Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 1 (1.1.1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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5 V<o>m €oSI2 ■ '<? In der letzten Nummer der „C. V.-Zeitung* wurde der Semmel band „Krisis. Eh: poÜ'hcKs Manifest“ angezeigt und der Aufsatz „Von den deutschen Jude rd von Kammer; zrlchi :ra: Leo VV o l f f besonders hervorgehoben. Wir möchten heute noch' einige wichtige Absätze aus diesem Aufsatz ab drucken und damit unseren Lesern einen Eindruck von der Vorzüglichkeit der Darlegungen vermitteln. Wir hoffen, dass diese kleine Probe dazu beifragen wird, das Interesse für das in vielfacher Beziehung beachtenswerte Gesamtwerk anzuregen. Im Laufe eines Ueberblickj Uber die Geschieh te der Juden in Deutschland heisst es (S. 232): Tie Emanzipation ber Juden hat nicht nur Anhänger gehabt, sondern auch Gegner. Unter ihnen ist diejenige Bewegung entstanden, die als Antisemitismus bezeichnet wird. Sie will das Rad der Geschichte zurückdrehen und die Gleichberechtigung der Juden in Deutschland aufs neue beseitigen. Zur Begründung dieser Bestrebungen wird immer wieder auf die besondere Eigenart der Juden hingewiesen, die ihre völlige Verschmelzung mit den christlichen Deutschen ausschließe. Auf die schwierige Frage der menschlichen Nassen und ihrer Besonderheiten, über die bekanntlich -in gelehrten und ungelehrten Kreisen Streit herrscht und hitzige Kämpfe ausgesochten werden,'soll hier nicht eingegangen werden. Wie dem ater auch sei, aus einem etwa bestehenden Unterschied in der Eigenart braucht keineswegs ein Gegensatz zwischen Christen und Juden zu entspringen. Für Menschen, die nicht völlig gleichgeartet sind, sollte die bloße Tatsache des teilweise Andersseins keinen Grund bilden, sich gegenseitig fremd zu fühlen oder gar zu hassen. Das Bewußtsein eines solchen Gegensatzes hat von vornherein auch weder bei den Christen noch bei den Juden in Deutschland bestanden. Was die letzteren anlangt, so ist bereits erwähnt worden, daß sie sich vom frühen Mittelalter an in immer steigendem Maße der deutschen Sprache bedient und mit den deutschen Volksbüchern vertraut gemacht haben, deren Stil und Darstellungsweise sie bei der Illustration ihrer eigenen religiösen Bücher nachahntten. Sie haben sogar ihre Synagogen, z. B. in Worms, Prag, Regensburg, aber auch an anderen Trten, romanisch und gotisch gebaut, also in den Stilen der deutschen Tome. Erst die Einschließung in die Judenviertel sonderte sie von jedem Verkehr mit Andersgläubigen ab, hinderte sie an der Ausübung von Ackerbau und -Handwerk und trieb sie in eine Beschäftigung und eine Lebensweise hinein, zu der sicJ vermöge ihrer Veranlagung und natürlichen Entwicklung ■ sonst nicht gelangt wären, nämlich in den Handel und in die Absperrung von der Natur . . Nach einer ausführlichen Darlegung der geistigen Strömungen im deutschen Judentum schliesst Wolff (S. 239): Das Verhältnis der deutschen Juden zu Deutschland ist sonach kein anderes als das jedes anderen Deutschen zu seinem Vater lande. Auch ihre Vorfahren haben in Deutschland gelebt, deutsche Lust geatmet, an deutschen Strömen gesessen und die deutsche Kultur in sich ausgenommen. Deutschland ist ihre Heimat, ist die ihrer Kinder und Enkel geworden. Wer aus seiner Heimat vertrieben wird, der wird des köstlichsten Gutes beraubt, das er besitzt. Das trifft auf die deutschen Juden ebenso zn wie auf die nichtjüdischen Deutschen. Einer der größten deutschen Patrioten, einer der Männer der Paulskirche, jener Gabriel Rießer, der ein stolzer Deutscher und ein stolzer Jude war, hat mit Recht dem Ausspruch getan, daß derjenige, der ihm das Recht nehmen wolle, sich einen Deutschen zu nennen, ihm die Lust raube, in der allein er atmen könne. Nnd auch das haben die deutschen Juden erkannt: ihre Zugehörigkeit zum deutschen Volke gibt ihnen nicht nur Rechte, sondern legt ihnen auch Pflichten auf, deren Erfüllung sie erst neert nracht, den Namen Deutsche zu führen, eie haben diese freudig auf sich genonnnen, sich mit tLwlz zu Deutschland bekannt und tapfer und unerschrocken Deutschland verteidigt. Gleich allen anderen Deutschen haben sie das Schwerste ertragen, um das Glück des deutschen Landes zu erhalten und wiederzugewinnen. Sie haben die deutsche Kultur, ans der die deutschen Juden Fachir-ar Vcr^nd^c-!!" BW!! Strasse loa. Tele::;:: Lütrrorr: S209.'61. nicht wegzudenken sind, auch westerwtragen und sind überall, wo immer sie im Auslände sich niedergelassen haben, der Hort WrE.im Lebens, deutscher Gewohnheiten, deutscher Gesinnung, ja selbst deutscher 'Sprache geworden. 1!nd trotz alledem noch dazu in einer Zeit, in der mehr als je alle zur Mitarbeit fähigen Kräfte gebraucht werden, Antisemitismue in Deutschland, erschreckendes Anwachsen derjenigen Parteien, in deren Programm die Feindschaft gegen die Juden und der nackte und unverhüllte Judenhaß zumindest einen wichtigen Punkt bilden! Es gibt keine andere Erklärung dafür als das, wovon wir bei unseren Betrachtungen ausgegangen sind. Man hat sich in Deutschland gewöhnt, die Juden und ihre Art zu beurteilen, ohne sie genau zu kennen. Die Unkenntnis ist die letzte Ursache der Feindschaft. Ist erst diese Ouelte innerer Zerrissenheit verstovst, dann, so hoffen wir, wird es den vereinten Bemühungen aller gelingen, das Vaterland wieder zn der Höhe zu erheben, die cs früher eingenommen hat und die ihm gebührt. „Jahresberichte für deutsche Geschichte." (Verlag F. A. Köhler, Lcrpstg.) In den letzten beiden Jahrgängen dieser für die Wisstnschast bedeutsamen Jahresberichte finden sich auch Uebersichten über die „Geschichte des Judentums", versaßt von Tr. Fritz Friedländer. Es ist dankenswert, daß auf diesem Wege einem größeren Kreise auch nichtjüdifcher Gelehrter die wesentlichen Werke zur Geschichte des Judentums bekanntgemacht werden. Tie „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland", deren Herausgabe der Centralverein unterstützt, und die im Philo -V erlag erscheint, wird u. a. eingehend gewürdigt. Tr. Fritz F r i e d l ä n d e r, der bekannte Verfasser der im Philo-Verlag erschienenen Rießcr- Bwgravhic und Mitarbeiter an der „C. D.-Zcitungst hat sich durch dicke Arbeit um die Wissenschaft des Judentums verdient gemacht. lZ mr\ rz ■ \ : L;! 3 LJ lj Lj l— geschützter Name für Pinobad Marke „TEMMLER“ fiocM^onzsoIrlsrlsi r*4. K825nl:ii:s, csssdüc&s Efelinifflsn-LnK-äalilwiua ü lüla V» .IvL für LT:i wTJi3 u.HLei2l2Mei!&. Aeusserst ergiebig im Gebrauch. C r V r c 7 In allen Apotheken und bes Drogerien vorrätig. BEnim-jeimiiisiimL L ....... ...... >LJ Me ffoetide cm 3&cec £(md&sZig.azeÜz kommt mit im neue fjaml *?> \/m Beginnen Sie das neue Jahr mit dem Duft einer Lsndc- Zigarette, und denken Sie daran: Was das neue Jahr! '/ / v auch bringen mag, diese & ■ Wir wünschen allen unseren Raudicrn ein gutes neues Jahr. Freude bleibt Ihnen. Wir versprechen Ihnen, unserem Grundsatz treu zu bleiben: Jede Lande-Zigarette köstlich bis zum letzten Zug. «OHNE* Zigaretten köstlich bis zum letzten Zug Lande Auslese, mit Gold- und ohne Mundstück 4 Pf. * Lande Preis Gold 5 Pf. * Landc's Kolleg 6 Pf In jeder Schachtel eine Se r denstz di er cs.