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Central-Verein-Zeitung · 1932-02-19 · 8 (19.2.1932) · p. Seite 67

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
8 (19.2.1932)
Date
1932-02-19
Page
Seite 67 (sequence 3)
Language
German
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ö7 immer wieder in den Ortsgruppen, in den großen Zentralen der Länder und in der Hauprgrschäftsstelle in Berlin zusammengsfaßs werden, damit die Einheitlichleit in Zielsetzung und Durchführung gewahrt bleibt. Auch in Ortsgruppenversammlungen und Besprechungen in Karlsruhe, L u dwigs - Hafen, Kaiserslautern unb Baden- Baden konnte im einzelnen darauf hingewiesen werden, daß wir trotz aller gegen uns erhobenen Verleumdungen und trotz aller Not der Zeit ersprießlich arbeiten können, trenn der letzte Mann und die letzte Frau zur Nahrung ihrer Ehre und ihrer Rechte aufgeboten werden. Zu den von einer gewissen feindlichen Presse ständig wiederholten Verdrehungen, die mit aller Schärfe u n d Klarheit z u r ü ck g e w i e s e n werden müssen,^ gehöre die Behauptung, der C. V. und seine Zeitung seien jüdisch-völkisch. Es ist unmöglich, alle Namen der Männer und Frauen, die sich so zahlreich für unsere Tätigkeit zur Verfügung gestellt haben, zu nennen. Um niemanden durch Auslastung zu kränken, sei niemand einzeln genannt. Jeder, der mit uns arbeitet, wird die Befriedigung über das, was er in schwerer Zeit für Judentum und Vaterland geleistet hat, in sich finden. Mit Dank ist der Berickuerftatter von den süddeutschen Stätten der Wirksamkeit des Centralvereins geschieden, er nahm die lleberzeugung mit sich, daß an ihnen auch in dieser trüben Zeit Wertvolles für die deutsche Jndenheit geleistet wird. Aufklärungsvorträge von Julius Bab Vor kurzem fanden in Stettin, Chemnitz und Plauen Ausklärungsversammlungen statt, in denen unser HauptDorstandsmitglied Zulius Bab referierte. In Stettin und Chemnitz hieß das Thema „Tie Juden und der deutsche Geist". Ter Redner führte aus, daß das Trennende zwischen Juden und Nichtjuden nichts in religiösen Unrerschieden zu suchen sei — diese feien zum großen Teil verwischt —, auch nicht in Rasseunterschreden, da diese mindestens zu 40 Prozent nicht wahrnehmbar seien, sondern in einem Unterschied des Rhythmus. Ter Jude habe durch seine Abstammung von einem jahrtausendealten Theologe ngelch,lecht die Fähigkeit erworben, Kontraste gegenüberzustellen und logische Schlüsse schnell aneinanderzureihen. während der nichtjüdiscke Teuische nur langsam und vorsichtig an die BegrWgestaltung heran gebe. Als Beweis für die Richtigkeit seiner Beobachtung führte der Redner an, daß Lessing, der aus einer Jahrhunderte allen Theologensamilie stamme, in seinem Rhythmus den Juden sehr nahe gestanden habe. Ter Jude sei keineswegs rein rationalisti'ch. Schon die Tatsache, daß das Judentum sich durch einen zweitausendjährigen Leidensweg hindurch erhalten habe, beweise eine durchaus idealistische Lebensaussassung. Zwischen dem Judentum und dem Deutschtum beständen in der rein geistigen Zielsttzung und in der Kraft, ein über dem Realen liegendes Ideal zu tragen, unzweifelhaft verwandtst-stäche Zusammenhänge. Das habe Goethe in den Worten ausgedrückt: „Tie Deutschen gehen nicht zugrunde, so wenig wie die Juden, weil sie Individuen sind." Ter „Stettiner Generalanzeiger", die ,,Chemnitzer Neueften N a ch r i ch t e n", die „AllgerneineZeitung Chemnitz" und das „Chemnitzer Tageblatt" brachten ausführliche Berichte über diese Veranstaltungen. In Plauen sprach Julius D ab über „Tie Verjudung der deutschen Literatur". Er verneinte die Berechtigung dieses judLnsoindlichen Schlagwortes. — Nach dem Vortrage fand unter Leitung unseres Ortsgruppenvorsitzenden, Rechtsawvalt Dr. G o l dberg, eine Führung durch die 'Synagoge statt. Berichte über diese Veranstaltung brachten: „V o g t l ä n d i s ch e r A n z e i g e r und Tageblatt", „Neue D o g t l ü n d i s ch e Zeitung", .Jlauener Sonntagsanzeiger" und die „V o 11 § 3 c i1 u n o für das Vogtland". Ar# '? ■ vfr> V v v? j 4 4 Landesverrat im Hause Max Liebermanns! Urner diesem mark: schrei erst che n. Titel verbreitet die gesamte nationalsozialistische Presse eine Meldung, nach der Mar Liebermann oder mit -'einem Wissen einer seiner Gäste einem sranchsi'chen rchristsioller gegenüber die Rheinlanddesetzung durch Frankreich für den Fall einer Hitler-Regierung gefordert haben soll. Wie cur ein gefundenes Fressen stürzt sich die nationalsozialistische Meute auf diese Aeußerung, schrei: nach dem Oberreichs anwalt und freut sich, einen in allen Kreisen des deutschen Volkes und der Welt berühmten Künstler, einen wahrhaften Reo rasen tanken deutscher künstlerischer Leistung, zu begeifern. Eine Prüfung dieser Meldung, die angeblich einem französischen Blatt entnommen ist, hält nationalsozialistischer Journalistenbranch nicht für notwendig. Der Centralverein hingegen hat sich beim Auftauchen der ersten Meldungen mit Professor Liebermann umgehend ins Benehmen y>— v w '4t ch 4 gesetzt und von ihm die kurze, aber erschöpfende Antwort erhalten: „VonAbisZ erlöge n!" - Professor Liebermann, der in seinem Haus die führenden Persönlichkeiten Deutschlands und der Welr empfängt, dessen Bilder in seinem Atelier zu besichtigen, Deutsche wie Ausländerfür eine gleich hohe Ehre halten, hat vor längerer Zeit auch einen von einem amerikanischen Journalisten eingeführten französischen Schriftsteller empfangen. Er hat mit ihm nicht ein einziges Wort über Politik gesprochen, geschweige denn die Aenszerrrngen getan, die ihm der „Angriff" des Herrn Dr. Goebbels in den Mund legt. Sensation! Ob dabei die Ehre eines Volksgenossen besudelt wird, ob durch die Beschimpfung eines nationalen Repräsentanten zugleich die nationale Ehre angetastet wird, gilt den Herren gleich. Merkwürdige deutsche Erneuerer! „Deutsche Frauen, lernt Haffen" Wir haben erst kürzlich in der „C. V.- Zeitung" auf die verleumderische Hetze nationalsozialistischer Zeitungen hingewiesen, die die Juden für die politischen Mwrde der letzten Zeit verantwortlich machen wollen. Nun hat die „Preußische Zeitung", das ostpreußische nationalsozialistische Organ, in ihrer Nr. 27 einen Aussatz „Kindermord" veröffentlicht, der alles bisher Dagemesene üöerbietet. Der Tod des 16jährigen berliner Hitler-Jungen", angebliche Ueberfülle von „25 kommunistischen Mordbanditen" auf fünf andere Hitler-Jungen und auf einen elfjährigen Jungvolk-Jungen geben einer nationalsozialistischen Frau ürife Heimdall Anlaß, gegen die „entmenschten Bluchunde Alljudas" aufzurufen. S:/ wendet sich besonders an die Frauen und fordert sie auf, hasten zu lernen: „. . . Wie ein Fanal wirkt diese Kinderverfolgung. Herodes ist wieder auserstanden. Hemdes, der, um den einen zu treffen, Hunderte unschuldiger Kinder hinschlachten ließ. Herodes! Gin Jude: Und wie seine Untat in die Felsentaseln der Weltgeschichte als Schandfleck Judas hineingemeißelt wurde, der nie mehr. hmweggetilgt werden kann, so wird auch der Kindermord, den ALjuda im Kampf gegen das Licht, das Hakenkreuz, im Schiasalsjahr 1932 entfeffelt hat, wie ein Schandmal ewig und unauslöschlich dasiehen . . . ALljuda, hüte dich, es zu weit zu träfen: Das Blut, das an diesen Kindern vergoffen ill. wird einst furchtbar gerächt werden. Und das Weltgericht wird dich als Urheber dieser Untat jeder Rache ausliestrn. Alle deutschen Frauen werden sich, aber jetzt ihrer Dsiicht bewußt sein. Und die heißt: Ka:nvf und .Laßt'Unversöhnlicher, heiliger Haß den Mördern 'und ihren Anstiftern.^ Jedes andere Gefühl wäre hier Feigheit und Schwäche. Haß und Vergeltung fordern wir für das unschuldige Blut ♦ . Wir glaubten einstmals, daß der Eintritt der Frauen in die Politik Ausgleich und. Frieden schassen würde. Daß sie den Haß in die Politik hineintragen mußten, ist erst ein Erfolg der nationalsozialistischen Partei, auf den sie wenig stolz sein kann. Wann aber werden diese unsinnigen Verdächtigungen endlich rücksichtslos verboten werden? Verholen — mb roch verßmN Eine S.-A.-Staudarts, die etwas aus sich halt, muß ein eigenes Kampflied haben. Das meinte auch die Standarte 7 Berlin. Es passierte ihr nur das Unglück, daß ihr Lied polizeilich verboten wurde. Es enthielt nämlich u. a. die Verse: „Diele Jahre, sie zogen dahin. Geknechtet das Volk und betrogen, Verräter und Juden hatten Gewinn, Sie forderten Opfer Legionen. Im Volke geboren, erstand uns ein Führer, Gab Glaube und Hoffnung an Deurschlarw uns wieder. Volk, ans Gewehr! Volk, ans Gewehr!" Und die vierte Strophe endet mit folgenden aufreizenden Versen: Für Hitler, für Freiheit, für Arbeit und Brot, Deutschland erwache! Juda den Tod! DE, ans Gewehr! VE, ans Gewehr! Das Verbot hinderte die tapferen Mannen aber nicht, das Lied, Text und Melodie, auf einer Postkarte gedruckt zu verbreiten. Der Vermerk, der auf die Karte gedruckt ist: „Uranfgeführt und polizeilich verboten am 8. Januar 1932 im Sportpalast Berlin", macht ihren Besitz wohl doppelt wertvoll. frus Gstprrußrn Ter verantwortliche Redakteur der „Preußischen Zeitung" (Königsberg), Hans von G r ü n b e r g . wurde wegen Beleidigung des CenerallandschastsdirekLors von Hippel zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten sowie zu 900 Reichsmark Geldstrafe verurteilt, weil er behauptet hatte, Hippel habe der jüdischen Firma Simon u. Grabe (Königsberg) auf Grund von Durchstechereien entgegen den Satzungen der Ostpreußischen Gencrallandfchaft einen unzulässigen Kredit eingeräumt. Die Verhandlung ergab die dolle Unwahrheit der Behauptung. ' - / .■ .; MM ui (t; £ ' 1 SCHOKO! PPAU S EN

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