Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 2 (8.1.1932)
- Date
- 1932-01-08
- Page
- Seite 13 (sequence 5)
- Language
- German
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13 Heber die Notdes j ü d i s ch e n -Ac i L L e t - stau des und seine iib:üanbcnu\q in das Angcstelltcnprokrtariat ist in letzter Zeit genug gesprochen und geschrieben worden. Zu dieser Umschichtung innerhalb des deutschen Judentums wird der (5. V. tatkräftig 3tcLIintq nehmen müssen. Er wird versuchen, den deutschen Juden die Erkenntnrffe der Ursachen dieser sozialen Katastrophe zu vermitteln. Er lvird aber auch den neuen Verhältnissen dadurch Rechnung trauen müsstn, Latz er dem jüdischen Mittelstand das moralische Bewußtsein anerzirhtz daß eine solche .I) r o l e t a r i \ i c r u n g* durchaus feine Tetlaisierung bedeutest .daß sie vrelmehv eine notwendige ökonomische Entwickln n q innerhalb des deutschen WirLschastslebenZ darstellt, mit der der einzelne sich durchaus optimistisch auf neuer Tenkarnndiage absinden könne. Weiter wird der *£. B. sich nicht den sozialen Strömungen innerhalb der wachsenden jüdischen Angeftellstnschaft verschließen dürfen, er wird im Gegenteil den scotwendigkeiten der so-Zialisrischen sowie gewerkschaftlichen Organisierung dieser Kreise Verständnis entgegenbringen müssen, immer in der Grunderkenntnis. daß er als jüdische Cesamtorganisation eine Heimat für jeden Teutschjuden gleich welcher sonstigen Nickffuug sein mrlß. Auch wird er gegenüber seinen öesiergestellteu. Mitgliedern mehr und mehr den sozialen Chsralter des Judentums- sowie die sozialen Forderungen der Zeit zu betonen haben. In der eigenen Organisation wird der C.V. dafür sorgen müssen, daß entsprechend der sozialen Schichtung des deutschen Judentums genügend Vertreter der jüdischen Angestelltenschaft in seine Gremien einrücken. Zuletzt wird es ihm nicht erspart bleioeru selbständig seinen sozial interessierten Mitgliedern sowohl wie auch der nichtiüdischen Umwelt gegenüber (cmd) dies gehört zur Aufklärungsarbeit gegenüber dem AnListmMsruuZJ zu brennenden sozialen Tagech'ragen Stellung zu nehmen, sie zumindestens zu diskutierenchum so auch dem jüdischen Sozialisten eine Heimalsberechtigung in seiner Orgmisation zu verschaffen, deren Fehlen sich für hie Zukunft katastrophal auf die Zahlenmäßige WeitereristenZ des deutschen Judentums nuswirken könnte. Tie andere, ebenso brennende Aufgabe, die dem C. B. für die nächste Zukunft gesetzt isst ist die Erringung einer moralischen Position im jüdischen Innenleben der Gegenwart, etwa entsprechend der tatsächlichen Bedeutung, die der E.D. im außenpolitischen Abwelzrkamps heute schon besitzt. Durch baldige Schaffung einer Geschichte der deutschen Juden (sowohl als Seschichtswerk wie auch als Aeligiousschulbuch zu verwerten'/ muß er zur Stärkung des deutschjüdischen Bewußtseins beitragen. Durch seine Publikationen und Literatur muß er aus den Religions- und Kulturuuterricht im Sinne einer Stärkung des jüdischen Lebens i n Deutschland wirken, mehr als bisher Afferenten sür jüdische Kulturorganisationen (siehe Schule der jüdischen Jugend oder jüdische Lehrhäuser) ausbilden und stellen. Auch muß er eventuell versuchen, jüdische Neligionslchrer seiner Richtung, zu ermuntern und zu unterstützen sowie junge Kräfte in diesem Berufe zu fördern. Weiter wird es notwendig sein, eigene Ii?zendarbeitsgruppen zu schassen und zu unier'tützen, die keine Konkurrenz, sondern eine witstonnuane Ergänzung der Bünde darftellen, also auch den bündischon Jugendlichen zur Mitarbeit hcranzieben. Ebenst muß die jüdische Jugend durch Schaffung geeigneter wlubs und Heime in ihrem Zusammenhalt gestärkt werden, womit au manchen ckrten bereies begannen wurde. Auch dir jüdistae Bildung der Erwachsenen muß mehr als ostster durch Kurie u'.n. gefördert westen. Ter E.V. muß uststistnsterck dar Auseinander s e tz u vx g in i t jüdi s ch e n G egen- w a r tsidee u suchen und so seinen Mitgliedern das Bewußtsein beibringcn, daß cs sich vier um eine Lebendige vorwärtsjt r e b e n d e jüdische Bewegung handelst die es an Elan mit jeder anderen jüdischen Bewegung cufuehwen kann. Eine weitere Auwube des C. D. sehe ich in der Vertiefung der A b wehrarbeit aus lauge Sichst Bisher hat sich der C. V. aus die schwierige und bedeutsame Arbeit beschränkt, die Angriffe aus Juden und Judentum in der Tagespolitik abgznwehren und zu entkräften. Die Notwendigkeit zu dieser Beschränkung ergab sich aus der übergroßen Fülle von Arbeit, die schon allein die Tageöpststik erforderte. Zur stärkeren Fundierung der Abwehrarbei: wird es von nun an daraus ankommen, den Antisemitismus schon in seinen pchchowgischeu Duellen anzupacken. Solche Quellen sind (abgesehen von der Badi- , kalisierung weiter Krei'e durch die Wirt sch a fts- ' läge usw.> vorerst einmal die durchaus mangelhafte Aufklärung der deutschen Jugend über die Nüsfenfrage, das Wesen von Juden, Judentum und jüdischer Religion, über Len Anteil der Juden am Volksleben usw. Ich bin überzeugt davon, daß etwaige Jugendgruppen da gute Arbeit in schule und Betrieb leisten können, insbesondere, wenn sie durch eine aus jugendliche Brdürmisse zugffchniuena Anfiiäxungszeiumg unterstützt werden, coie sowie etwaige bereitwillige Lehrer muffen aber unterstützt werden durch eine einschlägige sür den Schukgcbranch geeignete Lickratur. Hier fehlt cs noch cn allen Ecken und Enden. So erisrierd tzivxtfJ'xzvz noch feine handlich-: Rapcukunde^ die geeignet ist. das Eünihersch? Buch aus Schüler- und LostrerLibliochweu zu. verdrängen. Aller auch vieles andere läßt auf diesem Gebiete der ^Bekämpfung des A n t i s e n: l i i § n: u § d il r ch E r z i e h u n g" Zu wünschen übrig. Tics sind dis Arbeiten, dis meines Erachtens vom G. V. in der nächsten Zukunft geleisiek werden müsien. Ich bin überzeugt, daß der Widerspruch groß sein wird, Ast- Le sondere von denen, die den alkcn StandckuntL des „neutralen" Abwchrrcrerns gewahr: zu wißen wünschen. Jeder aber, der die Verantwortung des C. B. gegenüber den Erfordernisten des imwffüdrscheu Lebens erkannt hat, wird mir zugeben, daß selbst die Bekämpfung des Autisenstststnest aus die Dauer sinnlos wird, wenn man nicht die außenpolitischen Anstrengungen durch nach innen gerichwkeu Ausbau recht ft rrigr; denn wir Deutschjuden kämpfen ja nickst allem um dir Erisken; des Bestehenden, sondern um die ststglichkeü, in D e u t s ch l a rr d weiterhin als Juden bestehen zu können. Schon', aus diesem Grunde dürfen wir die Frage: .„Wozu dient letzten Endes die Ab wehr st nicht verhallen lassen. Erst aus ihrer positiven Beantwortung durch alle deutschen Jaden, gleiß cll religiös oder nicht, aber einig in dem Willem ihr Schicksal in Deutschland-?u ge'mllem ist rstn siehstwno Kräfte sür den Kamps nach ans;u euiwickcln lassen. ve W v/v' st Krr'nl, tLs emsrbsn fein will I n de: : letze eu stampffahrcn wurde ich man: aeual : na llst e nilich, wenn ich als Ra sei UNl ober 2:jzj an.st: •::vxv irr öffentliche Versau NNlunac u; renn ui mee 'j’.'A ivuii unen st^al iu.u i auf l :::n W r :r Bahn der Gedanke: „Folgt dir . ivv r. ll) da 3 Vertrauen a::n> nur ei nest kleine ui Dei lro de t deutschen Juden auf die iem schare reu E an-ch Lift du der moralischench cknteeste zen.-er sicher, für die du dich eins: g:? Odor rner: en. Ne niant em.cs vchouen Da ws künt unb st 2 eng MrAUcn, t.-d:r sich in Gefahr begil et, darin nnstonemen kannst Solche Zw: net w erben mir nie wieder tonn: wu. seiebem ick in Len letzten Ls och an in Rckst ÜNlaut) und Wests zln\ in durchweg überfülltew Berg ammla ngon zu Mikgiied-ern des E. V., Zu Freu nbcu. zu. Sa anpathisterenLen, aber auch zu fritif ch abstwL S kctzcuLen sprechen durste. K- Menschen aus dem indischen Lager, die uns immer noch nickst wohlwollmr — sie sind mir nur ganz oe-reingoA beaeguA —, machen gern in:: Vorbedackst den Vorc-chcrlt: „Ter unerhörte Aust'.wm Eie Ars ist der du sie Beweis sür die Erfolgko-sioeei: eurer Asto-eist Schade um jeden Pftnnng' "Ihr könnt mir euren schwachen Kräften Haler den Weg. zur, Macht Losch nicht versperren:^ Diese völlig einflußlosen Alles-' besseruoister, bei denen oft — wenn vielleicht auch unbewußt — Mißgunst Vorurteils gegen jedwede Leistung des C. B. schafft, wollen nicht erkewwm, daß gerade heute nur der das De Di zu hoffen hat, der sich mit sein er ganzen Verson * für Recht und Freiheit einsetz r. Kenni man von jemandem Vertrauen verlangen, der eine Arbeit, die er nickst kennt und nicht kennen will, von vornherein al3 unuöeig ablehuts In geradezu überwältigender LS eise waren . die VoranÜalnmgcr? des C. st. w.ß/.end meiner mehrwöchigen Reise Aunägesungen des ststwlranens. sistnd den gleichen Er felg konn.'en alle MAaibeiler. dB m den letzten Wochen als E. V.-RWner ansenn'cu, irtit Freude stgriellnn. Berrrnucn rft ein Kapital, das man nicht von heute auf morgen erwerben kann. Wer aus Angst zu uns kommt, wird ein. Fremdl'ße"er in der Organriackon des C. V. b lei lern Aur rausendsach komrollrertes, gc'ühlees und e:wa- VdiitmcS Vertrauen ist Las Eehrinncks nnsews Erfclacs. Ilnd die 'Männer, die unsere Arbeit cm schärfsten zu kr irisieren pllrgen und die doch selrst ' Lst Rauwn ihrer Führer mit einen: Glorienschein des Vertrauens Zu umgeben rerstenen, 'ockten nicht vergessen, welch ungertzörbares kampferprobtes Bertraucnsverhüln.n s nn C. V. viele Zehmausende mit ihrer Fö"zrreng verrst:dee. Die Orbs gruppen des C. n.-.. aus kleinsten Anfängen zu starken Organisationen rnworgewachsen, haben in ihren^Lei- Unigen fast überall llllänner und Frauen treu geistigem Format. Würben sie sich für die- '^ache Lea E. B. mit ihrer gange:: straft c\> setzen, wenn sie nicht wüßten, Last: macherc Art sür die Erhaltung u'.'ch sür L-en Be'eand istdcuchchen Judentums eine Rot'.ver.diakeit i,ü? Liestr^zunächst vernun' wau uu> cu Einst-ellun' ei. Bwner und Trn düeei'nis can.s (?e 1}e:an:• -a el..ae l siat. isl r.i:l r.un <'. e ö.;wrkcunnng : die Führung.' LAß leaee'weiebare Da:'eene sollte selbst dem mwclehrbare:: AllgemLMvrrsia'ndlicha L.'uäwahl in durch den. es möglich ist, das v' stait SG ja.. sür. Vk AlltlO 1 .g chg DER 1 ALM U-D.FÜR JEDERMANN n dculschar Ltebartragung von F'romer. - (S'n baae'äarter Freund unserer Dallwnad-AuäaabL hat iclfarbig aedruckle.. aroßangelcast, hawLichw llbianua.'.anniaüycrkchn reichrergeiraeean Estn'.zlemrnba franko zu liefern (auch ln zwei bstanatsoaeu: ä 6,26 'Mark). — ststeuchen (äst diese eil Talmud ' ' " ' .. . einen Fonds arffisirft nband bis auf reeuaras cimnalige Ealagenh-oll. d kennen: ca galwstt neben dar L-ibel in j-rdas jüdische Haus. Lesiallunaen nur an HM;r, Buchhandlung. 33cr’Un V/50, ^ar.t-crn;? Streßa 61, pesischc-; &15 09,-cn 7.'srrinsenduirg oder N<rn:-.al-^r.?ö§ v Slr last sch u kn .ch