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Central-Verein-Zeitung · 1932-03-11 · 11 (11.3.1932) · p. Seite 97

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
11 (11.3.1932)
Date
1932-03-11
Page
Seite 97 (sequence 5)
Language
German
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97 Bücher: Fortsetzung von Seite 96 ganz überzeugend, jedoch interpellativnsreif vor Mgen führt. Wir freuen uns^dieser Gesinnung, glauben aber,^daß der guten Lache mit Fakten, Protokollen, Statistiken besser gedient tft als mit solch roruanhast Zerredetem Dokument. Drittens: A propos Dokument. * Das Buch enthält, dokumentarisch und wohl kaum bearbeitet, das Tagebuch eines den Verfolgungen völkischer K a^n e r a d e n ausgefetzten jüdischen Lchülers. Hier seht unser Interesse ein, politisch — und menschlich. Dieses Dokument (aus dem die „C. B.-Zeitung" Bruchstücke gebracht hat) wiegt schwerer und schreit lauter, als der Romanschriftsteller Josef Maria Frank Gelvicht hat und zu schreien weiß. Dieses Abschnitts wegen sei das Buch hier e m p f o h l e n. Wer ihn lesen kann, ohne mit der Faust auf den Tisch zu schlagen — der i st kern Deuts ch er. Bleibt, viertens, die Frage: Darf man einen mäßigen Roman loben, weil er einem' gesinnung-mäßig entspricht? Man darf es nicht. Wir lvollen uns von unseren Gegnern unterscheiden, indem wir eine Katze eine Katze nennen — auch wenn sie in einen Farbtopf unserer Couleur geraten ist. ködert Ne umarm. Bernhard Dicbold: „Das Buch der guten Werke." Sozielätsverlag, Frankfurt a. M. Es ist eine Sammlung von Schilderungen aus dem großen Kriege, die die Menschenliebe von Feind zu Feind, eigentlich - von Mensch zu Men'ch darstellt. Erlebnist' vieler, in denen zum. Ausdruck kommt, daß Menschlichkeit doch oft höher einge -chdht wurde wie blinde Desthlsgewalt. Es ist ein Auch der guten Talen, die geschehen tonnten in der sinnlosen Verwirrung des Krieges. Schilderungen, oft von rührend einfach menschlicher Gesinnung,. von Hilfsbereitschaft in der Stunde des Todes. Ein Buch, das wirtlich vom Volt geschrieben wurde. Tcr alte Theodor Fontane 'agt einmal: „Aber die rocht* Haft Vornehmen gehorchen nicht einem Machthaber, sondern dem Gefühl ihrer Pflicht/ Ä-UL Wertheim (Frankfurt). Harald Braun: „Dichterglaube." C-karL- Lerlag, Berlin-Steglitz 1931. Ter rührige evangelische Eckart-Verlag bat soeben ein sehr aktuelles und wertvolles Werk herausgebracht. In einer Zeit, in der man die Religion gern totsagt, oder — was noch schlimmer ist — totschweigt, hat Harald Braun es gewagt, 90 europäischen Dichtern die Gretchen-Frage: „Wie hast dw's mit der Religion?" vorzulegen. Tie Antworten wirken überraschend und erschütternd. Ta sind natürlich auch Stimmen, die vorgeben, religion-feindlich, gottlos zu sein. Tb sie es aber wirtlich sind? Diele schöpferische Menschen, die hier zu Wort kommen, behaupten nämlich, kein Dichter könne ohne Gott leben, ohne Sott etwas schassen, schwer sei es,. von ^diesem tiefsten Geheimnis, das der dichterischen Seele innewohnt, zu sprechen. Diele schämen sich darum, über dies Intimste ihres Lebens viel Worte zu machen. Andere schimpfen auf die Religion, vielleicht weil sie sich nicht stark genug fühlen, ihre Liebe einzuge'teben. Die meisten innerhalb der heutigen Dichtergeneration bejahen Gott aus glühendem Herzen; erzählen von merkwürdigen Begegnungen mit ihm. Zu'Hause in ihren Kindheitstagen, inmitten ihrer Kunst, und vor allem wahrend der grawamen Geschehnisse des Weltkrieges. Vom Judentum ist bei diesen Bekenntnissen sehr oft die Rede. A! brecht S ch a e s f e r sucht in einem spannend geschriebenen Dialog der Wesensart der jüdischen und der christlichen Einstellung zum Leben gerecht zu werden. Sehr liebevolle Worte für die jüdische Religiosität finden 'Agnes Bl i e g e! und vor allem Alfons P a q u e t. Jüdische Autoren kommen in diesem Werk in einer ffeinen Auswahl ebenfalls zu Wort. Walther Eidlitz gibt zwar zu, als Jude geboren zu sein, legt aber auf die Feststellung Wert, daß er „keiner dev heutigen Konfessionen und Kirchen angehöre". So schillernd wie diese Aussage ist sein stark püulinisch gefärbtes rcligiöses Bekenntnis. E r n st L i s s a u e r und Ludwig Strauß sprechen uns durch das Medium ihrer religiösen Dichtkunst an. Ernst Toller erzählt tolle Geschichten aus seiner Jugendzeit, die religionspchchologisch hochinteressant sind und es verstehen lassen, daß der oft nur aufs äußerliche eingestellte Frömmigkeitsbetrieb auch des jüdischen Bürgertums vor dem rauben Wind der Kriegs- und Nachkriegszeit nicht bestehen konnte. Eine alle 'Bezirke des Lebens umfassende DiesseitsrAigion will Alfred T ö b I i n von den Menschen unserer Tage, an Stelle einer nur schwärmenden Geisteshaltung, verwirklicht sehen. Ten schönsten Beitrag, wie ich glaube, des ganzen Buches hat Martin B u b e r _ geliefert, indem er uns an einem konkreten Beispiel aus seinem Leben zeigt, was jüdische Religion, ja was Religion überhaupt meint und bedeutet. Allen nach Sott Durstenden unserer Tage sollte dieses Sammelwerk, das vom Verlag recht ansprechend ausgestaltet wunde, in die Hand gegeben werden. Dr. Hugo Hahn (Essen). STO&WHRCK-SCHOKOLAOEM sind Xvcflßekannl und STOSsWERtK-PR ALI N E (4 Von avsg^iämdertjüj^ R/MAnn (i A n^^,-p"w 1 VL;r3L"^J P RAUNEN o £CHOKOLADS Soeben im i.—10. Tausend erschienen ROMAN VON Das neue Werk des berühmten Dichters, ein glutvoller Liebesroman, zeigt uns ein tief erschütterndes Frauenschicksal. Ganzleinenband M 6.30 PAUL ZSOLN AY VERLAG / BERLIN Alleinige Snsera.ten-Anna.hme: Annoncen-Expedition Rudolf Mosse Berlin SW 10-0, Jerusalemer Btrasso 46—49, und Bielefeld, Breslau, Chemnitz, Dresden, Düsseldorf, Franfcfart &. M,, Hamburg, Hannover, Köln a. Rh., Leipzig, Magdeburg, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart; Amsterdam, Barcelona, Basel, Belgrad, Bein. Brüssel, Budapest, Baeno3 Aires, Bukarest, London, Madrid, Mailand, Nev? York, Paris, Frag. Sydney, Tokio, Warschau, Wien, Zagreb, Zürich.

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