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Central-Verein-Zeitung · 1932-03-11 · 11 (11.3.1932) · p. Seite 98

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
11 (11.3.1932)
Date
1932-03-11
Page
Seite 98 (sequence 6)
Language
German
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HS Es gibtnichts Besseres zur Beruhigung von Herz und Nerven, ebenso zur Erfrischung bei Mattigkeit und Ueberanstrengungen. Für Nachkuren, bei Herz- Nerven-, Frauenleiden. Bad M. 1.65. 7a-SA UERSTOFFr ..,.- ~ ■ ' , i ihsat& „Ratschläge für Badekuren in Haus , von Medizinalrat p»n}!i Dr. med. R. Lurz bearb., iHÜH durch MaxELBA.«G. Dresden28 Josef Kastein: „Eine Geschichte der Juden." Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1931. Wenn man dieses neueste Buch Kasteins gelesen hat, muß man unwillkürlich an das Wort G.u i z o t s denken, daß Geschichte interessanterer als jeder Roman. In der Tat: kein Dichter wäre auf den Gedanken verfallen, das Geschehen im Bereich des jüdischen Lebensraumes so vielfältig und erschütternd zu gestalten, wie die Wirtlichkeit den Inhalt des jüdischen Seins selbst geprägt hat. Einem Dichter aber nur ist es gegeben, das Dramatische und Einmalige solchen Geschehens zu schauen und eindeutig zur Darstellung zu bringen. Die Geschichte Kasteins ist das Buch eines Dichters. Damit soll der historische Wert oder gar die Zuverlässigkeit der von ihm geschilderten Fakten und Daten keineswegs herabgemindert werden. Es^ soll damit nur gesagt sein, daß neben allem Tatsächlichen, das r.i dem über C00 Seiten starken Buch nicht zu kurz kommt, eine Gesamtschau vom Sinn des jüdischen Lebens geboten wird, die dem Leier nicht nur in den Kops gehen, sondern sein Herz in Bewegung sehen will. Kastein unternimmt es, das Sanderschicksal Israels mit Hilfe einer Begriffsbestimmung klarzulegen, die ihre Herkunft aus der Gedankemvelt eines Martin Buber und eines Franz Nosenzweig, deren Bibelwerk zitiert und in Worten höchster Anerkennung gefeiert wird, nicht verleugnen kann. Die Bezeichnung „Gottes-Volk" für Israel wird erstmalig wieder ganz ernst, in des Wortes doppelseitiger Bedeutung genommen. Damit grenzt sich dieses Buch bewußt gegen das Geschichtswerk von G r a e tz, der vor allem nur das Religiöse, und gegen die Auffassung von Dubnow, der fast wie zum Protest nur das Nationale innerhalb, der jüdischen Geschichte b> tonte, ab. Kastein sieht das Singuläre der jüdischen Existenz in dem einzigartigen Derwobensern des Stammesmaßigen mit den: Religiösen, ein Zusammenklingen, wie es in dieser Art nirgends in der heutigen Welt anzutreffen ist. Damit fällt dieses Buch erfreulicherweise aus dem Rahmen des politischen Streitgespräches heraus. Es versucht einen neuen Weg der Gemeinsamkeit innerhalb des Judentums auszuzeigen, ähnlich jener Grundhaltung, die Martin Buber zu einer besonderen Gestalt innerhalb des Zionismus und Franz Nosenzweig zu einem Einzelgänger auf der jüdisch-liberalen Seite macht. Wenn Kastein die Stetigkeit dieses neuen Typs noch nicht durch alle Seiten seines Buches hindurch wahren kann, wenn ihm Entgleisungen zynisä)er Art, besonders auch gegen den ernstzunehmenden Gedankengehalt des nicht nationalgebundenen Judentums, unterlaufen, so konunt es wohl daher, weil auch er ein Kind unserer Zeit ist und die Wirklichkeit des ersten Wortes in der Verbindung „Gottes-Volk" noch nicht so real zu fasten vermag wie den zweiten Begriff innerhalb dieser Wortvereinigung. Als Ausdruck eines neu anhebenden.jüdischen Gefchichtsgefühls ist uns das Werk des genialen Verfassers der im gleichen Verlag erschienenen Saobatai- Zwi-Biographie herzlich willkommen. , Dr« Hugo Hahn (Essen). Amelie Hertz: „Die Kultur rrrn den Persischen Golf und ihre Andöreiinng." Leipzig, 1930, Dietrichsche Verlagsbuchhandlung. (Klio: Beiträge zur Alten Geschichte. 20. Beiheft.) Die Verfasserin erläutert interessante Fragen, die sich auf die ältesten Kulturstufen des Zweistrouilandes, der anderen Länder um den Persischen Golf und Indiens' erstrecken. Die Abhandlung bat für uns deshalb Interesse, weil solche Forschungen in einem gewissen, wenn auch nicht unmittelbaren Zusammenhänge mit den Berichten der Bibel stehen. Die Abhandlung ist nur für Gelehrte bestimmt. Males, was die Verfasserin niederlegt, ist wissenschaftlich noch nicht gesickert. Anziehend sind die Fragen, dis sie stellt, jedoch durchaus. Wer sich bereits mit altorientalisdxw Geschichte und Vorgeschichte besaht hat, wird in dem Buch manche wertvolle Anregung finden. A. W. Yearhook Central Conference of American Rabbis Forty - Seeond Annual Convention (1931). Volume XLL Edited hy Isaak H Marcuson. Jahrbuch der Zentralkonferenz der amerikanischen Rabbiner. 42. Jahrgang 1931. Wahrend in Deutschland die Robbinerverbände ein leider wenig beachtetes Dasein führen und aus dem Gebiete der jüdischen Literatur wenig hervorbringen und veröffentlichen, bieten die nordameri'anischen liberalen Rabbiner bereits zum einundvierzigüen Male einen stattlichen Band — diesmal von 5<X) Seiten —, der sich mit ihren Arbeiten befaßt, die Verhandlungen der jährlichen Versammlungen wiedergibt und wertvolle pädagogische, wistenschastliche und religiöse Abhandlungen enthält. Den ganzen Reichtum der Gedanken und Anregungen, die Fülle der Arbeiten, denen sich die nordamerikanischen Rabbiner widmen, wiederzugeben, ist unmöglich. Sie beweisen aber, daß im freien Lande Amerika, wo es keine staatliche Förderung der Religionen gibt, doch eifrig und erfolgreich gearbeitet wird. Man gewinnt den Eindruck, als ob das reit* gibst Leben der nordamerikanischen liberalen Juden weit stärker ist als in den Ländern des alter. Westens. Jr^ diesem Jahrgang sind besonders bemerkenswerte Abhandlungen über den „Zusammenbruch der Religion in Rußland" von Rabbiner David Soldberg und „Tie politischen Lebensbedingungen in Rußland" von Dr. George Leikin. Ebenso enthält er grundlegende Ausführungen über jüdische Erziehung und ihrem Verhältnis zur Ausgabe des RabbinatZ. Nicht nur der theologisch und pädagogisch gebildete Fachmann, sondern auch der am jüdischen Leben interessierte Laie wird diesen Band mit großem Nutzen lesen. G. Ernst LMuers „Neid Ses Jephta" kn Gberammrrgau Im UebungZLHeater zu Oberarnmergau, der Stätte der berühmten Passicmsspiele, wurde Ende Februar als diesjährige Winteraufführung Ernst L i s s a u e r s dreiaktiges Drama „Das Weib des Jephta" eindrucks- und wirkungsvoll zu Gehör gebracht. Es stellt eine Umdichtung der als Motiv häufig verwendeten bekannten Legende dar, die im Buch der Richter enthalten ist. Ter Darsteller des Kaiphas in der Passion gab die Rolle des Jephta, Alois Lang, der den Christus spielt, den Hohepriester. Die große deutsche Tagespresse berichtete über die ergreifende Erstaufführung in eingehender und durchweg anerkennender Weise. „Ten Spielern von Oberammergau bot der Stoff das pathetische Wort, und die bewegte biblische Massenszene", schrieb die „Bossifche Zeitung". Es ist wohl das erste Mal, daß in LMramrnergau das Werk eines zeitgenössischen Dichters aufgeführt wird. Daß es Ernst Litauer, und daß es ein Drama mit einem altbiblischen Stoff ist, darf von uns als besonders erfreulich vermerkt werden. Generalkonsul Eugen Landau 80 Jahre alt Generalkonsul Lugen Landau vollendet am 17. März d. I. sein 80. Lebensjahr. Als Sohn eines Breslauer Bankiers führte ihn seine Laufbahn nach kurzen Studienjahren zunächst und vornehmlich Ln das Vankwchsn. Hier hat er, alles andere als ein „raffender Kapitalist*, anregend und führend eine grobe Anzahl industrieller Unternehmungen ins Leben gerufen und in ihrer Arbeit gefordert. Von historischer Bedeutung war feine Beteiligung bei der Gründung d<r Cdison.Sescllfchaft. aus der späterhin die A. E. G. erwuchs. Jüdischer Betätigung stand Landau stets nähr. oragen Hofellschaftlicher und sozialer Arbeit bewegten ihn im jüdischen Leben a:n stärksten. Er lene:- 50 Jahre lang die „Ressource von 1794", ist Vorügender des Auerbach scheu Waisenhauses, der Jüd schon Altershilfe und betätigt sich in hervorrao'::de- Manim Hilfsoerein der deutschen Juden, dessen Mitbegründer er war. Kleine Chronik Am 11. März feiert unser verehrtes Mitglied, der Schöpfer der jüdischen Volks- und Kinderküchen und des Vereins für Kindererholungsherme Berlin e. V., Hermann Abraham, Berlin, fernen 85. Geburtstag. Durch feine großzügige soziale und humanitäre Arbeit hat sich Hermann Abraham, um weite Kreise der Berliner Bevölkerung hochver-dieni gemacht. Dem ■ Centralrerein beweist er durch vielfache Unter- . stützung Treue und Anhänglichkeit. — Der Vorsteher der eoynagogengemeinde Schwelm, Moritz E a I m a ii n, feierte am 23. Februar seinen i 60. Geburtstag. Aus diesem Anlaß wurden ihm! vom Verein ehemaliger 17er und dem Krieger- ’ verein, deren Vorsitzender er leifc 30 Jahren ist, eine ■ Plakette überreicht. — Frau Sara Levrn, geborene Rosenthal, Hersbruck, feiert am 11. März ihren * SO. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische. —; Wir gratulieren unseren Freunden herzlich. — Am \ 23. Februar 1932 verschied Kaufmann Hermann; Rappopovt in Münster i. D. im 32. Lebensjahre. Die Ortsgruppe Münster des L. V. trauert um einen . weuen Mitarbeiter und seltenen Menschen, dessen Ableben eine große Lücke in ihren Reihen hinterlüßt.; Niederlassungsmöglichkeit j 33c. 394: In größerem Ort Nicderschlesiens für Fach- : arrst für Magen- und Darmkrankheiten. Anfragen von; Mitgliedern an den Lentralverein, Berlin W 15, Emfer Straße 42. (Nur schriftlich.) j Geschäftliche Notizen | Geheimer MedrzinalraL Dr. wed. Schröder behandelt in einer Broschüre in allgememrerüändlicher Weise Entstehung und Bekämpfung der Arterienverkalkung. Diese Broschüre wird Interessenten auf Verlangen von der Firma Robert Kühn, Verlin-Kaulsdorf 2L5, völlig - kosten- und portofrei zugesandt. Bad Kisscngen. Den wirtschaftlichen. Verhältnissen entsprechend hat Bad Kispngen seine Preise in jeder. Hinsicht gesenkt. Die Äurabgabe für die Hauptkur'arte mit Gültigkeit für die ganze Kürzest ist auf 33 Mark festgesetzt, seit 1930 demnach um 17,5 Prozent ermäßigt worden. Ja der Vor- und Nachkurzeit, April und ab 1. September, tritt eine weitere Verbilligung ein. Auch die Bäderpreise in der Hauptbadeansialt, dem Luitpolübad, sind erheblich herabgesetzt worden. Die Hotels, Pensionen und Gaststätten haben einen zeit- - gemäßen Abbau der Zimmer- und Verpflegungspreise Bad Mergentheim. In letzter Zeit sind^ durch die deutsche Presse Nachrichten gegangen über die Zahlungsschw'.erigkeit der Bad Mergentheim A.--G. Stadt und Bezirk Mergentheim haben nun mit Unterstützung des : württembergifchen Staates eine neue Gesellschaft Zu i unveränderter Weiterführung des Kurbetriebes gei gründet. Dir Vorbereitungen für die Kurzeit sind getroffen. Die Kurtaxe, die im Vorjahr um 10 Prozent herabgesetzt wurde, erfährt eine weitere Senkung und beträgt nur noch $2 Mark in der Hauptkurzeit. Während im vergangenen Jahr lediglich in der Vor- und Nachsaison Paufchalkure n durchgeführt werden konnten, hat die neue Kurverwaltung, den schwierigen Verhältnisen Rechnung tragend, solche für das ganze Jahr eingeführr und dir Preise weitgehend gestaffelt. Die Pauschalpreise betragen für Wohnung.- volle Diätverpflegung, Trinkgeldadlosung, ärztliche Behandlung, Bäder und Kurtage der Iahres- - zeit emfprechcnd und je nach Dahl der Unterkunft Zwischen 1§ö und 32g Mark bei einem Aufenthalt von ttt Tagen, zwischen 250 und 415 Mark bei 23 Tagen. Aerzre,- Kurverwaltung, Hotels und Pensionen werden wie bisher alles dem Heilerfolg unterordnen. Dis große Anzahl blutarmer und dleichsüchtlger Weiblicher Berufsrätiger, viele überarbeitete und nervöse Männer zeigen uns, daß die Kriegojahr« schwere Spuren hinterlassen haben. Der Körper wurde durch die Aufregung, die vielen Entbehrungen entkräsret, infolgedcuen ist es für jedermann notwendig, seinen Körper zu prüfen, demselben neue Kraft zuzuführen, um auf diese Weile diesen widerstandsfähig Zu machen. Rur ein gefunoer Körper kann einen gesunden Geist haben und nur dieser ist in der Lage, feine Ausgaben zu erfüllen, die ern jeder auch zu erfüllen har. Leciferrin, eine Ooolecithineisenverbindüng, verbessert das Blut, hebt die Korperkräfte, deshalb versäume niemand, von Zeit zu Zeit «ine Leciferrinkur zu machen. Leciferrin ist in allen Apotheken erhältlich, schmeckt sehr angenehm, macht nickt korpulent. Für olle diejenigen, die durch das politische und wirrsthastliche Leben anyeekelt sind, bietet sich in herrlichcr Gegend in Oldenburg günstige Gelegenheit, sich zurückzuziehen und bei einer geistig hochstehenden Familie Ausnahme zu finden. Inmitten der Heide, am Wasser gelegen eignet sich dieses Heim für solche * Leute, die einmal einige Zeit sich vordem öffentlichen Leben zurückziehen wollen. Jntereernten verweisen; wir auf die Anzeige in dieser Nummer. Wieübrden als Kongresnstadü Hier wird am 21. und 22. Mai der Pfeiler Eüdweftdeuischland des Bundes deutscher Briefmarkensammler seine Tagung abhalten. Die Eizungen finden im Taunus Hotel statt, ein Begrüßungsabeud ist im Hstel Union vorgesehen. Verlag: Gentralverein deutscher Staatsbürger südischen Glaubens e. V., Berlin W 15, Gntfcr 6tc. 42. Tel.- Adr.: „Centralglauoen Berlin", Postscheck: Berlin 80472. Hauptschriftleiter: Dr. Ludwig Holländer. Verantwortlich für die Schristlerttung: Dr. Margarete Edelheim. Beide Berlin V7 15. — Unverlangte Manuskripte werden nur zurückgesandt, wenn Freiumschlag deiliegt. — Verantwortlich für den Anzeigenteil: Helmut Cohn, Bln.-Schlachtensee. — Druck: Rudolf Masse, Berlin.

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