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Central-Verein-Zeitung · 1932-03-18 · 12 (18.3.1932) · p. Seite 109

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
12 (18.3.1932)
Date
1932-03-18
Page
Seite 109 (sequence 9)
Language
German
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10* gform als Sinn jenes Tafcins begreifen. Er wies den überzeitlichen Gllal: in der Leöensidee Goethes nach, indem er sie in ihre einzelnen Wefensbestandteile zerlegte. Abgesehen von Hernran Grirmu, hat niemand Goethes Weltansicht tiefer'erforscht^). Wad blieb zu tun übrig^ Fimmels tiefbohrende Untersuchung hatte den Werdegang Goethes gewissermaßen in einen zeitlosen l/iaum verlegt. Es galt nun die Art seiner Betrachtung für eine vertiefte Erkenntnis der Lebens- Wirklichkeit Goethes fruchtbar zn machen. Tas hat Friedrich Gundots getan. Lein Werk „Goethe" ist der Gipfelpunkt der wissenschastlichen Goethe-Literatur. Wenigstens wüßten wir keine Gesamtdarstellung, die an feinem psychologischen Reiz, an Tiefe und Weite der Gedanken, sowie an künstlerisch vollendeter Form der Gundolsschen gleichkäme. Gundoks erzählt vor allem die Bildungsgeschichte eines schöpferischen Genius, indem er zwei formgebende Mächte voneinander scheidet: Urcrleönisse und Bilduneserlebnisse. Er verzichtet aus die äußere Entstehungsgeschichte der Werke und legt statt dessen die Wurzeln des künstlerischen Formtriebs bloß. Leine Lchart ist daher „Wesensschau". Lo gelingt ihm ein Panorama d-er Gestalt Goerhes, als „der größten Einheit, worin deutscher Geist sich verkörpert hat". Jedoch in einer Beziehung ließ das großartige Werk zu wünschen übrig. Und die zuständige FachkriLik verfehlte nicht, den Finger darauf zu legen. Zugunsten des Mythischen verflüchtigte Gundolf das Lllenschlich-Allzumensch-, liche. Ab>er es war kein Fachgelehrter, der jenen Ddangel aöhalf, sondern ein freier Schrififleller. Wenige Jahre nach Gundolf ließ Emil Lud- *) Es sei hier noch an. eine Schrift über £ant unü Eoerhe erinnert. w i g seine Lebensbeschreibung Goethes erscheinen. Lie trug den polemisch sicher gezielten Untertitel „Geschichte eines Menschen". Wie die übrigen biographischen Bildnisse Ludwigs, hat auch jene breitem gelegte Schilderung viel Staub aufaewiröelt, nicht zuletzt Büchersiauü der Gelehrtcnsiuben. Ter hochmütige Einspruch einer Zkathederweisheir, die dem Einbruch in ihr Gehege nicht verzieh, bekümmerte nur die gelehrten Herren selber. Gewiß verwechselte Emil Ludwig oft Dichtersreiheit mit Forscherstrenge. Allein, das Bild des ringenden, irrenden und leidenden Menschen Goethe trägt der Leser Emil Ludwigs mit sich fort. Eine gewisse Einseitigkeit haftete der deutschen Beurteilung Goethes an. Ihr Wertmaßstab schaltete jeden kritischen Vergleich aus. Goethe überhaupt einer Kritik zu unterwerfen, galt hierzulande als Ketzerei. Jene dogmatische Einseitigkeit durchbrach beherzt eine Goethe-Bio-' graphie, die den jüdischen Europäer Georg Brandes zum Verfasser hatte. Obwohl geborener Täne. gchört er in diesem Zusammenhang, weil er hauptsächlich in der deutschen Bildung wurzelt. Grelle ist chm ein Weggefährte der führenden europäischen Geister, ein Vertreter der heute mißachteten Gedanken der europäischen Aufklärung, ein Verkünder des Menschlichkeitsgedankens. Besonders die zuletzt erwähnte Ansicht deckt sich vollkommen mit der Goeche-Aussassung jener genialen, ebenfalls von Brandes meisterhaft geschilderten Frau, die im romantischen und nachromantischen Zeitalter, als die wissenschaftliche Goethe-Philologie erst langsam aufkeimte, die eifrigste und unermüdlichste Wegbereiterin Goethes gewesen ist: Rahel Varnhagen. Man begreift Goethes Bedeutung für unsere große Zeitidee der Völkerverständigung, wenn man sich daran erinnert, daß die herrliche Soeben Im l.-2ö.Tausend erschiene \ i,!r5 1; r - , : , a-- | 1 l\ 4 S \/ ROMAN f, j ü I Quer durch Europa, seine Köpfe und Leiberjagt dieser Roman. Den Mächten des Geldes beugt sich eine entfesselte Menschheit, einsam überragt von der Macht eines Herzens. Kartoniert M 5.80; Ganzleinenband M 7.80 PAUL ZSOLNAY VERLAG _ / BERLIN JchVWoU5Se?9 V Bevorzugen Sie beim Einkauf die Inserenten der „C.V.- Zeituog“! Sie werden hier gut und preiswert bedient. SeSbslkiBe im SMemsde dm FmtmiUe FÄ MI LE JEN SCHUTZ gemeinnütziger Verein {£. V.) Berlin- Charloiienburg 2 Kanistrasss 'ISS / Tel- Jl Bismarck -1065 Niedrige Monaisbeiträge RM.lj-j 2j-ß4j- Eohe Veisicherungssummen VERTRAUENSLEUTE IN ALLEN GEMEINDEN GESUCHT hoRigstoin I. Taunus Innere Kr anKh eilen. Canziäkris geSBwfc Scn.*Rai De, II» ßLrtieliin&* Dt, TEahfic? Atudanrt, Nerv enkr a:iKhciteru Bf, Ärmhn Brandt, Staate* PreuB.- ■Erlassen« f b i v) [ |;3 k23 Li 0 i Ziehung 1. Kl. 22. u. 23. April Beginn der neuen Lotterie und der richtig« Zeitpunkt zur Beteiligung. 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