Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 4 (22.1.1932)
- Date
- 1932-01-22
- Page
- Seite 33 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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33 K? t-y K7 'v V v ■/ jJ -J <v':V’-£ '-:3 Ü^ '"v* v 3-'-J v y v / In einem Artikel ,.Deutler Adel 1931" in der „C. D.-Zeitung^ Ar. 44 1931 setzte sich Tr. Alfred Wiener mit der juLemwindlichen Tendenz des „TeuLschen Adelsblattes", dem Organ der TeuLschen Adels geuosienschast. in sachlicher Weise auseinander. Ter Artikel hatte ein Schreiben der Genossenschaft vom 4. Dezember vorigen Jahres zur Folge, in dem diese ihre Haltung dem Judentum gegenüber zu rechckertigen sucht und uns die Wiedergabe des Brieses Ter Raummangel macht uns leider den ungekürzten Abdruck unmöglich. Wir bringen einen Auszug aus dem Schreiben und fügen unsere Antwort an die Adelsgenorsinschajt an. „. . . Tiefe Tradition des deutschen Adels beruht aber auf seinem Blut und aus dem Boden, aus dem heraus er gewachsen m. Tw Juden haben keinen voltlichen Heimatboden, sie sirrd Gäste aller Böller der Erde. Für die Verbundenheit von Volt und Boden kann daher .in ihnen kein Gefühl bestehen. Was das Blut betrisst, w mögen Tie Ihr Blut für das beste halten. Sie werden uns dementsprechend das Reckst nicht bestreiten können, den gleichen Glauben an unser Blut zu haben. Wir verlangen Erhaltung des eigenen Blutes und lehnen Blutmischung mit fremden Nassen im Interesse der Erhaltung unserer Tradition und zum Schutze unserer Eigenart ab. Wenn Sie das gleiche tun, werden wir das nur begrüßen. Tie Besprechung der Schrift Rudolf Borchardts im „Tonischen Adelsb-att" geschah, weil nicht bekannt war. daß er jüdischer Abstammung ist. Das konnte bei feiner schärten Stellungnahme gegen die Methoden gewisser jüdischer Verlage auch nickst angenommen werden. Im übrigen stellen sie zu Beginn des genannten Artikels die Behauptung auf, das Judentum stehe in keiner Kampfstellung zum deutschen Adel. Tie liberale und marrisiuche Prepe ist 51t ihrem größten Teil in jüdischen Händen, cte und ein Teil jüdischer Literaten greifen den deutschen Adel und seine Empfindungsrvelt mit größter und offensichtlich planmäßiger Gehässigkeit an. In Theatern und Lichtspielen, die in der Hand von Juden sind, wirchch-aZ, was uns heilig ist, nur allzuoft in den Schmutz gezogen. Gerade aber diese Jure Stammesgenogen wirken in der Ooffentlichkert als Vertreter des Judentums und mimen auch von uns als solche angesehen werden. Ihre Behauptung ist also nicht einwandfrei richtig. Es wäre Hu begrüßen, wenn der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens seinen ErnFuß auf diese Ihre Kreise geltend machte, die ständig gehässigen Angriffe zu unwrlcksin. die zum Teil vö.sig unberechtigt sind, zum Teil einzelne Fälle unwürdiger deutscher Adliger verallgemeinern ..." Alis die Feststellung der sogenannten H e i - matlosigLoit der Juden, die den bekannten, allzuoft widerlegten und für uns schlechthin nicht mehr erörterungchähigen Borwurz unserer Fremdheit im dem sichen KusiuArois einschließt, uusiau wir es uns versiegen, näher einzugehen. Tue haoer: oft .mmz nun uu'mem Fühlen und Drucken, das das Fug An und Denken deutscher Meupgen ist, Zeugnis abgelegt. tllur wer uns niast leimen will, kann die Ernsthaftigke'ck und Ehrkichteir un'seres Bekenntnisses leugnen. Es gibt ein deutsches Heimatsbewußtsein — und dafür wird, so hoffen mir, gerade die Deutsche Adotsgenosseuschaft Verständnis haben —, das zu tief und zu keusch ist, um sich immer wieder den Zweiflern gegenüber anzupreisen. Tie innere Sicherheit, die es für uns stabst bedeutet, ist von außenher nickst zu erschüttern. Tie Adelsgeuossenschast unterschiebt uns weiterhin die Ueberzeugung, wir hielten unser Blut für das beste lind nimmt den entsprechenden Glauben für sich in Anspruch. Er soll ihr unbenommen Meinem Aber der Nachweis dafür, daß w i r unser Blut für „das beste" halten, wird chr schwer fallen. Blutaberglaubo jeglicher Art liegt uns fern. Das jüdische Verbot der Mischehe hat einzig und allein die Erhaltung der Religion zum Zweck. Wo der religiöse Gegensatz behoben ist. ist jede Ehe gestattet. Wie wenig sich übrigens die Adelsaenosfenschajt in ihren Behauptungell von Tatsachen beeinslussen läßt, zeigt die Anleitung ihrer Tradition aus dem Boden. Ist doch die Jnternationasität des deutscheli Hochadels einschließlich der fürstlichen Häuser eine geschichtliche Tatsache. Ueberhaupt scheinen historische Tatsachen wenig zu bedeuten, wenn sie den Illusionen des ,.Adelsb.sicktcs" im Wege stehen, wie die Auslassungen von Heinrich L. W e i ß über das Verhältnis der Juden zur deutschen Sprache (Nr. 19/19311 beweisen. Und endlich die „Judenpresse"! Es muß einmal klipp und klar gesagt werden: wer und was zur Judenpresse gehört, das bestimmen wir. Und nach unserer Bestimmung sind es diejenigen Blätter, die, wie die „E. V.-Zeitungch die jüdischen Gemeindeblätter u. a., sich die Förderung der jüdischen Angelegenheiten zur Ausgabe machen und die dementsprechend von der jüdischen Oeffentlichleit anerkannt sind. ^Jn der liberalen Presse, die deutsche Interessen in einer parteipolitischen Richtung vertritt, die dem „Adelsblatt" vielleicht nicht genehm ist, schreiben neb-en Juden und bürgerlichen Nichtjuden Vertreter des deutschen Adels, deren Namen nicht den schlechtesten Klang Heben. Das möge als Beweis dafür dienen, wie falsch es ist, für einzelne Vertreter einer Gruppe, die Gruppe in ihrer Gesa m t - heit in Anspruch zu nehmen. Wo eine überdurchschnittliche Anteilnahme von Juden an bestimmten Presseorganen feststellbar ist, ist sie die Folge der ben deutschen Juden durch die traditionelle j u d e u f e i n b I i efj c Haltung der rechtsgerichteten Kreise a u f g e z w u n g e n e n politischen G r u p p i e r u n g. Tie deutschen Juden konnten sich niemals, wie etwa die Juden Englands. Politisch frei entsicheiden. Trotz ihrer stark zum Konservatismus neigenden Weltanschauung wurden sie an einer natürlichen Eingliederung in die entsprechenden politischen Parteien dadurch gehindert, daß diese Parteien sie ihres Judeseins wegen ablehnten. Und für die so zwangsweise zustandegekommene politische Gruppierung mit ihren Folgeerscheinungen machen heute die eigentlich Schuldigen die Juden verantwortlich. Tie von der Adelsgenosienschast verlangte Einwirkung des E. V. auf die wirklichen und Wettsrsc't und doch zart zugleich :md ohne die LwchZnr Rot; kann die Haur stin, wenn die bekannte oute Creme Twdor verwendet wird. Note PaWn/fcksirci - Tarn Packwg ftrchalug. Unttr-Bonnegspr-ene. B ergeh uwmtagr. angersichen Verleumd er der adligen Ideale werden wir gern oersticken, sco-.wd - die Adeisgcnoisenschast auch in ihren: Organ den alten stolzen Waovensrruch „nodlssztz odllus" uns gegenüber zur Auerkeunttug bringt;, und darunter verstehen wir nicht mehr und nickt weniger als — Gerechtigkeit, .Wir..fürchten aber, daß wir darauf vergeblich warten können, wenn nämlich, wie die Adelsgcnonen'cha-t am Schlusie ihres Briests versickert, m'ür die vorstehenden grundsäsisichen Ausführungen'es belanglos bleibt, ob das Judentum dem Adel feindlich oder freundlich gegenüberstohrsi Wozu dann aber die Vorwürfe und wozu der Brief? Wir mimen, daß die Adelsgenosienschast und die Schriftleirung des „AdAsolattes" sich zu weiten Kreisin des deutschen Adels glücklicherweise in beträchtlichem Geaensttz besinden, wenn sie in solcher Eckärst gegen das Judentum Stellung nehmen. Wir wissen, daß sie die Stimmung der von innen vertretenen Kreise in diesen: Punkte nicht richtig wiedergeben. Gerade in deutschem Adelskreisen sind Verständnis und Hoch'chäymig für das abftammuugsoewußte. traditioussrol-e Judentum weiter verbreitet, als es umh den vielfachen Angriffen ihrer'Vertreter erscheinen will. Tiefe Tatsache darf uns jedoch nicht Hindern, die Vorwürfe der Vertreter energisch zurückzuweisen. Wir glauben sicher, daß auch dir erfreulicherweise weit weniger vorurreilsvollen Mitglieder des deutschen Adels in diesim Kampf der Meinungen auf unserer Seite stehen. MS fe? v J <r * V >/ v , ...^*v » v -4 ~V *„* .V V si 4... **,’ v ± 4, *-~4 -* » ^3* -»< ■» •* 4 Julius Baö — Nebcrt Neuurarrn Generalkonsul N u n d und Gattin, eifrige Mitglieder dos Ccntralv-ereins, stellten am 13. Januar ihr schönes Haus in Dahlem dom Eentralvercin zu einem literarischen Abend gastlich zur Verfügung. Etwa 150 Freunde, vornehmlich aus den Ortsgruppen Crunewald- Tahlem. sowie literarisch besonders interesuerte Persönlichkeiten, Schriftsteller, Verleger und Kritiker, fanden sich ein, um einen Vortrag des Hauptvorstandsmitgliedes des Ccntralwereins Julius Bab und einer Vorlesung unseres Freundes, des Schriftstellers Robert Neum a n n, zu hören. . Julius Bab unterwg das Schlaanvort von der „verjudctcn Literatur" eingehender Untersuchung. Er wollte unter Literatur lediglich die Kräfte verstan.den wissen, die echte Worte der Tichtkunsr schuften nndWermittelw So ließ er die Hutrptrertrcter der Verleger, der lltbersctzer, der literariscken Kritik R'cvur passieren, wies aus die starke:: qualitativen Leistungen jüdischer Theaterdirckwren — deren Wirkung eben durch die Güte ihres Sckafsins die zahlenmäßig viel grohereti niehtsüdischeu Theaterleiter überstrahlt — hin und ging schließlich auch auf einen Ausschnitt der " schftsindrn Literatur ein. Er kam zu dem Ergsiaus, daß die Juden einen geringen Anteil als Dichter am Impressionismus haacn, daß aber die nicht- S 080:50 LAD PRALIMSit! 1 f4 ■ 5 ’?■'. t;> s:"i r:'i b m f Mi . '! \ \-; II ■•ft: > Kae- -U)