Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 51 (18.12.1931)
- Date
- 1931-12-18
- Page
- Seite 583 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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5$ 3 sicht rach barin seine Wurzeln. In den Vereinigten Staaten von Amerika rr es nicht anders. Auch dort haben wir im Grunde genommen eine politische Willensbildung auf Grund eines Wahlrersahrens, das dem englischen im Prinzip ähnlich ist. In anderen Ländern dagegen. wo wir es mit dem Proporzwahlshstcm zu tun haben, zeigt sich überall ein Parteisystem, das auf Eesmnungsrerschiedenheit beruht und dem Radikalismus wegen der in dem Verhältnis- Wahlrecht ruhenden radikalisierevden Tendenzen reiche Nahrung gibt. Man schaue aus Oesterreich, aus Polen. Aus alledem wäre zu folgern, daß das deutsche Judentum an der Beseitigung des Derhältniswahlverfahrens ^em ganz unmittelbares Interesse besitzt. eie wäre wohl nur durch eine versassungandernde Notverordnung zu erreichen, für die einzutreten aber um so notwendiger wird, als ja das Berhaltnisroahlrecht längu die Grundlagen unstrer demokratischen Verfassung überhaupt aus gehöhlt hat. lieber die These läßt sich noch vieles sagen. Sie sei hier vorläufig nur zur Erörterung gestellt. Die Gross - Berliner Frauengruppen des C. V. gründen eine Schule der Frauen Sie will Belehrung und Wissen Ober den Judenhass verbreiten- Sie will die Frauen zum Abwehrkampf ertüchtigen ur.d dadurch zugleich die seelische 2Cot der jüdischen Frau, der Mutter und der Jugend lindern. Der Unterricht umfasst acht Boppelstonden: 20—22 Uhr (Tag und Ort werden noch bekanntgegeben). Beginn am Donnerslag, dem 7« Januar 1932. Stundenplan (Arbeitsmethode): 1- Einführung: Direktor Dr. Ludwig Holländer: „Geist uri Idee des C.*Y.“. Dr. Eva ßeichmann-Jnngznann: „Der Judenhass und das Denken“. 2. Margarete Fried: „Verhetzung in der Schule“ (Wie wehrt sich das Find?). 3. Dr. H. Stern: „Angriff uud Abwehr“ (Der KulturantisemitisEus). 4. Syndikus Dw Hans Reichmann : „Das Dritte Reich“ (Judenhass in der Politik). 5. Studienrat Dr. Kurt Lewir: „Rassenfragen“. 6. Syndikus Dr. Alfred Hirschberg: „Einführung in die Abwehrliteratur“. 7. „Kontradiktorische Beispielsüiung“: Margarete Fried, Dr. Margarete Edelh ei m Leitung: Dr. Eva Reicbmann- Jungmann. 8. „Praktische Hebungen in Ref? und Gegenrede“. Leitung: Dr. Margarete Edelheizn. Einschreibegebühr für den Kursus M. 1,50; dieser Betrag fließt ungekürzt dem Kampffor.es des C.Y. zu. Zur Teilnahme berechtigt sind Mitglieder und durch Mitglieder eingeführte Gäste. Anmeldungen für die Sehulc des* Frauen sind umgehend ßdariftlieli an das H-üro des C- V., Landesverband Gross-Berlin, W. 15, Emser Strasse 42, zu richten. i)X M HÄ $luffI5iüR35acEfanunIi!R3cn (n ßönlüföccö unö LuZkirÄen (NZ!d.l Llui Einladung der Ortsgruppe Königsberg des Ceniralveieins fand ein Vortrag vor besonders dazu geladenen christlichen Gästen über bü§ Thema „Deutscher Jude, deutsch Heimat" statt. Herren und Tamm der verschiedensten Parteien, von den Teutschnationalen bis zu den Sozialdemokraten, waren erschienen, unter ihnen der Landeshauptmann der Provinz Ostpreus^n, Tr. Blunk, der Vizepräsident des Provinzialschulkollegiums, lue. Tr. Hartke, die Vorsitzende des Ostpreußischen Schulvereins. Frau Tr. Oekinghaus, der Bundes Pfarrer Werner vom Evangelischen Bund, sowie der Stellvertreter des Polizeipräsidenten, Ob-erregierungsrat Tr. Simon. Nach einer Begrüßung durch den Ortsgruppenvorsitzenden, Geheimen Medizinalrat Professor Tr. Falkenheim, und dem Dortrage des Syndikus des Landesverbandes, Kurt S a b a tz k y, entwickelte sich eine lebhafte Aussprache, in der besonders die jIoU Wendigkeit des Sichkennenleruens als Mittel zur Ueberwindung des Judenhasses betont wurde. Bemerkenswert ist das Presse-Echo. Das führende deutsch nationale Blatt der Provinz, die „Ostpreußische Zeitung", bringt unter der Ueberschrift „Aufllärungsabend der Deutschen Juden" einen durchaus objektiven Beriu t unter Hervorhebung einer Reihe prominenter Persönlichkeiten, die an der Veranstaltung teilnahmen und hebt unser Bekenntnis zum Deutschtum im Sperrdruck hervor- In objektiver Weise berichten weiterhin das parteilose ,^Königsberger Tageblatt", das weitestverbreitete Blatt in Ostpreußen, und die sozialdemokratis.che „Königsberger Bolkszeitungch die solche Bersanmnlimgen vor breitesten Volksschichten veranstaltet sehen mochte. Tie rechtsvolksparteilick^e „Königsberger Allgemeine Zeitung' gibt einen objektiven Bericht, muß sich dafür aber eine niedrige Hetze der Nationalsozialist:- ch e n „P r e u ß i s ch e n Z e: t u n g" ge- 'allen lassen, die unter anderem schreibt: „Es ist ch amlos, wenn ein Blatt, welches sich national nennt, derartig kritiklos eine solche Veröffentlichung, rvelche auch das völkisch Empfinden auf das tiefste verletzen muß, vom Stap-el läßt."' Die staatsparteiliche „Königsberger Hartungsche Zeitung* schreibt in einem sehr anssührlichen Bericht über das Neserat: „Dem Vortrag ^folgte eine zum Teil recht fesselnde Diskussion. Die Redner stimmten darin überein, daß gegenseitiges Näherkommen und Sichkennenlernen der beste Weg zur Ueberwindung des Antisemitismus sei . . “ Die Ortsgruppen Euskirchen (Rhld.) des Centralvereins und des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten veranstalteten am 1. Dezember eine Aufklärungsversammlung vor geladenen Gästen. Ter Einladung waren annähernd 400 Personen ^gefolgt. Rabbiner Tr. Eschelbacher (Tügeldors) sprach über das Thema: „Gibt es j ü d i s ch e G e h e i m g e s e tz e?7 und Tr. Ludwig Freund (Berlin) über: „Deutscher Jude und deutsches Volk/ Reicher Beifall zeigte, daß die Ausführungen eine verständnisvolle Hörerschaft gefunden hatten. Aussprache wurde nicht gewünscht. AZ kMWÄlÜlS kk jiiiiiis e .käbJie: Der oft erörterte Plan der Gründung einer Forschungsstelle für jüdische Wirt schaftssra gen scheint sich endlich zu verwirklichen. Tie schwierige Lage der deutschen Juden wird seit langer Zeit unter den verschiedensten Gesichtspunkten erörtert. Bisher haben aber alle diese Aussprachen zu keinem positiven Ergebnis geführt. Auch auf der Berbandstagung des Preußischen Landesverb a n d e s im März d. I. hatte man sich sehr eingehend mit diesen Fragen beschäftigt. Tort wurde von Staatssekretär z. T. Profegor Tr. Julius Hirsch die Anregung gegeben, einen kleinen Ausschuß zu wählen, in dem die wirklichen jüdischen Wirtschastsführer und Wirtschaftskenner Teutschlands die praktische Wirtschastssörderung der deutschen Juden beraten sollten. An Hand eines "Arbeitsplanes sollte dann der ganze Komplex der jüdischen Wirtschastsfragen besprochen werden. Hirsch schwebte damals die Errichtung einer besonderen Stelle zur Turchführung der theoretischen und praktischen Arbeit vor. Tie Ereignine des Juli und die Verschärfung der Krise halben dann den Gedanken einer Untersuchung der wirtschaftlichen Lagecher jüdischen Deutschen wieder aufleben lagen. In diesen Blättern forderte Tr. Felix Goldman n (Leipzig) im Kampf gegen die Verelendung die Begründung eines jüdischen W i r t s ch a f t s i n st i t u t s, das an die Z e n t r a l w o h l f a h r t s st e l l e der deutschen Juden angegli^dert werden sollte. Seine programmatischen Ausführungen wurden an der gleichen Stelle von Tr. Alfred Marcus ausgebaut. Aus dieser Tiskufsion wurde der Plan einer Forschungsstelle für jüdische Wirtschastsfragen geboren. Es scheint so, als vb ent diese Aufsähe in der „C. D. - Zeitung* die bisher rein theoretischen Erörterungen der Verwirf!ichung nahcgebracht haben. Nachdem sich am 14. November der Wirtschaftsausschuß des Preußischen Landesverbandes unter Hinzuziehung von Vertretern verschiedener maßgebender Organisationen abermals mit diesen Fragen der Wirtschaftspolitik beschäftigt hatte, tagte am 25. Nobefrei' Zigaretten von Wohlgeschmack und Rasse- 5 Pf. 6 Pf. S Pf. Sie werden unter diesen drei Sorten sicherlich die Ihrem Geschmack entsprechende finden