenen Aussatz „Der deutsche Raum als jüdisches Schicksal" das Wort aus Berthold Auerbachs „Lebensweisheit": Die Vaterlandsliebe ist eine der schönsten Blüten der Bildung, sowie auch ihre kräftigste Wurzel. Sie keimt und blüht nur in einem Gemüte, das der unselbstischen Hingebung fähig ist. Die Vaterlandsliebe ist nicht das Gefühl der Dankbarkeit für Schutz und Entfaltung der Kräfte oder der Eifer für die jetzt bestehenden Einrichtungen; Männer, deren Ueberzeugungen den bestehenden Einrichtungen schnurstracks zuwiderlaufen, hängen vielfach an ihrem Vaterlande mit einer Innigkeit, die durch nichts erschüttert werden kann. Man kann die Vaterlandsliebe aus diesem oder jenem Grunde erklären, aber es ist wie bei jeder Auseinandersetzung der Liebe: immer bleibt etwas Unerklärbares, ein gcheimer Zug unserer Natur, der mit gebieterischer Macht waltet und von dem der Verstand keine Rechenschaft zu geben vermag; man mag dies gewigermaßen das vaterländische Gewissen nennen. Die Liebe zu der Sprache, die die erste Hülle unserer Gedanken darstellt, welche — wunderbar und doch so natürlich — mit den Gedanken wächst und sich ausöreitet und so die unzertrennliche Form unserer Seele wird; die Liebe zu dem Boden, aus dem wir zum Leben erwachen, der durch die Gebeine unserer Vorfahren, die darin schlummern, geheiligt ist und uns daran festhält; die Taren der Vorzeit, die uns überall mit lauter Stimme in die Seele sprechen, unverzagt und unverdrossen das Werk fortzuführen und so den Nachkommen in die Hände zu arbeiten, wie cs die Vorfahren uns getan: alles das sind einzelne Punkte der Vaterlandsliebe, aber in ihrem innersten Wesen schlummert eine unerklärbare und nichtsdestoweniger ewige Kraft... Diese Gedanken sind Vorwort und Leitmotiv zugleich unserer Ausktärungsarbeit in Schrift und Wort und Richtlinie für den Aufbau jener Sondernummer. In ihr werden alle wesentlichen Gegenstände und Fragen, die uns unausgesetzt beschäftigen, besonders eindringlich und umfangreich behandelt: das Heimatrecht der deutschen Juden, die Ursachen des Judenhasses, die Friedhossschändungen als beredte Dokumente von unserer Zeiten Schande, die Nassensrage, der Anteil der Juden am Wirtschaftsleben, ihre Beteiligung am Weltkrieg, ihre Mitarbeit an der deutschen Kultur. Reiches Bildermaterial schmückt die sechzehnseitige Nummer, wichtige Zitate geben ihr dokumentarische Bedeutung. Die Fülle der uns aus allen Teilen des Reichs und aus den verschiedenartigsten Kreisen der Leserschaft der Monatsausgabe zugegangeneu Zuschriften beweist uns, daß wir in diesem Heft über den Tag hinaus brauchbares Aufktärungsmaterial über das- Judentum, die deutschen Juden und ihre Zugehörigkeit zum deutschen Volk, zusammengestellt haben, und daß die Darstellungen vielfach zu weiterer Beschärstigung mir den behandelten Problemen angeregt haben. Wir wollen an dieser Stelle nur einige wenige besonders bemerkenswerte Anerkennungsschreiben und Urteile herausgreisen, um unseren Mitgliedern und Freunden zu zeigen, auf wie fruchtbaren Boden gerade diese Nummer der Monatsausgabe gefallen ist. Ein Siudienrat aus Dem Taunus: „ . . . ich will Ihnen versichern, daß mich die Nummer ganz besonders gefreut hat, weil ich einem Angehörigen Ihres Glaubens und Ihrer Abkunft, der in dieser Nummer abgebildet ist, einen Liefen unauslöschlichen Dank schulde, es ist mein hochverehrter Lehrer der Philosophie: Hermann Cohen, zu dessen Füßen ich in Marburg a. d. L. saß. und der meine Lebens- und Weltanschauung nachdrücklichst beeinflußt hat. Sein von Max Liebermann zum siebzigsten Geburtstag Cohens radiertes Bildnis ziert die Wand über meinem Schreibtisch und seine sämtlichen philosophischen Werke meinen Bücherschrank/ ' - -' Und ein Siudienrat aus Frankfurt a. M.: ,Jch habe mit größtem Interesse Ihre soeben angekommene Januar'März schon, daß sie ,, .. 4 Ich werde mir die Nummern auch eben und, soweit ich nur kann, an Bekannte auslerhen/ -Nummer der ,C. B.-Zeitung' gelesen und möchte wünvon reÄt vielen denkenden"MemLen aeleün wird. Ein LanVgerrchtsrat aus Nürnberg: „Für die seit mehreren Jahren erfolgende Zusendung von Exemplaren Ihres geschätzten Blattes an rnich danke ich bestens. Bon seinem Inhalt nehme ich gerne Kenntnis, da ich durch meinen Beruf gewohnt bin, Wert auf das audiatur et altera pars zu legen und ein möglichst objektives Urteil zu gewinnen/ Ein anderer Lehrer aus Frankfurt a. M.: „Für die interessante und wertvolle Januar/März-Nummer der ,C. V.-Zeitung* danke ich verbindlichst.... Wäre es Ihnen möglich, einige Nummern des letzten Heftes mir zur Verbreitung zugehen zu layen? Ich möchte sie im Konferenzzimmer auslegen, den" älteren Schülerinnen im evangelischen Religionsunterricht bekannimachen und dem einen oder anderen Freunde senden, da sie gerade wegen ihres zusammenfassenden Charakters sich besonders eignet und Aufklärung rn der Zeit des Wahlkampfes nottut/ Ern Student der Theologie aus Erlangen: „Mit bestem Danke erhielt ich die letzte Nummer der ,E. V.-' Zeitung', und durch sie wurde ich zu weiterem Studium der hier angeschnittenen Fragen angeregt . . / H. L. aus Oliva: bedaure sehr, daß man jüdische Friedhöfe und Grabstätten so geschändet hat wie in Trebnitz und in Ceorgensgemünd. Derartige Handlungen sind alles andere, aber nicht deutsch'. Man muß sich fast seiner eigenen Landsleute schämen. Blich hat, Gott'sei Dank, die Volkspsychose .Hitler' noch nicht mitgeriyen und wird mich auch nicht mitrcißen können! . . . Ich gebe Ihnen zum Schluß die Versicherung, daß ich Ihre Lebensrechte als die meinigen ebenso verfechten werde/ Die neueste MonatZausgabe hat somit ein besonders erfreuliches Echo zu verzeichnen gehabt. Wir können diese Tatsache als einen Erfolg unserer Aufklärungsarbeit buchen, der ebenso sehr Genugtuung bereiten wie zur Weitersührung und Wiederholung verpflichten muß. Aus Raumgründen konnte hier nur ein Bruchteil von Zuschriften aus den: Leserkreis der MonatsauZgabe bekanntgegeben werden. In der in Vorbereitung befindlichen Neuauflage der Broschüre „Unsere Monatsausgabe. Ihre Entstehung, Verbreitung und Wirkung" werden wir eine größere Sammlung solcher Aeußernngen veröffentlichen. r, u n fl rvi-~T?!! 1 :! wjuu'LL'wU L'uuJ M n n_«ir5^ h :/.i;j!i' I& U KizS U fcj fcj| sas w L-yy 1 isi ip f&J Ssi»»' tai s-i *ai y... .j w O y.a ki w-J y^ ** few £3