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Central-Verein-Zeitung · 1932-01-08 · 2 (8.1.1932) · p. Seite 12

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
2 (8.1.1932)
Date
1932-01-08
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
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n und bk bemerkenswerten Urteil-Gründe dort ausgiebig wiedergcgebrn. Gegen da- Urteil war von der" Zeitung Berufung eingelegt werden. Diese ist jetzt auch vom OöerlandesgrrrchL Augsburg durch Urteil vom 1L Dczrurber 1631 — II L 227/31 — zurückgewiestn worden. Das Oberlaudesgericht befaßt sich mir dem nationalsozialistischen Parteiprogramm und untersucht in gründlicher Weife die sozia-rechtliche Stellung der deutschen Juden. Es wend-ei sich mit scharfen Worten gegen die von der nationalsozialistischen Poesie und Partei gegen diese Stellung fortgesetzt unternommenen Angriffe und führt dann aus: „Die Inhaber und Leiter der antragstellenden Firmen sind unbestrütenermaßeu deuckche Staatsangehörige. Nach Art. 109 der Ncichsverfasstmg sind alle Deutschen vor dem Gesetze gleich, sie haben daher den gleichen Anspruch auf Schutz im Nahmen der Gesetze. Tie Antragsgegner verweisen selcht darauf, daß den Inden deutscher ellaatsangchörigkeA das Deutschtum wenigstens nach dem geltenden- Recht nicht abgesprochen werden kann. Es ist dies auch klar, denn dieses Deutschtum besteht nach der BcichZverfasiung in der deutschen Staatsangebörigfeft —Art. 110 AB. Die Nationalsozialisti-'Ho Arbeiterpartei steht aber, wie sie selbst Zugibt, in einem grundsätzlichen Gegensatz DER FRAUEN 2. Vorfrag: MÜMSAMM FPJSS) „Wie wehrt sich unser Kind?"' Donnerstag» 14« Janoar 19S2 im Konferenzsaal des CVv Berlin W15, Emser Strasse (20 Uhr) Zu diesen Derfasiun gsbesiimmungen, indem sie von dem Begriffe des Deutschen in völli scher oder rassischer Hinsicht ausgeht, wonach der Jude nicht zur deutschen Volksgemeinschaft gehört. Dieser Gegensatz kommt auch in der vorliegenden Aufforderung Zun; Ausdruck. Es mag mm fern, das; dnrch die Ssgrnntzerstellrrrrg von Juden und Deutschen der sittliche Wert der Inden nicht angegriffen ist, angegriffen ist hierdurch aber nach Ansicht des Berufungsgerichtes der soiale Wert, hier die OcltrruI der Inden n der VoLtsgemernschafi. Gin solcher Angriff auf den sozialen Wert einer Person enthält eine Kränkung und kann unter Umständen auch den Tatbestand einer strafbaren Beleidigung bilden. Es kann keinem 'Zweifel unterlagen, daß durch die Gegenüberstellung der Juden und der deutschen Geschäftsleute die Juden als eine Minderheit int Mutschen Volk gekennzeichnet sind, die oen übrigen Den:'chm in der Verfassung zu Unrecht gstichgchwUr ist. Es widerspricht rciQ Zln^.yi des (3crichis vc:i guten GUöerr,, den? sicsühr r/Jcv recht U^A die J/Awn dw:B LAlchg Dcnb die als sol." c E'knat A'ie uäe Geu crchäiem isichC Ben- 039" Mit dieser n kandcs wwch: \':y neue LY. 19c n xv\: in dYY Emsthndc <:.. \ bchchj l.aw |i: disdis 8 des C.V. Von Heinz Cohn In der schweren seelischen Not des Judenhasses ist es wichtiger denn je, den jüdischen Menschen, vor allein auch der jüdischen Jugend, die inneren Werte des Judentums und des Judeseins vor Augen zu führen; die Aufgaben, die der Centralverein nach dieser inneren Frontseite hin zu erfüllen hat, schildert nachstehender Aufsatz, dem wir gern Raum geben, wenn wir auch nicht in allen Einzelforderungen mit ihm einig gehen können. Eine ganze Reihe der von Heinz Cohn gekennzeichneten Aufgaben hat der C. V. langst in die Tat umzusetzen begonnen. ::n Mit der Wandlung des C. B. vom Abwehrzurn Gesimnmgsverein übernahmen seine Führer, vielleicht ohne sich im Anfang der Tragweite Les Entschlusses bewußt zu sein, eine neue Berantworümg: Die Verantwortung nicht nur für die Wahrung der jüdischen Rechte in Deutschland nach außen, sondern auch für das Schicksal der dcutschjüdischen Gemeinschaft nach 'innen. Bis zu diesem Zeitpunkte hatte der religiöse Liberalismus diese letzte Verantwortung allein getragen. Das war so lange gerechtfertigt, wie tatsächlich das Bekenntnis zum Teutsthjudentum mit dem religiösen Liberalismus identisch war. Heute aber, wo sich das jüdische £cbeu nur noch teilweise in den Synagogen und religiösen Vereinen, größtenteils aber in den jüdisch-politischen Organisationen, den Jugendvereinen, auf den Sportplätzen, in den Bortragssälen, den Wohlfahrtseinrichtungen und Heimen abspielt, kann der religiöse Liberalismus nicht mehr den Anspruch erheben, die Gesamwertretnng des so roeltlich. Politisch und sozial bestimmten jüdischen Lebens darzustellen. Wenn also von einigen Seiten behauptet wird, man könne auch heute das Judentum allein auf die religiösen Werte stellen, so verkennen die Vertreter dieser Ausfassung völlig, das die tatsächliche Entwicklung des Judentums längst über sie hinweggegangen ist. Das moderne Judentum basiert eben in Wirklichkeit heute nicht mehr allein auf iwr Religion, sondern die oben erwähnte Verschiebung des jüdischen Lebens von dem religiösen aus das .kulturell-politische Gebiet kennzeichnet die augenblickliche Lage des deutschen Judentums. Als also der C. V. sich zu obenerwähnter Forderung bekannte, stellte er damit die Verbältnipe in der jüdischen Politik wieder vom Kops auf die Füße; er erklärte damit in aller Oessenilichkeit: Der Streit zwischen Zionismus und Teutsthjudentum ist ein politischer, lein religiöser! Und weiterhin deklarierte er damit unausgesprochen, daß er als die politische Organisation der deutschen Juden auch die Verantwortung für die geistige und soziale Forteristenz des deutschen Judentums übernähme. Ganz folgerichtig beschäftigte sich der Philo-Verlag. der doch ursprünglich hauptsächlich Abwehrliteratur herausgegeben hatte, bald auch mir der Derbsten tlichung a ll gemein.er jüdisch:r Li tcratur mcht apologetischer Art. Uno da ja der C. V. alch jü auch e Organ ifalion in D ccnschlaad inntcbcn Echeu s nur wie den: B-, dem jna.gcn '.iic: nwtsn-.us usw. l-lp-fetzen hat, so üeerst d:r Um- -uBä.Mw: mu bald weit de:; urchrü::g. i'.duua l A das Ooer- - der V.f ni.. en. und nn wst..n..uM g des bichcv nnh nicht chlit worden ist. Tie Bedeutung. RvellwaunaY Ur. Hans Lairarus (A.wdiech. I: .ufieuien Achnweu Tc' ll (:Y: diediurwiA h ritt „Ter Schemen" 'uni, ichch,cheit"ü-Y stFür die Gechid.e devAcull ' e 5 Te.G vMuc t der I. B. heute auch d d w'che ' weiche Luen zu sichern. (Y rY Y unY er Y\ seine ei nnen foeeie allgemein iüdstll e Ge er ulenf ity:,::-.:?, Weene an. due iude..,'e I" unch dee cr anuerwenng unterste dt, heeeuumbue nee. Aber all dies geschieht nun eigentlich immer noch mit dein schlechten Gewissen, ob auch die Abwehrarbeit nicht dabei zn kurz komnue. Im Grunde hat der G. V. noch nicht völlig feine eigene Kulturaufgabe als Faktor des jüdischen Lebens zu bejahen gewagt. Er hat noch nicht völlig erkannt, daß die 'gesamte von ihm geleistwe Abrvehrarbeit doch erst gerechtfertigt wird durch eine gleichzeitig betriebene Festigungsarbeit des deutsch-jüdischen Innenlebens. <cq kommt es, daß diese bedeutsame jüdische Großorganisaticn, die auf dein Gebiet der Vklänrpfung des Amiftmiüsurus einzig dasteht, als irrncrjüdischer Faktor niemals die Bedeutung gehabt hat, die ihr eigentlich Zukommt; ja oft hat sie sich aus Schm vor innerjüdischcr Stellungnahnw und Mitarbeit ausgesthal-et aus dem Innenleben der jüdischen Gemeinschaft. Dies ist arrch der eigentliche Grund, weshalb die deutsch-jüdische Jugend, kkn es nun organisierte oder unorganisierte'Jugendliche, lange mit einer gewissen Zurückhalmng und, man könnte fast sagen, Wehmut auf den C. B. blicken-, von dem sie doch cigsntlich die Jniuaiiven enipfangen sollte, der aber in erzwungener Zusammenfassung seine Kräfte in erster Linie auf die Arbeit nach außen richten mußte. Das hierin m letzter Zeit ein grundlegender Wandel eingerreten ist, soll mit Freude ftstgesteüt werden. Aber immer mehr muß der C. V., wie jede Organisation, die eine erzieherische Ausgabe au ihren Mitgliedern erfüllen will, versuchen, durch eine intensive jüdische Arbeit seine „deutsche" Arbeit zu ergänzen (nicht zu ersetzen!) und von sich aus das jüdische sowie das außerjüdische Leben zu beeinflussen. Im Augenblick, wo der E. B. als die politische Organisatisn der deutschen Juden deren gesimnungsmäßige Vertretung auf sich nimnrt, wird naturgemäß eine bedeutende Verbreiterung seiner ArbeiAbasis nach innen wie nach außen notwendig. Er hat zu allen jüdischen wie außerjüdischen (deutschen, internationalen) Bewegungen von seiner Anschauung aus Stellung zu nehmen nach dem Motto: „Nichts Jüdisches ist mir fremd!" Keine Not, sei es nun eine seelische, geistige, soziale, religiöse Not eines jüdischen Menschen, darf außerhalb seiner Betrachtungen und Arbeit bleiben. Es ist ganz selbstverständlich, daß sich im Laufe der allgemeinen poliristhcrr, sozialen und religiösen Entwicklung für den E. V. die verschiedensten Aufgaben ergeben werden. Wenn also im folgenden von zwei bestiuuuten Aufgaben gesprochen werden wird, denen der C.B. in der nächsten Zeit besondere Beachtung schn-cken must, so heißt dies nicht, daß gueade diese Fragen, von nun an die einzig wesenrlichen sein sollen. Es ist vieüuehr die einer Orgmisation wir des C. B., uutw s "'r Beibohaktung seiner Gruudh-'lluug (die natürlich von Zeit zu Zeit einer Selbstprüfung unterzogen werden muß!) sich den Erfordernifstn der Tagespolitik in jeder Beziehung so auzupachcn, wie er es in Verfolg seiner Abw.^rarbeit seit Jahren tut. ' ä AI ' oü ii i aci. r''' Auto ü.d.M. - i.. —. Ovv? Lc’.."rXn. Freier A«slhc k;rui dio A i y e h . eite; iür inru?* u. r>cv.‘: ErE1 oJu:;f.j.L?ecCrT:ic:g• I:ifeI.ij11. e!r:*os-; .enl itot. K:- P!. '' a v,; •cn n?. -;.c --■u k:;

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