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Central-Verein-Zeitung · 1932-03-18 · 12 (18.3.1932) · p. Seite 110

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
12 (18.3.1932)
Date
1932-03-18
Page
Seite 110 (sequence 10)
Language
German
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110 Frau bereits im August 1795 schrieb, Goethe sei der Veremignnaspnnkt für alles, was Mensch heißen könne und wolle. Fritz Friedlaencler. . . . auf dem cTheater Goethe hat niemals einen Juden auf die Bühne gestellt, außer in dem kleinen Nebenwerk „Das Jahrmarktssest Zu Plundersweiter", und auch da nur in einem Zwischenspiel. Aber seitdem ihrerseits Juden in der vorderen Front der deutschen Bühne spürbar und aktiv geworden find, war auch ihr Interesse am Werke Goethes, für das der Berliner Literaturkreis um Nahet Levin gekämpft hatte, lebhaft angeregt worden. Schiller freilich blieb immer voran, er war ja der Freiheitsschwarmer, der die Sehnsucht der Juden im Ghetto und auch sonst überall entfesselt hatte, er kaur auch dem auf Theaterwirkuug bedachten Sinn der Schauspieler entgegen. Aber an den dramatischen Gestalten Goethes reizte wiederum die Problematik das vom Dichter nicht ganz Geklärte, erst mit Intelligenz und durch Deutung 31t Ergrübelnde. „Auslegung", das war den Juden von der Beschäftigung mit den Büchern der Väter her ebenso Pflicht wie festliche Frende. Das lockte, wie die Biographen Goethes, so auch seine Erklärer im Raum der Bühne. Eo ragen aus einem Zeitraum von etwa achtzig Jahren jüdische Goethe-Darsteller in die Vergangenheit und Gegenwart des deutschen Theaters hinein. Tie Geschichte der Bühne kennt B 0 g u m i l T a w i s 0 n, in Warschau geboren, wie er den Mephisto spielte. Sie weiß von L u d w i g D e s s 0 i r (Dessauer aus Polen) zu berichten, wie auch er als Mephisto und als Faust und Egmont die Zuschauer fortriß, von einem dritten Mephisto, I 0 s e p h L e w i n s k y, von dem berühmten Clavigo Adolph von S 0 n n e n t h a l s, der das Vorbild für viele Nachahmer geworden ist. Erst mit Adolph L'Arrorige und mit L u d tu i g Barnah, Sohn des Sekretärs der jüdischen Gemeinde in Pest, traten namhafte jüdische Kräfte aus der Reihe der Minvirkendeü heraus in leitende Stellungen als Direktoren und Regisseure. Die Pflege der Goetheschen Dramatik war inzwischen selbstverständlich geworden, es gehörte zum nobile officium aller Theater, soweit sie nicht bloßen Vergnügungszwecken zugedacht waren, in jeder Spielzeit mindestens ein Werk Goethes zu spielen. Das hat sich, wenigstens in Berlin, nicht amrechterhaltM, wenn auch in diesem Goethe-Jahr vielleicht ihi Austrieb zu bemerken sein wird. ' . Drei jüdische Bühnenchefs waren es, diean die immer große Ausgabe einer Goethe-Inszenierung heran gegangen sind: Mar Reinhardt, Leopold Jeßner und Viktor B a r n v w s k h. Reinhardt gibt im Laufe der Jahre neben den beiden Teilen dos „Faust" auch den „Urfaust", er gibt Tasso, Srella und Elavigo.: Barnowsty bringt den „Faust" und auch Jeßner wirft seine persönliche Interpretation in eine Aufführung dieser Großschöpsung, um dann weiterhin dem „Egmont" zum Bühnendasein zu verhelfen. Es kann an dieser Stelle nicht im ganzen oder einzelnen, nicht lobend oder ablehnend über diese Veranstaltungen gesprochen worden. Dl an kann nur die volle Hingabe der Regisseure an die Werke seststellen und wie ihre Inszenierungen Gegenstand fruchtbarer Debatten und Anlaß zur Weiterentwicklung geworden sind. Es wäre auch ungerecht unb sicherlich nicht im Sinne dieser Al ärmer, wenn man die große Arbeit an Goethe, wie sie im Lause der Zeit von nichtjüdisckM Bühnenmännern geleistet worden ist, unbeachtet und ohne Dank ließe. Wenn marr dann an die Schauspieler jüdischen Glaubens oder Ursprungs denkt, die auf hervorragendem Platz an der Darstellung Goethescher Gestalten beteiligt waren, findet man deren nicht viele. In der neueren Zeit tauchen nur R u d 0 l j S ch i l d k r a u t, ein herrlicher Mephisto, E r n st D e n t s ch als Ursaust und Alexander Gvanach aus, von Frauen nur das holde Gretchen der Eamilla Eiben schütz, die edclschöne Iphigenie der Irene Driesch und. die drastische Frau Alarthe von Rosa B e r t e n s und I l k a G x ii n i n g gespielt. Was wäre aus der Knappheit dieser Zahl 31t schließen? Ed.va daß der Jude als solcher nicht geeignet sei. Gestalten Goethes zu verkörpern? Man darf das Gegenteil annehmen, ich habe daraus schon hingewiesen. Der Grund ist, daß die Zahl der Inden auf der Bühne sehr gering ist und immer geringer wird. Die Behauptung, es sei anders, ist eines der Lügenmärchen, mit denen man dem deutschen Volke eine „Gefahr" vorgaukelt, die nie und nimmer vorhanden ist. Fritz Engel. *\ n fF3 f?F\ ‘Üd £> lhü if^ n Ü I! Uy y beweisen ihre unbestrittene Ueberlegenheit im Alltagsgebrauch Beim A. D.A. C. Winterfahrbarkeitswettbewerb 19.— 21. Februar belegen unter ausgesucht schwierigen Bedingungen: Anlassen nach 16-stündigem Parken bei 14—18 Grad Kälte, Schneefahrbarkeitsprüfung querfeldein über Sturzäcker, Streckenfahrt und Bergprüfung auf ca. 17 % iger. vereister Steigung, Gelände-Höhenfahrt querfeldein über verschneiten Berghang zwei Mercedes-Benz, Typ Stuttgart und Typ 170, die ersten beiden Plätze. Beide Wagen durchfahren als einzige von 21 Teilnehmern die schwierige Bergstrecke ohne fremde Hilfe, beide Wagen bewältigen als einzige von allen Teilnehmern die Gelände-Höhenfahrt. Ein unter den schwierigsten Bedingungen erbrachter Qualitätsbeweis nicht nur für unseren bewährten Typ Stuttgart, sondern insbesondere auch für unseren neuen Typ 170, der auch in diesem öffentlichen Wettbewerb einen vollen Erfolg errungen hat. 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