Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 51 (18.12.1931)
- Date
- 1931-12-18
- Page
- Seite 585 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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585 fiufeeren Cetensfünren, Die iKiidfirijtni auf Die Ansichten De-;- bürgerlichen Elternbausee ivnliren mußte. Tiefe Konflikte schildert der Sichter mit behutsamer Lsseuheit und mit einem Eiufühlungsvermögeu, wie eZ nur einem ganz großen Künüter möglich ist. Als deutsche Inden interessiert uns besonders manch fa‘r in Parauthese gegebener Hinweis aus die Stellung der Juden und der jüdischen Familie zum Krieg: die jüdische Bänkiersfrau, die. aus ihrer Isoliertheit in Potsdam durch die Kri'egsarbeit befreit, förmlich aullebt, die kritische Stellung zum Krieg des mehr als 70jährigen Großvaters Wahl, die Kriegsbcgeisterung von Lenorcs Vater, schließlich die Einordnung in die Gesamtheit, die Werner Berlin bei seiner Einberufung so selbstverständlich ans sich nimmt. Tie Unmoral der Judenstatistik, die berüchtigte Sitzung in Ob-Llst, bei der Schlieffenzahn-Ludendorjs der deutschen Juden mom* lisch? Rechtfertigung und Hilfe für eine Teportation der Lstjuden durch das minenverseuchte Meer nach Amerika hin anstrebte, werden kurz und eindringlich erwähnt. Es ist ein Buch, das nicht unumstritten bleiben wird, an das aber jeder, der es liest, ob Jude ober Nichtjude, mit der Ehrfurcht vor einem wehren Kunstwerk, unbeschwert und unbeeinflußt" von irgendwelchen parteipolitischen Vorurteilen Herangehen sollte. Arnold Zweigs neues Buch wird als Kunstwerk und als großes deutsches Bekenntnis nachstehend noch besonders gewürdigt. Hrref an Frnolö Zweig / vr. Lieber Arnold Zweig! Zwei volle Tage meines Lebens gehören soeben Ihnen. Wenige Tage nur erlebte ich in all den wilden Jahren, die wir Ende der amnziger Geborenen. cr'uhren, wenige Tage nur. die uns so tief erschütterten, aufrüttelten, klärten. Sie erzählen uns da die Geschichte Der Liebe zwischen zwei jungen jüdischen Menschen in Berlin Vov.i^ Frühjahr 1915 bis zum lvrühsommer 1917. Eine Geschichte, die mehr iü als nur der Berich: vom Leiden und Lieben, Sehnen und Sinnen zweier reisender Menschen. Eine Geschichte, die von tiefer, symbolischer Bedeutung für Tenu'chland und die Tont scheu ist. Tas Aeußere — ach, wer von Ihren Alwrsgenossen ha: cs nich: ähnlich erfahren. Ging ich nich: auch damals, nur wenige Monate früher, hinaus an die Front, sortgerisien aus leidenschaftlich umfangenen Leben, das dem Jung- Schaffenden erste Früchte, erste Erfolge zutrug und eine schönere Zukunft Volt reichen -Reifens zuwinkte? Aus einem Leben, das mir allein nicht mehr zugehörte, sondern einem geliebten Frauentum! Und trug diese Frau, trug nicht auch sie das Glück unserer Liebe unter dem Herzen, cs, fernevon mir, dem Tag zu 'Henken in leid-voller, begnadeter Stunde? Und "geschah wie mir cs nicht allen, die damals ihr Leben aus die ihnen zugewiesene Bahn zu örin- Hanns!»artin Elfter gen begannen? Ja. Tvpnchos für die Generation der Frontkämpfer haben ^ie gestaltet, als Sie uns jetzt das Liebesmucksal Lenore Wohls und ihres Freundes, des werdenden LchrifisteUers Werner B-ertin. erzählten. Typüä auch in der Tiefe der Liebe, in der Tiefe des Leidens, das Leuore allein durch'echten muß. als sie sich von ihrem ersten Lieöespfan.De trennt. Typisch auch für den Mann, der sein <5äücksal wie Werner Berlin aufrecht lrägt, weil er Deutschland liest, tav'er sein Spßw auf sinn nimmt, für sein Vaterland mit allem, was cr iß, cinsteht. Typisch aber auch in dem erwachenden, furchtbaren Gegensatz, in dem uns damals Ideal und Wirklichkett grauenvoll-plötzlich auseinander klafften. So sce.isch zart, so menschlich reich, so fentimentalisch rein, so kräftig schön Ihr Roman auch ist, bedeutend wird er doch erst dort, wo seine Wahrhaftigkeit ohne Kompromiß, um der Wahrheit, um letzter Sitrliäckut willen, bis ins Letzte das Ideal neben die Wirklichkeit stellt. Tas Ideal war uns zugeroachwn aus unserem Erleben, daß es die Schönheit in. durch die man zur 'Wahrheit und zur Freiheit kommt. Und nun mußten wir erfahren, daß die Wirklichkeit die Smönhen in jcd-em Sinne mißachtet und darum der Weg zur Wahrheit und Freiheit vechchüucr ist. Wir waren die crüe Generation, die die grausenhafre Cewal; wieder nients eine andere erhielt die so sehr begehrte gute Position! Trotz grossen Könnens war eben Ihre äussere Erscheinung nicht ansprechend genug. Das müssen Sie ändern! Kommen Sie zu uns, wir beraten Sie, wir helfen Ihnen! Verjüngung des Gesichts, Beseitigung jeglicher Falten, Ohren-, tippenond Nasenfehler, Hebung gesunkener Wangen, Brüsteberichtigung usw. schmerzlos u.narbenunsichtbar. Aerztiiche Leitung. Zahlungserleichterung. Drucksache frei. Briefanfragen Rückporto. Broschüre mit etwa 60 Doppelbildern gegen 50 Pfennig in Marken. PROF. B I H LM AI ER’s INSTITUT FÜR KÜNSTLERISCHE CHIRURGIE iÖtäVvSKUr SCKOKGLP.Dc t/WDPRßUKEJS STOEsWcRCH-SCHOKQLAOE M sind Mvflßelcnnni und STOtWERCK-P RAUN EH \xrt ausgt^cidmdcr^üla (TPi VLai^WLl PRALINEN - SCHOKOLADE BERLIN-CHARLOTTENBURG 2, GROLMANSTRASSE 36 (FRÜHER HANNOVER) SPRECHZEIT 17-18 UHR / FERNSPRECHER J 1. BISMARCK S60 •O relexZsn: Potsdam 2öi>. ,-ß tusOOs/ v Keine Geiränkesteuer