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Central-Verein-Zeitung · 1931-12-11 · 50 (11.12.1931) · p. Seite 575

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
50 (11.12.1931)
Date
1931-12-11
Page
Seite 575 (sequence 7)
Language
German
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575 Als ein Wagnis in dieser Zeit erschien uns der Plan des Kulturtages,' als ein gelungenes Wagnis seine Vollendung. Wie es gedacht und duräzgesührt wurde, zeigte die vorige Nummer der „E. V.-Zeitung". Eine Entgegnung aus vieles von dem, was die .I ü d i s ch e Rundschau" (Nr. 44) krin'ch da-u bemerkt, mag durch diese grundsätzlichen Betrachtungen vorweggeuomincn sein. Tie Teutung, £>ic sie dem Begriff Kultur gaben, bewies cinw.mdsrci, daß man sich von einer „Wiederholung der alten Geste" der „Anbiederung" und „Gleichheir^beteuerung" mit der gleichen selbstverständlichen Würde entfernt hielt, mit der man durch Bekenntnis und Anklage der in seiner JyüUc _mifc seiner Schwere bejahten unabänderlichen Tatsache der deutschjüdischen Kulturverbundenhert Rechnung trug. Wenn sich deutsche Juden in schwerster Notzeit versammelten, um sich gegenseitig im Bewußtsein zu stärken, daß ^iew Voraussetzung ihres Kampfes gegen den Sturm des Judenhasses zugleich ein Wert in, der den Kamps lohnt, so ist das keine Ablenkung ven „bitteren Notwendigkeiten", sondern es ist selbst eine Notwendigkeit. Nur mit dem Unterschied, daß die praktischen Notwendigkeiten weniger bitter werden, wenn sie ihre Sinngebung in der geistigen Entscheidung finden, die uns der Kulturtag aufs neue vermittelte: in der Entscheidung, daß unser Judentum sorrlcben wird in dem ^Maße, in dem es uns gelingt, cs in seiner Turchdringung mit dem Teutschtum zu bewahren, daß aber jede gewaltsame Herauslösung eines der beiden Wesensbestandteile zwar zur sicheren Vernichtung deanderen führt, nicht aber zur Erhaltung des einen, um dessentwillen man den anderen opscrit zu müssen glaubte. So wichtig und lohnend cs immer wieder ist, sich in Ernst und Sachlichkeit über die verschiedene BeurLeilungsmöalichkeit von Ereignissen airseinanderzusetzen, so sehr widerstrebt es uns, auf eine Tonart einzugchon. die eine Neuerscheinung der jüdischen Pren?. die „Berliner Jüdische Zeitung", bei der Kritik des KulLurteges anschlägr. Eines nur sei dankbar vermerkt: das Blatt, das seine wahre Gesinnung bisher unter dem Schleier scheinbarer Neutralität mühsam verbarg, hat mit diesem Aussatz seine wirkliche --Lellungnahme klar enthüllt. Nach der Art bestimmter. höchst nnersreulicher Preffeerzeugnisse, die aus die jüdische Journalistik zu übertragen dem genannten Organ Vorbehalten blieb, "versprechen sensationelle Ueberschristen die Enthüllung pikanter Tatsachen. Erst nach Turchlcsen des ganzen Artikels merkt der enttäuschte Leser, daß er irregesührt worden ist und daß die unwichtigsten Einzelheiten im Tienste der Sensation zu großen Begebenheiten aufgebaustcht worden sind. So wurde beispielsweise die Berichterstattung über den Kulturtag ausgemacht: viel Geschrei und nichts, gar nichts dahinter! Voller Widerstreben ist offenbar der Artikclschreiber selbst von den klugen und begeisterten Worten der Redner^ gesangenaenommen worden — so mutet jedenfalls der aus Zustimmung und Ablehnung bunt zusammengewürielte Bericht an. Und wie sieht überhaupt dieie Ablehnung aus? „Tas Anerkenntnis, daß die Juden in Teutschland nur eine Minorität seien", habe man zum erstenmal aus dem Mund unseres Führers. Justizrat Tr. Broduitz. gehön! Wir können den Herren, die sich anmaßen, über ernsthafte Veranstaltungen zu Gericht zu sitzen, nur raten, so weit in die Erörterungen zwischen den großen jüdischen Richtungen einzüdringen, daß sie verstehen, was mit den Worten gemeint wird. Ter mit Mars zeichnende kriegerische Held dieses Blattes hat onenbar einmal etwas davon läuten hören, daß der E. V. die Bezeichnung der deutschen Juden als eine ..nationale Minderheit" ablehnt. Tas verwechselt er nun mit Minderheit überhaupt und hält uns für so schlechte Rechner, daß wir einen einprozentigen Anteil an der deutschen Bevölkerung für die Mehrheit halten. Eine merkwürdige Verdächtigung in der Tat! Ter Namensbruder des römischen Kriegsgottes hat überhaupt mit der strategischen Tüchtigkeit seines Vorbildes wenig gemein: ungeschickt und unernst sind auch die übrigen Angriffe. die er gegen den E. V. richtet. £5 er sich über die „peinlichen Minuten" freut, die ..den Herren des Eentralvereius" dadurch entstanden sind, daß sich Professor Bernhard für Gedanken einsetzte, die unter bestimmten Vorbedingungen in'die Forderung nach einer jüdischen Schule einmünden können, ob er darüber frohlockt, daß die Feststellung. Jiddisch sei eine 1art des Teurseyen, den „deutschen Juden" (von Mars unver'tandlicherweise mit Gänsefüßchen versehen!) wenig angenehm zu hören war — er versteht es eben nicht besser. Er weiß weder, daß die Frage der jüdischen Schule von den Freunden des E. D. je nach ihrer per'önlichen Ltellurgnahme ganz verschieden beurteilt wird, daß jedem das Recht auf seine Meinung zuerkannt wird und daß deswegen von „Peinlichen Minuten" gar keine Rede sein kann, noch weiß er, daß gerade die Beziehungen zwischen dem Jiddischen und dem mittelhochdeutschen SprachM von jeher einen freudig anerkannten und besonders anziehenden Forschung-- und Beweisgcgenstand für uns gebildet haben. Lassen wir ruhig Herrn Mars weiter Krieg führen! Wir wissen jetzt, daß er ihn uns erklärt Hort, und diese Klarheit begrüßenwir; aber wir wissen auch, daß die Berliner Juden sich durch ihre Zustimmung zu unfern Beransta'Äungen, durch die große Anzahl der Ncueinfritte, die wir in ihrem Verlause zu verzeichnen Hanen, aus unsere Seite gestellt haben. Und wir wissen vor allem eins: ein Kamps Der erste Eindruck x\t der Veste. Schöne weiße, mit Chlorodont-Zahnpasre behandelte Zähne verleihen jedem Gesicht einen eigenen Reiz. Tube 50 Pf. Versuch überzeugt. Hüten Sie sich vor minderwertigen, billigen Nachahmungen, denn für das wertvollste was sie besitzen, die Zähne, ist das Beste gerade gut genug. muß sich lohnen, aber gegen Artike.schreibe? von-solchem Format lohnt er sich nicht! Herr Mars hat darum feinen -Kamen falsch gewählt: zum Kriegführen gehören zwei, und in dem gegen uns eröüneten Krieg luirb er sich bestenfalls mit Windmühlen begnügen müssen. Uns wird er jedenfalls nicht mehr auf dem Schauplatz finden. E. R.-J. 1C9 ßöe eafcSaeSS* WÄWr LÄÄMEÄEA Don Julius Wrtzmann (Stutigan) Tie israelitische Religionsgemeinfchast Württembergs kann in dicstn Tagen aus ihr KOjämigcs Bestehen als Organisation zurückblicken. Lie gehört somit zu den ällcsten jüdi'chen Verbänden Tcuvchlands. Am 12. Tczembcr 1531 trat die auf Grund der Königlichen Verordnung vom 27. Tktober 1631 vorgesehene Jstaeliti'che überkirchenbchörde zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Tiefer Tatsache^soll am 13. Tezcmber d. I. durch eine cimache Feier in Stuttgart gedacht werden. Bereits in dem Gesetz im Bctrcss der össenLUchen Verhälmi"-e der israelitischen Glaubensgenossen vom 2ö. Avril 1>25, das in erster Linie ein Erziehungsgcsttz stin 'sollte, wie dies in der Einführung zu diestm G>esttz zum Ausdruck gebracht wurde: „In der Abuchch die öffentlichen Verhältnisse der israelitischen Glaubensgenossen im Königreich durch eine zeitgemäße Gesttzgebung mit der allgemeinen Wohlfahrt in Ilcbcreinstimmung zu bringen und die Ausbildung Befähigung dieser Staatsangehörigen zum Genune der bürgerlichen Rechte gegen Uebernahme der bürgerlichen Pflichten möglichst zu befördern, verordnen und verfügen Wir . . war in 2lrtikcl L7 die Einsetzung einer' Überbehörde vorgesehen, der dis Aufsicht und Leitung über das ganze i'rackiti'che Kirchen- und Armenwcsen übertragen werden und die insbesondere auch für die Ausbringung der Mittel für die Kirchen- und Arntenbedürsinne wrgen sollte. Wenn die rechtlichen Verhältnisse der Juden in Württemberg als besonders gut zu bezeichnen waren, io war dies wohl in erster Linie diestn Gesetzen, die zwar den Juden noch nicht die ab'olute Gleichstellung mit der nichtjüdischen Bevölkerung brachten, zu danken. Tie letzten Beschränkungen dieser Verordnung sielen erst im Jahre Tis Grundsätze, nach denen die Israelitische Lbcrkirchanbchörde arbeitete, lvarcn aber bis zum Jahre 1912 fast die gleichen. An der Spitze stand der vom Staat ernannte nichtjüdische Regierungskommi'-äv, dem ein rechtskundiges und theologisches Mitglied sowie vier lveüliäze Mitglieder. die edemalls vom König ernannt wurden,- beigegeben waren. Tie israelitische Religionsgemeinschaft selbst baue mst keinen Einfluß auf die Wahl ihrer gcsttzgcbendcn Von ttesydiersergen befrei? «AUSiRLW MÖNCHEN li ist,wer Oesterreichlsche Regie-Zigaretten raucht, Zigaretten von Wohlgeschmack und Rasse. Memphis IIS.Sorte Khedive 5 Pf. 6 Pf. 8 Pf. 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