Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 5 (29.1.1932)
- Date
- 1932-01-29
- Page
- Seite 39 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Tie Verhältnisse in Nordbayern, vor allem auch in Nürnberg, sind nicht so günstig. Hier kann der beschwichtigende Einfluß nicht immer durchgreifen. Die Berichte einzelner Vertreter aus Franken zeigten deutlich, wie insbesondere die Juden in kleineren Orten mit überwiegend evangelischer Bevölkerung unter nationalsozialistischen Drangsalierungen Zu leiden hatten. Die Berichte, die auf der Tagung erstattet wurden, gaben den Abgeordneten die Empfindung, daß aus allen in Frage kommenden Eebieten energisch gearbeitet wird, ^daß jeder, der sich mit einem erfüllbaren Ersuchen _ an den Landesverband wendet, Rat und Hilfe findet, baß sich die Berliner Zentrale großzügig für Aufklärung, für Kamps gegen Ausschreimngen und gegen Boykott eingesetzt hat, daß die Rcchtsberatung des Landesverbandes Einzelfälle und Fälle von grundsätzlicher Bedeutung erfolgreich bearbeitet hat, kurz, daß alles geschehen ist, was billigerweise vom Landesverband und von 0523’ CäTJH 20 60. DÄLN Der preußische Ministerpräsident Dr. h. c. Otto Brau n>, der am 28. Januar sein 60. Lebensjahr vollendete, hat mehr als ein Jahrzehnt die Geschicke Preußens und seiner Bürger auf der Grundlage der preußischen Verfassung maßgebend geleitet und damit auch die Aufrechterhaltung der Weimarer Reichs- Verfassung entscheidend unterstützt. Dafür gebührt ihm an diesem Tage der Dank aller zu Verfassung und Ordnung stehenden Kreise des deutschen Volkes, denen'sich das im Gentralverein vereinigte deutsche Judentum zurechnet. der Zentrale in dieser schweren Zeit erwartet werden kann. In dickem 2nme ersiawelm der Sa nckkus des Land eso neaandeck Tr. E * v n w. a n n W ' ch, den Täckckcklslwckcht. Cer Ruh llckü.. d, Ju-ck^ rat Le Ving er (München), den Rwchckwutzbericht, der Kassenwart, Direktor Stahl (München), den Finanzbericht. Der Syndikus der Berliner Zentrale, Dr. Alfred Wiener, legte in einem, eingehenden Referat „Das Gebot der Stunde für die deutschen u d e nck Rechenschaft von der Tätigkeit der entrale ab. Tie Aussprache, an der sich fast alle Abgeordneten beteiligten, brachte wertvolle Anregungen und wertvolle Berichte. Wiederholt Nun der Tank der ^geordneten zum^Ansdruck, daß ihnen die mutige Und gefestigte Stimmung, dje durch die Versammlung von Anfang bis Zu Ende ging, herzlichste Stärkung bedeute im Kampf für Recht und Gerechtigkeit weiter auszuharren. Der Vorstand des Landesverbandes wurde durch Neuwahl einstimmig wiedergewählt. Am Vorabend fand in N ü r n b e r q eine von über G00 Personen besuchte Versammlung der Ortsgruppe unter Vorsitz des Rechtsanwalts Tr. Walter Berlin (Nürnberg) statt, in der Syndikus Dr. Alfred Wiener (Berlin) und Landesverbandsvorsitzendwr Dr. Werner (München) über Cegennoartssragen sprachen. Eine lebhafte Aussprache unter Beteiligung auch der Jugend schloß sich daran an. Am 10. Januar abends sprach der Syndikus des Landesverbandes Bayern, Tr. Werner Cahnmann (München), in einer autbesuchren Versammlung des Nürnberger Jugendbundes über die „Wirtschaftliche und politische Bedrängnis der deutschen Juden in der' Gegenwart". Äufldärunssyarsanirnhinssn Die Frauengruppe Königsberg d§Z C. V. veranstaltete kürzlich eine Aufklärungs- Versammlung, in der der Alttestamentler der AkademieBraunZberg, UniversitätsprOseffor Dr. Dürr, einen Vortrag über: „Die großen Propheten und der moderne Mensch" hielt. Der Redner legte die Bedeutung des Alten Testaments auch für die heutige Zeit dar und führte aus, daß die modernen Menschen gerade bei den großen Propheten eine Fülle von Problemen finden, die für die heutige Zeit von besonderem Interesse sind. Die Vorsitzende der Frauengruppe, Frau Elsa Wolfsherm, wies darauf hin, daß die Beschäftigung mit den großen geistigen Führern des Judentums dazu beitrage, die Haßatmosphäre zu entgiften. Berichte über diese Veranstaltungen brachten die „.Königsberger Allgemeine Zeitung", die „Königsberger Har- C/o.i lchßckch sckll? v.ian uckckck r; die k. als Ghlorovont-Zabnw'.'ste km'.ckch lee Vckckg übmrashll Lmrrtungsche Zeitung" und die „Königsb e r g e r V o l r s z e i t u n gck * In einer von der Ortsgrupps Bünde i. Wests, des C. D. einberusenen Austlärungsoersannnlung sprach Rabbiner Dr. Neu haus (Mülheim) über „Tie Geheimlchren im Judentum und der Talmud". . Der Redner gab einen Urberblick über die Enutehung des Talmud und setzte sich dann mit einzelnen immer wirk erfahrenden Angriffen auseinander. Er führte das Zeugnis verschiedener anerkannter christlicher Wisienschafier, wie Professor Strack (Berlin), Professor Eberhard König (Bonn) und Professor Gustav T a l m a n n (Jerusalem), dafür an, daß cs keine jüdischen Geheimlehren gebe. Aus eine in der Aussprache gestellte Frage über das Schächten gab der Redner ausführliche Antwort, in der er den Vorwurf zurückwies, daß das Schächten eine' Tierquälerei sei. Wohl aber kämen auf der Jagd und in der Küche täglich Tierquälereien vor, ohne daß sich die streife, die gegen das Schächten austreten, darüber erregen. Tie Bänder Presse berichtete ausführlich über diesen Vortragsabend. Cl-yuy 4/ y - J w V V V s. v'y V y t '/ V ■<? .1] V . , vS a A ** H stach Ztz,ck'J"RsisFstfsck Ql vy I Ä/ v sf p Von Rechtsanwalt Dr. öbans Lazarus (Berlin) In unserem nachhaltigen Kampf gegen die Bohkottbewegung sind wiederum erfreuliche Erfolge zu verzeichnen. Aus der Fülle des Entscheidungsmaterials können wir hier nur in Kürze das Wichtigste mittcilen, weifen aber erneut darauf hin, daß der Centralverein über eine reichhaltige Urteilssammlung verfügt, die bei allen' Landesverbänden niedergelegt ist. I. BesmDers wichtig ist ein Beschluß des Oberlandesgerichts Bamberg vom -31. Dezember 1931 (Beschw. Reg. 760/31), das entgegen seiner früheren Auffassung nunmehr entschieden gegen den poliüsch-judenfeindlicheu Boykott Stellung nimmt. Folgender Fall lag dallei zlrgrun.de: Der „Koburger Nackional-Zeitung" waren dnacheine einstnoeilige Verfügung des Landgo . rchts Koburg vom 2Z. Februar 1931 — C 66/31 —, die wir in der „C. V.°Zeiü:ng^ Nr. 11 vom 13. Marz 1031 besprochen haben, gorvisie Boykottauffordcrungen untersagt worden. Darauf erschien in der Frauenbeilage der Zeitung am 26. Novainber 1931 folgende Aürfforderung: „Frauen, die beim Inden kaufen, die deutsche "Waren verschmähen, begehen Verrat 'jf?. f •/r%m *)9 $ Ojph'^2Zir:2 yjiföJlF~z die 'ür&d&oiizi o - ' - O n 3 2in& S'veicdz (uz S:z~ das cAzmu-ci dep r:.rA f Sporfgafschdiie finden Sie nach wie vor in unsei’en Syeziafmarkeniriokrl öu^Gro 6sS V > ftoktar öm