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Central-Verein-Zeitung · 1932-01-08 · 2 (8.1.1932) · p. Seite 10

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
2 (8.1.1932)
Date
1932-01-08
Page
Seite 10 (sequence 2)
Language
German
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10 Dpringslut unseres Ausbruches auch die letzten Tämme Lufrcißt und die nationalsozialistische Welle, alle Widerstünde niederrennend. das ganze öffentliche Leben ükrjdjmemtne« wird ... Wir wellen an die Macht... Im schwersten Kampfe wollen wir im neuen Ic.hr das neue Deutschland erobern." In allen diesen Aeutzermngcn ist tzizi Wart über die Judensrage eulhacken. Dafür bringt aber die NeujahiZ-sesinummer des „I Hu* fit i extra Beobachters" ans der FOer von Hermann Esser einen Aufsatz, in dem es heißt: „Wir können die Frage, ob der Jude m Teutschland weiterhin Dtnalsbürger blerben kann und darf, getrost mit einem chtrin* bLanüvorten, wobei wir nochmals ausdrücklich bemerken, daß wir unter ,3ut^ Leu Hebräer in ixnb außerhalb der RellgiOnszcmmn schuft verstanden wissen wollen. In der Rage liegt die Lchwernerei . . . Ja, sagt man da, die Juden sind doch auch Menschen . . . UebriaenZ find die Indianer und Hottentotten einschließlich der Menschenfresser auf den Inseln des Ltillen Ozeans auch Menschen und doch fällt cs niemand ein, einen von ihnen ernstlich zum Minister des Innern oder Vielleicht zum Bür- ^rnleister vorZuschlagen, wobei die Menschenfresser und die Hottentotten, gar nicht zu sprechen ' von den Indianern, immer noch tausendmal syrnpachifchere Menschen find als fine Mißgeburt der Weltgeschichte, die sich allen Ernstes berufen fühlt, gleich die Völker der ganzen Erde aufzusresien oder zum mindesten sie für alle Zeiten sich dieustöar zu machen." Nest rohen und unsachlichen Ausführungen machen eine tiefgründige Kommentierung, warum Hitler und sein Kreis in ihren Aeußerungen die Juden gar nicht erwähnen, überflüssig. ' % In Kampfepochen — und nach dem Willen des Nationalsozialismus befinden wir uns in einer solchen — ist die Macht bestimmend für das, was man gerade Recht zu rwimen für nützlich hält. Es ist darum notwendig, daß sich die Menschen, die den Ltaat ss, wie er sich behaupten will. Zu stützen bereit finden, in eisernen Fronten zu samrnemstch ließen u:ü> auf ihrem lebendigen und machtvollen Dasein - die Lebenskraft des Staates erbauen, stoch notwendiger aber ist, da Macht mehr mch in der Fähigkeit liegt, Menschen zur Hingabe an eine Idee zu veranlagen, als Kämpfer anfzustellen, die Idee sichtbar zu mach-cn, für die cs zu kämpfen gilt, und die Fohucmrrfchrift. die im Nebel höhnischer Phrasen rerfchrein.-mt, wieder dwstlich Pi machen und einzuprägen. Es gilt, den Kämpfern bewußt zu rna.l-e:r, daß cs sich wieder einmal um die Aulernaubersetzuug der „beiden V Q n-n e r" handelst von denen Loyola spricht: des Banners des <ßeistes und des Banners des U n g eine s. Zahllose slläle ist untersucht ror.Mm, woher cs kommst daß der üaüonalso'iali:mus so starke AvsichruzDrrsl bcstnst und ohne diese Uustrsuchrrg hier;:i r ' ' ccaclnn sei das Ergebnis erneut fester r^st, daß man die WirlsamlM des ...astynanockalDmus in seiner Eigenart, Bewegung za sein, ja sogar für viele eine Art stlengion dar- -ustellen, ermittelt. Zr:gegeben, daß der etanonalfegialilmus Bmoegmcg ich zuz zü.mn daß der tztDiir umfozinlismns für seine 'Eähänger rcligiomähnlichm Charalür euch äst: Ist damit schau etwas über seinen Wert ans ge drückt? E ru \i von A wer hat in eirwr lestnD.verwn Unterfirchun.g über „Metapho"? des btatwnaüsnuM gerade diese Frage Irist.sch lrirächtet und s.-w.ueä.st dug o'r o•umee des Monotheisten eben sosehr wie der des Menschenfroficrs als Religion bezeichnet werden kann, und daß mau nicht" die Religion als Elche, sondern ihren Inhalt werten muß. Und ebenso steht es mit dem llationalsozralismus als „Bewegung": Die ist Delbstgrvecr ^eimben, rnn Memchnu aus ihren sittlichen und pol.ü'cheu BeranDrungeu zu lösen und sie, enrwurM, sum machclosen Stziolball raffinierter elowuro zu machen, dio ihnen statt Jrchalt Farmen, statt des Schien Ersatz darbieten. Es wird schwer sein, dies den Anhängern des Nallrnnisozialismus ttarzumachon; denn iu ihrer persönlichen linterganchstimnnmg klammern sie sich au die mefsianische Verheißung des Dritten Reiches als Kollcettverlöfung. Man verleiht dom Baden, dem Dtzmbolo, dem Blute göttliche Werte, weil man nur noch vom Dichtbaren und Broisbaron Vorstellungen zu formen imstande ist. Do trennt jene ihre restlose Unterordnung unter eine zeitlich begrenzte und irdisch gebundene Macht vom unmittelbaren Zusammenhang mit dem (5crüg- Göttlichen und reiht sie, geistesgesclüchtlich gesehen, an die Dcite das von Hitler in all seinen Proklamationen aufs' grimmigste ■ bekämpften Bolschewismus. Wohl aber kann es gelingen — und hier liegt eine Aufgabe für die Menschen von Einsicht und überzeitlichem Verantwortungsgefühl —, dem Umsichgreifen dieser Ersatzrcllgion Einhalt zu gebwren. Ernst Robert CurtruZ hat jüngst in einer Betrachtung über „Na-immli-mus und Kultur" gemeint: „Zwi'chsn der; Kampfformatioucn der Parteien, Verbände, Bünde und Kreise gibt es keimen freien vienim unabhängiger Geist: Mit mehr." Wir glauben, daß Eurtius, so richtig er sicht, doch in einem unrecht hat: Es gib i einen freien Raum, nämlich den, auf dem die geistege AuRinmDersttzrmZ unabhängiger Dkenschen erfolgen tönute. Aber Wslirrs WZöhsfs-- rmZ ^^c^s^Qzoumsü Auf dem jüdischen Friedhof m 8re;bc£iKgen (Baden) wurden auf neun Eräoern die Steine umgeevorftn und erheblich beschädigt. Bon den Tatern fehlt bisher jede Dpnr. Die Jsraclitifche Gemeinde hat für die An'klärung der Untat eine Belohnung von 200 Mort eus- ZFctzll Tie Synagoge in Lldenbrrrg wurde von bisher uabelamüm Tälern mit der Aufschrift: .Jude. Jesuit und Freimaurer veraisten den Welchriedeuch beschmiert. Tie Fenster der Dywagrge in Insterburg wurden unlängst in der Nmst mit Sternen cingcworsen; dabei wurde auch der Almomor stark b.'ch'äb: zr. Es gelang bisher nicht, die Täter zu ermiMEr. 7'"'- ' : >. r ä t: ■ .'; '7' '^2 s:s F 7 - -g t - h. s e El ..l - sonst 2i:r : . " ' *; e E EE^ sEE „2 eur . . ' r e: 7" . : . . e.: . ":e li'rl Euaöv^r a s EM 's DE ' ) “o ' c::.; ' ■ . e.e . ' r \ ■ ■> laß 7. o eie: : ’ :-.i . ' " mr .ee; . .e : e.ee .a der: ,.e e / : ". a töte ... . er mE) Mu.bw eure bei ..l ' :eea m wie e ' er '7? p o ö a 1 sch e S eu da e> ten» eie s rar ema Be^ä. hmchs e saune.alten, uich -.E'^ : 7B Brevem errr'öeelu. 9Ea. Bau Er m orE.mt ö.ar o, e/ß der B wir.rg rä-zchaE ... mg clue g.. ßere DemoiH«.rwrenver vcm ve>v jang »aiuviUm-t fi sehr nch zu den DoWsbüulliaungen dar Tages- -agitavion die M.mEhan drängen, fb ängstlich^ halten sie sic) rau Der Kampfarena geistiger, ernsber Auseinaudorsetzun.wn fern. SW ist frei und muß bosepr werden, eins ihr heranZ enüsien s die vorachEaea und verhehntan Bcgelsch der j LsiensEstichrcst, der E leEs,E.ae ä Egrrr'g und der ' Frech ast dcr Men schon wieder vor landet werden. die Barausscchang jedes mensch llchen Zusammen-; lebe ns find, b as nicht nur ein Heute, sonder« auch cm Morgen will. Es muß wieder ausgefirochen werden dürfen, daß es Ein sl a t i o u a I g e s ü h I gibt, ohne daß; dornet gleichzeitig ein Ausschluß von, enDerzn i rmd eine Beleidigung omderrr verbunden ist, daß i erst der f r e i e Mm sch sich wertvoll in Bindungen! rrnfügen kann und daß die Liebe zum Boden 1 und zu den erdgemachstaen Kräften uiemals; vergessen lassen darf, daß höher als der Boden; der Dchöpfer stcht, von dem er kommh; In dieser Richtung deutet sich die geschichtliche '?lwfgabe des deutschen Judenseems an. Hier kann; es, wenn es aus den Duellen seiner Eigenart neue j Kraft zieht, die Lchllbigung echalten, als erstes; in den leeren Raum geistiger Auseinanderl setzung zu treten und der Kern Zu werden, um; den sich die zahllosen, aber vereinzelten Menschen; guten Willens fenncln. Vielleicht wird eini mal, in hoffemllch naher Zerr, es als rin Glücksi fall betrachtet werden, daß die radikale Gott- ' lofiwbcwegung des NalionalfozialiZmuZ grund- : sätzlich die Verbindung jüdischer Maschen mit ihren Gedanken ausfchloß, so daß eine Manschen-; gruppe innerhalb des deutschen Dolles inmitten - einer versuchten Umwertung alles Werwollen aus SelbsterhaltunDlrioÄ die großen Ideen des menschlichen und gä etlichen Rechtes wiederfand und sie über die Zeiten der Verwirrung für-die bewahrte. Die wieder nach ihnen verlangen würden. Lieder und unter judoubZlv. deutschfeindlichen Rufen nach dem früheren Wsthelmplatz. Als Lekannt wurde. Laß der Bortrag doch staitstudet. wurden Die Demonstrationen vor Dem Evangelischen Bereinshause wiederholt; dabei wurden mehrere Personen jüdischer Nationalität verletzt. - Verschiedene deu-rfche und polnische Konditoreien sahen sich veranlaßt, vorzeitig zu schließen. Die Polizei nahm 22 Demonstranten fest, die nach ihrer Vernehmung sofort wieder froigrLasien wurden." Es sind alst Die gleichen Elemente, Die in Pose« gegen Juden und Deill'Ehe vorzchen, womit wieder einmal bewststm ist. daß der Juden- und Teutschenhaß den gleichen Qmllen entspring t. ja im Aut lande sogar vielfach die gldujcn (7l£2nci;:e zu feinen Trägern zählt. SchuaL Dbrr von FrrdrutzaJ. Tis Be.7.-.er F ru z? e dr r Freunde (Ouästr); 2 n:: der 77 M der Jüdischen Sem EaEe m Dm En nuEstcherDes Schreiben f» Mirbe Drüder rmd Sch-.oestornl 2st'st DdE u-g e rd Scham denken wir an Erst Deid, d. die uErdelosen Borg'7n-m am 7;::77; 77.. 7-: r Eier Euch gebracht hüben. - DEr r'77ri .. rü u. irm-eantwoAllch u::d mit> s .izh 71 uDr;7..../i genug getan heben, in.i Eie hrsrrDllts rirmosphllee zu entghten. 77.77 Eist EEieu wir Euch m« Berrii erg für duE :rrs Erst or.rcEm wurde. Mir dreien Euch wrem 5 7r uiEz Haß in.. Haß ver.'ellet. £7.7r b e.i'N vi erer in unserer de.7.?m .... .acht grdach:: Euer Deid ist unkx LED. Wir buten Euch, in uns Eure Freunde zu sitzen."

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