Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 4 (22.1.1932)
- Date
- 1932-01-22
- Page
- Seite 32 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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32 /n* Isegms' fi-m 5?.O. Janunr s einten ~5. Gc« burtstag. Frisch an Körper und Seele und mit fester Gesundheit wirkt der beliebte Kanzeircdner weiter und tritt in Wert und Schrift für Ausgleich, und Frieden gemäss den Grundsätzen der Religiösen Mittelpartei für Frieden und Einheit in der Gemeinde, der er sieh seit Jahren zuzählt, ein. Wir können unserem verehrten Freund und Anhänger Dr. S. Weisse, der als Redner für den 0. V. und Mitarbeiter dieser Zeitung Ausgezeichnetes geleistet hat, nichts anderes wünschen, als dass seine Tatkraft und sein geistiges und körperliches Wohlbefinden noch lange Jahre zum Segen für ihn und seine Gemeinde andauern mögen. zahlenmäßig kleine Minderheit handelt, wllien Regierung tnO Reichspräsident zum deutlichen Ausdruck bringet, daß sie keinerlei Rechtsverletzung — und wenn sie denn geringsten deutschen Burger zuteil werde — dulden wollen. Das deutsche Judenrrnn und weite Kreise des dorrt sch cn BoLbcs erwarten gerade Von dein Herrn Ncichskanzlor schon längst eine cinderttige Erklarrrna, das; er nicht länger gewillt ist, der Verhöhnung Nttd Verspottung des jüdischen Glaubens tatenlos;uzttschen. Sie envarten von ihm, daß er den Aufruf zu Gewalttaten, von dem die nationackoziaustckchen Reden und Zeitungen täglich erfüllt und, iu seinem Gewi gen benot nr, und daß er den verhetzten Voltsteil zur Ruhe und Besinnung ermahnt. Die deutschen Juden richten aber auch einen Appell an alle Volker der Erde, die verzweifelte Lage zu erkennen, in der Dcuckchland sich befindet. Bit wecken ihre ausländischen Glaubensgenossen darauf hin, daß 3loi und Elend durch des deutsche Land, und ganz besonders durch das deutsche Judentum, acht, und daß eieie Erleichterung der vkonout: sichen Lage Deutschlands nur aus der verständnisvollen Einsicht der anderen Völker herackcitet werden kann. Der gesunde Teil des deuckchen Volkes wird erkennen, daß rede Vcertttrü.ßtigm:-g der versaßnngdwäßegtn Rechte der dcrllfthcu Jud::: Dents.hcka.n.) ans der SUU;c der Kulmmckaawn swßen würde, dach jeder Versa > Dcnls.jckandL, von: Rechtsandpr:nrt aus eme ^lcndernnI kittei* Lage und die Sprengung der Fcckoln des Vertrages von Versailles Lwrocrzusühreu, vonr. Ausland voller Hohtr rnit Hinweis auf die RcchtlosrnnMuug eines Teiles der dentschcrr Bozlsaerrosserr beantwortet wcrDcu würoe." Rechtsanwalt Dr» Erich Kehr (.Kaiserslautern) schloß sich als süddeutscher den Lorten Wecks au. Er erinnerte daran, daß sich int Jahre 1932 das „Hambacher 5e[i* zum hundertsten Male jährte. Damals feierten begeisterte Freiheitskämpfer aller Volksteile die heraufziehende Freiheit. 1932 ist auch das Goethe-Jahr. Es gehr um Freiheit und Kultur. Wer aus der Pfalz kommt, weiß, was es heißt, für die Heimat und für Las Vaterland zu kämpfen. Besatzung und Separatismus waren für uns schwere Be-astungsvroben, bei denen alle Volks- Lecke zusammenstanden, Süd- und NorddeuLschland hängen heute politisth eng zusammen; die nationalsozialistische Propaganda im Norden wirke sich auch im 3üt>en aus. Im Saargebiet erleben wir heute eine zügellose Hetze. Sie wird aber die Juden des dortigen. Gebietes nicht hindern, ihre Pflicht für Deutschland zu erfüllen. Tie deutschen Juden stehen zu ihrem Vaterland trotz allem, was geschehen ist. Daran ättdert die Heye der Nationalsozialisten nichts. Auch' in SüdZenckchiaud hat, wenn auch nicht in dem gleichen Ausmaße wie in NorLdentschland, die Pchchose der stldenick üblichen Bewegung um sich gegricken. In dieser Zeit der Verwirrung und Unsicherheit müssen wir erst recht an unserem Tcuckchnun und Judentum festhalten. Rudolf Hcrzberg (Hannover) watet „Was können wir gegen den Nationalsozialismus tun? In Mcktelöeutsichland hat man eine bunte Karte von kleinen Staaten um sich, in denen man die Mechoden der Nationalsozialisten studieren kann. - Je kleiner das Land, desto starker und persönlicher die Gegensätze, je größer das Land, desto bevor die Verhältnisse, wie wir an dem Volksentscheid in Preußen sehen konnten. Das Borheimer Dokument ist Zeugnis abwlutcr Barbarei. Wir sollten unsere christlichen Geschäftsfreunde aus die Gefahr Hinweisen, die die Verwirklichung dieses Dokuments in dem gesamten Wirtschaftsleben bringen müsie. Wir rnül?en mehr als bisher machtpolitischen Willen zeigen und mutig und entschlossen in die Zukuusl sehen!" LtudienraLin Tr. Gertrud Klausner „Jeder wartet auf Entscheidungen, aber wartet, statt zu handeln. Tie radikale Sturmflut ist kein unentrinnbares Schicksal. Die Frauen müssen unermüdlich für die Idee der Freiheit und Lumanitätz in den Kreisen ihrer christliehen Volksgenossen Aufklärung schaffend Dr. Friedrich BroDnrtz fordert die Sammlung der Jugend. Sie wird heute schon im Kindesalter zwangsweise in Len Kamps 'gestellt. Die Kraft zur Abwehr kann uns aus unserem Judentum kommen. Jede Zeit muß sich ihr Judentum bauen. Für uns E. V.er sind Deutschtum und Judentum keine Gnunsälle, darum müssen wir uns beides er- Hullen."' Syndikus Dr. Alfred Wiener sagte, die E. V.-Arbeir müsse unter drei leitenden Gesichtspunkten erfolgen. Diese heißen: Aufklärung, Mampf gegen den Boykott und W c r t u n g der A u - gestellten für die deutschindische Arbeit des Emtra (Vereins. Er wolle nicht verkennen, daß viele, aus vateruutdisthen Gründen augetrieben-, sich dem Natioua F ozialrsmn s verschrieben^ haben. Auf der anderen 3äte dagegen befänden sich in den nationalsozialistischen Reihen T-euischo, die ihre vaterländische Gesinnung in der Zerstörung jüdischer Friedliche, in blutrünstigen Liedern gegen die Juden, nt Kursürstendamm-Er^'seu und ähnlichen Heldentaten austvbien. Der Eerttralverein h.-be^sich satzungsgemäß nicht mit allgemein-politischen Fragen zu beschäftigen. Der wamps aber gegen den brutalen Antisemitismus gehöre unbedingt zu seinen Ausgaben. Der Redner gab dann einen kurzen, aber um sag enden Ueberblick über die vom (5. B. geleistete Arbeit und über das, was für die nächste Zeit geplant ist. Zum Schluß wurde reu Hunderten von Besuchern in allen Versammlungen die aus der ersten Seite dieser Nummer wiedergegebeue Entschließung einstimmig angenommen/ ' C-vW^ LAlcllsllstn Ur K::!f Die „E. D.-ZeiLung" hat durch den Abdruck des Schülertagebuchs aus einem soeben erscheinenden Roman und Lurch eine Rundfrage zu einer wuchtbaren Aussprache angeregt. Stimmen aus vielen Eltern- und Kindcckeelen brachte ne zu Gebär. Eine Reihe der Aeußerunaen erregte die schäckste Kritik der „Jüdischen Runckchaust der Gustav st ros ander in Nr. 3 Ausdruck verlieh. Wae voreilig dickes Eingreifen in ein gewissermaßen noch schwebendes Verfahren war, mußte sie in ihrer Nummer vom 19. b. M. selbst bekennen, indem sie ihre Zustimmung zu den in der vorigen Nummer der „(5. V.-Zeitunch erschienenen Schlußbemerkungen fast rückhaltlos erklärte. Es erübrigt sich demnach, auf den eigentlichen Streitinhali nochmaleinzugehen. Aber ein grundsätzliches Wort zu der Polemik der ^Jüdi'chen Rundschau" muß noch gesagt werden. Li? zitiert, wie schon erwähnst u:rcrn Letzten Artikel mit Zustimmung. Aber sie kann nicht umhin, dicke sachliche Zustimmung mit Worten zu erklären, die wiederum Tatsachenentstelluugen und Angrisst in sich schließen. Spricht unser Artikel von den „Sünden der Eltern^ in bezug auf mangelhafte Erziehung zu jüdischem selbstbcwußtfein,- so fügt die ,.Jüdi'ck>5 Rundschau" in stlammllrn Hinzu: „d. H. der E. V.- Gencration". Wo unser Artikel die WürdelvsigkeiL einer mißverstandenen A'similation anprangerst liest die „Jüdische Rundschau" die ..Erkenntnis der Falschheit und UnwirEamkeit der als al'cknsi'ligmachend betrachteten Abwehr-Ä'ekhodcn" heraus — kurz: die Anerkennung unterer sachlichen Stellungnahme muß der Redaktion sehr schwer gefallen Gm. Sonst hatte sie sich nicht genötigt gesehen, sie mit so matten und fehlgerichteten Anrempelungen zu kompensieren. Wenn die „Jüdische Rundschau" nicht weiß oder nicht wissen will, daß der E. B. es war, der lange vor der (llünduog der Zionistischen Organisation dem Ausll'ungeorozeß unter den. Juden planmäßig entgeg.u uwirll hat, daß er demalo in der der Gleiä'güaigkeit zuneigm.den Gesillschaiteschicht seiner Gründung:-eit revolutionär wirlle, von allen wirlllchen. „Assimckamen^ entschieden aogelehun wurde und an der nenn tlaüonastudeutum so laut siür sich in Ansprull, genommenen „jüdischen Rctraisiauce" starken A.u.e'.l lalle, so haben wir geg.n eine solche Ccschich: .llikllw.mg nachdrücklich', Verwahrung eins u k guu J? Minuu. nn A'’ .! oder Lct; \ u ■! 700 ni 7-.-»" : - ü.<i.M. A.G i ... Freier An b! i a u i J io A I ncr.t: o ttt; •FJr 1 r.;'i-S"reu. l: o-r -snt;rarhe 1 ie-n sowie Erhcjfun^sbcbsrJ„ je. luwuc" (Ab<'s?- krkh. c”. :e;-n.i.Kar.t.nn ^u:ello3frol3 v.GukO,- s::;r; ns:An::;s rnr. {’/: nkhi., Knrniil'. u. r Ar.'*. 1 A.;t:- r.A1A v, ’b'C,— tn ■1 i L Z>'" D i V: w .j